„Wir atmen uns da durch“

„Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.“ (Victor Hugo)

Mit allen drei hier beschriebenen Personengruppen kann ich mich im Moment hervorragend identifizieren. In meiner und unserer Zukunft als Familie ist im Moment unfassbar viel Bewegung drin. Das äußert sich am allerwenigsten im gelebten Alltag sondern v.a. in den höchst unterschiedlichen Optionen die in den letzten Wochen in Gedanken durchgespielt wurden. Und es betrifft die ganz nahe Zukunft. Mit dem Bestehen meiner mündlichen Prüfung und dem damit verbundenen Studienabschluss sind weitere Optionen dazu gekommen. Wir leben gerade mit soviel Spannung im Hirn, dass mich das Nachdenken darüber alleine schon müde macht. An vielen Stellen habe ich das Gefühl, ich kann nur abwarten und kaum einen aktiven Beitrag zur Klärung beitragen. So sind mir im Sinne des Zitates von Hugo Gefühle sowohl von Schwachheit und Furcht aber auch Mut gerade sehr vertraut und ich erlebe alles im schönen kurzweiligen Wechsel miteinander. Wenn ich gefragt werde, wie wir das gerade aushalten, sage ich immer: „Wir atmen uns da durch.“ Weil es das einzige ist, was man in solchen Situationen machen kann und weil es gleichzeitig so unfassbar effektiv ist.

Spätestens mit dem Kennenlernen, Einüben und Einsetzen von Atemübungen vor und während der Geburt unserer Tochter bin ich völlig begeistert von dieser Form der bewussten Entspannung. Es hat mich begeistert, zu spüren, wie durch richtiges atmen Schmerzen besser zu ertragen sind und das Baby mit Sauerstoff versorgt werden kann. Wie sich letzte Woche auf dem Crosstrainer mit tiefer bewusster Atmung der Puls sofort abgesenkt hat. Wie richtiges Atmen im Stehen in einer „Powerhaltung“ vor der mündlichen Prüfung zur Konzentration und positiven Einstellung beitragen konnte. (wenn nicht bekannt siehe dazu folgenden TedTalk)

Nicht zuletzt beginnen auch mit bewusster Atmung die Achtsamkeitsmediationen von headspace, einer über eine App ganz wunderbar leicht in den Alltag zu integrierenden Übung, die ich inzwischen sehr schätze.

Insofern spielt bewusstes atmen tatsächlich eine große Rolle darin, diese aktuelle Spannung auszuhalten und gut zu gestalten. Dazu gehört auch, sich immer wieder bewusst zu machen, dass alleine diese Situation auszuhalten schon enorm viel Kraft kostet (mein Mittagsschlafbedürfnis ist enorm erhöht) und entsprechend gut für mich zu sorgen.Das beinhaltet z.B.:

  1. Ich mache mir bewusst, dass diese Situation in erster Linie v.a. ganz viele Möglichkeiten und eher überschaubare Risiken enthält.
  2. Ich entscheide so bewusst wie möglich, was im Moment möglich und strategisch sinnvoll ist. Die anderen Dinge müssen warten.
  3. Ich versuche immer wieder neu, jeden Tag mit seinen schönen Seiten zu genießen: Die Zeit mit den Kindern; die Freiheiten, die ich gerade habe; neue Nichten und Neffen begrüßen; Ordnung an Orte in unserer Wohnung bringen, die schon länger darauf warten; Plätzchen backen mit der Großfamilie am gestrigen Nachmittag.
  4. Ich nehme Möglichkeiten wahr (z.B. zu ein paar kostenlosen Stunden Coachingweiterbildung) und gehe die Dinge, die umgesetzt werden können aktiv an. Das beinhaltet auch so klar und eindeutig wie möglich zu analysieren und zu kommunizieren. Das trägt sehr zu dem Gefühl bei, der Gesamtsituation nicht machtlos ausgeliefert zu sein.

Es ist schön zu wissen, dass diese Phase nicht unendlich lange anhalten wird und dass erste Klärungen am Horizont sichtbar werden.

In diesem Sinne atme ich und wir als Paar weiter und sind (meistens) freudig gespannt.

Wo atmet ihr euch gerade durch?

 

Einen neuen Job…

habe ich gestern angefangen. Habe gedacht, ich vergehe ja vor Langeweile und brauche dringend ein bißchen zu tun… hihi…

Also, einen Teil meiner Tätigkeiten kann man als eintüten und ritzen bezeichnen. Beides hat aber weder mit Drogen verkaufen noch mit einer psychischen Erkrankung zu tun. Um was es genau geht, werde ich zu gegebener Zeit erzählen…

Gestern morgen habe ich dann mal überlegt, was ich denn schon alles so für Jobs in meinem Leben gehabt habe und bin zu folgender mehr oder weniger chronologischer Liste gekommen:

  • diverse Babysitterjobs… alle irgendwie in sehr spannenden Familien: bei der einen durfte ich nicht aufs Klo gehen und beim Abschiedsgespräch wurde in Frage gestellt, ob ich jemals einen Ausbildungsplatz bekommen könnte aufgrund meiner großen Verantwortungslosigkeit… Die beiden anderen Elternpaare sind inzwischen getrennt, beide Male ist die Frau gegangen: Das eine Mal hatte die Frau Lust auf einen anderen Mann; das andere Mal hatte die Frau Lust auf eine andere Frau… total schräg und irgendwie auch erschütternd… (ach ja, ich sollte erwähnen dass ich natürlich auch mal auf meine jüngeren Geschwister aufgepasst habe, aber lange nicht so oft wie man das bei einer älteren Schwester meinen könnte und ja, wir als Familie sind auch irgendwie schräg aber wie ich finde auch sehr cool!!!)
  • Dann habe ich nach einem Praktikum einige Jahre in einem Fotogeschäft gearbeitet. Ein wirklich toller Chef, der auch unsere Hochzeitsbilder gemacht hat.
  • Am Flughafen habe ich auch einige Monate gearbeitet: Im Schichtdienst und alleine im Büro: jede Menge Papiere sortiert und von der weiten Welt geträumt. Die Örtlichkeit mit Kerosingeruch war mit Abstand das beste an diesem Job… Und der Verdienst…
  • Dann hatte ich Putzjobs; bezahlte und unbezahlte. Und der unbezahlte (work duty bei der DTS) hat mehr Spaß gemacht!!!
  • Ein Spitzenjob war das Half Way House auf dem Golfplatz in Delkenheim. Einmal in der Woche acht Stunden Getränke, Würstchen und Kuchen an mehr oder weniger Neureiche verkaufen. Der Verdienst war gut, das Trinkgeld auch, die Lernerei für die Uni während der Arbeitszeit war spitze!
  • An diesem Golfplatz habe ich dann auch versuchsweise gekellnert. Ohne vernünftige Einarbeitung und mit hochkompliziertem Kassensystem. Definitiv nicht mein Ding. Habe seitdem großes Mitleid mit schlechtem Servicepersonal…
  • Dann kamen langsam die interessanteren Jobs: Als Praktikantin im xpand Büro in Dortmund mal ein bißchen Arbeitsalltag schnuppern und dabei einen Event organisieren. Toll war die Zusammenarbeit mit dem Team und das Feedback hinterher!
  • Bin dann direkt als Trainerin eingestiegen für diverse Schülerseminare, was auch klasse war: Themen halten und Leute inspirieren; die Schüler beobachten bei den Übungen und dann Feedback geben… möglichst so, dass die Leute einige Zentimeter größer sind beim rausgehen als beim reinkommen. Ich habe es geliebt! Das konnte ich machen bis Benico geboren wurde…
  • Relativ kurz danach bin ich bei LOI eingestiegen und da besteht meine Arbeit aus klassischen Backofficetätigkeiten: Kommunizieren, organisieren, Rücksprache halten mit dem Chef, aber auch: Weiterentwickeln von Prozessen und Strukturen… Ich mag diesen Job! Auch wenn man sich bestimmt keine goldene Nase verdienen kann.

Und, was habt ihr für Geld gemacht?

Ein Rückblick auf das Jahr 2009 von A bis Z

Habe mir bei einer nicht ganz so spannenden Predigt alphabetische Gedanken über das letzte Jahr gemacht:

A- ufregend: Das war es mit Sicherheit. Im nächsten Jahr darf es ruhig ein bißchen abgeregter sein…

B- rustkrebs: Das ist eine Krankheit, die bisher sehr weit weg war. Jetzt kämpft eine gute Freundin dagegen an. Ich dachte, dieses Thema hätte noch mind. zehn Jahre Zeit…

C- olt: Letztes Jahr kurz vor Weihnachten haben wir einen Neuwagen gekauft und ihn dieses Jahr sehr genossen. Die anfängliche Skepsis, ob er tatsächlich groß genug für eine kleine Familie ist, hat echter Begeisterung Platz gemacht. Wie schön, ein verlässliches Auto zu haben!

D- rei-Fluss-Stadt Passau: Die haben wir die Tage vor Weihnachten besucht. Es war wunderschön und sehr entspannend und die Stadt ist einfach echt sehenswert!

E- ssen mit Freunden: Schon immer eine Leidenschaft gewesen. Wie schön, dass wir derselben in Wiesbaden jetzt wieder viel häufiger fröhnen können.

F-reuen: Benico professionalisiert diese Tätigkeit gerade mit immer neuen Ausdrücken und Luftsprüngen: „Hurra!“, „Wahnsinn“, „oh wie toll“

G- roningen: Ein weiterer Städtetrip (diesmal mit meiner Freundin Miri) diesen Jahres: Wirklich süß, gemütlich und spitze zum einkaufen (auch wenn die Geschäfte schon um 18 Uhr zu machen)

H- obbies: Hier hat das Jahr mir einige neue spendiert: lesen, stricken, scrappen

I- nline skaten: das habe ich einige Male im Sommer mit Benico im Kinderwagen gemacht und ich hoffe definitiv auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr. Vielleicht fährt Benico dann schon alleine mit dem Laufrad. Dann muss ich meine Künste aber noch definitiv verbessern.

J-an und Julia: Die haben zu meinen Lieblingskinderbüchern gehört und das hat Benico wohl in den Genen mit abbekommen: Die beiden Bücher die wir haben (J&J feiern Weihnachten und J&J ziehen um) werden immer noch rauf und runter gelesen, obwohl die erzieherischen Höhepunkte für die sie angeschafft wurden, längst vergangen sind…

K- rankheitsphasen: Davon hatten wir zwei ziemlich intensive: Eine richtig heftige direkt zu Beginn des Jahres. Sie hat mich total erschöpft und ich habe einige Wochen gebraucht, um irgendwie wieder zu Kräften zu kommen. Eines der Dinge die ich gelernt habe: Ich muss Schlafen!!! Egal, was deshalb liegen bleibt! Dieses Wissen konnte ich in der zweiten Phase direkt vor Weihnachten ganz gut anwenden und ich habe sie als nicht halb so schlimm erlebt.

L-aufrad: Eigentlich „Shopper“ um in der Sprache von Benico zu bleiben. Sie begleitet uns inzwischen fast überall hin: In die Stadt, zu Freunden, im Aldi, bei Ikea. Definitiv das richtige Geburtstagsgeschenk.

M-ultiple Sklerose: Bei einer anderen Freundin ist diese Krankheit im Sommer diagnostiziert worden. Ich bin tief bewegt, mit welcher Würde und gleichzeitig Kaltschnäutzigkeit sie sich dieser Herausforderung stellt. Im nächsten Sommer will sie heiraten…

N-asen OPs: Flo hatte zwei davon innerhalb einer Woche. Die Erholung hat ungefähr sechs Wochen gedauert. Das Ergebnis ist nicht optimal (die Nase ist immer noch schief hihi) aber die OPS haben eine deutliche Verbesserung gebracht!

O- rganisation: Davon war jede Menge nötig, es hat aber auch riesig Spaß gemacht, auch wenn ich merke, dass ich organisieren an sich nicht besonders spannend finde, sondern das ganze für mich „Mittel zum Zweck“ ist. Vielleicht sollte ich „organisieren“ von meiner Liste der Motivationsfähigkeiten eher streichen?

P- odestbett: Mein Mann hat eins mit seinen Freunden gebaut und seit unserem Umug nächtigen wir darin. Eine gute Lösung für hohe Wände und Platzmangel bei gleichzeitiger Anwesenheit von Kleinkindern. Ein guter Nebeneffekt wenn das Büro noch mit im Schlafzimmer ist: Man schläft über den Dingen. Eine sehr angenehme Perspektive.

Q- uelle: Eine interessante Frage vom letzten LOI Tag: was ist Deine Quelle? Woraus ziehst Du Kraft und Inspiration? Diese Frage nur mit Gott zu beantworten ist für mich zu kurz und so bin ich am forschen und entdecken, was alles eine Quelle für mich sein kann.

R- asselbande: Das ist die neue Spielgruppe von Benico, wo er zweimal die Woche vormittags sein Sozialverhalten mit anderen Kindern trainieren darf… Kann es kaum glauben, dass er im kommenden Jahr schon in den Kindergarten kommt.

S- innhaftigkeit: Durch einen ziemlich heftigen Konflikt in den letzten Wochen habe ich hier so manches dazu gelernt: In so einer Krise kann auch ein gemütliches Mittagessen im Kreis der Familie eine sehr wichtige Bedeutung haben oder das Gefühl von „Normalität“ einen besonderen Wert bekommen.

T- rampolin springen: Macht ziemlich viel Spaß, nehme mir aber im Moment viel zu selten dafür Zeit. Eine Idee fürs nächste Jahr: ich gönne mir die letzte Staffel Gimore Girls und darf sie nur beim Trampolin hüpfen gucken…

U- ebernatürliche Kraft: Davon habe ich in diesem Jahr sehr viel gebraucht. Es gab zahlreiche Momente wo nur noch ein Stoßgebet möglich war und ich kann sicher sagen: Gott hat immer geantwortet: Mit Gelassenheit und Zuversicht oder guten Freunden, die einfach da waren oder meinem Mann, der mich in den Arm genommen hat.

V-eränderung: Die Vermutung von Anfang des Jahres hat sich bestätigt: Der Umzug war sicherlich eine größere Nummer, auch die neuen Verantwortlichkeiten bei xpand. Aber manche wichtige Veränderung findet ja v.a. in uns selbst statt und da gab es sicherlich auch wichtige Entwicklungen, die nach meinem Empfinden zu größerer Gelassenheit geführt haben.

W- iesbaden: Nizza des Nordens: Ich finde das so nett, weil ich mich in beiden Städten so unglaublich wohl fühle… Ich freue mich aufs nächste Jahr und zahlreiche weitere Entdeckungen.

x- pand: Hier fühle ich mich weiterhin sehr verbunden, auch, weil ich im Herbst das komplette LOI Büro übernommen habe, was auf der einen Seite großen Spaß macht, gleichzeitig aber auch noch eine große Herausforderung an meine Organisationsfähigkeit darstellt.

Y-psilanti: Ok, ich habe keinen Bezug zu der Dame und ich meine, die Geschichte wäre schon im letzten Jahr gelaufen… Aber mir ist nichts besseres eingefallen…

Z- weiter Geburtstag von Benico: Das war ein wirklich großer Tag für uns als Familie, auf den wir hingefiebert und den wir sehr genossen haben!

Jetzt wünsche ich allen einen guten Rutsch und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr!

Freunde bleiben

„Über die Schwierigkeit von Menschen mit Kindern, mit Menschen ohne Kindern befreundet zu sein“

So lautet der Titel des Leitartikels der zweiten Ausgabe von Nido. Ich habe beim lesen das Gefühl bekommen, dass es fast unausweichlich ist, das sich mit der Geburt eines Kindes zumindest ein großer Teil des Freundeskreises verändert. Von vielen der alten Freunde entfernt man sich, während man gleichzeitig nach neuen Gleichgesinnten (oder denen mit dem gleichen „Schicksal“)  Ausschau hält. Beim nachsinnen habe ich dann gedacht: Auf uns trifft das nicht zu. Unser Freundeskreis hat sich mit der Geburt von Benico kaum verändert. Klar, man sieht sich nicht mehr so oft (wobei selbst das seit dem Umzug nach Wiesbaden kaum noch stimmt) und die gemeinsamen Gewohnheiten haben sich sicherlich auch weiterentwickelt. Aber vorher bestehende Freundschaften sind nicht einfach komplett weggebröckelt.

Mir sind folgende Gründe dafür eingefallen:

  • wir hatten vor Benico schon einen relativ „kinderfreundlichen“ Lebensstil. Durchgefeierte Partynächte waren selten. Dementsprechend haben wir auch keine Freunde, die jedes Wochenende zweimal bis fünf Uhr morgens auf die Piste gehen. Im Gegenteil: die wissen sich so gut selbst zu beschäftigen, dass sie die krasse Müdigkeit eher auch nachvollziehen können, als kopfschüttelnd nebendran zu stehen.
  • in unserem Freundekreis gab es auch schon vor Benicos Geburt Paare mit Kindern, Paare ohne Kinder mit Kinderwunsch, Paare ohne Kinder ohne Kinderwunsch, glückliche Singles, unglückliche Singles… alles bunt gemischt. Da kamen wir auch schon mit den unterschiedlichen Leuten bestens zurecht und das hat sich danach nicht geändert.
  • Ein gesunder Pragmatismus im Umgang mit den neuen Unumgänglichkeiten hat wahrscheinlich auch zur Entspannung beigetragen (inzwischen frage ich in kinderlosen Haushalten nicht mehr, in welchen Mülleimer ich die Windel entsorgen soll, sondern wo die Mülltonne ist).
  • Mir war es wichtig, dass jeder, der mit Benico zu tun hat, seinen eigenen Zugang zu ihm finden darf (oder auch nicht). Klar, im Moment übersetze ich diverse Dinge, damit Kommunikation möglich ist, aber was gespielt wird und ob gespielt wird, entscheidet Benico und sein Gegenüber. Das hat zu wirklich unterschiedlichen Beziehungen geführt, die Benico gerade v.a. mit den zahlreichen Tanten und Onkels auslebt und ich finde das genial.
  • Wenn Fragen zu unserer Erziehung da sind, gebe ich gerne Auskunft, spitze Bemerkungen hingegen von kinderlosen Leuten (die ich aber äußerst selten erlebe) werden freundlich lächelnd („wartet nur ab, bis ihr so weit seid ;-)“) überhört.
  • Eine Sache hat aber wahrscheinlich v.a. zu einem nach meinem Empfinden entspannten Umgang beigetragen: Benico ist weder für mich noch für Flo der einzige Lebensinhalt geworden. Mit uns kann man (hoffentlich) auch noch über diverse andere Dinge reden.

Ich freue mich riesig, dass wir unsere alten Freunde behalten konnten und nicht nur noch mit den Spielplatzbekanntschaften zu tun haben. Danke an dieser Stelle an alle, die diese immense Veränderung mit uns durchlebt haben, sich mit uns gefreut haben und manches seltsame ertragen haben und auch noch ertragen werden. Danke v.a. dass ihr nicht nur uns, sondern auch den Kurzen lieb habt!!! Das bedeutet uns sehr viel!

Und ich freue mich an und auf alle neuen Freundschaften, die ohne Benico nicht zustande kommen würden. Was für eine tolle Bereicherung!

Ich liebe es, in der Stadt zu sein

Ok, das hat mich wirklich überrascht. Aufgewachsen bin ich ja in einem Vorort in Darmstadt, der wirklich eine geniale Kombination von schnell in der Natur und schnell in der Innenstadt darstellt. Und dann bin ich in das für meinen Geschmack ziemlich ländliche Hochheim gezogen, das auch wunderschöne Natur (Weinberge und Feld), aber wenig Stadt und noch weniger Wald hatte. Beides habe ich vermisst und beides genieße ich so sehr!!! Wenn man im Moment in unserer Straße sein Auto zwei Tage stehen lässt, sieht man fast nur noch gelbe Blätter…

Was ich sonst noch spitze finde:

  • fast jeden Tag Leute zum Essen hier haben
  • gute Freunde zu fuss besuchen gehen
  • eine Familie mit einem Sohn in Benicos Alter in der Nähe haben
  • sich sonntags morgens in den Bus setzen und zehn Minuten später bei der KreativMesse sein
  • Waschmaschine und Trockner in der Wohnung haben (habe heute die erste Maschine im Schlafanzug und vor dem Frühstück angemacht und insgesamt drei Maschinen gewaschen!)
  • insg. vier Übernachtungsgäste in den ersten zwei Wochen haben
  • von meinem Bett RUNTER schauen zu können
  • Freunde und Familie zu haben, die SOOO hilfsbereit sind… was würden wir ohne euch machen???

Gestern saß ich im Bus und habe gedacht: Es fühlt sich immer noch ein bißchen wie Urlaub an, wenn ich drüber nachdenke. Kann mein Glück noch nicht fassen, die ganzen lieben Leute so nah um mich zu haben. Dadurch fange ich zwar auch an, die fehlenden noch mehr zu vermissen, aber das ist es mir allemal wert!

Unsere Wohnung ist immer noch wunderschön…

Wenn die ganzen lieben Menschen mich fragen, wie es denn aussieht in der neuen Wohnung, dann habe ich zwei Standardantworten:

  • „Wir haben langsam Land in Sicht“
  • „wir erobern uns Raum für Raum“

Beides stimmt. Wir versuchen uns immer vor Augen zu halten, dass wir eigentlich nach einer Woche schon wirklich weit sind, auch wenn vieles noch ein bißchen provisorisch wirkt und ich wahrscheinlich deshalb auch noch keine Lust habe, Bilder zu machen.

Abgesehen davon kämpfe ich gerade gegen unglaublich große Müdigkeit an und versuche, einen halbwegs normalen Alltag zu organisieren, bei dem der Kurze auch nicht zu kurz kommt. Ganz abgesehen davon habe ich noch mit unvorhergesehenen Veränderungen an der Uni umzugehen und diverse Dinge neu zu organisieren.

Kurzum: Ich fühle mich mal wieder überfordert, stelle aber fest: Auch daran kann man sich gewöhnen. Auch an ständige Müdigkeit (und ich kann einen entspannteren Umgang damit erlernen).

Ich glaube, ich werde jetzt das erste Mal ein heißes Bad in der neuen Wohnung nehmen und direkt danach in mein Bett sinken.

Ach ja: Oli und Sophia, Ihr Süßen!!! HERZLICH WILKOMMEN IN WIESBADEN!!! Wie GEIL, dass wir uns bald jetzt zu Fuss besuchen können (das ist etwas, was ich immer noch nicht fassen kann!!!)

Statusbestimmung

  • Ok, ich glaube, wir liegen immer noch ganz gut in der Zeit: Die vollen Kisten werden langsam mehr als die leeren.
  • gestern waren wir Verpflegung für die Helfer einkaufen, damit sie nicht auf halbem Weg schlapp machen. Dabei ist mir wieder aufgefallen, dass spätestens jetzt die Phase der letzten Male angefangen hat…
  • heute werde ich wohl die Schilder fürs Parkverbot in Wiesbaden aufstellen (habe ich vorher noch nie gemacht)
  • im Moment versteigern wir einige unserer Möbel auf ebay, was ich bisher auch nur einmal gemacht habe (lerne bestimmt jede Menge und würde dann das nächste Mal ganz viel anders machen); aber irgendwann muss man mit so etwas anfangen, oder?
  • heute morgen bin ich um fünf wachgeworden und konnte nicht mehr einschlafen, nachdem ich die Flasch für Benico vorbereitet habe. Bin dann aufgestanden und 20 Min Trampolin gesprungen. Wollte ich schon seit Tagen machen und jetzt geht es meinem Rücken besser.
  • Also so ganz generell: Alles im grünen Bereich.

ein Trip in die Vergangenheit

Zunächst einmal: nein, die Nacht nach dem letzten Post war nicht gut sondern genau das Gegenteil. Musste mit ca.vier Stunden Schlaf durch den Tag kommen. Vormittags ging das noch mit Kaffee ganz gut, aber der Nachmittag war dann alles andere als angenehm. Dafür war die letzte Nacht sehr viel besser, einfach nur weil ich so fertig war, dass ich nach jeder Unterbrechung sofort wieder eingeschlafen bin…

Der Tag heute war dann extrem produktiv: Habe den Keller umzugsfertig sortiert, allerdings nicht ganz nach Plan: Die Kisten für die Babyklamotten hatte ich ja schon gekauft und die Kleidung hier oben luftdicht verpackt, so richtig schön alles erst in Mülltüten und dann in die Kisten, die total umständliche Verschlüsse haben. Habe sie dann in den Hof getragen und dort stehen lassen, bis ich den Rest vom Keller fertig sortiert hatte. Aber ihr wisst ja: Heute hat die Sonne geschienen… Und in den Klamotten ist offensichtlich grundsätzlich eine gewisse Feuchtigkeit enthalten… Auf jeden Fall hatte sich in der Zwischenzeit Kondesnwasser in den Tüten und Kisten gesammelt, so dass ich erst die Kisten  und dann alle Tüten aufgemacht und in die Sonne gestellt habe… so lange, bis die Sonne untergegangen ist. Jetzt ist WIRKLICH alles trocken verpackt.

Nebenbei habe ich jede Menge Tagebücher und uralte Fotos durchforstet. Aus diesen Quellen kann ich schließen, dass meine Jugend drei bis vier Themen hatte :

  1. Royal Rangers
  2. Partys mit den Leuten aus meiner Klasse/ Jahrgang
  3. Teeniekreisaktivitäten
  4. (Schwärmerein, von denen es kaum Fotos, dafür umso mehr Tagebucheinträge gibt… Dass es so viele waren, hatte ich völlig vergessen…) und nein, ihr fleissigen Umzugshelfer, die Kiste mit den Büchern habe ich versiegelt, keine Chance einen tieferen Einblick in diese Phase meines Lebens zu bekommen

Der Keller ist jetzt tatsächlich soweit fertig. Im Flur stapeln sich langsam die ersten Umzugs-Kisten, aber erfreulicherweise im Moment noch v.a. welche, die an die Caritas oder eine Freundin weitergegeben werden.

So, morgen früh kann ich dann hoffentlich mit dem Lernen für die Politikprüfung anfangen…

Ach ja, der Flo musste sich gestern kurzfristig noch einer kleinen Notfall OP unterziehen. Wer ihn demnächst sieht, wird eine kleine, aber für den aufmerksamen Betrachter durchaus auffällige Veränderung an ihm feststellen. Könnt ja schonmal raten…

Gute Nacht! (jetzt aber wirklich!!!)

eine Woche die verändert hat

Montagabend ging es los mit einem Nachbarn und einer ca. Mannhohen Motorheckenschere, die unserem Garten gut getan hat. Leider gibt es nur ein NACHHER-Bild:

Garten fertig

Mittwochabend ging es dann in der Küche weiter. Der runde Esstisch, den wir seit sieben Jahre hatten musste einer Eckbank weichen. Die macht die Küche um vieles gemütlicher wie ich finde… Ach so, falls jemand Interesse an dem runden Tisch inclusive zwei Einlegbrettern hat: Der ist zu verschenken…

Hier ist die Eckbank:

Eckbank neu

Freitag und Samstag wurde es dann sehr spannend: Dem Efeu an unserem Haus wurde zu Leibe gerückt. Und ich kann voller Stolz verkündigen: Es gab Verletzte… Ich würde gerne behaupten können, dass die Säge einen anderen Weg gewählt hatte, als David wollte, aber es war viel unspektakulärer:

AUA1 AUA2

Natürlich musste das ganze Grünzeug auch zur Deponie:

früh übt sichfrüh übt sich afrüh übt sich 1

soviel Efeu

Papa*Sohn Hannes

Das waren die Helden der Arbeit, die so super Arbeit geleistet haben:

Helden der Arbeit

So, TROMMELWIRBEL: Hier sind die Vorher-Nachher-Bilder:

Vorher1Nachher