DLDwomen: Meine persönlichen Highlights

Hinter mir liegen drei spannende Tage voll gepackt mit toller Inspiration und Heldinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Das Programm war so reichhaltig, dass ich hier mit Sicherheit keine vollständige Widergabe wagen werde, sondern mich für zehn Highlights im Sinne von neuen Ideen, Denkanstössen, Herausforderungen und einfach schönen Erinnerungen entschieden habe.

  1. Die Stimmung zur „Frauenquote“ scheint sich gerade stark zu wandeln. Was bis vor kurzem noch von der breiten Öffentlichkeit abgelehnt worden ist (v.a. von den Frauen selbst, weil keine als Quotenfrau abgestempelt werden wollte), wird nun immer eindeutiger gefordert. In dem ersten Panel „Leadership in the Female Decade“ sprach sich sowohl ein Wirtschaftsboss (Georg Graf Waldersee von Ernst&Young), eine Politikerin (Silvana Koch-Mehrin aus dem Europäischen Parlament) als auch (und das ist am erstaunlichsten, weil bisher anderer Meinung) eine Wissenschaftlerin (Dalia Marin von der LMU Munich), für eine Quote aus. Das wird sicherlich nicht eine von der Politik verordnete Vorgabe sein müssen. Der Weg der Deutschen Telekom ist bestimmt ersteinmal eine einfachere und hoffentlich hoch effektive Möglichkeit.
  2. In einem der beiden Panels zum Thema „Female Factor: Will to Power“ gab es eine ganz spannende Interpretation der Gegenwart: Frauen haben die Möglichkeit in unterschiedlichen Bereichen erfolgreich zu sein: als Mutter, Gastgeberin, Sportlerin oder eben indem sie eine Karriere in der Wirtschaft oder Wissenschaft anstrebt. Solange sie die Bereiche mit Elan angeht, hat sie die Möglichkeit, für Erfolge im selbst gewählten  Bereich Anerkennung von Freunden und Familie zu bekommen. Bei Männern sieht das anders aus. Sie müssen beruflich erfolgreich sein, weil sie sonst als „looser“ abgestempelt werden. Auch wenn das Panel ansonsten in manchen Bereichen nach meinen Geschmack zu Männerfeindlich und mit altbackenen Ansichten über Geschlechterunterschiede ausgerichtet war, fand ich diesen Gedanken interessant, v.a. wenn man ihn weiterspinnt vor dem Hintergrund der Wahlfreiheit von Frauen darüber, wie sie ihr Leben gestalten wollen.
  3. Tolle Einsichten gab das Interview mit der Filmemacherin Doris Dörrie her. Mein Lieblingssatz: „when we try to stay in control we become very fearful“
  4. Alex Kelleher hat über ein paar unterhaltsame Fakten des weibliche Gehirns gesprochen. Was man nett im smalltalk einfließen lassen könnte: Frauen nehmen mehr Farbnuancen wahr als Männer (ich konnte mich sofort an planlose Gesichter von Männern erinnern, wenn ich über Pfirsich, Okker oder Mintgrün sprach…).  Und auch nicht zu vernachlässigen: Frauen haben Angst vor 90° Ecken und scharfen Kanten…                                                             Alex Kelleher
  5. Paulo Coelho (der Autor von „der Alchimist“) brachte einen großartigen Kommentar: Jesus would have been a great twitterer. He was able to deliver very short and clear messages like: Love your neighbour!
  6. Schön war auch diese Aussage aus dem Panel „Female Risk Management & Investment“ von Dunya Bouhacene: Frauen erzielen höhere Rendite mit weniger Kapital. Deshalb hat sie einen Fond gegründet gemeinsam mit einem männlichen Kollegen und jetzt suchen sie nach Unternehmen, die von Frauen geleitet werden und wollen gezielt in diese investieren.
  7. Ein hoch interessantes und unterhaltsames Highlight war das Panel „Hormons steering power“. Christian Elger erklärte wie sich durch Hormone während des Zyklus die Aktivitäten im Gehirn verändern und gab uns den guten Rat: ernsthafte Diskussionen möglichst am Anfang des Zyklus führen! Da ist das Hirn noch in der Lage sachliche und adäquate Reaktionen zu produzieren. Besonders unterhaltsam war dann auch der Moment, als er sich nach seinem Vortrag setzte (siehe das untere Forto)Folie FrauenhirnChristian Elger
  8. Mit Susie Orbach war die Initiatorin der Dove Kampagnen dabei und sprach über die großen Probleme, die fast alle Frauen mit ihrem eigenen Körper haben. Es war schön, einen der Köpfe hinter einer solch erfolgreichen Kampagne kennenzulernen und gleichzeitig erschreckend, mit welchen Realitäten sie aufwarten konnte, z.B. hatte sie in Brasilien an einer Konferenz teilgenommen und durch ein Gespräch wurde klar, dass sie die einzige im Raum war, die nicht irgendeine Veränderung an ihrem Körper hatte vornehmen lassen. Das Interview war auch besonders spannend zu verfolgen, weil Maria Furtwängler-Burda toll vorbereitet war und von ihrer Seite mit widersprechenden Studien aufwarten konnte, so dass ein intensives Gespräch entstehen konnt. Außerdem hat Orbach explizit ihr Unbehagen mit dem Thema „Erotic Capital“ von Catherine Hakim ausgedrückt, mit der sie an der gleichen Universität arbeitet und die einen Tag vorher referiert hatte. Der Austausch dieser unterschiedlichen Standpunkte gaben dem Gespräch eine besondere Würze und es wurde dadurch umso lehrreicher!                                Susie Orbach
  9. Frage: Wie können Frauen in einem Unternehmen zur begehrten „Gut“ werden? Antwort: Indem man eine Rangliste der Abteilungen im Recruiting von Frauen bei Beförderungen veröffentlicht und die Tantieme auch an Erfolge in diesem Bereich geknöpft wird. Manchmal sind Männer ganz einfach zu führen…
  10. Das letzte Panel der Konferenz „Women on a mission“ war einfach der Hammer! Acht tolle Frauen, die alle als social-entrepreneurs arbeiten und über Herausforderungen, Einsamkeit aber auch ihre Motivation und Spaß gesprochen haben. Auch wenn ich kein Social Entrepreneur bin, habe ich mich in sovielen Fragen und Unsicherheit wiedergefunden.                         Social Entrepreneurs

Jetzt freue ich mich, wieder daheim zu sein, meine Männer zu genießen und staune wieder einmal, welche Entwicklungsschritte der Kurze gemacht hat.

Ein erholsames Wochenende und unseren Jungs in Südafrika für morgen Abend viel Erfolg!!!

One Thought on “DLDwomen: Meine persönlichen Highlights

  1. Und ich dachte, du wärst auf „irgendeiner Konferenz zum Thema Frauen in Führungspositionen“… Die DLDwomen!?!?
    Hammer. Glückwunschundeinwenigneid. Geil.

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