Jahresrückblick 2015

Die Eistänzerin, die ihre Choreographie unzählige Male eingeübt und wiederholt hat macht sich bereit um am großen Wettkampftag den Sieg zu erringen. Sie hat sich aufgewärmt, geht die Sprünge im Kopf noch einmal durch und betritt dann hochkonzentriert das Eis. Eine kleine Verbeugung zum Publikum und schon geht es los. Während die Musik langsam an Dynamik zunimmt, bereitet sie den ersten Sprung vor. Sie holt Schwung, springt ab und…

BUMMS – landet mit voller Wucht auf dem Allerwertesten.

So habe ich mich mit diesem Jahreswechsel gefühlt und irgendwie auch immer wieder im vergangenen Jahr. Irgendwie hatte ich mir alles so schön und gemütlich zwischen den Jahren vorgestellt und am Ende kamen Krankheit und pure Müdigkeit und einfach zu wenig Zeit dazwischen. Elegant war es in meinen Augen jedenfalls nicht. Zum Glück führe ich meine Sprünge nicht in einem Wettbewerb mit drei Minuten Länge auf. Mein Wettkampf dauert ein Leben lang, es gibt Menschen, mit denen ich gemeinsam um den Sieg ringe, ich darf immer wieder neu zum Sprung ansetzen. Was für ein Glück!

Hier also ein paar mehr oder weniger elegante Sprünge aus dem letzten Jahr und die Fortsetzung einer kleinen Tradition,

Achtsamkeit: Es gab jede Menge Gelegenheiten um einzuüben, im Hier und Jetzt zu sein und mich selbst wahrzunehmen. Irgendwie hat sie mich gedanklich das ganze Jahr begleitet, weil es so unendlich viele Herausforderungen zu bewältigen gab. Und ich kann sagen: Wenn es gelingt in den schönen Situationen achtsam zu sein, ist es wunderbar. Wenn Achtsamkeit in den schwierigen Situationen gelingt, ist das sicherlich nicht angenehm, verkürzt aber im Nachgang die Aufarbeitungszeit.

Berlin: Ein Kurztrip mit dem Zug im Mai. Wir haben viel Spaß im Reichtstag, am Brandenburger Tor, im DDR-Museum und bei Freunden und Familie gehabt. Die selbst zusammengestellten RitterSport-Schokoladen waren v.a. für die Kinder ein echtes Highlight. Sehr zu empfehlen: Dunkle Schokolade mit getrockneten Zitronen-, Himbeer- und Erdbeerstückchen (nein, das war nicht die Auswahl der Kinder)…

Clown-Doktoren: Die haben uns im November im Krankenhaus besucht und waren für den Großen eine echte Aufmunterung. Wie schön, dass es Menschen gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, andere zum lachen zu bringen.

Doraden: Wir haben dieses Jahr gelernt, dass Doraden besonders gut für Kinder geeignet sind, weil sie keine kleinen Gräten haben. Meine Männer haben echte Leckerbissen gezaubert. Dazu gab es Kartoffeln in Salzkruste.

Epileptische Anfälle: „Man wird Experte für Dinge, die man nie lernen wollte.“ Dieser Satz wurde an vielen Stellen in diesem Jahr von mir genutzt. Als im November unser Großer plötzlich und erstmalig eine Anfallserie ereilte ging es mir wieder genauso. Nach einer Woche Krankenhaus und inzwischen über sechs Wochen zu hause wissen wir nicht: Was die Anfälle ausgelöst hat. Dafür wissen wir: Es sind keine weiteren Anfälle aufgetreten, alles andere ist ebenfalls unauffällig. Und wir sind im großen und ganzen wieder im stinknormalen Alltag angekommen. Das ist in diesem Fall ein großes Geschenk.

Freundinnen: Es gibt da ein paar Mädels, ohne die ich dieses Jahr nicht überstanden hätte. Sie waren in den heftigen Momenten da, mit Ihnen habe ich gebetet und geglaubt, geweint und gelacht. Unbezahlbar!!!

Gemeinderätin: Seit kurzem bin ich von der Gemeindeversammlung bestätigte Gemeinderätin in der enChristo-Gemeinde. Verantwortung habe ich hier schon im letzten Jahr im Reformteam übernommen. Jetzt ist das ganze nochmal intensiver geworden, weil wir mitten im Veränderungsprozess sind und mit zahlreichen Herausforderungen umgehen müssen. Und ich gestehe: Ich liebe es. Weil ich in dem ganzen nur wachsen und mehr Gottvertrauen lernen kann. Bin so gespannt auf das kommende Jahr. Und habe mir gedanklich ein Kissen umgebunden. Ein paar Stürze wird es bestimmt geben.

Hochdruck im Blut: Ja, das ist bei uns familiär bedingt und ja, wenn man eine Phase beschreiben soll, in der dieser Bluthochdruck hätte ausbrechen können, waren die Bedingungen dieses Jahr optimal. Wie schön, dass es gute Medikamente gibt, die einem helfen. Gleichzeitig sind wir als Geschwister umso mehr motiviert, auf unsere Lebensweise zu achten und uns gegenseitig zu unterstützen. Wir melden uns gerade für verschiedene Rennen im neuen Jahr an, um jeweils eine eigene sportliche Herausforderung zu haben. Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich elegant gelöst, oder?

I

Jeden zweiten Tag Sport: Ich hatte es raus. Für ein paar Wochen. Dann kam das Leben dazwischen. Aber das scheint die Formel für mich zum wohlfühlen zu sein. Ich hatte selten soviel Energie. Es ist eine Herausforderung die notwendige Zeit neben der Arbeit und allen anderen Dingen zu finden. Aber ich bin motiviert!

Konflikte angehen: Das fiel mir bislang eher schwer. Gerade in den Herausforderungen in der Gemeinde konnte ich aber lernen, konstruktiv und dennoch kritisch nachzufragen und für meine Überzeugung einzutreten. Vor kurzem hatte mein Großer dann Schwierigkeiten mit einer Lehrerin. Die Gelassenheit mit der ich das Thema angegangen bin hat mich ehrlich gesagt stolz gemacht.

London: Ich. Alleine. Im April. Zwei Tage Rob Bell zuhören. Andere interessante Menschen treffen. Ein bißchen Sightseeing. Wunderbar!

München & Mölln: Zwei Kurztrips zu Freunden und Familie. Es hat gut getan, rauszukommen und Zeit als Familie zu haben. Und in München habe ich das erste Mal Rummy gespielt. Was für ein Spaß!

Nordspanien (Atlantik) & Frankreich (Mittelmeer): Unser Sommerurlaub. Mit Zelt und ziemlich ungeplant. 24 Stunden frische Luft und jeden Tag etwas neues entdecken ist einfach genial. Wir haben Wellen und leckere Paella und Strand und Sonnenuntergänge genossen. Wir sind viel zu viele Kilometer gefahren. Macht nichts. Ich liebe es, neues zu entdecken!

Othello: Das hat mich sehr glücklich gemacht: Endlich war ich hier in Wiesbaden im wirklich sehr beeindruckenden Staatstheater gemeinsam mit meinem Mann in einer Oper. Welch eine Kulisse für eine solch dramatische Geschichte. Was ich zusätzlich noch nicht kannte und sehr genossen habe: Die deutschen „Untertitel“ direkt über der Bühne. Fazit: sehr gerne wiederholen!

Pinterest: angemeldet war ich schon länger, nun habe ich es angefangen zu nutzen. Bilder sind  etwas wirklich inspirierendes!

Q

Rumms: Ein gebrochener Finger beim großen Mann im Urlaub, mein erster Bruch kurz vor Weihnachten: der kleine Zeh.

Social Media Consultant: Das ist mein Job seit Juni und was ja völlig klar war: Ich liebe es zu beraten.

Trauer & Tod: Mein Papa ist im Juni gestorben, meine Oma zwei Monate danach. Wir wollten sie und Opa sechs Wochen danach besuchen, die Ferienwohnung war schon gebucht. In dem ganzen waren viele dramatische Momente, aber auch wunderschöne. Wir als Familie sind durch den Tod meines Papas unheimlich eng in der schlimmsten Phase zusammengewachsen. Jeder hatte die Freiheit so zu trauern und Abschied zu nehmen, wie es für ihn richtig war, gleichzeitig haben wir intensiv darauf geachtet, dass alle soweit wie möglich versorgt sind und uns gegenseitig aufgefangen. Eine echte Trauergemeinschaft und ein großes Geschenk!

U

Vorhang auf: Kurz vor Weihnachten fiel mir im Hort vom Großen ein Flyer in die Hände: Schwanensee- Familienballett mit Erzähler. Zwei Karten für die Kleine und mich waren eine halbe Stunde später gekauft. Sie war so aufgeregt und beeindruckt und hat sich ganz eng an mich gekuschelt. Ein tolles Erlebnis für uns Ladies.

Wuppertal: Ich mag Sauna. Und ich mag meine Freundin die in Wuppertal wohnt. Sie ist beneidenswert, denn seit ein paar Monaten weiß ich: In ihrer Nähe gibt es eine Sauna mit WASSERBETTEN, die mit gemütlichen Spannbetttüchern bezogen sind. Mit Decken auf den Betten und Teppich und Vasen auf dem Boden. Hach. Was ein Glück, dass ich nicht in Wuppertal wohne, sonst käme ich zu nix mehr.

X

Y

Zwischenahn: Wir haben meinen Opa natürlich trotz des Todes meiner Oma besucht. Es war wunderbar mit ihm und meiner Tante Zeit zu verbringen, seinen nordischen Akzent und Humor zu genießen, gemeinsam den Friedhof zu besuchen. Ein besonderes Geschenk war auch der Tag mit meinem Cousin und seiner Frau in Papenburg. Er ist Schiffsbauingenieur in der MeyerWerft und wir haben alle zusammen an einer Besichtigung teilgenommen. Googelt mal „Northstar & Anthem of the sea“. Dafür war er verantwortlich.

Es gab soviel in 2015, wofür ich dankbar bin. In 2016 werde ich diese Dinge noch bewusster sammeln: Auf Instagram und in meinem „grateful-glass“ auf dem Nachtschrank.

In diesem Sinne: FROHES NEUES JAHR!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation