Zwei gute Freundinnen

Freundin A

  • Ihren Sohn bekam sie mit geplantem Kaiserschnitt und genoss es, den genauen Zeitpunkt der Geburt zu kennen und sich darauf einstellen zu können.
  • Außerhäuslich betreuen ließ sie ihn das erste Mal mit ca. sechs Wochen.
  • Um Ihre beruflichen Ambitionen umsetzen zu können, studierte sie während der kompletten Baby- und Kleinkindphase weiter.
  • Die Entscheidung für den Kindergarten traf sie v.a. wegen der Förderung von hochbegabten Kindern.
  • Nach drei Monaten Eingewöhnung ließ sie ihn dort ganztags betreuen.
  • Damit der Sohn sich nicht im Kindergarten langweilen würde, wurde er als Kannkind früher als die meisten anderen Kinder eingeschult.

 

Freundin B

  • Ihre Tochter brachte sie trotz mancher Bedenken von Ärzten mit einer natürlichen Geburt ohne Medikamente zur Welt.
  • Die ersten acht Monate wurde die Tochter von ihr voll gestillt und regelmäßig in Tragehilfen getragen, um eine enge Bindung sicherzustellen.
  • Um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kleinen eingehen zu können, achtete die Freundin darauf, einen flexiblen Kinderwagen zu nutzen, der einen weiten Blick nach vorne oder den sicherheitsgebenden Blick zur Mutter zurück ermöglichte.
  • Um einen engen Familienzusammenhalt zwischen allen Familienmitgliedern sicherzustellen, achtete die Mutter auf regelmäßige Mahlzeiten mit der ganzen Familie.
  • Bei Verzögerungen in der Entwicklung (sprachlich, motorisch, etc.) informierte sie sich umfassend, um die Tochter bestmöglich in entspannter Atmosphäre zu Hause zu fördern.
  • Weil sie bei Hausarbeiten ihrer Tochter nicht die volle Aufmerksamkeit widmen konnte, versuchte sie, diese so gut wie möglich spielerisch miteinzubeziehen, um ein gemeinsames Erleben zu schaffen.

 

Und, was denkst Du? Was ist den beiden Freundinnen jeweils wichtig? Wie würdest Du Freundin A charakterisieren? Wie Freundin B? Von welchen Werten lassen sich die beiden leiten?

 

Und ja, ich selbst bin sowohl Freundin A und Freundin B und bin traurig über die Urteile, die wir aus oberflächlichen Momentaufnahmen über andere und deren (Familien-)Leben fällen. Und ja, da greife ich mir zuerst auch an die eigene Nase und gelobe Besserung. Ist aber gar nicht so einfach, wie ich immer wieder feststelle.

One Thought on “Zwei gute Freundinnen

  1. Hallo!

    Vielleicht ein bisschen off-topic zu deinem Blogeintrag, aber zum Thema Muttersein und wie man alles unter einen Hut bekommt gefällt mir gerade folgendes Zitat von der Webseite http://www.artgerecht-projekt.de/mitmachen/

    „“Was wirklich natürlich ist? Eine Menge Hilfe zu haben!”

    Das sagte uns die Anthropologin Sarah Blaffer Hrdy, auf unsere Frage hin, was für Menschenkinder und Menschenmütter wirklich natürlich ist.

    Es gibt viele viele verschiedene Möglichkeiten, wie Menschenkinder unter verschiedenen Umständen gut gedeihen können. Das eine, so Hrdy, ist jedoch den indigenen Kulturen gemein, die sie und andere Wissenschaftler untersucht haben: Es gibt bei ihnen allen eine Menge “Allomütter” – Zusatzmütter wie Tanten, Nachbarinnen, große Geschwister, Verwandte, Freunde. Nirgendwo sonst sind Mütter so sehr auf sich gestellt wie in unserer westlichen Kultur.“

    Kurzgefasst geht es auf dieser Webseite um das Artgerecht Projekt – also rund um die Frage, wie wir unsere Kinder sich (und am Ende auch uns) artgerecht entwickeln lassen können. Artgerechtes Schlafen, Stillen, Tragen, Windelfrei und Leben.
    Alles ein alter Hut, aber dennoch ein interessanter Fakt: wir Industrienationen- Muttis kämpfen jede mehr oder weniger mit der typischen Alltagsisolation. Mama eiert mal mehr mal weniger alleine mit Kind(ern) durch den Tag, zum Aushelfen muss man sich meist längerfristig initiativ verabreden, selbst wenn es die Großeltern sind, sofern sie in der Nähe wohnen. Bleibt noch die Möglichkeit des Babysitters des Vetrauens… Ich will sagen, es gibt Möglichkeiten, damit Mama auch mal frei hat und im Alltag kleine Oasen einbauen kann, aber es muss meist alles geplant werden und kann nicht spontan entstehen. Mir persönlich gefällt die Clan-Idee dazu ganz gut, die letztlich den Mamas die Teilnahme an den Workshops ermöglicht hat (so erzählt der Camp-Bericht).
    Letzter Gedanke:
    Was können wir noch tun, um einen „Clan“ oder soziales Netzwerk zur gegenseitigen Unterstützung um uns herum aufzubauen?

    Viele Grüße und eine gesegnete Zeit wünscht
    Steffie P.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation