Fokus finden

Bis hierher war ich sehr geduldig wie ich finde. Ich möchte gar nicht laut sagen, wie lange ich schon studiere. Unterbrechungen gab es immer wieder, weil ich gearbeitet (ganz wunderbare Aufgaben als Trainerin, Coach, Projektmanagerin waren dabei…), gekotzt (wegen Schwangerschaft), gebärt, gestillt oder geurlaubt habe. Zwischendrin ging es dann mal weiter, aber immer nur in Minischritten. Dabei bin ich über jede Unterbrechung froh und glaube, dass es jeweils die richtige Entscheidung gewesen ist oder sie die Verzögerung zumindest wert war.

Seit heute nun kann ich mich offiziell Mutter eines Schulkindes nennen. Das fühlt sich schon sehr skurill an. Nachdem ich nun seit acht Wochen nicht mehr an meiner Magisterarbeit gesessen habe, merke ich aber auch, dass sich mein Geduldsfaden mit dem Studium nun tatsächlich dem Ende entgegen neigt. Um nun den Abschluss des Studiums umzusetzen und den Kopf entsprechend frei zu bekommen, werde ich einige Dinge ändern müssen. Und weil es so schön unter Druck setzt, werde ich das jetzt öffentlich machen (natürlich hoffe ich auch, dass es ein paar Leute gibt, die Lust haben, mitanzufeuern, wenn es mal kritisch wird…).

Hier also die Liste zum Fokus finden:

  1. Eine monatliche Zieleliste mit meinen Lebensbereichen ziert mein Fenster. Damit ich nicht alles andere in dieser Phase aus den Augen verliere. Meine Lebensbereiche sind im Moment: Familie; Hobby/Sport; Uni/Abschluß; Freunde; Berufseinstieg; LoI; Blog; Gemeinde. Viele der Ziele sind klein, aber so, dass es in dem Bereich weitergeht und ich klare To Dos habe.
  2. facebook/Twitter ist gestrichen. Zumindest das Lesen. Ich bin leider viel zu empathisch und nehme das alles in mich auf und trage es mit mir rum. Ausnahme ist im Moment eine wunderbare Frau, die in der Mitte Kairos mit ihrem Mann wohnt. Das ist einfach zu spannend und wichtig. Die Abstinenz wird v.a. am Anfang nötig sein, um den richtigen Drive zu bekommen.
  3. Wenn die Kinder in Betreuung sind, darf nur Magisterarbeit geschrieben werden. Kein Haushalt, keine Einkäufe, keine Besuche. Ausnahme: Sport zur frühen Stunde. Und Verabredungen für eine halbe Stunde. Und Coaching/Seminar Termine, die schon lange stehen.
  4. Wenn ich die Kinder geholt habe, stehen sie im Mittelpunkt. Der Computer bleibt aus (außer für Musik); der Haushalt liegen (bis auf Wäsche und kochen; also Sachen, die ich mit den Kindern zusammen machen kann).
  5. Das bedeutet: Der Großteil der Hausarbeit und alles andere muss abends erledigt werden. Das wird viel Kraft und Kaffee erfordern. Diese Aufteilung kommt aber meinem Biorhythmus (morgens fit) ganz wunderbar entgegen.

Soviel zur Theorie. Ich hoffe auf schlafende, gesunde Kinder. Einen Mann, der mich unterstützt habe ich in jedem Fall. Diverse Dinge werden länger dauern oder nicht möglich sein. Den Umgang damit werde ich hoffentlich lernen. Und los geht´s.

Übrigens: Die Liste mit den Monatszielen hat mir letzte Woche den furchtbaren Tag mit dem Lack gerettet. Hat sich also schon ausgezahlt, der Aufwand. Das Regal ist inzwischen fertig und wirklich schön geworden. Insgesamt werde ich wegen des guten Stückes fünfmal im Baumarkt gewesen sein. Als ich nämlich die richtige Farbe hatte, hat die eine Dose nicht gereicht. Eine große Dose hatten sie dann nicht mehr, also habe ich zwei kleine genommen. Davon ist eine nun übrig und muss noch zurück gebracht werden.

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