Betreuungsgeld: Ich hab da ein paar Fragen
Seit ein paar Wochen geht es ja rund mit dem Betreuungsgeld… Weil ich zu diesem Thema noch immer keine feste Position habe, hier ein paar Fragen, die mich im Moment beschäftigen:
- Findet es irgendjemand außer mir seltsam, sich als Mutter oder Vater dafür bezahlen zu lassen, seine Kinder zu betreuen? Ist es nicht das absolut selbstverständlichste der Welt? (das meine ich jetzt einmal völlig unabhängig davon, ob ich nur zu Hause “betreue” oder noch Teilzeit/ Vollzeit arbeite)
- Was sagt die Forderung nach dem Betreuungsgeld über den Selbstwert von uns Eltern aus? Oder geht es hier im Kern nur um die oft viel zu leere Familienkasse?
- Und was drücken 100 oder 150 Euro für einen Wert aus? Ein angemessener Lohn für die Verantwortung, den Fortbildungs- und Zeitaufwand sowie den Verzicht auf Karrierefortschritt? Oder soll ich mich als Elternteil mit diesem Geld anerkannter in der Gesellschaft fühlen? Dann ist meine Leistung der Gesellschaft weniger als einen Euro die Stunde wert?
- daran anschließend: Macht es Sinn, den Wert von oder Anerkennung für Eltern in Form von einfachen Geldtransferleistungen auszudrücken?
- Welche bisher “ehrenamtlichen” Leistungen müssten dann noch vom Staat belohnt werden?
- Kann sich der “Staat” das Betreuungsgeld überhaupt leisten? oder anders: Wollen wir unseren Kindern noch mehr Schulden hinterlassen?
- wenn man nicht für neue Schulden verantwortlich sein will: Wieviel müsste ein Elternteil arbeiten, um aus staatlicher Sicht die Unkosten von ca. 1000 Euro für den Krippenplatz über die Lohnsteuer wieder rein zu holen? Wieviel müsste ein Elternteil für die Lohnsteuer bei 150 Euro Betreuungsgeld arbeiten?
- Wenn der Staat die Betreuung der Kinder durch die Eltern mit Geld belohnen möchte, macht es dann nicht auch Sinn, zumindest eine kleine Qualitätssicherung zu versuchen und die Auszahlung an den Besuch von z.B. Elternkurse zu knüpfen?
- Und mal ganz allgemein: Wieviel Geld stecken wir im Moment nochmal in die Rettung aus der Finanzkrise? Und wieviel Geld würde das Betreuungsgeld kosten?
Und welche Fragen fallen euch zu dem Thema ein?
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Leidenschaft vs. Gelassenheit
Ich lerne gerade ganz viel über weibliche Führungskräfte mit Kindern, weil sie Thema meiner Magisterarbeit sein werden. In diesem Zusammenhang habe ich mir angefangen über den scheinbaren Widerspruch von Leidenschaft und Gelassenheit nachzudenken. Beides eigentlich gute Eigenschaften, die ein Leben auf ganz unterschiedliche Weise bereichern können. Ich finde Personen, die leidenschaftlich für etwas leben, total anziehend. Das passiert, wenn sie ein konkretes Ziel haben, das sie verfolgen und bereit sind, einen Preis zu zahlen und Unwägbarkeiten zu überwinden. ABER zuviel Leidenschaft kann auch dazu führen, dass man sich verrennt oder vereinsamt, weil keiner die Leidenschaft teilt. Am Anfang dachte ich, dass Gelassenheit zum Rückgang von Leidenschaft führen würde. Für mich hat Gelassenheit viel damit zu tun, Umstände so zu nehmen wie sie sind, mich auf etwas einzustellen und nicht dagegen anzukämpfen. Klingt wie das genaue Gegenteil von Leidenschaft und ich dachte, Gelassenheit würde uns vielleicht davon abhalten, leidenschaftlich für etwas einzustehen, weil es scheinbar soviel einfacher ist, die Dinge so zu lassen wie sie sind.
Wenn ich dann aber über den Alltag von den am Anfang erwähnten weiblichen Führungskräften lese und auch mein eigenes Leben anschaue, dann stimmt das überhaupt nicht. Wenn sie keine Leidenschaft hätten sowohl für ihre Arbeit als auch für ihr Muttersein, wären sie alle nicht so weit gekommen. Die Rahmenbedingungen machen es für viele Frauen unglaublich stressig, diese beiden Rollen zu leben, so dass es nahe liegt, entweder im Job kürzer zu treten oder kein Kind zu bekommen. Diese Frauen scheinen aber genug Leidenschaft für beide Bereiche zu haben, um den schwierigen Spagat über einen langen Zeitraum durchzuhalten. Gleichzeitig berichten sie, dass sie enorm an Gelassenheit und Pragmatismus dazu gewonnen haben. Nur diese Eigenschaften führen dazu, einen solch stressigen Alltag bewältigen zu können.
Inzwischen glaube ich, dass beides (Leidenschaft und Gelassenheit) ganz wichtige Seiten einer Medaille sind: Unser Leben bekommt Bedeutung, wenn wir uns leidenschaftlich für etwas einsetzen. Gleichzeitig bedeutet es eine unglaubliche Erfüllung, wenn wir genau das ausleben können, was uns wichtig ist und unserer Persönlichkeit entspricht. Aber immer, wenn wir für etwas kämpfen und einstehen, gibt es auch Widerstände und Schwierigkeiten. Und gerade in den Situationen, in denen wir uns diesen Widerständen stellen und uns mit ihnen auseinandersetzen müssen, hilft Gelassenheit enorm, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden: Weil mir mein Abschluss und meine berufliche Zukunft wichtig sind, gehe ich mit Mittelohrentzündung in eine Vorlesung oder ziehe das Seminar trotz Magen-Darm-Grippe durch. Deshalb ist es mir inzwischen aber auch immer unwichtiger, die interessanten Filme im Kino zu sehen oder alle meine Freunde mind. einmal in der Woche zu sehen. Das ist einfach nicht möglich, wenn ich neben dem großziehen eines Kindes noch etwas anderes mache will. Meine Prioritäten klären sich schnell mit klaren Zielen, die ich leidenschaftlich verfolgen will. Von solchen Zielen kann ich auch nicht 25 gleichzeitig verfolgen. Das geht vielleicht mit zwei oder drei. Und dem großen Rest des Alltags tut Routine, Gelassenheit und ein bisschen Kreativität gut, so dass man Energie für die nächste Runde „leidenschaftlichen Kämpfens“ tanken kann.
Die Fragen sind also: Was ist Deine Leidenschaft? Wofür setzt Du Dich mit Haut und Haaren ein? Und welche Schwierigkeiten bringt das mit sich? Wie könnte Dir Gelassenheit in solchen Situationen weiterhelfen?
Allgemein | Comments (2)Meconomy und die Frauen: Wo will ich leben? oder ein Traum von den Philippinen
Die These dieses Meconomy-Kapitels lässt sich einfach zusammenfassen: Die neue Technologie ermöglicht es den modernen Wissensarbeitern von jedem Ort der Welt aus zu arbeiten, so lange dort schnelle und günstige Internetzugänge vorhanden sind.
Es lädt zum träumen ein, dieses Kapitel. Jeder, der noch kein Fernweh hatte, wird es spätestens nach dieser Lektüre sehr drängend verspühren. Für mich als Mutter in einer glücklichen Beziehung spielen natürlich ein paar mehr Faktoren in eine solche Frage mit hinein als lediglich die Geschwindigkeit des Internetanschlusses.
Lange Zeit war auch ich davon ausgegangen, dass man mit kleinen Kindern höchstens innerhalb von Europa reisen kann. Seitdem es Nido gibt und ich einige Ausgaben mitsamt der regelmäßigen Fernreiseberichte von Familien mit mind. zwei (Klein-)kindern genossen habe, scheint auch das kein Problem mehr zu sein. Das Elterngeld trägt ebenfalls einen Teil dazu bei, dass anscheinend immer mehr der besserverdienenden Elternpaare sich auf Weltreise begeben. Ich persönlich werde dann immer etwas wehmütig und habe die Großelternpaare meines Kurzen vor Augen, die jedem Treffen mit dem Kleinen entgegen fiebern und gar nicht genug von ihm bekommen können. Gerade im Kleinkindalter ist die Entwicklung ja so rasant, dass man schon manchmal nach zwei Wochen das Kind kaum wiedererkennt. Und dann denke ich: Vielleicht gibt ja die technische Entwicklung nicht nur die Möglichkeit der großen weiten Welt frei, sondern auch den Rückzug in die viel kleinere familiäre Welt, die aufgrund der bisherigen unmobilen Arbeitsplätze oft gegen den Willen der Beteiligten verlassen werden musste. Vielleicht haben junge Familien die Möglichkeit, mit den Kleinkindern zurück in die Nähe der Großeltern aufs Land zu ziehen um sie dort in guten Händen zu wissen, während man ein paar Stunden konzentriert arbeitet, anstatt die Kurzen in der Stadt bei der Tagesmutter um die Ecke abgeben zu müssen und den Großeltern höchstens übers Telefon von den neusten unglaublichen Entwicklungsschritten berichten zu können.
Gleichzeitig denke ich begeistert an die sechs Monate zurück als mein Schwager mit seiner Frau nach NewYork gegangen ist und unser acht Monate alter Knirps skype entdeckte. Die Kombination von Bild und Ton hat erstaunlich gut für ihn funktioniert (auch wenn er immer wieder hinter dem Labtop nach den beiden gesucht hat…). Auf der anderen Seite geht eine solche Rechnung auch nur soweit auf, wie das restliche Umfeld online ist. Als wir nach einer Woche Allgäu (in der wir nur Internet und keinen Handyempfang hatten) den verzweifelten Hilferuf einer Freundin auf dem Anrufbeantworter gehört haben, die es in dem Trubel einfach nicht an den Computer geschafft hat, kamen mir doch Zweifel, inwiefern ich mich auf die schöne neue Technik verlassen kann, wenn nicht alle anderen so selbstverständlich und v.a. kontinuierlich online sind wie ich.
Ich habe eine Freundin auf den Philippinen, zu der die Beziehung seit Jahren hauptsächlich auf Email basiert und bei der ich über die Ankunft des neuen Babys innerhalb von Minuten bescheid wusste. Dieses Kapitel von Meconomy macht mir Hoffnung, dass mein Traum verwirklicht werden kann: Vielleicht ist es ja wirklich möglich, mit meinem Mann und unserem Kurzen für ein paar Wochen in ihre Welt einzutauchen; ihm (dem kleinen Mann) zu zeigen und selbst mal wieder aus erster Hand zu erleben: Nicht jedem geht es so gut wie uns; mithelfen, die Straßenkinder mit Essen zu versorgen; möglicherweise eine Kooperation mit der Papierfabrik vor Ort auszuhandeln, um ihre wunderschönen Produkte hier zu vertreiben; und dann noch ein, zwei Wochen Urlaub an einem der weißen Sandstrände anzuhängen… Und ganz nebenbei für meine Klienten hier in Deutschland nicht unerreichbar zu sein. Ich denke da an eine Agentur, für die ich schon einige Mal einen Fragebogen für ihre Marktforschungsprojekte entwickelt und in der Auswertung beraten habe. Auch wenn sie nur ca. 50km von Wiesbaden ihren Sitz haben: Der Kontakt und die Aufträge kamen bisher nur per Telefon und Email zustande. Und da ist es dann tatsächlich egal, ob ich in Wiesbaden oder auf den Philippinen arbeite.
Allgemein | Comments (0)Alles eine Frage der Planung?
Gestern habe ich mich gewundert: Ich wusste schon im Voraus, dass diese Woche ziemlich voll wird. Am Montag Vorlesung und abends Lernkurs, Dienstag Vorlesung, gestern ein Geburtstagspicknick in Frankfurt und abends Hauskreis, heute fahre ich nach Düsseldorf für ein LoI Treffen (oder soll ich Meeting sagen, damit ich professioneller klinge… hihi). Komischerweise habe ich gestern festgestellt, dass es mir trotzdem erstaunlich gut geht. Mh, jetzt bin ich am überlegen: Liegt das daran, dass diese Woche wirklich gut geplant und durchdacht ist und ich mich in den Plänen aufgehoben fühle? Liegt es an ausreichend Schlaf? Der größeren Ordnung in der Wohnung, die ich versuche zu etablieren? Etwa an einem günstigen Zeitpunkt in meinem Zyklus??? Ich habe noch nicht wirklich eine Ahnung. ABER ich bemerke: Mich selbst an die Grenzen zu bringen tut mal wieder gut, weil ich zum einen sehr aufmerksam und konzentriert die Einzelheiten überlege und zum anderen mich nicht gehen lassen kann. Bin mal wieder begeistert, was ich in dieser Phase alles lernen kann. In diesem Sinne: Allen einen lehrreichen Tag mit hoffentlich noch langem Sonnenschein!
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Ich bin Debora Hofmann (29 Jahre) - unter anderem Studentin und Mama. Mein Traumjob: Als "work scientist" junge Frauen bei der Definition ihrer ureigensten Karriere- und Lebensziele zu unterstützen. Gleichzeitig will ich Unternehmen herausfordern, für diese neue Art von workforce die attraktivsten Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit sie auch in Zukunft erfolgreich sein können.