Learning the Unforced Rhythms of Grace

Die erste Hälfte des Jahres geht langsam zu Ende. It has been wild.

Die ersten vier Monate habe ich ein Vollzeitpraktikum gemacht. 40 Stunden die Woche gearbeitet, 2 Tage davon in Nürnberg. Danach habe ich versucht, innerhalb von sechs Wochen meine Magisterarbeit zu Ende zu bringen. Das hat nicht ganz gepasst und wird noch einen Moment brauchen. Ich versuche, Luft zu holen und Kraft zu sammeln für die nächste Runde.

Ein Gebet, dass mich die letzten Wochen immer wieder beschäftigt hat: Deine Gnade genügt für diesen Tag. Gestern bin ich extra auf einen Berg gestiegen (wie schön, wenn der direkt vor der Tür liegt…), um ein bißchen davon zu schnuppern und zu fühlen.

Und jetzt habe ich das hier gefunden. Einfach wunderschön und so wahr.

Prolo-Mami

Habe gerade mit dem Prüfungsamt wegen einer Verlängerung der Abgabefrist meiner Abschlussarbeit telefoniert. Das ist kein Problem. Kann gemacht werden, bis die Kinder 18 sind. Ja, super, dann kann ich hier auch noch die kleine Anekdote von gestern posten.

War mit der Süßen zur Nachkontrolle bei der Kinderärztin. Das Wartezimmer voll und stickig und alle Eltern und Kinder schlecht gelaunt. Bis auf meine Tochter. Die war nämlich wieder gesund und hat sich zufrieden mit der Spielküche beschäftigt und als wir nach zehn Minuten schon wieder gehen konnte keine Lust zum selbigen. Trotzdem stellt sie brav den Spielkorb in den Schrank zurück und läuft in Richtung Ausgang. Dabei kickt sie zweimal gegen einen am Boden liegenden Duplostein. So etwas kann ich gar nicht leiden, also die automatische Mamareaktion in klarem Tonfall und gut zu hörender Lautstärke: „Sofina, hebst Du den Stein bitte auf, anstatt dagegen zu treten?“. Und der nächste Gedanke: „Oh Mist, das hätte ich mal lieber leise gesagt, jetzt muss ich das hier vor dem versammelten Wartezimmer durchziehen und habe keine Chance, abzubiegen…“ Und spüre genau, alle Elternaugen sind interessiert, was das jetzt für einen Ausgang nehmen wird. Sofina lehnt sich natürlich gespannt an die Wand und schaut mich aus ebenso herausfordernden wie belustigten Augen an. Was sind meine Möglichkeiten? Plauderton… Und Essen… Also, verbreite ich Alles-Ist-Ganz-Wunderbar-Entspannt-Unterhaltungs-Atmosphäre: „Komm, Sofina, Du hast bestimmt auch Hunger, heb den Stein schnell auf, dann gehen wir uns etwas leckeres zu essen holen.“ Tür aufgemacht: ich-bin-schon-auf-dem-Absprung-und-der-Stein-ist-schon-fast-vergessen-Haltung. Und??? Töff Tööö. Sofina löst sich von der Wand, hebt den Stein auf, legt ihn auf einen Stuhl und nach einem kleinen Hinweis sogar auch auf den Tisch, damit sich keiner aus Versehen drauf setzt. Ich muss meinen Triumph natürlich auskosten: „Auf Wiedersehen, schönen Tag noch.“ Und spüre beim rausgehen diverse neidvolle und bewundernde Augenpaare auf mir ruhen. Ich bin definitiv die Heldin des Tages. Für diese eine Minute.

Eine kleine Reise

„Wir möchten Sie gerne zum Vorstellungsgespräch einladen“ und „Dann machen Sie mit der Magisterarbeit mal so weiter“. Das waren zwei sehr schöne Sätze, die ich in dieser Woche gehört habe. Sie haben mich gefreut. Sehr sogar. Gleichzeitig gibt es in meinem Leben gerade viele Dinge, die ich traurig und frustrierend finde. Wie z.B. gerade der Versuch, ins Fitnessstudio zu gehen. Der ist am fehlenden Parkplatz und zu wenig Zeit gescheitert. Das ist natürlich eigentlich eine Kleinigkeit, bringt gerade aber trotzdem das Fass zum überlaufen.

Was hilft? Im Moment Stacy Kents wunderbare melodische, unaufgeregte Stimme. Sie holt mich ab und nimmt mich mit auf eine Reise um die Welt. Ich muss einfach nur die Augen zu machen. Ich bin dann mal weg.

http://www.youtube.com/watch?v=jITguAOkRsQ&list=PL199E307123760726

Fokus halten – ein Update gegen die Einsamkeit

Ja, der Fokus ist noch da. Manchmal gibt es Unterbrechungen, weil der Sohn Geburtstag hat und das sage und schreibe 5x gefeiert werden muss. Das habe ich geschafft. Ebenso die super intensive Arbeitsphase meines Mannes in der ich das Familienleben quasi alleine gewuppt habe. Auch das habe ich geschafft.

Über folgende Entwicklungen habe ich mich trotzdem sehr gefreut:

  • In einem motivierenden Gespräch mit meiner Professorin haben wir kurzerhand die geplante Erhebungsmethode über den Haufen geworden. Das spart mir super viel Zeit und Geld.
  • Für die neue Erhebungsmethode muss ich mich in SPSS (ein Statisktikprogramm) einarbeiten. Das stand sowieso schon länger auf der Liste.
  • Eine sehr liebe und in diesem Fall v.a. fähige Freundin hat sich angeboten, die Arbeit mit mir durchzusprechen und aktuelle Fragen zu reflektieren. Das ist ein Traum.
  • Durch die Kommentare zu einem facebook-Post von mir habe ich erst gelernt, wieviele meiner „Friends“ Ahnung von SPSS haben. Mit einer Freundin aus alten Zeiten könnte hier eine schöne Zusammenarbeit für die heiße Rechenphase entstehen. Auch das ist ein riesen Geschenk.
  • Und weil ich so super motiviert bin, habe ich heute Abend mal meinen Lebenslauf überarbeitet und mich gefreut, was ich die letzten Jahre so alles gemacht habe. Das vergesse ich manchmal vor lauter Zukunftsplänen.
  • Außerdem habe ich die Kurse im Fitnessstudio für mich entdeckt. Vor kurzem habe ich das erste mal Zumba und Yoga gemacht. Das macht natürlich auch mehr Spaß als alleine auf dem Crosstrainer und an den Geräten zu trainieren. Und jetzt kann ich auch mit meinem Sohn OHM singen und SHANTI, SHANTI, SHANTI (er ist ein kleiner Yogafan…)
  • Letzte Woche hatte ich zwei wunderbare Gespräche mit älteren Freundinnen, die in einer völlig anderen Lebensphase sind als ich. Das ist immer so genial zu sehen, wo sich das ganze hinentwickeln kann, eine größere Perspektive auf das eigene Leben zu bekommen.

Vor einiger Zeit habe ich erst entdeckt, wie sehr es mich anstrengt, mich immer und in allem selbst organisieren und strukturieren sowie motivieren zu müssen. Ich arbeite so gerne im Team, aber das ist im Moment in den meisten Bereichen nicht möglich. Deshalb freue ich mich auf den Berufseinstieg. Aber ich freue mich auch jetzt über jedes gemeinsame Erlebnis und jede Zusammenarbeit, weil sie mich entlasten und ausgleichen. Es ist schön zu sehen, das auch für diesen Bereich gilt: Wer sucht, der findet.

Und – mit wem möchtest Du zusammenarbeiten, Dich treffen, das Leben teilen?

 

Kompetenzentwicklung und Charakterschulung

„Familienarbeit“… Ich mag dieses Wort. Viel besser als „Hausfrau.“ Er drückt aus, dass dieser Job tatsächlich viel mit Arbeit zu tun hat. Außerdem kann dieser Job sowohl von Frau als auch von Mann erledigt werden. Auch nicht schlecht.

Über einen schönen „Nebeneffekt“ dieser Aufgaben habe ich vor kurzem bei meinen Recherchen für die Magisterarbeit gelesen: Familienarbeit kann dazu führen, dass sich wichtige Kompetenzen für Erfolg im klassischen Karrieremillieu weiterentwickeln. Typische Fähigkeiten, die sich durch Familienarbeit verbessern können: Organisationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Selbstorganisation, Verantwortungsbewußtsein, Belastbarkeit, Kooperationsfähigkeit.

Für mich persönlich ist gerade die Flexibiliät ein Lernfeld. Meine Süße schläft super in der Nacht, dafür am Tag oft nur zwanzig Minuten am Stück. Dann frage ich mich ständig: Was ist jetzt gerade das wichtigste? Wieviel Zeit habe ich bis sie wieder etwas braucht? Lieber mit ihr spielen und kuscheln oder die Küche aufräumen oder eine wichtige Email schreiben? Ich lerne dazu und das tut gut. Gerade eben schläft sie und ich habe mir vorgenommen, diesen Post in den nächsten zwanzig Minuten fertig zu bekommen. Zum einen, weil ich wahrscheinlich nur die Zeit habe, zum anderen, weil ich nicht mehr Zeit dafür verwenden will. Es warten genug andere Aufgaben… Mir bleiben noch zehn Minuten…

Nun ist es natürlich schön, dass die Forschung inzwischen immer mehr auf den Trichter kommt, dass „Familienarbeit“ vielleicht auch nicht nur verlorene Zeit für die Wirtschaft ist. Die Frage für uns „Arbeiter“ ist ja auch, wie wir es nach einer Phase der ausschließlichen Familienarbeit verkaufen können. Jetzt bin ich sehr gespannt, weil unsere Uni im April dazu ein Seminar anbietet „Berufseinstieg für Eltern“ und ich hoffentlich danach genau erklären kann, warum ich mindestens so geeignet bin für die Stelle, wie meine fünf Jahre jüngere Mitbewerberin. Ach nein, ich bin ja schon höher qualifiziert, weil ich eigentlich schon fünf Jahre Berufserfahrung mitbringe…

Noch sieben Minuten…

Eigentlich geht das ganz aber auch über den Ausbau von Kompetenzen hinaus: Ich habe mich dazu entschieden, diese Phase als wunderbares Traingszeit für meinen Charakter zu sehen. Familienarbeit und Muttersein bringt so viele Herausforderungen mit sich und bedeutet immer und immer wieder sich selbst zurück zu stellen und zuerst zu schauen, dass es den Kindern gut geht und ihren Bedürfnissen nachzukommen. Immer wieder sträubt sich alles in mir, aber ich habe mich entschieden, meinen Kindern und meinem Mann, meiner Familie und meinen Freunden zu dienen im allerbesten Sinne des Wortes. Gerade mit Babies und Kleinkindern hat frau ein hervorragendes Übungsfeld. Die Kunst ist, die Dinge, die sowieso gemacht werden müssen, mit Ruhe, Gelassenheit und vielleicht sogar Leidenschaft zu machen. Vor meinem Fenster sehe ich ganz häufig eine Mutter mit drei kleinen Kindern und Hund vorbeispazieren. Und sie hat IMMER ein Handy am Ohr. Finde ich auf der einen Seite bewundernswert (Multitasking und so…), aber ich habe sie noch nie mit ihren Kindern reden sehen. Mein Mann sagt: klassisches Fluchtverhalten. Das ist die Herausforderung… Nicht innerlich zu flüchten, sondern sich den Herausforderungen zu stellen und an ihnen zu wachsen. Dann gibt es nicht nur Kompetenz- sondern auch Charakterentwicklung. Wir werden geduldiger, liebevoller, gelassener… hoffentlich…

Mist, drei Minuten drüber…

Schöne Woche Euch allen!

Schönes Leben

Im Moment ist mein Leben ganz wunderbar unaufgeregt, was ich sehr genieße. Deshalb teile ich es ein bißchen mit Euch, dann könnt ihr Euch vielleicht mitfreuen:

  • letztes Wochenende hatten mein Mann und ich eine wunderschöne Zeit in einem wirklich edlen Hotel zusammen (so habe ich tatsächlich noch nie genächtigt… Hier kann man sich das anschauen…) Und das sind meine ganz persönlichen Eindrücke, als ich vor dem leckeren Abendessen noch ein paar Minuten Zeit hatte:

  • Meine Vorfreude auf diverse (Kurz-) Urlaube steigern sich jeden Tag: Ein paar Tage bei meiner schwangeren Schwägerin und ihrem Mann zusammen mit dem kleinen Mann, eine Woche bei meiner schwangeren Freundin in England und ihrer Familie zusammen mit meinen beiden Männern und heute kam spontan noch ein Trip in den Norden zu der Hochzeit meiner Cousine im September dazu, die wir auch noch mit 1,5 Tagen Entspannung verbinden werden. Ich erhole mich schon bei den bloßen Gedanken an diese Trips…
  • Außerdem geht gerade eine gute Phase zu Ende: Ich habe die letzten Wochen den größten Teil des LOI Büros an meine Nachfolgerin übergeben. Nun werden wunderbare Ressourcen frei für neue Aufgaben.
  • Außerdem gehe ich voll in den Coachings mit jungen Frauen und der Vorbereitung für einen Kommunikationsworkshop auf. Ich liebe es, in meinen Motivationsfähigkeiten zu arbeiten und dann noch positives Feedback zu bekommen!!!

 

 

30 Jahre…

„Es wurde dringend Zeit…“ Für einen neuen Artikel, für nicht ganz so tiefsinniges und theoretisches Gelaber auf diesem Blog wie die letzten Einträge, vielleicht ein paar Bilder… und natürlich für meinen 30. Geburtstag…

Das war tatsächlich die Antwort, die ich den ganzen liebevollen Nachfragen: „Und wie fühlt es sich an…?“ gab.

Also, ich habe es gut verkraftet, 30 zu werden und finde, dieses Alter steht mir. Mein letztes Lebensjahr hat unglaublich viel schönes mit sich gebracht. Ich habe ein ganzes Stück mehr zu mir selbst gefunden und konnte entdecken, wie sich einzelne Puzzleteile meines Lebens (hach wie theatralisch..) ganz wunderbar zusammenfügen. Und was ich besonders genieße: Wenn ich mit guten Freunden darüber spreche, erlebe ich immer wieder, dass sie ausdrücken: Ja, das ist gut, was Du machst; ich finde Deine Gedanken spannend; verfolge sie weiter… Ich spühre, dass ich gesehen werde und mehr ich selbst sein kann. In manchen Dingen gab es Weiterentwicklungen (die Küche ist jetzt häufiger aufgeräumt) und in anderen Dingen freue ich mich, dass ich noch Zeit zum lernen habe (dazu gibt es jetzt mal kein direktes Beispiel…hihi). Und zum selbstfinden gehört ja für uns Frauen auch der perfekte Haarschnitt. Den gab es glücklicherweise auch gleich noch dazu (wenn auch alles andere als gratis…).

Was mich besonders gefreut hat: Die Geburtstagsfeier war genauso, wie ich sie mir gewünscht habe: Viele nette Leute, leckeres Essen, ein paar sehr schöne Blumen, ein wunderbares umgedichtetes Lied, tanzen bis zum umfallen (vor allem mein Sohnemann hatte dabei eine beeindruckende Ausdauer) und natürlich nicht zu vergessen: Ein neues iphone, das ich gerade jeden Tag mehr schätze!!!

Inzwischen stelle ich mich schon den nächsten Herausforderungen… Der Studienabschluss ist das nächste große Ziel und seit heute stehe ich vor der Entscheidung: Erst Politikprüfung oder erst Magisterarbeit??? Das hat mich selbst überrascht, aber man weiß nie, was kommt.

Aber darüber denke ich erst morgen weiter nach. Jetzt für euch erst noch einmal zum mitsummen: Mein Geburtstagslied (man nehme dafür die Biene Maja Melodie…) Weil… genau: Debora „die fleissige Biene“ heißt (Danke an den Hauskreis, ihr seid einfach geil!!!)

Die fleißige Debbie

In einem Haus nicht weit von hier,
hat eine Biene ihr Revier
Sie hat zu Hause einen Mann
und doch hat sie die Hosen an

Und diese Biene, die wir meinen heißt Debora
gebildet, schlau, kennt Bibel und auch Thora
blond ist sie, das wissen wir
doch das Wasser reicht sie dir
darum kennt sie sich aus mit Führungspositionen
diiiiese Frau müsste man klonen.
Debbie alle lieben Debbie
(Jungs) Debbie, (Mädels) Debbie
(Junge) Debbie, (Mädels) Debbie
Debbie, wir gratulieren dir.

In ihrer Freizeit schläft sie viel
und träumt dabei von ihrem Ziel
ein ganzer Schrank voll Frauenglück
Handtaschen ca. 1000 Stück

Und diese Biene, die wir meinen heißt Debora…

Ok, weil ich gerade noch keine schönen Fotos habe, werden die noch nachgereicht…

Wünsche allen einen erholsamen Abend!

Leidenschaft vs. Gelassenheit

Ich lerne gerade ganz viel über weibliche Führungskräfte mit Kindern, weil sie Thema meiner Magisterarbeit sein werden. In diesem Zusammenhang habe ich mir angefangen über den scheinbaren Widerspruch von Leidenschaft und Gelassenheit nachzudenken. Beides eigentlich gute Eigenschaften, die ein Leben auf ganz unterschiedliche Weise bereichern können. Ich finde Personen, die leidenschaftlich für etwas leben, total anziehend. Das passiert, wenn sie ein konkretes Ziel haben, das sie verfolgen und bereit sind, einen Preis zu zahlen und Unwägbarkeiten zu überwinden. ABER zuviel Leidenschaft kann auch dazu führen, dass man sich verrennt oder vereinsamt, weil keiner die Leidenschaft teilt. Am Anfang dachte ich, dass Gelassenheit zum Rückgang von Leidenschaft führen würde. Für mich hat Gelassenheit viel damit zu tun, Umstände so zu nehmen wie sie sind, mich auf etwas einzustellen und nicht dagegen anzukämpfen. Klingt wie das genaue Gegenteil von Leidenschaft und ich dachte, Gelassenheit würde uns vielleicht davon abhalten, leidenschaftlich für etwas einzustehen, weil es scheinbar soviel einfacher ist, die Dinge so zu lassen wie sie sind.

Wenn ich dann aber über den Alltag von den am Anfang erwähnten weiblichen Führungskräften lese und auch mein eigenes Leben anschaue, dann stimmt das überhaupt nicht. Wenn sie keine Leidenschaft hätten sowohl für ihre Arbeit als auch für ihr Muttersein, wären sie alle nicht so weit gekommen. Die Rahmenbedingungen machen es für viele Frauen unglaublich stressig, diese beiden Rollen zu leben, so dass es nahe liegt, entweder im Job kürzer zu treten oder kein Kind zu bekommen. Diese Frauen scheinen aber genug Leidenschaft für beide Bereiche zu haben, um den schwierigen Spagat über einen langen Zeitraum durchzuhalten. Gleichzeitig berichten sie, dass sie enorm an Gelassenheit und Pragmatismus dazu gewonnen haben. Nur diese Eigenschaften führen dazu, einen solch stressigen Alltag bewältigen zu können.

Inzwischen glaube ich, dass beides (Leidenschaft und Gelassenheit) ganz wichtige Seiten einer Medaille sind: Unser Leben bekommt Bedeutung, wenn wir uns leidenschaftlich für etwas einsetzen. Gleichzeitig bedeutet es eine unglaubliche Erfüllung, wenn wir genau das ausleben können, was uns wichtig ist und unserer Persönlichkeit entspricht. Aber immer, wenn wir für etwas kämpfen und einstehen, gibt es auch Widerstände und Schwierigkeiten. Und gerade in den Situationen, in denen wir uns diesen Widerständen stellen und uns mit ihnen auseinandersetzen müssen, hilft Gelassenheit enorm, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden: Weil mir mein Abschluss und meine berufliche Zukunft wichtig sind, gehe ich mit Mittelohrentzündung in eine Vorlesung oder ziehe das Seminar trotz Magen-Darm-Grippe durch. Deshalb ist es mir inzwischen aber auch immer unwichtiger, die interessanten Filme im Kino zu sehen oder alle meine Freunde mind. einmal in der Woche zu sehen. Das ist einfach nicht möglich, wenn ich neben dem großziehen eines Kindes noch etwas anderes mache will. Meine Prioritäten klären sich schnell mit klaren Zielen, die ich leidenschaftlich verfolgen will. Von solchen Zielen kann ich auch nicht 25 gleichzeitig verfolgen. Das geht vielleicht mit zwei oder drei. Und dem großen Rest des Alltags tut Routine, Gelassenheit und ein bisschen Kreativität gut, so dass man Energie für die nächste Runde „leidenschaftlichen Kämpfens“ tanken kann.

Die Fragen sind also: Was ist Deine Leidenschaft? Wofür setzt Du Dich mit Haut und Haaren ein? Und welche Schwierigkeiten bringt das mit sich? Wie könnte Dir Gelassenheit in solchen Situationen weiterhelfen?

Entspannung soll ja auch mal sein…

Meine Klausur ist geschrieben… Trotzdem lässt sich die Entspannung gerade noch ein bißchen Zeit. Hier eine kurze Auflistung meiner Unterstützerversuche, es derselbigen möglichst leicht zu machen:

  • den Freund vom Sohnemann schnappen und zum Laufrad fahren in den Wald

  • ein spanisches Frühstück mit Oli&Sophia genießen

  • meine Schwester Ruth und ihren Freund Jochen zum griechischem Abend einladen

  • scrapbooken… Und weil es keine Bilder von den aktuellen Werken gibt, hier ein paar von zwei Geschenken, mit denen ich in diesem Frühjahr zehn Jahre Freundschaft gefeiert habe…

mit Mary Conroy Rendon:

mit Jessica Winter:

Eigentlich kann die Gute jetzt nicht mehr lange auf sich warten lassen, oder?

eigentlich sollte ich gerade in Stuttgart sein…

aber mein Mann musste ja mal wieder Fussballspielen gehen. Und wie es sich laut unseres Sohnes für ein richtiges Spiel gehört, gab es auch eine Verletzung gestern Abend. Wegen Schmerzen im Knie, die so heftig waren, das Flo übel geworden und er angefangen hat zu zittern, ist er letzte Nacht dann auch im Krankenhaus gewesen. Ich stand dann heute Morgen um 5.30 Uhr (nach insgesamt gerade einmal zwei Stunden Schlaf)  vor der Wahl, meinen lang geplanten und noch länger ersehnten Trip nach Stuttgart zur LOI Mentorenschulung durchzuziehen oder bei meinen Männern zu bleiben. Die Entscheidung fiel unglaublich schwer, aber doch sehr eindeutig aus: Ich konnte die beiden nicht guten Gewissens sich selbst überlassen. Also habe ich das nahe liegende getan und für zwanzig Minuten meinen Frust und die Enttäuschung und diverse andere Emotionen rausgeheult und mich dann pragmatisch wie ich bin, dem neuen Tag gestellt. Der ist jetzt trotz der großen Müdigkeit auch ganz gut gelungen und ich bin sehr zufrieden mit meinem Krisenmanagement…

Flo war heute Morgen nochmal beim Arzt, weil die im Krankenhaus zu verpennt waren. Der Doc hat ihm eine Spritze eines Abfallprodukts von der Herstellung eines anderen Medikaments ins Knie gejagt, auf das einzig und allein die Neurologen schwören. Vorher musste es noch auf allergische Reaktionen mit einem Spritzer ins Auge getestet werden… So spannend sich das anhört: Meinem Mann scheint es tatsächlich langsam besser zu gehen mit dem Knie… Wir hoffen, dass die Genesung anhält.

Und weil wir heute auch viel Spaß hatten, eine kleine Geschichte von dem Kurzen: Der hatte sich den Geldbeutel vom Papa geschnappt und erklärt: Das ist eine Kassette, hier sind Knöpfe, ich mache ein „Wettlennen“ mit einem Mann, der in ein Loch fällt und DELLWARZEN… Und wer weiß, was er gespielt hat?

Richtig: Gameboy mit dem Spiel Diana Sisters, bei dem kann man in manchen Löchern jede Menge Punkte (das war unsere Bezeichnung für Benicos Dellwarzen) einsammeln kann…

Wünsche Euch ein sonniges Wochenende!