„Wir atmen uns da durch“

„Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.“ (Victor Hugo)

Mit allen drei hier beschriebenen Personengruppen kann ich mich im Moment hervorragend identifizieren. In meiner und unserer Zukunft als Familie ist im Moment unfassbar viel Bewegung drin. Das äußert sich am allerwenigsten im gelebten Alltag sondern v.a. in den höchst unterschiedlichen Optionen die in den letzten Wochen in Gedanken durchgespielt wurden. Und es betrifft die ganz nahe Zukunft. Mit dem Bestehen meiner mündlichen Prüfung und dem damit verbundenen Studienabschluss sind weitere Optionen dazu gekommen. Wir leben gerade mit soviel Spannung im Hirn, dass mich das Nachdenken darüber alleine schon müde macht. An vielen Stellen habe ich das Gefühl, ich kann nur abwarten und kaum einen aktiven Beitrag zur Klärung beitragen. So sind mir im Sinne des Zitates von Hugo Gefühle sowohl von Schwachheit und Furcht aber auch Mut gerade sehr vertraut und ich erlebe alles im schönen kurzweiligen Wechsel miteinander. Wenn ich gefragt werde, wie wir das gerade aushalten, sage ich immer: „Wir atmen uns da durch.“ Weil es das einzige ist, was man in solchen Situationen machen kann und weil es gleichzeitig so unfassbar effektiv ist.

Spätestens mit dem Kennenlernen, Einüben und Einsetzen von Atemübungen vor und während der Geburt unserer Tochter bin ich völlig begeistert von dieser Form der bewussten Entspannung. Es hat mich begeistert, zu spüren, wie durch richtiges atmen Schmerzen besser zu ertragen sind und das Baby mit Sauerstoff versorgt werden kann. Wie sich letzte Woche auf dem Crosstrainer mit tiefer bewusster Atmung der Puls sofort abgesenkt hat. Wie richtiges Atmen im Stehen in einer „Powerhaltung“ vor der mündlichen Prüfung zur Konzentration und positiven Einstellung beitragen konnte. (wenn nicht bekannt siehe dazu folgenden TedTalk)

Nicht zuletzt beginnen auch mit bewusster Atmung die Achtsamkeitsmediationen von headspace, einer über eine App ganz wunderbar leicht in den Alltag zu integrierenden Übung, die ich inzwischen sehr schätze.

Insofern spielt bewusstes atmen tatsächlich eine große Rolle darin, diese aktuelle Spannung auszuhalten und gut zu gestalten. Dazu gehört auch, sich immer wieder bewusst zu machen, dass alleine diese Situation auszuhalten schon enorm viel Kraft kostet (mein Mittagsschlafbedürfnis ist enorm erhöht) und entsprechend gut für mich zu sorgen.Das beinhaltet z.B.:

  1. Ich mache mir bewusst, dass diese Situation in erster Linie v.a. ganz viele Möglichkeiten und eher überschaubare Risiken enthält.
  2. Ich entscheide so bewusst wie möglich, was im Moment möglich und strategisch sinnvoll ist. Die anderen Dinge müssen warten.
  3. Ich versuche immer wieder neu, jeden Tag mit seinen schönen Seiten zu genießen: Die Zeit mit den Kindern; die Freiheiten, die ich gerade habe; neue Nichten und Neffen begrüßen; Ordnung an Orte in unserer Wohnung bringen, die schon länger darauf warten; Plätzchen backen mit der Großfamilie am gestrigen Nachmittag.
  4. Ich nehme Möglichkeiten wahr (z.B. zu ein paar kostenlosen Stunden Coachingweiterbildung) und gehe die Dinge, die umgesetzt werden können aktiv an. Das beinhaltet auch so klar und eindeutig wie möglich zu analysieren und zu kommunizieren. Das trägt sehr zu dem Gefühl bei, der Gesamtsituation nicht machtlos ausgeliefert zu sein.

Es ist schön zu wissen, dass diese Phase nicht unendlich lange anhalten wird und dass erste Klärungen am Horizont sichtbar werden.

In diesem Sinne atme ich und wir als Paar weiter und sind (meistens) freudig gespannt.

Wo atmet ihr euch gerade durch?

 

Es ist 1:48 Uhr

Mein Leben fühlt sich gerade picke-packe-vollgepackt an. Ich liebe es. Meistens. Manchmal auch gar nicht (wie am letzten Wochenende. Sprecht meinen Mann lieber nicht drauf an..)

Zu meiner eigenen Belustigung hier eine Liste der Aktivitäten des gestrigen Tages:

  • Aufgestanden!
  • Die Süße in eine Decke gepackt und auf ihren Hocker im Bad mit ein paar Pixibüchern gesetzt, um dann selbst zu duschen (sie ist natürlich zwischendrin aufgestanden und hat die Tür offen stehen lassen)
  • Einen weiteren morgendlichen Zwischenfall zu den Themen Kakao, Milch, Milchschaum, Paul und Löffel durchgestanden (dieses eine Mal bin ich gelassen geblieben, obwohl ich noch keinen Kaffee hatte)
  • Die plötzliche Halsschmerzattacke des Großen moderiert und für schulfähig befunden (verdächtig war: er hat viel länger geschlafen als sonst)
  • Tatsächlich geschafft, mir einen Salat zum Mittagessen vorzubereiten
  • Eine riesen Tasche für den Tag gepackt: Bücher für die Bücherei, Wickelzeug, Laptop und Trinkflasche für mich, Zeitungsständer für meine ganzen Texte, Karte für die Packstation, Proviant für die Kinder und die dringend benötigte umzugsfähige (oder umziehungsfähigen) Puppe (das andere Mädchen hatte eine solche Puppe und der Stoffhund der Tagesmutter hat gestern seinen Job nicht gut gemacht, weil Fell enttäuschenderweise fest vernäht)
  • Auf dem Weg zur Tagesmutter bei der Packstation vorbeigefahren. Die neue Bluetooth-Maus ersetzt die alte Kabelmaus, bei der inzwischen die Drähte zu sehen waren.
  • Ein weiterer Anlauf, mein SPSS Problem in den Griff zu bekommen: der Uni eine Mail geschrieben mit sofortiger Antwort, dass ich mich natürlich über eine Remoteverbindung einloggen könnte. Programm runtergeladen. Verbindung konnte trotzdem nicht hergestellt werden. Liegt es am MacBook? An der Verbindung? Ich zehn Tagen muss die Auswertung stehen…
  • Zwischendrin Zeit vergeudet mit dem Versuch, ein paar notwendige Dinge bei Amazon zu bestellen (um mir die vielen Wege in der Stadt zu sparen). Am Ende 5 Bestellungen von 5 Lieferanten im Warekorb, ich hätte also 5x Lieferung bezahlen müssen. Das macht dann ja auch keinen Sinn! (In der Auswahl war eine heiß ersehnte „Ich versteck mich jetzt Mütze“, die ich mir so sehnlich wünsche in dieser wilden Zeit.)
  • Dann schnell die Kinder holen, damit wir noch in die Bibliotek können. Statt eines Kinderwagens habe ich heute morgen das Laufrad für die Süße mitgenommen. Ich war sehr nervös, wieviele Leute morgen schimpfend der Kollegin den blauen Fleck von einem unfähigen Mädchen auf zwei Rädern zeigen würden, aber das ging erstaunlich gut. Es gab nur ein paar eingeschüchterte Ausweichler.
  • In der Bücherei ist dem Sohn auf einmal übel. Wir schaffen es noch, ein kleines Abendessen einzukaufen und beim aussteigen vor unserem Haus kommt es dann hoch, das Mittagessen.
  • Wir versammeln uns auf der Couch mit Wärmflasche, Decke, Checker Can, Reiswaffeln
  • Drei Telefonate, um den Tag morgen zu organisieren, eine Email um den Coachingtermin für den Abend abzusagen.
  • Am Ende lachen wir alle herzlich über diese Videos. (v.a. der Clip ab Min 4:45)
  • Ich stelle fest, dass meine Kinder ein Buch in der Bibliothek einfach in die riesen Tasche geschmissen haben, ohne dass wir es ausgeliehen haben.
  • Der Große will unbedingt neben mir einschlafen, nachdem er sich direkt vor dem Schlafen zum zweiten Mal übergeben hat. Ganz groß und erfahren alleine in die Mitte der Toilette bei geöffnetem Deckel. Ich bin stolz auf ihn.
  • Ich schlafe sofort auch ein und wache auf, als der Lieblingsmann um Mitternacht vom Businesstrip nach Hause kommt. Dann bin ich wach und suche auf Audible nach neuen Hörbüchern.
  • Am Ende ist meine Auswahl: Walter Isaacson: Steve Jobs. Die autorisierte Biographie/Roger Willemsen: Die Enden der Welt/ Cordula Startmann: Danke für meine Aufmerksamkeit

Mit Stratmann fange ich jetzt an. Gute Nacht!

 

Bestes Campingplatzfeeling nur ohne Übernachtung: Lufti in Wiesbaden

Endlich ein Familientag und wir hatten keine Ahnung, wie wir ihn am schönsten gestalten könnten. Also haben wir einen Reiseführer für Kinder für die Region Wiesbaden gewälzt und sind auf das ominöse „Freizeitgelände Unter den Eichen“ gestossen, ca drei Minuten Fahrtzeit von uns entfernt. Wie kann das denn sein? Die Neugierde hat uns hingetrieben.

Freibad ohne große Becken, Spielplatz ohne den sonst üblichen Hochbetrieb, Tischtennisplatten und Badmintonplätze mit vorhandenen und funktionstüchtigen Netzen, Kneippbecken und weiße Plastikstühle, Eis am Stil und Pommes rot-weiß. Man fühlt sich wie in einem 60er Jahre Urlaubsfilm und unpassend weil viel zu modern gekleidet.

Wir kommen wieder. Schon ganz bald.

Ansonsten die alte Laier: Immer noch nicht alle gesund, immer noch nicht fit. Gestern habe ich die Flucht nach vorne angetreten und eine Andacht zum Versagen mitgestaltet. Eigene Anschauungsbeispiele aus dieser Woche gab es ja genug. Wie genial, dass mein Gott in meinem „Nicht-Hinbekommen“ trotzdem Beziehung mit mir haben möchte und mit meinem „Nicht- Funktionieren“ soviel besser umgehen kann als ich selbst.

Lufti

 

Fokus finden

Bis hierher war ich sehr geduldig wie ich finde. Ich möchte gar nicht laut sagen, wie lange ich schon studiere. Unterbrechungen gab es immer wieder, weil ich gearbeitet (ganz wunderbare Aufgaben als Trainerin, Coach, Projektmanagerin waren dabei…), gekotzt (wegen Schwangerschaft), gebärt, gestillt oder geurlaubt habe. Zwischendrin ging es dann mal weiter, aber immer nur in Minischritten. Dabei bin ich über jede Unterbrechung froh und glaube, dass es jeweils die richtige Entscheidung gewesen ist oder sie die Verzögerung zumindest wert war.

Seit heute nun kann ich mich offiziell Mutter eines Schulkindes nennen. Das fühlt sich schon sehr skurill an. Nachdem ich nun seit acht Wochen nicht mehr an meiner Magisterarbeit gesessen habe, merke ich aber auch, dass sich mein Geduldsfaden mit dem Studium nun tatsächlich dem Ende entgegen neigt. Um nun den Abschluss des Studiums umzusetzen und den Kopf entsprechend frei zu bekommen, werde ich einige Dinge ändern müssen. Und weil es so schön unter Druck setzt, werde ich das jetzt öffentlich machen (natürlich hoffe ich auch, dass es ein paar Leute gibt, die Lust haben, mitanzufeuern, wenn es mal kritisch wird…).

Hier also die Liste zum Fokus finden:

  1. Eine monatliche Zieleliste mit meinen Lebensbereichen ziert mein Fenster. Damit ich nicht alles andere in dieser Phase aus den Augen verliere. Meine Lebensbereiche sind im Moment: Familie; Hobby/Sport; Uni/Abschluß; Freunde; Berufseinstieg; LoI; Blog; Gemeinde. Viele der Ziele sind klein, aber so, dass es in dem Bereich weitergeht und ich klare To Dos habe.
  2. facebook/Twitter ist gestrichen. Zumindest das Lesen. Ich bin leider viel zu empathisch und nehme das alles in mich auf und trage es mit mir rum. Ausnahme ist im Moment eine wunderbare Frau, die in der Mitte Kairos mit ihrem Mann wohnt. Das ist einfach zu spannend und wichtig. Die Abstinenz wird v.a. am Anfang nötig sein, um den richtigen Drive zu bekommen.
  3. Wenn die Kinder in Betreuung sind, darf nur Magisterarbeit geschrieben werden. Kein Haushalt, keine Einkäufe, keine Besuche. Ausnahme: Sport zur frühen Stunde. Und Verabredungen für eine halbe Stunde. Und Coaching/Seminar Termine, die schon lange stehen.
  4. Wenn ich die Kinder geholt habe, stehen sie im Mittelpunkt. Der Computer bleibt aus (außer für Musik); der Haushalt liegen (bis auf Wäsche und kochen; also Sachen, die ich mit den Kindern zusammen machen kann).
  5. Das bedeutet: Der Großteil der Hausarbeit und alles andere muss abends erledigt werden. Das wird viel Kraft und Kaffee erfordern. Diese Aufteilung kommt aber meinem Biorhythmus (morgens fit) ganz wunderbar entgegen.

Soviel zur Theorie. Ich hoffe auf schlafende, gesunde Kinder. Einen Mann, der mich unterstützt habe ich in jedem Fall. Diverse Dinge werden länger dauern oder nicht möglich sein. Den Umgang damit werde ich hoffentlich lernen. Und los geht´s.

Übrigens: Die Liste mit den Monatszielen hat mir letzte Woche den furchtbaren Tag mit dem Lack gerettet. Hat sich also schon ausgezahlt, der Aufwand. Das Regal ist inzwischen fertig und wirklich schön geworden. Insgesamt werde ich wegen des guten Stückes fünfmal im Baumarkt gewesen sein. Als ich nämlich die richtige Farbe hatte, hat die eine Dose nicht gereicht. Eine große Dose hatten sie dann nicht mehr, also habe ich zwei kleine genommen. Davon ist eine nun übrig und muss noch zurück gebracht werden.

Zwei gute Freundinnen

Freundin A

  • Ihren Sohn bekam sie mit geplantem Kaiserschnitt und genoss es, den genauen Zeitpunkt der Geburt zu kennen und sich darauf einstellen zu können.
  • Außerhäuslich betreuen ließ sie ihn das erste Mal mit ca. sechs Wochen.
  • Um Ihre beruflichen Ambitionen umsetzen zu können, studierte sie während der kompletten Baby- und Kleinkindphase weiter.
  • Die Entscheidung für den Kindergarten traf sie v.a. wegen der Förderung von hochbegabten Kindern.
  • Nach drei Monaten Eingewöhnung ließ sie ihn dort ganztags betreuen.
  • Damit der Sohn sich nicht im Kindergarten langweilen würde, wurde er als Kannkind früher als die meisten anderen Kinder eingeschult.

 

Freundin B

  • Ihre Tochter brachte sie trotz mancher Bedenken von Ärzten mit einer natürlichen Geburt ohne Medikamente zur Welt.
  • Die ersten acht Monate wurde die Tochter von ihr voll gestillt und regelmäßig in Tragehilfen getragen, um eine enge Bindung sicherzustellen.
  • Um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kleinen eingehen zu können, achtete die Freundin darauf, einen flexiblen Kinderwagen zu nutzen, der einen weiten Blick nach vorne oder den sicherheitsgebenden Blick zur Mutter zurück ermöglichte.
  • Um einen engen Familienzusammenhalt zwischen allen Familienmitgliedern sicherzustellen, achtete die Mutter auf regelmäßige Mahlzeiten mit der ganzen Familie.
  • Bei Verzögerungen in der Entwicklung (sprachlich, motorisch, etc.) informierte sie sich umfassend, um die Tochter bestmöglich in entspannter Atmosphäre zu Hause zu fördern.
  • Weil sie bei Hausarbeiten ihrer Tochter nicht die volle Aufmerksamkeit widmen konnte, versuchte sie, diese so gut wie möglich spielerisch miteinzubeziehen, um ein gemeinsames Erleben zu schaffen.

 

Und, was denkst Du? Was ist den beiden Freundinnen jeweils wichtig? Wie würdest Du Freundin A charakterisieren? Wie Freundin B? Von welchen Werten lassen sich die beiden leiten?

 

Und ja, ich selbst bin sowohl Freundin A und Freundin B und bin traurig über die Urteile, die wir aus oberflächlichen Momentaufnahmen über andere und deren (Familien-)Leben fällen. Und ja, da greife ich mir zuerst auch an die eigene Nase und gelobe Besserung. Ist aber gar nicht so einfach, wie ich immer wieder feststelle.

Projekt „familienfreundlicher LOI Tag“ – Was ich gelernt habe

Einer der klassischen Dienste in einer Gemeinde, die ich noch nie übernommen habe, ist die Gestaltung der Kinderbetreuung oder Kindergottesdienste. In keiner Altersgruppe. Auch hatte ich mich bisher sehr wenig dafür interessiert, ob und wie Konferenzen eine Kinderbetreuung organisieren. Insofern war ich auf den „Job“, einen familienfreundlichen LOI Tag auf die Beine zu stellen, ausgesprochen schlecht vorbereitet. Was ich aber gut kann und auch schon viel gemacht habe, ist Fragen zu stellen und zu organisieren.

Beides habe ich in das Projekt eingebracht; allerdings zeitlich etwas versetzt. Erst einmal Fragen stellen: Wie machen das andere? Antwort: Sie machen es kaum. V.a. nicht mit dem Anspruch, inhaltlich an den gleichen Themen zu arbeiten wie die Erwachsenen. Das hieß, ich durfte kreative Ideen entwickeln. Und zwischendrin versuchen, meine Vision in Worte zu fassen. „Maybe we can create new learning environments for both kids and grown ups in a way that we all speak about the same topic but each group has its unique way of apprehending it. In this perspective, the LOI day could serve as an experiment for new ways of working and learning alongside kids but also together with them.“

Wunderbarerweise fand ich zwei junge Frauen, die bereit waren, sich mit mir auf diese gedankliche Reise einzulassen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie das ganze Realität werden könnte. Wir verbrachten diverse Abende mit Brianstorming via skype und trugen nach und nach das Gerüst für den Tag zusammen. Es wurde klar, bei wem wir ein gutes Konzept einkaufen könnten, wie wir das ganze finanzieren könnten (Sponsoring) und was organisatorisch notwendig sein würde, um es Familien so einfach wie möglich zu machen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Anne Bleis und Maggy Kleske, die sich hier ganz wunderbar eingebracht haben. Folgende Dinge habe ich auf dem Weg gelernt:

  • Ideen entwickeln ist alleine total ätzend und gemeinsam wunderbar! (das merke ich auch immer wieder in meinem sonstigen Arbeitsalltag: und weil die nächsten Monate mit der Magisterarbeit eher Einzelarbeit werden, gibt es Projekte, die ich einfach nur mache, um mit anderen gemeinsam etwas voran zu bringen…)
  • Organisieren kann ich auch ganz gut alleine, wenn die anderen Teammitglieder zu viele eigene Projekte haben. Erleben, wie dann am Ende alles zusammen kommt, macht dann gemeinsam trotzdem am meisten Spaß!
  • Gott will geben über „bitten und verstehen“: Als die Ideen standen und es an die Umsetzung ging, gab es so viele Baustellen, bei denen ich immer wieder dachte: Keine Ahnung, wie das funktionieren soll. Gott, ich gehe davon aus, dass Du hierfür eine Lösung hast!? Und er gab: die richtigen Mitarbeiter; ausreichend Mitarbeiter; mehr als ausreichende Finanzen; Familien, die sich mit ihren Kindern angemeldet haben, obwohl sie kaum Informationen hatten, etc.
  • Gute Leitung hilft auch mir, mutig loszuziehen und neues Land zu erobern. Es ist einfach wunderbar, mit einem Team von Menschen zusammenzuarbeiten, die (auch wenn sie nichts mit dem eigenen Aufgabenbereich zu tun haben) immer und immer wieder ihre Begeisterung ausdrücken und tatkräftig unterstützen. Ich habe mich total durchgetragen und wertgeschätzt gefühlt von meinen Leitern innerhalb der LOI Arbeit, gerade auch, wenn es schwierig war.
  • Ich will mehr erzählen: Das war echt schräg. Ca. zwei Wochen vor dem großen Wochenende wurde mir bewusst, dass kaum jemand meiner engsten Freunde oder Familymitglieder wusste, was ich da mache und wie groß und wichtig und was für ein Abenteuer das für mich war. Warum? Vielleicht weil ich Angst hatte, dass das ganze doch nicht klappt und ich viel Wind um nichts gemacht hatte? Ich bin mir nicht so sicher, aber ich weiß, dass ich genau von solchen Wackelprojekte in Zukunft mehr erzählen will. Weil sie wichtig sind… für mich…
  • Wichtige Mitarbeiter am großen Tag das erste Mal face to face kennenlernen kann auch erstaunlich gut funktionieren! Wenn man vorher intensiv kommuniziert…
  • Auch der Follow Up Prozess dauert immer länger als geplant… Ich dachte, mit diesen ganzen Posts und der Materialrückführung und den Danksagungen wäre ich nach einer Woche durch… Vergesst es…

Diese Woche bekam ich dann den xpand Teamnewsletter, indem Anne Burdenski (Vorstand bei xpand) ihre Eindrücke vom LOI Tag schilderte und dabei das Herz des ganzen Projektes ziemlich gut trifft:

Es trafen sich am 16.+17.11.12 130 LOIs, ca. 40 Mentoren, 23 Kinder und 20 zusätzliche Helfer. Vielleicht wundert ihr euch, dass ich die Kinder extra nenne – sie hatten ihr eigenes gesellschaftsrelevantes Programm: parallel zu den Erwachsenen, die sich in den verschiedenen Gesellschaftsbereichen trafen, um zu diskutieren, wie wir als Christen hier prägen können, haben sie sich gestalterisch mit diesen Themen beschäftigt. Es hat mich echt berührt, zu sehen, wie selbstverständlich die jungen Leiter, auch die Frauen, ihre Familien mit einbeziehen. Allein das ist doch schon eine gesellschaftsrelevante Spur, da gerade junge Frauen, trotz Kita- und U 3 Betreuungsangeboten, immer noch mit der Frage kämpfen, wie sie wachsende Verantwortung und Familie vereinbaren können. Hier Modelle zu bauen finde ich sehr begeisternd.

Und jetzt? Es gibt neue Projekte, die in den Startlöchern stehen. Und über die ich hoffentlich natürlich berichten werde. Aber im Moment nehme ich mir auch bewusst Zeit, Advent zu feiern mit meiner wunderbaren Familie. Deshalb die ganz wichtige Frage: Habt ihr schon einen Tannenbaum? Wir nicht, aber dafür seit letzten Sonntag einen Holzgesellen, der uns beim heimkommen adventlich begrüßt!

Projekt „familienfreundlicher LOI Tag“

Ich hatte am 15. November Geburtstag. Abgesehen von einem gemütlichen Frühstück in einem kleinen Cafe hier in Wiesbaden und einem Mittagessen im Burgerrestaurant in Frankfurt ist er nicht gefeiert worden. Klingt traurig? Hat mir aber tatsächlich nichts ausgemacht, weil ich einen Tag später nach Erkrath gefahren bin und gesehen habe, wie sich die Arbeit von über einem Jahres vor meinen Augen entfaltet hat. Das war tatsächlich Feier genug und hat großen Spaß gemacht (auch wenn es nicht soviele Geschenke gab wie sonst…)

Seit Mai 2006 bin ich Teil des LOI Programms: Ich werde von wunderbaren Frauen in meiner Entwicklung begleitet, darf dreimal im Jahr an einer regionalen Coachinggruppe und jedes zweite Jahr an einem internationalen LOI Tag teilnehmen, bei dem alle Mentoren und Mentees zusammen kommen. Was ich schön finde: Im LOI Programm kommen junge Leiter und Führungskräfte zusammen, die in allen möglichen Gesellschaftsbereichen arbeiten. Vor drei Jahren haben wir uns das erste Mal auch direkt in den Bereichen getroffen und ausgetauscht. Dass Kinder praktisch im LOI Programm nicht vorkommen und auch nicht vorgesehen sind, bemängelten wir dann vor zwei Jahren. Und fingen an, davon zu träumen, genau hier als LOIs einen Unterschied zu machen.

So entstand die Vision eines LOI Tages, bei dem sowohl die Partner der LOIs als auch deren Kinder teilnehmen können und wollen. Explizites Ziel war es, nicht nur eine Kinderbetreuung anzubieten, sondern den Kindern und Eltern Raum und Zeit zu geben, gemeinsam an den gleichen Inhalten zu arbeiten wie die Erwachsenen. Ein hochgestecktes Ziel, ich weiß. Aber man kann ja mal träumen…

Organisatorisch haben wir uns dann um folgendes gekümmert, um es den Familien vor Ort so einfach wie möglich zu machen:

  • Freitagabend: Treffen der Eltern, die bei Kindern im Hotel geblieben sind und nicht an normalem Programm teilnehmen.
  • den ganzen Tag Familienlounge als Rückzugsmöglichkeit für Eltern mit Kleinkindern und Babies (mit Sichtfenster zum Plenumssaal und akustischer Übertragung)
  • Spielteppich im Plenumssaal für Babies und Kleinkinder, die nicht zu laut sind
  • Ruheraum für Kinder, die Mittagsschlaf benötigen
  • Extra Menü für Kinder und vorbereitete Sitzmöglichkeiten mit Hochstühlen für die ganze Familie
  • Möglichkeit zum prophetischen Gebet für die ganze Familie
  • im Vorfeld gab es ein Video, dass die Eltern über alles Organisatorische informierte
  • Vormittags: klassische Kinderbetreuung mit Input, Spielen, Basteln, etc.
  • Mittags: neben ConSpire! für die Erwachsenen Angebot von ConSpire!Kids mit gleicher inhaltlicher Ausrichtung
  • Abschluss: Bewegungsspiele, damit die Kinder müde ins Auto klettern

ConSpire! für die Erwachsenen bedeutet Connect und Inspire, also netzwerken und inspiriert werden. Dafür trafen sich die Erwachsenen zu kurzen Sessions in den Gesellschaftsbereichen, um sich dort kennenzulernen und eigene Projekte vorzustellen.

ConSpire!Kids konzentrierte sich auf die Inspiration. Kinder sind die gesellschaftlichen Gestalter der Zukunft und wir haben sie darin gestärkt, sich kreativ mit dem „Heute“ und „Morgen“ innerhalb von sieben Gesellschaftsbereichen auseinanderzusetzen. Diese waren jeweils in Stationen organisiert:

  • Education: Du bist ein Erfinder, Forscher und Entdecker! (Malpapier mit angefangenen Bildern, die weiter entwickelt oder verändert werden; Hauptwörterpuzzle z.B. Luft+Auto=Luftauto)
  • Religion: Gott einbeziehen, sein Auftrag an uns; Visionen, Fantasien entwickeln! (Auseinandersetzen mit unterschiedlichen Paradiesdarstellungen; Dankeskarte an Personen, die jetzt schon Paradies in mein Leben bringen)
  • Media: Bestandsaufnahme, Wünsche und Beschwerden äußern (Klagemauer und Wünsche an PostIt Wand)
  • Government: Wir stimmen ab und verändern die Zukunft (mit Klebepunkten über Zukunftsvisionen (Bildern) abstimmen)
  • Business: Sich mit seinen Gaben investieren (die Wünsche für die Zukunft von der letzten Station bauen)
  • Family: Wünsche darstellen (Gestalte Dein Familienwunschbild)
  • Art&Entertainment: Ergebnisse festhalten, überarbeiten (gestaltet Bilder mit Nachtleucht- und Schwarzlichtfarbe „veredeln“

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an Susanne Potthast und das Team von Himbeerblau, die uns mit einem großartigen Konzept und der Bereitstellung aller benötigter Materialien untertsützten!

Ich bin überwältigt, wenn ich mir anschaue, was alles Realität geworden ist! Und unglaublich dankbar! Was ich auf dieser Reise persönlich erlebt und gelernt habe, kommt noch einmal in einem späteren Post. Jetzt habe ich erst einmal Lust zu feiern! Mal sehen, wie ich das machen werde!

Mein Mann hat wunderbarer Weise ein kurzes Video von ConSpire!Kids gemacht:

ConSpire!Kids