Mein Jahr 2019 – My year 2019

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Das neue Jahr 2020 hat schon angefangen. Macht nix. Das Jahr 2019 war so reichhaltig, da kann man auch noch ein bisschen länger zurückblicken.

A-moxicillin

Der erste große Schreck des neuen Jahres war die allergische Reaktion meines Mannes auf dieses Antibiotikum. Der Schock hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Jedes Mal, wenn ein Familienmitglied nun eines dieser eigentlich wunderbaren Medikamente nehmen muss, bin ich sehr nervös und gespalten. Es hilft nicht, dass Rachel Held Evans, eine meiner Lieblingsautorinnen, an einer allergischen Reaktion auf ein Antibiotikum in diesem Jahr gestorben ist. Trotzdem ist es natürlich zuerst ein Segen, dass es diese Mittel gibt. Und ich entscheide, dass ich auf das Gute schaue, während wir gerade ganz aktuell alle vier Antibiotika nehmen müssen. Aber natürlich nicht Amoxicillin. 

B-ritische Schule

Sie sind anders als die deutschen Schulen. Es gibt Uniformen, langen Unterricht, super sehr doll geordnetes Laufen in Reihen bei den ganz jungen Klassen und auch schon im Kindergarten, es gibt andere Noten. Beim Letzteren blicke ich noch nicht ganz durch und brauche nochmal Nachhilfe. Aber grundsätzlich sind wir total glücklich mit der Entscheidung für die internationale Schule. Gerade auch ich als Mama konnte jede Menge tolle internationale Kontakte finden. Viele sind sehr engagiert und wollen sich einbringen. Das geht auch manchmal nach hinten los, wenn man für Schultermine der Kinder dreimal in der Woche loszieht, aber wir sind happy. 

C-hor

Einer der Highlights der Schule für mich und die Erfüllung eines kleinen langgehegten Traumes. Das gemeinsame Singen macht riesig Spaß und ich freue mich auf das neue Jahr. 

D-own Under

Irgendwie ist es immer noch unglaublich: Wir waren gerade drei Wochen in Australien. Wir hatten wunderschöne Erlebnisse, haben Mini-Pinguine aus dem Wasser und zu ihren Nestern eilen sehen, um die Kleinen zu versorgen. Kängurus in freier Wildbahn haben wir hüpfen und kämpfen sehen. Wir hatten wunderschöne, extrem lange Sonnenuntergänge, wir haben entspannte Australier kennengelernt und ihre freundliche und offene Art geliebt. Manche waren geschniegelt und gestriegelt und dünn, manche waren sehr direkt und ohne Umschweife und stabil dem Buschleben angepasst. Aber immer hilfsbereit und zugänglich. Es hat riesig Spaß gemacht, Sydney und Melbourne zu entdecken, ohne Ende Streetart zu sehen. Die Natur war einfach umwerfend auf unserem Roadtrip zwischen den beiden Städten. Wir haben Surfstunden genommen, hatten wilde Bootsfahrten und haben Burger unter freiem Himmel an einer öffentlichen Grillstelle gegart . Es war auch gruselig anstrengend zwischendrin und anders, als wir es uns erhofft hatten. Krankheiten, ein ungemütlicher und unpassender Camper sowie die Buschfeuer haben uns das Genießen nicht immer leicht gemacht. Aber wir haben keine Schlangen, Spinnen oder anderes giftiges Getier gesehen. Das war sehr schön auf seine eigene Art. 

E-ngland

Das war eines meiner Highlights im Herbst. Nur für wirklich wichtige Freunde fliegt man für eine Hochzeit einmal um den halben Erdball. Meine Freundin, die ich vor fast 20 Jahren kennengelernt habe, ist voller Stolz und unfassbar schön zum Altar geschritten. Wie lange hatte sie auf diesen Tag gewartet. Früher im gleichen Jahr war ihr Papa gestorben. Ich musste diesen Tag unbedingt mit ihr und ihrem wunderbaren Mann teilen. 

F-otografieren

Eine meiner Bedingungen, bevor wir nach China gegangen sind, war: Ich will eine ordentliche Kamera. Die habe ich bekommen und es macht mich glücklich, wie oft ich sie in die Hand nehme und Dinge ausprobiere und jedes Mal dazu lerne. Zwei Kurse habe ich bisher gemacht, um sie besser zu verstehen und zu beherrschen. Eigentlich ist es ein ganz altes Hobby, dass irgendwie eingeschlafen war als ich so zwischen 20 und 35 war. Jetzt ist es wieder wach geküsst und ich genieße es sehr. 

G-esundheit

Die Antibiotikapanne war nicht die einzige Herausforderung dieses Jahr. Mein Körper war nicht glücklich über den Stress vor unserer Abreise. Und hat das deutlich gezeigt. Ich musste Medikamente dazu nehmen, habe eine ganze Weile Physiotherapie hier in Peking gemacht, um dem Rücken zu zeigen, dass er jetzt wieder loslassen kann. Aber ich habe auch ganz viel über mich selbst und einen guten Umgang mit Stress gelernt. Dafür bin ich dankbar. Das sind die Lektionen, die ich nie lernen will, die mir aber in der Zukunft am meisten helfen. Auch wenn dazu gehört, dass ich nun weiß: Von dunkler Schokolade bekomme ich Herzrasen. Das ist traurig, weil ich sie wirklich mag. Aber das ist nun wirklich etwas, womit ich leben kann. 

zu H-ause

In diesen Begriff ist viel Bewegung gekommen in diesem Jahr. Die Frage „Wo kommst Du her?“ wurde mir noch nie so oft gestellt. Sie ist einfach zu beantworten: Ich bin Deutsche, ich habe einen deutschen Pass, dort bin ich aufgewachsen, dort bin ich geprägt worden, ich spreche die deutsche Sprache. 

Aber wo ist gerade mein zu Hause? Bei meinem Mann und den Kinder. Besser kann ich es für den Moment nicht beantworten. Wenn einer von uns „zu Hause“ sagt, müssen wir immer erstmal klären, was gerade gemeint ist. 

Gleichzeitig habe ich dieses Jahr wieder einmal sehr viel Zeit damit verbracht, ein physisches „zu Hause“ einzurichten. Möbel wurden ausgesucht, fast der komplette Hausstand nachgekauft, Pflanzen kamen dazu. Einige Bilder haben wir  aus Deutschland mitgebracht, manche auch schon dazu gekauft oder geschenkt bekommen. Es kostet uns erstaunlich viel Zeit, bis sich dieses Apartment nach zu Hause anfühlt. Vielleicht liegt es daran, dass sich in und um uns soviel verändert? Oder dass es eigentlich einen Zacken zu groß ist? Warten wir es ab. 

I-dentität

Es war klar, dass das ein großes Thema für mich werden würde. Und der einzige Grund: Ich bin unfassbar privilegiert: Während meine Kinder in die Schule gingen und mein Mann zur Arbeit, kam zu mir ins Apartment die Putzfrau. Sogar zweimal die Woche. Neben dem Putzen von allen Räumen, wäscht sie sogar die komplette Wäsche weg. Das alles eröffnet mir wunderbare Freiheiten, die sich manchmal auch genau so angefühlt haben. Manchmal habe ich es aber auch va. vermisst, eine konkrete Aufgabe zu haben und morgens mit den Anderen aus dem Haus zu gehen. Diese spezielle Aufgabe löst jeder Expatspouse auf andere Art und Weise und ich musste für mich erst einmal herausfinden: Was ist eigentlich mein Weg? Und was ist gar nicht mein Weg? Die zweite Frage war zeitweise einfacher zu beantworten als die Erste. Inzwischen habe ich das Gefühl, auf einem guten Weg zu sein. Mal sehen, wann ich davon erzählen mag. 

J-oggen

Vor drei Jahren bin ich in einer Umbruchszeit richtig viel gelaufen und es hat mir sehr gut getan und den Blutdruck ganz wunderbar nach unten gebracht. Das habe ich hier nicht so häufig geschafft, weil das Wetter und die Luft manchmal nicht mitgespielt haben, aber auch, weil ich andere Sportarten gefunden habe. Ich vermisse es trotzdem. Mein Ziel für 2020 ist es, einmal die Woche laufen zu gehen.

K-orea

Das war eines der Reiseziele, die sich einfach ergeben haben. Meine Tochter hat in Deutschland eine koreanische Freundin, mit deren Mama ich mich sehr gut verstehe. Diese Familie hat im Sommer Heimaturlaub gemacht und wir haben sie einfach in Seoul besucht, super leckeres Essen genossen, Fotos in traditionellen Kleidern gemacht, den alten Palast besichtigt. Meine Neugier auf Seoul ist sicherlich noch nicht befriedigt, aber das kommt vielleicht noch. 

L-ectio Divina

Lectio Divina ist eine ganz alte klösterliche Tradition, die Bibel zu lesen. Eines meiner absoluten Highlights in diesem Jahr war die Art, wie zwei Freundinnen und ich Lectio Divina ins 21. Jahrhundert übersetzt haben. Eine von uns lebt in Estland, eine in Deutschland, ich in Peking. Wir haben uns einfach einen Bibeltext genommen, eine von uns hat eine WhatsApp Nachricht aufgenommen und den Text dreimal vorgelesen mit Zeiten zwischendrin zum reflektieren und auf Gott hören. Danach haben wir mit kurzen Sprachnachrichten geteilt, was uns bewegt hat. Meine pfingstliche Aufzucht hat mir ja eher andere Dinge mitgegeben. Nun füge ich mit großer Freude Lectio Divina meinen bisher bekannten Traditionen und Ritualen hinzu. 

M-enschen

Wieviele neue Menschen ich in diesem Jahr kennengelernt habe… Bei manchen waren es nur kurze Begegnungen, bei anderen sind schon jetzt tiefe Freundschaften entstanden. Manchmal bin ich völlig überwältigt von der puren Menge und merke, dass ich mich zurückziehen muss. Aber dann gab es auch Menschen, die genau für die richtige Phase da waren, die uns mitten im Umzug intensiv zur Seite standen, mit denen aber keine langfristige Freundschaft entstanden ist. Hier musste ich erst einmal lernen, einen guten Umgang zu finden. Das Herz offen zu halten, auch wenn ich Leute wieder gehen lassen muss. Und dann gibt es auch solche Menschen, von denen ich völlig begeistert bin. Sie fordern mich heraus, erweitern meinen Horizont, inspirieren mich. Was könnte ich mir mehr wünschen. 

Hier machen wir jetzt eine kleine Pause. Nächste Woche geht es weiter. Danke, dass Du bis hierher gelesen hast. 

My year 2019

The new year 2020 has already begun. That’s OK. The year 2019 was so rich, you can look back a little bit longer.

A-moxicillin

The first big shock of the new year was my husband’s allergic reaction to this antibiotic. The shock left a lasting impression. Every time a family member has to take one of these wonderful medicines, I feel very nervous and divided. It doesn’t help that Rachel Held Evans, one of my favorite authors, died from an allergic reaction to an antibiotic this year. Nevertheless, it is of course first of all a blessing that these drugs exist. And I decide to look on the bright side while all four of us are currently taking antibiotics. But not amoxicillin, of course.

B-ritish school

They are different from the German schools. There are uniforms, long lessons, super, very, very well-ordered walking in rows in the very young classes and also already in kindergarten, there are different grades. With the latter I don’t quite understand it yet and need some extra tuition. But basically we are totally happy with the decision for the international school. Especially I as a mum could find a lot of great international contacts. Many are very committed and want to get involved. Sometimes it backfires when you go out three times a week for school events for the children, but we are happy.

C-hoir
One of the highlights of school for me and the fulfillment of a small long-cherished dream. Singing together is great fun and I am looking forward to the new year.

D-own Under
Somehow it is still unbelievable: We were just three weeks in Australia. We had wonderful experiences, saw mini penguins come out of the water and rush to their nests to care for the little ones. We have seen kangaroos jumping and fighting in the wild. We had beautiful, extremely long sunsets, we met relaxed Australians and loved their friendly and open nature. Some were slick and curly and thin, some were very direct and straightforward and stably adapted to bush life. But always helpful and accessible. It was a lot of fun to discover Sydney and Melbourne without seeing an end of street art. The nature was just amazing on our road trip between the two cities. We took surfing lessons, had wild boat rides and cooked burgers under the open sky at a public barbecue. It was also scary exhausting in between and different than we had hoped for. Illnesses, an uncomfortable and unsuitable camper as well as the bush fires did not always make it easy for us to enjoy. But we did not see any snakes, spiders or other poisonous animals. That was very nice in its own way.

E- England
That was one of my highlights in autumn. Only for really important friends you fly halfway around the world for a wedding. My girlfriend, whom I met almost 20 years ago, walked to the altar full of pride and incredibly beautiful. How long had she been waiting for this day. Earlier that year, her dad had died. I had to share this day with her and her wonderful husband.

F-photography
One of my conditions before we went to China was: I want a decent camera. I got it and it makes me happy how often I pick it up and try things out and learn each time. Two courses I have taken so far to better understand and master the camera. Actually it is a very old hobby that somehow fell asleep when I was between 20 and 35. Now it is awake again and I enjoy it very much.

G-health
The antibiotics crisis was not the only challenge this year. My body was not happy about the stress before our departure. And has shown that clearly. I had to add medication, did physiotherapy here in Beijing for quite a while to show my back that it can now let go again. But I also learned a lot about myself and how to deal with stress. I am grateful for that. These are the lessons I never want to learn, but which will help me the most in the future. Even if one of them is that I now know that dark chocolate makes my heart race. That’s sad, because I really like it. But it’s really something I can live with.

at H-ome
There has been a lot of movement in this concept this year. The question “Where are you from?” has never been asked so often. It’s easy to answer: I am German, I have a German passport, I grew up there, I was coined there, I speak the German language.
But where is my home right now? With my husband and the children. I can’t answer it better for the moment. When one of us says “home”, we always have to clarify first what is meant.
At the same time, this year I have once again spent a lot of time setting up a physical “home”. Furniture was selected, almost the entire household was bought, plants were added. Some pictures we brought from Germany, some we already bought or given to us as gifts. It takes us an amazing amount of time until this apartment feels like home. Maybe it is because so much is changing in and around us? Or that it is actually a jag too big? We’ll see.

I-dentity
It was clear that this would become a big issue for me. And the only reason: I’m incredibly privileged: While my children went to school and my husband went to work, the cleaning lady came to my apartment. Twice a week. Besides cleaning all the rooms, she even does all the laundry. All this gives me wonderful freedom, which sometimes felt exactly like this. But sometimes I missed having a concrete task and going out with the others in the morning. Every Expatspouse solves this special task in a different way and I had to find out for myself first: What is actually my way? And what is not my way at all? The second question was sometimes easier to answer than the first one. In the meantime I have the feeling that I am on the right track. We’ll see when I can tell you about it.

J-ogging
Three years ago I ran a lot in a time of upheaval and it did me a lot of good and brought my blood pressure down wonderfully. I didn’t manage to do that here so often because the weather and the air sometimes didn’t play along, but also because I found other sports. I miss it anyways. My goal for 2020 is to go running once a week.

K-orea
That was one of the destinations that just came up. My daughter has a Korean friend in Germany, with whose mum I get along very well. This family went on home vacation in summer and we just visited them in Seoul, enjoyed super delicious food, took pictures in traditional clothes, visited the old palace. My curiosity about Seoul is certainly not yet satisfied, but who knows when we will have the next chance.

L-ectio divina
Lectio Divina is a very old monastic tradition of reading the Bible. One of my absolute highlights this year was the way two friends and I translated Lectio Divina into the 21st century. One of us lives in Estonia, one in Germany and I live in Beijing. We simply took a Bible text, one of us recorded a WhatsApp message and read the text three times with times in between to reflect and listen to God. Afterwards we shared with short voice messages what moved us. My pentecostal upbringing gave me other things. Now I am adding Lectio Divina with great joy to the traditions and rituals I have known so far.

People
How many new people I have met this year… For some of them it was only short encounters, with others deep friendships have already developed. Sometimes I am completely overwhelmed by the sheer quantity and realize that I have to withdraw. But then there were also people who were there just for the right phase, who stood by us intensively in the middle of the move, but with whom no long-term friendship have developed. Here I first had to learn to find a good middle way. To keep my heart open, even if I have to let people go again. And then there are also such people, of whom I am completely enthusiastic. They challenge me, broaden my horizon, inspire me. What more could I wish for.

We’ll take a little break here now. Next week we will continue. Thanks for reading so far.

My first birthday in Beijing

Mein erster Geburtstag in Peking

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Geburtstagen habe ich bisher immer sehr gelassen entgegen gesehen. Ein paar sehr schöne Parties in den Teeniejahren waren dabei. Mein 25. Geburtstag war eine Mischung aus netten Leuten, einer lustigen Getränkebar draussen auf dem Fenstersims (diese war zwar mit Scheinwerfern beleuchtet, sie barg aber auch eine gewisse Gefahr für Menschen, die unterhalb des Fensters vorbeigingen), getanzt wurde wild im viel zu kleinen Wohnzimmer. Mein 30. Geburtstag lag zum Glück zwischen den beiden Kids und der Große hat bis elf mitgetanzt, die Kleine ist  in Papas Rückenmark noch Aufzug gefahren. Für die extra Stunde HipHop zwischen ein und zwei Uhr für drei Freundinnen und mich bin ich dem befreundeten DJ bis heute dankbar.

Die letzten Jahre waren meine Geburtstage dann meist ein gemütliches Abendessen mit Freundinnen und ein bis zwei Runden Großfamilie, die ich mir jeweils mit meiner Tochter geteilt habe. Ihr errechneter Geburtstermin lag auf meinem Geburtstag – ich habe sehr eigensinnig und erfolgreich zwei Tage lang die Beine zusammengepresst, damit uns dieses Schicksal erspart blieb. 

Weil ich letztes Jahr schon wusste, dass wir nach China gehen würden, habe ich mir einen extra schönen Geburtstag organisiert: Mit einer nicht ganz kleinen Gruppe von Freundinnen und Schwestern haben wir in Mainz im Gutenbergmuseum Bilder gedruckt und sind danach zusammen essen gegangen. Zum Tanzen war danach nur noch eine hochschwangere Freundin bereit. Das haben wir dann nochmal geschoben, weil eine Geburt auf der Tanzfläche irgendwie so unpraktisch gewesen wäre. 

Und dann kündigte sich mein Geburtstag hier in Peking an, weit entfernt von allem bisher bekannten. Die erste Herausforderung: Ich war hier noch nicht auf einen Geburtstag eingeladen. Keine Ahnung woran das liegt. Ob alle meine Bekannten nur im ersten Halbjahr Geburtstag haben? Ob man hier keine Geburtstage feiert? Vielleicht ist die ungeschriebene Regel, dass alle an ihren Geburtstagen wegfahren, um der Peinlichkeit einer Feier zu entgehen? 

Das Thema hatten wir auch schon im September, als mein Sohn seinen Ehrentag hatte. Wo geht das hier? Wie organisiert man Einladungen und Geschenke, wenn man die Eltern noch nicht kennt? Wir haben es wohl richtig gelöst: Er hat in einer Trampolinhalle gefeiert, wir haben eine wechat Gruppe für Kinder und Eltern eingerichtet, als Geschenke gab es va Geld, trotz seiner unfassbar langen und teuren Wunschliste in entsprechender WeChat-Gruppe. Seine ganzen Freunde haben offensichtlich zwischen Oktober und Dezember Geburtstag, er springt gerade jedes Wochenende in einer Trampolinhalle herum und hat immer einen Geldschein in einem Umschlag dabei. Alles fein.

Aber wie ExpatSpouseMamis Ende 30 ihren Geburtstag hier normalerweise feiern, muss ich erst noch rausbekommen. Die kleine Zwölfjährige in mir, die immer noch glaubt, dass es für jede Lebenssituation ein passendes Rezept gibt, an das man sich einfach halten muss, war leicht panisch. 

Dazu kam noch die schwierige Frage: Gibt es überhaupt Menschen, die mit mir feiern wollen? Wir waren Anfang des Jahres ja tatsächlich der Meinung, man kann mal schnell das komplette soziale Netz aus Bekannten, Freunden und in unserem Fall ja unglaublich großen Familie hinter sich lassen und in einem anderen Land einfach wieder neue nette Menschen kennenlernen. Die müssen dann für alle schönen und auch schwierigen Situationen des Lebens im Ausland herhalten, weil eben sonst keiner da ist. Klingt schon irgendwie… sehr mutig? … dumm? … naiv? Eine Erfolgsbilanz zu diesem Thema muss dann unweigerlich zum Geburtstag gemacht werden. 

Zunächst gibt es für die ExpatSpouseMama die Menschen, die nicht unbedingt mit einem Geburtstag feiern wollen, sondern müssen, weil sie der eigene Mann und die Kinder sind. 

Wie erfolgreich war ich aber ansonsten mit dem Kennenlernen von neuen Menschen? Und: Was bedeutet in diesem Fall erfolgreich? 

Kennenlernen von neuen Menschen ist hier an sich völlig unproblematisch. Das ist wie der Sprung von einem 1m Brett. Man muss schon hochklettern und abspringen, aber wirklich hoch und damit gefährlich ist es nicht. Ich kann einfach zu einem der 1003 Events gehen, die täglich irgendwo angeboten werden, morgens um zehn ein Glas Wein trinken und das gleiche Gespräch zum 725. Mal führen: “Wie heißt Du? Wo kommst Du her? Wie lange bist Du schon hier? Wie lange werdet ihr bleiben? Mit welcher Firma seid ihr da? Auf welche Schule gehen Deine Kinder? Ward ihr vorher schon einmal im Ausland?” Wenn diese grundlegenden Informationen ausgetauscht sind, würde ich sagen, gilt das als Kennengelernt. Niemand hat sich weh getan. Selbst ein Bauchklatscher ist schnell wieder vergessen. Wenn der andere nett und halbwegs interessant ist, bietet es sich an, sich über wechat zu connecten. Wenn mich jemand fragt, was ich vorher in Deutschland gemacht habe, bevor er nach der Position meines Mannes fragt, steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass ich Lust auf ein Wiedersehen habe. Kennengelernt habe ich auf diese Weise, wenn auch vielleicht nicht immer mit Weinglas in der Hand, sehr viele Frauen in den letzten Monaten. Als eher introvertierte Person kostet mich das Kraft, aber da ich nicht schüchtern und auf der anderen Seite neugierig auf neue Menschen bin, geht das ganz gut. 

Ganz wichtig ist: Diese Kontakte sind absolut notwendig. Man braucht jede Menge Menschen, die man zu allem möglichen fragen kann und Kennenlernen hilft immer auch ein wenig gegen das Gefühl des Fremd- und Alleineseins. Am Ende sitzen wir hier alle im gleichen schrägen Boot des Expatslebens in China und sind aufeinander angewiesen. Aber reicht das schon, um auch gemeinsam Geburtstag zu feiern?

Für mich wohl eher nicht. 

Hier die Kategorien, nach denen ich dann versucht habe, meine Kontakte zu ordnen: Ich habe bisher zwei Freundinnen gefunden, mit denen ich mich regelmäßig treffe und die mir ganz bewusst Zeit in ihrem Leben einräumen. Das ist schon ein unfassbar großes Geschenk. Ich bin mega dankbar dafür! Mit ihnen habe ich schon den 5m Sprung gewagt und echte Peinlichkeiten oder tiefer sitzenden Schmerz geteilt. Das ist wirklich gefährliches Terrain, weil man sich gegenseitig verletzen und weh tun kann. Das macht man nur, wenn genug Vertrauen in die andere Person da ist. Dann sind da noch ein paar wenige, mit denen ich mich schon mal zum Essen getroffen habe oder einen Kaffee getrunken habe, mit denen der Kontakt aber nicht regelmäßig ist. Außerdem gibt es solche, die ich nur aus größeren Gruppen kannte, die mir aber mega sympathisch sind und mit denen ich einfach gerne Zeit verbringe. Dieser Prozess des Sortierens hat mich schon einen Moment Zeit gekostet, aber auch schöne Klarheit gebracht. 

Ich habe dann acht Frauen eingeladen, zwei davon waren zeitlich verhindert. Wir haben zusammen Mittag gegessen, sie haben mir wunderschöne Geschenke gemacht, wir haben ganz viel gelacht. Ich habe keine Ahnung, ob sie mich auch alle zu ihrem Geburtstag eingeladen hätten. Wahrscheinlich waren manche von der Einladung auch überrascht. 

Was ich hier ganz neu lerne: Wenn man über das oberflächliche Kennenlernen von oben hinaus möchte, braucht es immer einen Mutigen, der sagt: Laß uns mal treffen, wann hast Du Zeit? Es ist immer wieder zumindest für mich mit Angst und Unsicherheit verbunden. Man weiß nicht, ob der andere Lust hat, die Beziehung zu vertiefen, mehr von sich Preis zu geben, mehr von einem selbst erfahren will. Man weiß nicht, ob der andere einen als wertvoll und wichtig genug empfindet, um einem Zeit und Priorität einzuräumen. Jedes Mal muss man wieder auf den Sprungturm, tief Luft holen und einen Schritt wagen. 

Nach knapp neun Monaten fühle ich mich in diesem Bereich tatsächlich pudelwohl. Ich habe ganz viel gelernt, meinem Bauchgefühl zu folgen. Wenn mir Leute sympathisch waren, bin ich sehr zielstrebig auf sie zugegangen und habe mich um Kontaktdaten und das nächste Treffen gekümmert. 

Und dann gibt es noch die koreanischen und chinesischen Mamis von unserem Compound. Das war für mich bezüglich meines Geburtstages noch schwieriger. Man sieht sich fast jeden Tag morgens und abends beim Warten auf den Schulbus. Die meisten von ihnen sprechen nur sehr gebrochenes Englisch, manche wohl auch gar nicht. Ich spreche leider kein koreanisch und weil wir uns schon begrüßt haben und sie keine Kellner im Restaurant sind, ist mein chinesisch auch schon aufgebraucht. Nach diversen Monaten grüßen sie mich inzwischen alle, mit manchen kann ich mit Händen und Füßen kommunizieren und Witze machen. Zum Glück gibt es aber auch 2-3 Frauen, die besseres Englisch sprechen, so dass übersetzt werden kann.

Das Einfachste wäre gewesen, meinen Geburtstag einfach nicht zu erwähnen, stillschweigend darüber hinweg zu gehen. Niemand hätte sich gewundert, niemand hätte gefragt. Das hat sich für mich aber einfach falsch angefühlt. Ich bin nun mal die einzige Western Lady. Bis auf eine Chinesin sind es alles Koreanerinnen, die gemütlich den ganzen Tag miteinander verbringen können. Sie hatten mich im Sommer auf dem Spielplatz total süß zu einem Kaffee eingeladen, der online bestellt und dann geliefert wurde. Und ganz wichtig: Sie bringen meine Kinder mit, wenn der Bus zu früh ist und erinnern mich an DressUpDays. Ich bin so dankbar, dass es sie gibt. Wenn ich meine Offenheit zeigen und mich integrieren möchte, muss das wohl von mir ausgehen.

Also war ich mutig, habe mir die englischsprachigen Ladies geschnappt und gesagt: “Da ist mein Geburtstag, ich möchte Euch zum Kaffee einladen, aber ich brauche Eure Hilfe.” Eine der beiden hat zum Glück das Ruder übernommen und das Ganze für mich organisiert. Sie hat die anderen informiert, hat ein Cafe vorgeschlagen, das ein günstiges Frühstück anbietet, hat im Cafe übersetzt. Es war ein wunderschöner Morgen mit viel Lachen und manchen Missverständnissen und Nachfragen. “Happy Birthday” habe ich auf englisch, koreanisch und chinesische gesungen bekommen. Auf Deutsch musste ich es dann selbst singen, weil die Ladies wissen wollten, wie das klingt. Sie haben mir einen kleinen Kuchen und ihre Zeit geschenkt. Und sich dann selbst für irgendwann in der Zukunft in unser Apartment zum Frühstücken eingeladen und gefragt, ob ich mit meinem Auto mit ihnen zum Pearlmarket fahren würde. Jetzt habe ich also genügend Möglichkeiten, die Kontakte wieder aufzugreifen. 

Dieses ganze Kennenlernen und Beziehungen von vorne aufbauen ist in diesem Jahr so interessant gewesen. Vor ein paar Tagen habe ich mich erinnert, wie ich an diesem Thema nach unserer Hochzeit gescheitert bin. Ich war gerade einmal 50km von meinem Heimatort weggezogen, aber innerlich so erschöpft und überfordert, dass ich keine Kraft und keine Perspektive für neue Menschen hatte. Ich hatte dann den Schluss daraus gezogen, dass ich einfach nicht gut bin mit Wechseln und Umzügen. Ich kann mich an ein Gespräch erinnern mit einer Frau, die mit ihren kleinen Kindern in die Schweiz gezogen war. Das war zu dem Zeitpunkt völlig unvorstellbar für mich, weil sie ja niemanden vor Ort kannte. 

Nun ist es sicherlich hier in Peking in der Expatblase einfacher, Menschen kennenzulernen. Alle sind irgendwann mal neu gewesen, niemand hat Familie vor Ort, alle werden auch irgendwann wieder gehen. Alleine das macht die Kontaktaufnahme schon wesentlich leichter. Für Expats in anderen Ländern ist es wahrscheinlich schwieriger, neue Menschen kennenzulernen, va wenn man mit den Locals zusammen finden muss, die in bestehenden sozialen Netzen von Familien und Freunden leben. Im Moment freue ich mich, dass zumindest dieser Bereich hier in Peking relativ einfach ist.

Meine Herausforderung für das nächste Jahr wird sein, aus der ExpatMamaBlase rauszukommen. Die ist wunderschön gemütlich und war für das Ankommen genau richtig, aber mein Hirn hat durchaus noch Raum für neue Ideen und Projekte. 

My first bithday in China

With celebrating birthdays I have always been quite relaxed. A few very nice parties in the teen years were there. My 25th birthday was a mixture of nice people, a funny drinks bar outside on the windowsill (it was illuminated with spotlights, but there was also a certain danger for people passing by under the window), dancing was wild in the much too small living room. Fortunately my 30th birthday lay between the two kids and the big one danced until eleven, the little one still took the elevator in Daddy’s spinal cord. For the extra hour HipHop between one and two o’clock for me and three girlfriends I am grateful to my friend DJ until today.
The last few years my birthdays were mostly a cosy dinner with friends and one or two rounds of extended family, which I shared with my daughter. Her calculated date of birth was on my birthday – I pressed my legs together very stubbornly and successfully for two days so that we were spared this fate.

Since I already knew last year that we would go to China, I organized an extra nice birthday for myself: With a not very small group of friends and sisters we printed pictures at the Gutenberg Museum in Mainz and went out for dinner afterwards. Only a very pregnant girlfriend was ready to dance afterwards. We pushed that again because a birth on the dance floor would have been so impractical somehow.

And then my birthday came up here in Beijing, far away from anything known so far. The first challenge: I wasn’t invited for a birthday yet. I have no idea why. Whether all my acquaintances have birthdays only in the first half-year? Maybe you don’t celebrate birthdays here? Perhaps the unwritten rule is that everyone leaves on their birthdays to escape the embarrassment of a celebration?

We already had this topic in September, when my son had his day of honour. Where do you go? How do you organize invitations and gifts if you don’t know the parents yet? We have obviously solved it correctly. He has celebrated in a trampoline hall, we have set up a wechat group for children and parents, as gifts there was money, despite his incredibly long and expensive wish list in the corresponding Wechat group. All his friends obviously have their birthdays between October and December, he just jumps around every weekend in a trampoline hall and always has a banknote in an envelope with him. Everything done right.

But how ExpatSpouseMamis normally celebrate their birthday here at the end of their 30s, I have yet to figure out. The little twelve-year-old in me, who still believes that there is a suitable recipe for every situation in life that you simply have to stick to, was slightly panicky.

Then there was the difficult question: Are there any people who want to celebrate with me? At the beginning of the year, we actually thought that you could quickly leave behind the entire social network of acquaintances, friends and, in our case, an incredibly large family and simply get to know new nice people in another country. They then have to make up for all the beautiful and also difficult situations in life abroad, because nobody else is there. Sounds kind of… very brave? … stupid? … naive? A success record on this subject must then inevitably be made for your birthday.

First of all, for ExpatSpouseMama there are the people who don’t necessarily want to celebrate with a birthday, but have to because they are their own husband and children.

But how successful was I otherwise with getting to know new people? And the question is again: What does successful mean in this case?

Getting to know new people is not a problem in itself. It’s like jumping off a 1m board. You have to climb up and jump down, but it’s not really high and dangerous. I can simply go to one of the 1003 events that are offered somewhere every day, drink a glass of wine at ten in the morning and have the same conversation for the 725th time: “What is your name? Where do you come from? How long have you been here? How long will you stay? Which company are you with? Which school do your children go to? Have you ever been abroad before?” If this basic information has been exchanged, I would say it is considered to have been met. Nobody has hurt themselves. Even a belly clapper is quickly forgotten. If the other person is nice and halfway interesting, it makes sense to connect via wechat. If someone asks me about my work back in Germanz before he asks about my husband’s position, the probability that I feel like seeing him again increases enormously. In this way I got to know a lot of women in the last few months, although perhaps not always with a wine glass in my hand. As a rather introverted person it costs me strength, but since I am not shy and on the other hand curious about new people, it works quite well.

Very important is: These contacts are absolutely necessary. You need a lot of people whom you can ask about all kinds of things and getting to know them always helps a little against the feeling of being alone. In the end, we are all sitting in the same weird boat of expat life in China and are dependent on each other. But is that enough to celebrate a birthday together?

Not for me, I guess.

Here are the categories, according to which I then tried to arrange my contacts: So far I have found two friends with whom I meet regularly and who consciously allow me time in their lives. That’s an incredible gift. I am grateful beyond for it! With them I already dared the 5m jump and shared real embarrassments or deeper sitting pain. This is really dangerous terrain because you can hurt each other. You only do that if you trust the other person. Then there are a few more with whom I have already met for dinner or coffee, but with whom the contact is not regular. There are also those I only knew from larger groups, but who I like very much and with whom I simply like to spend time. This process of sitting down has already cost me a moment of time, but it has also brought beautiful clarity.

I then invited eight women, two of whom were unable to attend. We had lunch together, they gave me wonderful presents, we laughed a lot. I have no idea whether they would have invited me to their birthday. Probably some of them were surprised by the invitation.

What I’m learning here: If you want to go beyond the superficial getting to know each other from above, you always need a courageous person who says: Let’s meet, when do you have time? It is always connected with fear and insecurity, at least for me. You don’t know if the other person wants to deepen the relationship, to reveal more of herself, to experience more of yourself. You don’t know if the other person feels you are valuable and important enough to give you time and priority. Each time you have to go back to the diving platform, take a deep breath and take a step.

After almost nine months, I really do feel very much at home in this area. I learned a lot to follow my gut feeling. If I liked people, I approached them very purposefully and took care of contact details and the next meeting.

And then there are the Korean and Chinese mommies from our compound. That was even more difficult for me regarding my birthday. You see each other almost every day in the morning and evening waiting for the school bus. Most of them speak only very broken English, some probably not at all. Unfortunately I don’t speak Korean and because we already greeted each other and they are not waiters in the restaurant, my Chinese is already used up. After several months they all greet me, with some I can communicate with hands and feet and make jokes. Fortunately, there are also 2-3 women who speak better English, so that they can help to translate. The easiest thing would have been not to mention my birthday, to silently go over it. Nobody would have been surprised, nobody would have asked. But that just felt wrong to me. I am the only Western Lady. With the exception of one Chinese, they’re all Koreans who can spend the whole day together. They had invited me to the playground in summer for a sweet coffee (which was ordered online and then delivered). If I want to show my openness and integrate, it must come from me. So I was brave, grabbed the English speaking ladies and said, “There’s my birthday, I want to invite you for coffee, but I need your help.” Fortunately one of them took the helm and organized the whole thing for me. She informed the others, suggested a cafe offering a breakfast, translated in the cafe. It was a wonderful morning with lots of laughter and some misunderstandings and questions. “Happy Birthday” was sung in English, Korean and Chinese. In German I had to sing it myself because the ladies wanted to know how it sounded. They gave me a small cake and their time. And then invited themselves to our apartment for breakfast sometime in the future and asked if I would take my car with them to the Pearlmarket. So now I have enough opportunities to pick up the contacts again.

All this getting to know each other and building relationships from the beginning has been so interesting this year. A few days ago I remembered how I failed to get to grips with this topic after our wedding. I had just moved 50km away from my hometown, but I was so exhausted and overwhelmed inside that I had no strength and no perspective for new people. I had then drawn the conclusion that I am simply not good with changes and moves. I can remember a conversation with a woman who had moved to Switzerland with her small children. That was completely unimaginable for me at the time, because she didn’t know anybody locally.

Now it is certainly easier to get to know people here in Beijing in the expat bubble. In this bubble everyone has been new sometime, nobody has family on the spot, everyone will leave again sometime. That alone makes it much easier to make contact. For expats in other countries it is probably much more difficult to get contacts, especially if you have to find locals who live in existing social networks of families and friends. At the moment I am happy that at least this area here in China is actually relatively easy.

My challenge for next year will be to get out of the ExpatMama bubble. It’s beautifully cozy and was just right for arriving, but my brain still has room for new ideas and projects.

The Happy Place

Der Happy Place

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Auf dem Bild ist einer meiner Happy Places in unserem neuen Apartment hier in Peking zu sehen. Im Moment habe ich häufig das Gefühl, dass dieses neue Heim eigentlich ein bisschen groß für uns ist. Auf Netflix gibt es die Sendung „Tiny House Nation“, die ich sehr gerne schaue. Das erscheinen mir eigentlich angemessen große Häuser, die dazu noch richtig gemütlich sind. Seitdem wir mit gerade einmal einem 3,5m3 großen Container und 12 großen und kleinen Koffern umgezogen sind, kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass es möglich ist, in diesen Minihäusern zurecht zu kommen. Es würde sich ein bißchen mehr nach Urlaub und zelten anfühlen: Der Weg nach draussen wäre super kurz, der Weg zu den Kindern noch viel kürzer.
Unser Apartment ist mit seinen wohl über 200m2 nun sehr weit weg von einem Tiny House entfernt und spätestens wenn irgendwo Musik läuft, können wir uns mit der Stimme gar nicht mehr erreichen. Dann müssen schon die Füsse herhalten und wir müssen uns tatsächlich in die Augen schauen, um miteinander sprechen zu können.

Insofern fühlt sich das gute Stück oft noch sehr groß an. So lange noch nicht alle Räume von dem scheußlichen Deckenlicht befreit sind (direktes Deckenlicht ist in meinen Augen übrigens immer schlimm, dafür muss es noch nicht einmal ganz unterirdisch eine Leuchtstoffröhre oder etwas ähnliches sein) und wir in jede Ecke eine kleiner (Tisch-) Lampe gestellt haben, wird es vielleicht noch einen Moment dauern, bis ich mich so richtig heimisch fühle. Ich bin voller Bewunderung für jeden, der das nicht sieht oder noch besser – nicht spürt. Ich vermute, dass ein Gendefekt bei mir hinter diesem Lichtspleen steckt.

Aber dieser Happy Place auf dem Bild – der fühlt sich schon jetzt sehr anders an: Halte ich mich an diesem Ort auf, wird zunächst einmal das Deckenlicht natürlich ausgelassen und nur wenn nötig das warme Nachttischlicht angemacht. Dann wird die Matte in die Mitte gezogen und in Ruhe die Kerze angezündet. Beim beugen merke ich, dass die Entscheidung für ein bisschen Zeit auf der Matte genau richtig war. Oft fühle ich mich dabei steif und ein bisschen ungelenk,

Die darf nur brennen, wenn ich mich tatsächlich auf der Matte aufhalte. Und die wird nicht mit einem profanen Feuerzeug angezündet. Nein, hier liegt extra eine Streichholzschachtel bereit, die das Abschiedsgeschenk von einer befreundeten Familie aus Deutschland war. Ich weiß gar nicht, ob man das im Koffer, der aufgegeben wurde, transportieren darf. Oder muss das ins Carry On laguage? Oder etwa in den Container? Ich vermute, wir haben es falsch gemacht und das gute Stück unwissentlich geschmuggelt, aber das ist egal. Diese Packung wird in jedem Fall leer sein bis wir das Land wieder verlassen und bis dahin wird sie mir wirklich schöne Momente bereitet haben.

Nachdem die Kerze angezündet ist, stelle ich mich in die Mitte der Matte und fange an, mit den Armen in alle möglichen Richtungen zu schwingen. Es ist wirklich lustig, weil es praktisch sofort anfängt, in meinem Rücken, in den Schultern, in den Armen und Beinen… zu knacken. Keine riesen Einrenkgeräusche, nur kleine Klicks, die zeigen, das irgendetwas wieder an die richtige Stelle rutscht. Und ich atme. So tief in den Bauch wie möglich. Und dann fang ich an, Danke zu sagen: Für den Tag, den Sonnenschein, den Sport, den ich schon gemacht habe… was auch immer mir einfällt. Dann bete ich kurz für eine ganz bestimmte Person, die mir wichtig ist. Ich habe gesagt, ich werde so lange immer wieder für sie beten, bis die Kerze irgendwann leer gebrannt ist. Bevor ich mich dann langsam zum Boden strecke, benenne ich eine Sache, die mich gerade traurig macht. Eine Freundschaft, die nicht mehr funktioniert, eine Schwierigkeit mit den Kindern, ein akutes Problem, ein Erlebnis, dass schon ewig zurück liegt und mir trotzdem noch weh tut oder eine Spannung in mir, die mir gerade bewusst ist und wir schwer fällt zu leben. Und dann lasse ich los und atme bewusst die Spannung aus dem Körper raus. Ein paar Kraftübungen gibt es auch zwischendrin, aber eigentlich geht es darum, weich zu werden und einfach sein zu dürfen.

Ich brauche ca. eine halbe Stunde. Nach dem letzten bewusst langsamen Aufrollen der Wirbelsäule, atme ich noch dreimal tief ein und aus, gehe zwei Schritte nach vorne und beuge mich der Kerze entgegen. Und dann ist deutlich zu spüren, dass das gut investierte Zeit war. Ich habe die Spannungen und den Schmerz an manchen Stellen gespürt und war wie jedes Mal erstaunt, wie sich ein guter Teil davon beim bewussten atmen löst und ich beweglicher werde.

Ich fühle mich entspannt, manchmal müde und bereit ins Bett zu gehen, manchmal auch einfach ausgeglichen und bereit, mich in die nächste Aufgabe zu stürzen – und puste die Kerze aus.

Ich bin unendlich dankbar, für diesen Happy Place und den Luxus von genug Platz, um die Matte nur zur Seite schieben zu können und sie nicht zusammenrollen zu müssen. Und den Luxus von Zeit und Ruhe, um dort einfach zu sein.

The Happy Place

The picture shows one of my Happy Places in our new apartment here in Beijing. At the moment I often have the feeling that this new home is actually a bit big for us. On Netflix there is the show “Tiny House Nation”, which I love to watch. These seem to me to be reasonably large houses, which are also really cozy. And since we moved with just one 3.5m3 container and 12 big and small suitcases, I can actually imagine that it is possible to get along in these mini houses. It would feel a bit more like a holiday and camping: The way outside would be super short, the way to the children even shorter.

Our apartment with its probably more than 200m2 is now very far away from a Tiny House and at the latest when music is playing somewhere, we can’t reach each other with our voices anymore. Then we have to make use of our feet and we really have to look into each other’s eyes to be able to talk to each other.

In this respect the good piece often still feels very big. As long as not all rooms are freed from the hideous ceiling light (direct ceiling light is always bad in my eyes, by the way, but it doesn’t even have to be a fluorescent tube or something similar underground) and we have put a small (table) lamp in every corner, it might take a moment until I feel really at home. I am full of admiration for everyone who doesn’t see it or even better – doesn’t feel it. I suspect that I have a genetic defect behind this light spleen.

But this Happy Place in the picture – it already feels very different: If I stay at this place, the ceiling light is left out naturally and the warm night table light is turned on only when necessary. Then the mat is pulled into the middle and the candle is lit in peace. When I bend, I notice that the decision to spend a little time on the mat was exactly right. Often I feel stiff and a bit awkward.

The candle can only burn when I’m actually on the mat. And it’s not lit with a profane lighter. No, there is an extra matchbox here, which was a farewell present from a family back in Germany. I don’t know if it’s allowed to be transported in a suitcase that has been checked in. Or does it have to be stored in the Carry On? Or into the container? I suppose we did it wrong and unwittingly smuggled the good piece, but that doesn’t matter. In any case, this package will be empty until we leave the country again and until then it will have given me really nice moments.

After the candle is lit, I stand in the middle of the mat and start swinging my arms in all possible directions. It’s really funny because it practically starts cracking in my back, shoulders, arms and legs… right away. No giant clicks, just small clicks showing that something is slipping back to the right place. And I breathe. As deep into the tummy as possible. And then I start to say thank you: for the day, the sunshine, the sport I’ve already done… whatever comes to mind. Then I briefly pray for a very specific person who is important to me. I said I would pray for her again and again until the candle burns empty. Before I slowly stretch to the ground, I name one thing that makes me sad right now. A friendship that no longer works, a difficulty with the children, an acute problem, an experience that goes back forever and still hurts me, or a tension in me that I am aware of right now and we find it difficult to live. And then I let go and consciously breathe the tension out of my body. There are also a few strength exercises in between, but it’s actually about becoming soft and being allowed to be simple.

I need about half an hour. After the last consciously slow rolling up of the spine, I breathe in and out deeply three more times, take two steps forward and bend towards the candle. And then you can clearly feel that this was well invested time. I felt the tension and the pain in some places and was amazed, as every time, how a good part of it is released when I breathe consciously and how I become more mobile.

I feel relaxed, sometimes tired and ready to go to bed, sometimes just balanced and ready to throw myself into the next task – and blow out the candle.

I am infinitely grateful for this happy place and the luxury of enough space to just push the mat aside and not have to roll it up. And the luxury of time and quiet to just be there.

The scar is speaking

Die Narbe spricht

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Vor rein paar Tagen war es wieder einmal soweit: ich stand in einem Raum mit einem weißen Bett, Beatmungsgerät, einem Monitor und einer großen Tafel an der Wand – ein Raum in einer Notaufnahmen, wie sie mir inzwischen seltsam bekannt sind.

Zum Glück war das Bett leer und es war purer Zufall, dass wir dort waren. Tatsächlich mussten wir dort nur paar Minuten warten, bis die Ärztin kam. Meine Kinder hatten verschiedene medizinische Themen, die abgeklärt oder behandelt werden mussten. Wir waren drei Stunden im Ärztezentrum, aber es war alles ausgesprochen harmlos. In den Wartezeiten zwischendrin habe ich mit den Kids lustige Puppen- und Suchspiele gemacht.

Leider gab es in den letzten Jahren mehrere Situationen, in denen ich mit meinen Lieben in genau solch einem Raum stand und die Umstände sehr anders waren. Es gab unter anderem epileptische Anfälle, heftige Platzwunden, die ohne Betäubung genäht werden mussten, eine allergische Reaktion auf ein Antibiotikum, bei der 95% der Haut reagierte und es schon zum Kratzen im Hals kam, ein Multiorganversagen. Fast alles ist am Ende sehr gut ausgegangen. Allerdings haben diese traumatischen Erlebnisse natürlich trotzdem ihre Spuren in mir hinterlassen. Die ohnmächtige Angst saß tief und die Sorge, dass jederzeit wieder etwas passieren könnte, hat mich eine Zeitlang intensiv begleitet und sich wie ein Schatten über mich gelegt. Inzwischen weiß ich, dass solche Dinge bearbeitet werden können und habe mir danach jeweils passende Hilfe gesucht. Wie schön, dass es professionelle Unterstützung gibt!

Das wirklich gut organisierte Notfallsystem in Deutschland hat wesentlich zu meiner seelischen Entspannung beigetragen: Sie hatten bewiesen, dass, sollte es drauf ankommen, sie tatsächlich sehr schnell vor Ort sind und wissen, was zu tun ist. Es gibt ÄrztInnen, Pfleger und Schwestern, die sich kümmern, es gibt eine Notfallnummer, die man anrufen kann, es gibt Krankenwagen, die einen transportieren, es gibt Martinshorn, Verkehrsregeln und sich an Regeln haltende Verkehrsteilnehmer, die dafür sorgen, dass man schnell im Krankenhaus ankommt.

Dieses Gefühl hat sich mit dem Umzug nach China geändert, weil es ein solches System hier schlicht nicht gibt. Wir haben in den fünf Monaten, die wir hier leben, vielleicht zweimal Martinshorn gehört und die Geschichten von Krankenwagen, die einfach nicht durchkommen, weil keiner zur Seite fährt, gehören zum alltäglichen Smalltalk zwischen Expats. Abgesehen davon sind diese Krankenwagen sehr… sagen wir einmal… schlicht ausgestattet. Das Einzige, was Du tun kannst, wenn es zum Notfall kommt: Dich selbst ins Krankenhaus begeben und hoffen, dass Du dort zügig ankommst. Optimal wäre natürlich ein internationals Krankenhaus, weil man sich dann auch verständigen kann.

Das hat natürlich Auswirkungen auf mich gehabt. Gerade am Anfang hat mir der Umstand, kein funktionierendes Notfallsystem im Rücken zu haben, sehr zu schaffen gemacht.

Inzwischen bin ich mir selbst in den Situationen wohl bekannt: Irgendein Umstand, eine Bemerkung, ein Unwohlsein der Kinder löst die Angst aus. Und dann ist sie einfach da.

Ein drückendes Gefühl auf der Brust, der Atem beschleunigt sich, die Schultern ziehen sich hoch. Die Angst ist wie eine alte Narbe am Körper. Sie ist manchmal spürbar und erzählt eine Geschichte über mein Leben und bisher gemachte Erfahrungen. Und manche Umstände zerren heftig an ihr, manchmal blutet es nochmal. Sie sagt: “Das ist unsicher hier! Du lebst gefährlich! Jederzeit könnte etwas passieren.” Und was besonders wichtig ist: Die Angst lügt nicht. Sie zeigt zumindest bei mir sehr eindrücklich auf potentielle Gefahren, die tatsächlich schon so passiert sind und erinnert mich an erlebte Traumata.

Zum Glück habe ich inzwischen ein bisschen Erfahrung, was ich tun kann.

Am wichtigsten für mich ist zu Benennen, was es ist: “Da kommt gerade Angst hoch.” “Ich fühle mich gerade angreifbar und verletzlich.” Oder was auch immer in der Situation richtig ist.

Atmen hilft wie bei jeder anderen Situation auch in dieser. Wehenatmen. Langsam und bewusst und in den Bauch. Sanftes Klopfen auf das Brustbein. Und mir bewusst machen: Ja, da ist gerade Angst. Aber wie alle anderen Emotionen wird auch sie wieder gehen.

Diese intensiven Situationen sind zum Glück inzwischen recht selten geworden, wahrscheinlich weil man sich auch an diese Unsicherheit gewöhnen kann.

Mir hilft es aber auch, mir den anderen möglichen Weg klar zu machen: Wenn ich die Angst nicht haben wollte, hätte ich in Deutschland in unserem halbwegs sicheren Nest bleiben müssen. Dann wäre zumindest ein vernünftiges Notfallsystem vorhanden gewesen. Aber dann könnte ich viel weniger reisen, viel weniger meinen Horizont erweitern, viel weniger meine Kinder zu weltoffnen, selbstbewussten Menschen erziehen, weil sich meine Angst höchst wahrscheinlich auf sie übertragen hätte. Außerdem sind die ganzen erlebten Notfälle genau in diesem vermeintlich so sicheren Land passiert…

Vielleicht wird irgendwann ein befürchteter Unfall kommen und ich werde bereuen, dass ich nicht die vermeintliche Sicherheit gewählt habe. Das ist eine realistische Möglichkeit. Aber ich hoffe einfach sehr, dass es so nicht kommen wird. Dass wir uns gut genug auskennen, dass das Netzwerk von Freunden greift und die Straßen frei sind und ein Krankenhaus in der Nähe. Wenn ich in Kürze einen Führerschein habe, wird das auch gut tun, weil ich im Notfall nicht noch auf ein Didi warten muss.

Bis dahin darf die Angst sich immer mal wieder zeigen. Sie kann mich auf neue Ideen bringen, was ich vielleicht noch tun kann, um vorbereitet zu sein. Wir konnten unseren geplanten Erste Hilfe Kurs in Deutschland nicht machen, vielleicht kann ich den nochmal nachholen. Wie bei Narben darf die Angst an erlebte Geschichten erinnern und die Heilung über das damals erlebte darf weitergehen. Stück fur Stück, wie so etwas eben funktioniert.

Aber sie darf nicht meinen Radius und meinen Horizont bestimmen. Das steht ihr nicht zu. Das werde ich nicht zulassen. Ich habe Unbekanntes, Abenteuer, Herausforderung, Verletzlichkeit gewählt. Damit wird sie zurecht kommen müssen.  

The scar is speaking

Just a few days ago I was standing again in a room with a white bed, a respirator, a monitor and a large blackboard on the wall – a room in an emergency room, as I know it strangely now.

Fortunately the bed was empty and it was pure coincidence that we were there. In fact, we only had to wait there for a few minutes until the doctor came. My children had various medical issues that had to be clarified or treated. We spent three hours at the medical centre, but it was all very harmless. In the meantime I played funny puppet and search games with the kids.

Unfortunately there have been several situations in the last few years in which I stood with my loved ones in exactly such a room and the circumstances were very different. There were epileptic seizures, multiorgan failure, severe lacerations that had to be sutured without anesthesia, an allergic reaction to an antibiotic in which 95% of the skin reacted and the throat was already scratched. Almost everything went very well in the end. But of course these traumatic experiences left their traces in me. The unconscious fear was deep and the worry that something could happen again at any time accompanied me intensively for a while and lay like a shadow over me. In the meantime I know that such things can be worked on and have always looked for suitable help. How nice that there is professional support!

The really well organized emergency system in Germany has contributed significantly to my mental relaxation: They had proved that, should it come down to it, they are actually very quickly on site and know what to do. There are doctors and nurses who take care of you, there is an emergency number that you can call, there are ambulances that transport you, there are Martinshorn, traffic rules and road users who follow the rules and make sure that you get to the hospital quickly.

This feeling has changed with the move to China, because such a system simply does not exist here. In the five months that we have lived here, we have perhaps heard Martinshorn twice and the stories of ambulances that simply cannot get through because no one drives to the side are part of the everyday small talk between expats. Apart from that, these ambulances are very… let’s say… simply equipped. The only thing you can do in case of an emergency is to go to the hospital yourself and hope to get there quickly. Of course, an international hospital would be ideal, because then you can also communicate with each other.

Of course that had an effect on me. Especially at the beginning, the fact that I didn’t have a functioning emergency system in my back caused me a lot of trouble.

In the meantime, I am well acquainted with myself in these situations: Some circumstance, a remark, an uneasiness of the children triggers the fear. And then it’s just there.

A pressing feeling on the chest, the breath accelerates, the shoulders pull up. The fear is like an old scar on the body. It can sometimes be felt and tells a story about my life and my experiences so far. And some circumstances pull at her violently, sometimes it bleeds again. It says: “This is unsafe here! You live dangerously! Something could happen at any time”. And what is especially important: Fear does not lie. At least for me it points out very impressively potential dangers that have actually already happened and reminds me of traumas I have experienced.

Fortunately, I now have a little bit of experience of what I can do.
The most important thing for me is to name what it is: “Fear just comes up.” “I’m feeling vulnerable right now.” Or whatever is right in the situation.

Breathing helps as in any other situation. Wave breathing. Slowly and consciously and in the abdomen. Gentle tapping on the Sternum. And make me aware: Yes, there’s fear right now. But like every other emotion it’ll go away.

Fortunately, these intense situations have become quite rare in the meantime, probably because one can get used to this uncertainty.
But it also helps me to make the other possible way clear: If I didn’t want to be afraid, I would have had to stay in our halfway safe nest in Germany. Then at least a reasonable emergency system would have been available. But then I could travel much less, expand my horizon much less, open my children much less to the world, educate self-confident people, because my fear would most probably have transferred to them. Besides, all the emergencies I’ve experienced have happened in this supposedly safe country…

Maybe at some point a feared accident will come and I’m gonna regret not choosing the supposed security I have. That’s a realistic possibility. But I just hope very much that it’s not gonna happen. That we know our way around well enough, that the network and the streets are clear and a hospital is nearby. If I’ll have a driver’s license soon, that’ll do me good, too, because in an emergency I don’t have to wait for a Didi.

Until then the fear may show itself again and again. It can give me new ideas, what else can I possibly do to be prepared. We were not able to complete our planned first aid course in Germany, maybe I can make up for it. As with Scars the fear may remind me of experienced stories and the healing about the the experience of that time may go on. Piece by piece, exactly the way these healings take place.

But it must not determine my radius and my horizon. I’s not entitled to that. I will not allow that. I have chosen the unknown, adventure, challenge, vulnerability. Fear have to cope with that.

How I start to inform myself

Mein Versuch, mich zu informieren

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Vor ein paar Wochen bin ich in den “friendship supermarket” im Botschaftsviertel hier in Peking gegangen, in der Hoffnung, dort Pulver für braune Soße und Gemüsebrühe zu finden. Wir hatten von beidem zwar einen kleinen Vorrat Anfang März mitgebracht, lange wird der aber nicht mehr reichen. Der Supermarkt hat ein beachtliches Sortiment an Nudeln, Schokoladen und anderen Soßen und eine noch viel beeindruckendere Auswahl an unterschiedlichsten Alkoholika. Neben den zahlreichen Lebensmitteln führt er auch einige internationale wöchentliche Nachrichtenmagazine, einige deutsche wie “Stern” und “Spiegel”sind auch dabei.

Da ich hier in Peking sehr viel Zeit mit einem Bildschirm vor den Augen verbringe, dachte ich, es wäre eine gute Idee, mal wieder eine richtige Zeitschrift in den Händen zu halten. Ich entschied mich für “the Economist”, weil auf der Titelseite ein Artikel über StartUps beworben wurde, so dass mein Mann auch etwas zum Schmöckern hätte.

Zu Hause habe ich zunächst das Inhaltsverzeichnis überflogen und die Artikel über China gesucht. Da mich Asien eigentlich nie tiefer interessiert hat, ist mein Wissen zu diesem Teil der Welt noch sehr gering. Ungefähr so, wie ein Grundschüler in den Herbstferien nach der Einschulung lesen kann: Ich erkenne einzelne Buchstaben wieder und versuche, den Rest von einem Wort zu raten.

Ich hatte an diesem Tag Glück, das Inhaltsverzeichnis im Economist versprach mir die folgenden Artikel zu China:

  • Immigrationsreform
  • Ärgerliche Tech Arbeiter
  • Westliche Solidarität mit Chaguan
  • China und die arabische Welt
  • Chinas Propaganda-Strategie auf Facebook

Ich ging direkt zu den Seiten und…. fand sie nicht. Nun, zumindest nicht alle. Bei der Einwanderungsreform geht es darum, es den Einwanderern einfacher zu machen ins Land zu kommen, dieser Artikel war vorhanden. Ebenfalls fand ich den Text über China und die arabische Welt, indem über die hohen Summen berichtet wurde, die China investiert. Der Artikel über die westliche Solidarität mit Chaguas und die Propaganda-Strategie Chinas auf Facebook war jedoch nicht zu finden. Der Text über die wütenden Tech Arbeiter war ebenfalls nicht vorhanden. Dieser hatte mich besonders interessiert, da mein Mann in diesem Bereich arbeitet und wir die Entwicklungen genau verfolgt hatten.

Nach einem kurzen Moment des Wunderns und hin und her Blätterns und nachdem ich noch einmal die Seitenzahlen kontrolliert hatte war klar: Die Seiten mit diesen Artikeln wurden schlicht aus dem Heft gerissen. Die letzten Spuren des herausgerissenen Papiers waren noch mit ganz kleinen Schnipseln zu sehen. Eine sehr saubere Arbeit, beim schnellen Durchblättern fiel es nicht auf.

Mein erster Gedanke war: Andere Kunden hatten die Seiten herausgerissen, weil sie die Themen so sehr interessierten. Allerdings lagen die Zeitschriften direkt neben der Kasse und wie sonst in China auch sind dort im Supermarkt überall Kameras angebracht. Das erschien dann doch eher unwahrscheinlich.

Und dann musste ich erst einmal durchatmen. Da war es wieder. Dieses ganz seltsame, schale Gefühl.

Offensichtlich gibt es Informationen, für die ich einen extra Aufwand betreiben muss, um sie zu bekommen. Hier reicht es noch nicht einmal aus, viel Geld für ein importiertes Nachrichtenmagazin auszugeben.

Auch in Deutschland hatte ich immer Interesse an Nachrichten gehabt, v.a. an politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Trotzdem war die Intensität, mit der ich Nachrichten verfolgte, sehr unterschiedlich.

Während der Hochphase des arabischen Frühlings war ich in der Vorbereitung auf meine Politikabschlussprüfung. Twitter und die Nachrichtenseiten waren kontinuierlich als Tabs geöffnet und ich vergoss ein paar Freudentränen mit den Menschen auf dem Tahrirplatz, als Mubarak endlich zurücktrat.

Zu anderen Phasen überflog ich alle paar Tage die tagesschau-Seite um noch halbwegs im Bilde zu sein. Während der klassischen Stilldemenz war ich froh, wenn ich den aktuellen hessischen Ministerpraesidenten benennen konnte.

Grundsätzlich würde ich sagen: Ich versuche immer, den Überblick über das Wichtigste zu behalten. Wenn ich über die Dinge Bescheid weiß, gibt mir das eine gewisse Sicherheit. Ich bin für den Smalltalk für die Menschen vorbereitet, die sich nur auf dieses Terrain trauen und ich kann mich mit anderen über die CSU aufregen, weil es so ein schönes Gefühl des Ueberlegen seins und der Verbundenheit bietet.

Hier in Peking ist das Gefühl anders. Wissen über Politik und Wirtschaft gibt mir keine Sicherheit. Im Gegenteil: Mit jedem Artikel nimmt zwar zunächst das Wissen zu, ich verstehe langsam besser die Zusammenhänge und wie das System tickt. Gleichzeitig habe ich nach jedem Artikel mehr Fragen, auch weil ich jetzt selbst Betroffene bin. So nimmt zumindest im Moment bei mir die Unsicherheit und manchmal auch ein Gefühl der Bedrohung eher zu.

Und noch etwas Anderes treibt mich an: Der Gedanke, ich muesste in ein paar Jahren oder Jahrzehnten bei den wirklich schwierigen Themen sagen “Ich habe es nicht gewusst”. Das fuehlt sich als Deutsche besonders undenkbar an, ich kann mir das schlicht nicht leisten. Diese Vorstellung finde ich noch schlimmer, als das immer wiederkehrende schale Gefuehl, wenn ich einen aufwuehlenden Artikel gelesen habe und nicht weiss, was ich mit der Information anfangen soll.

Also suche ich nun nach der optimalen Mischung, um mich über die Politik und Geschichte in China nach uns nach zu informieren. Zum ersten Mal in meinem Leben zahle ich für Apps mit Nachrichtenartikeln, im Moment die NewYorkTimes, die Frankfurter Allgemeine, the Economist. Eventuell werde ich noch die Sueddeutsche mit dazu nehmen.

Ich bin auch meine Twitter-Timeline durchgegangen und habe so viele chinesische Korrespondenten, chinesische Zeitungen auf Englisch und Nachrichtenmagazine wie möglich hinzugefügt. In den letzten Wochen kamen wirklich interessante Dinge über diesen Kanal rein, der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben.

Gleichzeitig führen mich meine Fragen auch weiter. Eines der ersten Dinge, die mir aufgefallen sind, als ich hier ankam: Mein Bild von China war bisher durch die Nachrichten nur sehr oberflächlich. Da ist dieses unfassbar große Land in der Ferne, dass sich erschreckend schnell entwickelt. Bis vor ein paar Jahren wurden dort Hunde gegessen und alles aus dem Westen nachgebaut, nun werden alle Bürger rund um die Uhr überwacht und sehr viel Geld wird in die Entwicklung von künstlicher Intelligenz gesteckt.

Dann bin ich hier angekommen und habe angefangen zu beobachten: Warum braucht es fünf Männer, um das Wasser im Bad zum Laufen zu bringen? Warum gibt es in Peking sowohl ein Museum für Wassermelonen als auch für tibetische Kultur? Warum spielt der hierarchische Unterschied zwischen einem Portier in viel zu großer Uniform und dem Pizzalieferanten eine so große Rolle? Warum treffen sich ältere Menschen im Park um WALZER zu tanzen? Warum werden im März in Geschäften Weihnachtslieder gespielt und in der Hotellobby regelmäßig die deutsche Nationalhymne?

Diese Fragen führen mich von dem großen, manchmal angsteinflößenden politischen System zu den Menschen. Die chinesische Bevoelkerung  hat innerhalb von wenigen Jahrzehnten unglaubliche Veraenderungen erlebt. Manchmal denke ich, sie alle waren Teil eines unfassbar gigantischen Laborversuchs mit der Frage, wieviel Umwaelzung  innerhalb eines Menschenlebens moeglich ist. Wie der Einzelne so etwas wegstecken kann, wie junge Menschen sich nun ihre Zukunft vorstellen und welche Freiheiten sie haben, ihre eigene Zukunft und die ihres Landes mit zu gestalten, das sind Fragen, die ich spannend finde.

Durch die Sprachbarriere sind direkte Gespraeche im Moment nur in englisch moeglich, das ist jedes Mal frustrierend, wenn man einen kontaktfreudigen Didi-Fahrer hat und man sich einfach nicht unterhalten kann. Also muss ich mich im Moment auf Lesen und Hoerbuecher konzentrieren (und sollte wahrscheinlich mehr Zeit aufs Chinesisch lernen verwenden…).

Weil ich selbst so gerne in Empfehlungen von anderen Bloggern stoebere, hier einige Buecher und Podcasts, die mich weitergebracht haben:

Buecher

Xifan Yang- “Als die Karpfen fliegen lernten. China am Beispiel meiner Familie” (nur in deutsch): Die in China geborene und im Alter von vier Jahren nach Deutschland gekommene junge Autorin erzählt die Geschichte ihrer Familie in den letzten hundert Jahren vor dem Hintergrund historischer Ereignisse in China. Die unbegreifliche Geschichte Chinas wird so persoenlich und nachvollziehbarer.

Das zweite Buch (“Die Einzelkinder – Wovon Chinas neue Generation traeumt” von Alec Ash) konzentriert sich auf die letzten dreißig Jahre in China. Es beschreibt das Leben von fünf verschiedenen jungen Menschen, die Orte, an denen sie aufgewachsen sind, und die Entwicklungen, die sie seitdem genommen haben.

Das dritte Buch malt das aktuelle China aus der Perspektive eines Couchsurfers, der mehr oder weniger illegal quer durch China reist. Sehr unterhaltsam, sehr pointiert. Stephan Orth: Couchsurfing in China

How I start to inform myself

A few weeks ago I went to the “friendship supermarket” in the embassy district here in Beijing, hoping to find powder for brown sauce and vegetable broth. We had brought a small supply of both at the beginning of March, but it won’t last long anymore. The supermarket has a considerable assortment of noodles, chocolates and other sauces and an even more impressive selection of different alcoholic beverages. In addition to the numerous groceries, he also carries several international weekly news magazines, some German ones such as “Stern” and “Spiegel” are also included.

Since I spend a lot of time here in Beijing with a screen in front of my eyes, I thought it would be a good idea to once again have a real magazine in my hands. I chose “the Economist” because an article about StartUps was advertised on the front page, so that my husband would have something to browse through as well.

At home I first browsed the table of contents and searched for articles about China. Since Asia has never really interested me more deeply, my knowledge about this part of the world is still very small. About as a primary school pupil can read in the autumn holidays after school enrolment: I recognize single letters and guess the rest of a word.

I was lucky on that day, the table of contents in the Economist promised me the following articles on China:

  • Immigration reform
  • suffering tech workers
  • Western solidarity with Chaguan
  • China and the Arab world
  • Chinas propaganda strategy on Facebook

I went directly to the pages and…. did not find them. Well, at least not all of them. The immigration reform is about making it easier for immigrants to come into the country, this article was there. I also found the text about China and the Arab world by reporting on the large sums China invests. However, the article on Western solidarity with Chaguas and China’s propaganda strategy on Facebook could not be found. The text about the angry tech workers was also missing. I was particularly interested in this because my husband works in this field and we had followed the developments closely.

After a short moment of wondering and leafing back and forth and after I had checked the page numbers again it was clear: The pages with these articles were simply torn from the magazine. The last traces of the torn paper were still visible with very small snippets. A very clean work, while fast scipping through you did not notice.

My first thought was: Other customers had torn out the pages because they were so interested in the topics. However, the magazines were right next to the checkout and, as usual in China, cameras were everywhere in the supermarket. That seemed rather improbable then nevertheless.

And then I had to take a deep breath. There it was again. This very strange, awful feeling.

Obviously there is information for which I have to make an extra effort to get it. Here it’s not even enough to spend a lot of money on an imported news magazine.

In Germany, too, I had always been interested in news, especially political and social developments. Nevertheless, the intensity with which I followed news was very different.

During the peak phase of the Arab Spring, I was in preparation for my final policy exam. Twitter and the news pages were continuously opened as tabs and I shed a few tears of joy with the people on Tahrirplatz when Mubarak finally resigned.

To other phases I flew over the tagesschau page every few days. During the classic nursing dementia I was glad if I could name the current Hessian Prime Minister.

In general I would say: I always try to be halfway in the picture. When I know about things, it gives me a certain security. I am prepared for small talk for the people who only dare on this terrain and I can get upset with others about the CSU because it offers such a nice feeling of superiority and connectedness.

Here in Beijing the feeling is different. Knowledge about politics and economics gives me no security. On the contrary: With every article the knowledge increases, I slowly understand the connections and how the system ticks. At the same time, I have more questions after each article, also because I myself am affected now. So at least for the moment the insecurity and sometimes also a feeling of threat is increasing.

And there’s something else that drives me: The thought of having to say “I didn’t know” in a few years or decades. That feels particularly unthinkable as a German, I simply can’t afford it. I think this idea is even worse than the recurring feeling when I have read a stirring article and don’t know what I can do against injustice.

So now I am looking for the optimal mix to inform myself about politics and history in China. For the first time in my life I pay for apps with news articles, at the moment the NewYorkTimes, the Frankfurter Allgemeine, the Economist. Maybe I’ll take the Sueddeutsche with me.

I also went through my Twitter timeline and added as many Chinese correspondents, Chinese English newspapers and news magazines as possible. In the last weeks really interesting things came in through this channel, the effort seems to have been worth it.

At the same time my questions lead me on. One of the
first things I noticed when I got here: My picture of China
was so far by the news only very superficially and in the large and
all of them prejudiced. There is this unbelievably large country in the
Distant that develops frighteningly quickly. Until a few years ago
there were eaten dogs and everything from the west was reconstructed, now all of them will be Citizens monitored around the clock and incredible amount of money will be invested in the development
of artificial intelligence.

Then I arrived here and started watching: Why does it take five men to get the water running in the bathroom? Why is there a watermelon museum and a Tibetan culture museum in Beijing? Why does the hierarchical difference between a doorman in much too large a uniform and the pizza supplier play such a big role? Why do older people meet in the park to dance WALZER? Why are Christmas carols played in shops in March and the German national anthem regularly played in the hotel lobby?

These questions lead me from the big, sometimes scary political system to the people. The Chinese population has undergone incredible changes within a few decades. Sometimes I think they were all part of an unbelievably gigantic laboratory experiment with the question of how much change is possible within a human life. How the individual can put something like this away, how young people imagine their future and what freedoms they have to help shape their own future and that of their country, these are questions that I find exciting.

Thanks to the language barrier, direct conversations are currently only possible in English, which is frustrating every time you have a sociable Didi driver and you just can’t talk. So at the moment I have to concentrate on reading and listening (and should probably spend more time learning Chinese…).

Because I myself like to jog around in recommendations from other bloggers, here are some books and podcasts that have taken me further:

Xifan Yang- “Als die Karpfen fliegen lernten” (only in German): The young author, who was born in China and came to Germany at the age of four, tells the story of her family in the last hundred years against the background of historical events in China. The incomprehensible story of China thus becomes more personal and comprehensible.

The second book (“Wish lanterns – Young Lives in New China” by Alec Ash) focuses on the last thirty years in China. It describes the lives of five different young people, the places where they grew up, and the developments they have undergone since then.

The third book paints current China from the perspective of a couchsurfer who travels more or less illegally across China. Very entertaining, very pointed. Stephan Orth: Couchsurfing in China (Until now only in german, his other books on Iran and Russia are already translated, so there is a chance…)

How did we end up in Beijing?

Deutsch weiter unten…

That’s right – since the beginning of March we are in Beijing as a family. The whole thing took its course sometime last year.

A friend asked my husband if he could recommend him for a position in Beijing with the car manufacturer he worked for. We were sure that my husband wouldn’t get the job because he quit his studies.

Then they were interested. And telephoned again and again. Nothing, nothing at all had made me look longingly into the Asian region so far. Especially not after we had already put New York and San Francisco on the list of potential next places to live in the last few years. USA, Australia, Scandinavia, Canada… I could have imagined many places spontaneously. Asia actually not at all.

But the conversations became more and more concrete and at some point I said to my husband: “I don’t want to go to Beijing.” He was very understanding in the sense of: “Ok, I see. And we will not go if you are not happy with it. But at least I want to know how far I can get and if they would make me an offer.” Yes, ok. I realized that.

So the talks went on and then he was supposed to go to Beijing to get to know the place. Before that we started researching and reading blogs and talking to people for the first time. At least we wanted to know what we were saying “no” to. Basically we noticed then: Ok, you can actually lead a relatively normal life. It also became clear to us that we always wanted to educate our children to be cosmopolitan people who could cope in really unusual circumstances and were not afraid of the “unknown”. We noticed more and more clearly: We would get angry with ourselves for the rest of our lives if we didn’t take the chance and of course we also knew that something like this would probably be offered to us exactly once in our lives.

So in the end we took it. Of course there were a lot of reasons against it: We had only rebuilt the house of the parents-in-law 1.5 years ago, had moved in and had since then the babysitters directly in the house, the little one had started school only six months ago and had just settled in beautifully, I myself had a really suitable job, with which quite many organizational things fit super well, I actually like planning and routines very much and am not really good with change and new environments. And of course: Beijing is really far away – spatially but above all culturally.

Curiosity simply won in the end. How would the children and we get along in a completely new environment? What would we really miss? What could we do without and have not yet dared to implement it? Would we manage to live our very own normality in such a foreign country?

Now we are here. After the termination of my job, the review of our entire household and the reduction to eight large suitcases and a small flight container, after numerous farewells and one or two tears. For a good month we are building now a completely new life, far away from home, surrounded by foreign culture, foreign smells, foreign language, very little known. It is an adventure every day. That’s exactly what we wanted and what we decided for.

Wie sind wir nach Peking gekommen?

Das ist richtig – wir sind seit Anfang Maerz als Familie zu viert in Peking. Seinen Lauf hat das Ganze irgendwann im letzten Jahr genommen.

Ein befreundeter Gruender fragte bei meinem Mann nach, ob er ihn bei dem Autobauer fuer den er arbeitete fuer eine Position in Peking vorschlagen kann. Wir waren uns sicher, dass mein Mann den Job gar nicht bekommen wuerde, weil er das Studium abgebrochen hatte.

Dann waren sie doch interessiert. Und telefonierten wieder und wieder. Nichts, gar nichts hatte mich bisher sehnsuechtig in den asiatischen Raum blicken lassen. Vor allem nicht, nachdem wir auch schon New York und San Francisco in den vergangenen Jahren auf der Liste der potentiellen naechsten Wohnorte stehen hatten. USA, Australien, Skandinavien, Kanada… Vieles Andere haette ich mir spontan vorstellen koennen.

Die Gespraeche wurden allerdings immer konkreter und ich sagte irgendwann zu meinem Mann: “Ich will nicht nach Peking.” Er war sehr verstaendnisvoll im Sinne von: “Das verstehe ich. Wir gehen nicht, wenn Du nicht willst. Aber ich will zumindest wissen, wie weit ich komme und ob sie mir ein Angebot machen wuerden.” Ja, ok. Das sah ich ein.

Also gingen die Gespraeche weiter und dann sollte er nach Peking zum Kennenlernen vor Ort. Davor haben wir das erste Mal angefangen, zu recherchieren und Blogs zu lesen und mit Menschen zu sprechen. Wir wollten zumindest wissen, wozu wir “nein” sagen.

Im Grunde haben wir dann gemerkt: Ok, man kann dort eigentlich ein relativ normales Leben fuehren. Uns wurde ausserdem klar, dass wir unsere Kinder immer zu weltoffenen Menschen erziehen wollten, die auch in wirklich ungewoehnlichen Umstaenden zurecht kommen und keine Angst vor dem “Unbekannten” haben. Wir merkten immer deutlicher: Wir wuerden uns den Rest unseres Lebens aergern, wenn wir die Chance nicht wahrnehmen und natuerlich wussten wir auch: So etwas wird uns wahrscheinlich genau einmal im Leben angeboten.

Also griffen wir letztlich zu.

Natuerlich gab es jede Menge Gruende, die dagegen sprachen: Wir hatten erst vor 1,5 Jahren das Haus der Schwiegereltern umgebaut, waren eingezogen und hatten seitdem die Babysitter direkt im Haus, die Kleine war erst vor sechs Monaten in die Schule gekommen und hatte sich gerade wunderbar eingelebt, ich selbst hatte einen wirklich tollen Job, bei dem ganz viele organisatorische Dinge gut gepasst haben, ich mag eigentlich Planbarkeit und Routinen und Bekanntes sehr gerne und bin nicht wirklich gut mit Veraenderung und neuen Umfeldern. Und natuerlich: Peking ist wirklich weit weg- raeumlich aber vor allem auch kulturell.

Am Ende hat schlicht die Neugierde gesiegt. Wie wuerden die Kinder und wir selbst in einem komplett neuen Umfeld zurecht kommen? Was wuerde uns tatsaechlich fehlen? Worauf koennten wir gut verzichten und haben uns bisher nur nicht getraut, es umzusetzen? Wuerden wir es schaffen, in einem so fremden Land unsere ganz eigene Normalitaet zu leben?

Nun sind wir da. Nach der Kuendigung meines Jobs, der Durchsicht unseres gesamten Haushalts und der Reduktion auf acht grosse Koffer und einem kleinen Flugcontainer, nach zahlreichen Abschieden und der ein oder anderen Traene. Seit einem guten Monat sind wir dabei, uns ein komplett neues Leben aufzubauen, fern von der Heimat, umgeben von fremder Kultur, fremdend Geruechen, fremder Sprache, sehr wenig Bekanntem. Es ist jeden Tag ein Abenteuer. Also genau das, was wir wollten und wofuer wir uns entschieden haben.

Dankbarkeit im Krankenhaus

english below

Wir hatten mal wieder eine spannende Woche. Ich will an dieser Stelle nicht “endlich” sagen, weil es generell an Spannung gerade nicht fehlt in unserem Leben. Aber die letzten drei Tage waren doch speziell.

Zur Vorgeschichte: Mein Mann lag seit kurz vor Weihnachten mit einer Nasennebenhöhlenentzündung im Bett, die einfach nicht abheilen wollte. Letzte Woche ging er dann zum Arzt, der verordnete ein Antibiotikum. Das schlug auch ganz gut an, bis es dann Mittwochmorgen war. Komischer Ausschlag und Schwellungen hatten sich an der Hand meines Mannes breit gemacht. Also ab zum Arzt: “Ok, das ist eine allergische Reaktion. Bitte das Antibiotikum absetzen und Calcium und diese Tabletten nehmen.” Mittwochabend bin ich dann langsam unruhig geworden. Der Ausschlag wurde nicht besser, der Puls meines Mannes war ungewöhnlich hoch. Donnerstag Früh hatte sich der Ausschlag auf den ganzen Körper verteilt. Beim Arzt hat der Kreislauf dann fast schlapp gemacht und der Arzt rief beim Blick auf meinen Mann und den Ausschlag nur noch: “Ach Du Scheiße!” und kabelte ihn direkt an den Tropf mit Kortison. Weil trotzdem keine Besserung eintrat, wurde er kurzerhand ins Krankenhaus verfrachtet. Dort wurde es dann ab gestern Nachmittag ganz langsam besser. Heute konnte er wieder entlassen werden.

Das war alles ein bißchen dramatisch und sicherlich nicht das, was ich mir freiwillig ausgesucht hätte.

Aber aus anderen schwierigen Situationen weiß ich: Es hilft enorm viel, sich auf das Gute zu konzentrieren. Gestern habe ich in dem Bangen und Hoffen ganz bewusst nach den guten Dingen gesucht. Hier also das Ergebnis meiner kleinen Übung “Dankbarkeit im Krankenhaus”:

  • Danke für den Arzt, der beherzt Gegenmaßnahmen eingeleitet und die Reaktion unterbrochen hat (die roten Schwellungen wären im nächsten Schritt aufgeplatzt, dann hätte akute Infektionsgefahr bestanden und mein Mann hätte isoliert werden müssen).
  • Danke, dass die Reaktion nicht auf die Atmung gegangen ist!!!
  • Danke für Krankenhäuser in Deutschland und eine Versicherung, die für alles aufkommt.
  • Danke für unsere gute finanzielle Situation, so dass wir uns die Parkkosten leisten können, ohne zweimal nachdenken zu müssen.
  • Danke für Familie, die die Kinderbetreuung an dem Tag schon hatte oder schnell noch übernommen hat, so dass ich den ganzen Tag bei meinem Mann sein konnte, ihn mit Essen und Trinken versorgen konnte und er nicht alleine die vielen Stunden auf dem Gang liegen musste, bis er endlich auf Station kam.
  • Danke für Freunde und Familie, die für uns gebetet und uns ermutigt haben.
  • Danke für Internet und WhatsApp, so dass man schnell alle informieren und auf dem Laufenden halten konnte.
  • Danke für die Schwiegermama, die mir völlig übermüdet abends noch was Warmes auf den Teller gezaubert hat.
  • Danke, dass die Rötungen und Schwellungen heute deutlich zurückgegangen und lange nicht mehr 95% der Haut betroffen sind, so wie gestern Nachmittag.
  • Heute Morgen war ich für unser warmes Auto dankbar, dass mich sicher durch den Schneeregen gebracht hat.
  • Danke für Pfleger und Apotheker, die uns halfen, alle notwendigen Medikamente zu bekommen, auch wenn der Arzt vor dem Wochenende nicht mehr erreichbar war und keine Rezepte ausstellen konnte.
  • Danke, dass die Allergie in Deutschland und nicht erst in China bekannt geworden ist (hierzu dann mehr in einem der nächsten Beiträge…)

Wir atmen jetzt noch ein bißchen und freuen uns, dass wir uns haben.

Gratitude in the hospital

We had another exciting week. I don’t want to say “finally” at this point, because there is generally no lack of tension in our lives. But the last three days were special.

About the prehistory: My husband had been lying in bed with a sinus infection shortly before Christmas, which simply didn’t want to heal. Last week he went to the doctor, who prescribed an antibiotic. That worked quite well until it was Wednesday morning. Funny rash and swelling had spread to my husband’s hand. So off to the doctor: “Ok, that’s an allergic reaction. Please stop taking the antibiotic and take calcium and these tablets.” Wednesday evening I got restless. The rash didn’t get any better, my husband’s pulse was unusually high. Thursday morning the rash had spread all over my body. At the doctor’s the circulation almost broke down and the doctor shouted at my husband and the rash: “Oh shit!” and cabled him directly to the cortisone drip. Because there was still no improvement, he was sent to the hospital without further ado. Yesterday afternoon things slowly got better there. Today he could be released again.

That was all a bit dramatic and certainly not what I would have chosen voluntarily.

But from other difficult situations I know: It helps a lot to concentrate on the good. Yesterday I consciously searched for the good things in my fears and hopes. So here’s the result of my little exercise “Gratitude in the hospital”:

  • Thank you for the doctor who courageously initiated countermeasures and interrupted the reaction (the red swellings would have burst in the next step, then there would have been an acute risk of infection and my husband would have had to be isolated).
  • Thank you for not responding to breathing!!
  • Thank you for hospitals in Germany and an insurance company that pays for everything.
  • Thanks for our good financial situation, so that we can afford the parking costs without having to think twice.
  • Thanks for the family, who already had the child care on that day or quickly took over, so that I could be with my husband all day, could provide him with food and drink and he didn’t have to lie alone the many hours in the corridor until he finally came to ward.
  • Thanks for friends and family who prayed for us and encouraged us.
  • Thank you for Internet and WhatsApp, so that you could quickly inform everyone and keep them up to date.
  • Thank you for your mother-in-law, who overtiredly put something warm on my plate in the evening.
  • Thanks to the fact that the redness and swellings today clearly decreased and for a long time no more 95% of the skin are affected, like yesterday afternoon.
  • this morning I was thankful for our warm car, which brought me safely through the snow rain.
  • Thanks for the nurses and pharmacists, who helped us to get all necessary medication, even if the doctor was not reachable before the weekend and could not give prescriptions.
  • Thanks that the allergy became known in Germany and not only in China (more about this then in one of the next contributions…)

We still breathe a little and are happy that we have each other.

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Diese drei Situationen haben mein Weihnachten gerockt

These three situations rocked my Christmas – english below

Die letzten Jahre gab es hier häufiger einen Jahresrückblick. Dieses Jahr nicht. Mir ist es gerade herzlich egal ob wir 2018, 2019 oder auch schon 2050 haben. Hier liegt soviel Arbeit vor der Brust, dass das komplett nebensächlich ist. Und danke der Nachfrage: Die Feiertage waren sehr schön, aber leider auch recht anstrengend, weil mein Mann gesundheitlich komplett ausgefallen ist. Und wir sind wirklich gut als Gastgeberteam. Alleine geht´s auch, aber dann ist es nur halb so schön und doppelt anstrengend.

Trotzdem gab es echte Highlights an diesen Tagen. Hier meine drei Lieblingssituationen vom Weihnachtsfest:

  1. Am Heiligabend habe ich mir im großen Trubel der Großfamilie, zwischen Geschenke auspacken und Essen vorbereiten und Weihnachtsbaum vorm Brennen retten die kleine Nichte von sechs Monaten in den Arm legen lassen und mich hingesetzt. In einen Sessel. Und bin erst nach 1,5 h wieder aufgestanden als sie ausgeschlafen hatte. Das Beste, was man mit den kleinen Schlümpfen machen kann. Ihre Fähigkeit, einen selbst runter zu fahren ist immer wieder eindrücklich.
  2. Abends waren wir in geschrumpfter Anzahl beim Chinesen essen, der irgendwie von dem Feiertag und den hungrigen Menschen überrascht war (Weihnachten war auch wirklich früh dieses Jahr…). Vor lauter Langeweile und Warterei hat mein Sohn auf einem Schmierpapier angefangen, Grafitti zu malen. Macht er immer in solchen Situationen. Und die Uroma direkt nebendran: “Was? Du malst mit links???” Die ganzen Vorurteile, die dieser Generation zum Thema Linkshändigkeit eingeimpft wurden, materialisierte sich und legte sich als feiner Staub auf den leider immer noch leeren Tisch. Keine Ahnung, was dann passierte. Mein Sohn hat offensichtlich einen produktiven Umgang mit der schweren Irritation gefunden: Als nächstes höre ich wunderbar naives vor sich Hinkichern von der sonst immer sehr kontrollierten Urmama und traue meinen Augen kaum, als ich rüber schaue: Sie versucht mit Links zu schreiben und amüsiert sich königlich über ihre eigene Unfähigkeit, ein einzelnes Wort mit der “falschen Hand” halbwegs leserlich zu Papier zu bringen. Family at its best!
  3. Der erste Weihnachtsfeiertag war lang und schön und mit viel Essen und vielen Gesprächen gespickt. Am Ende sind alle weg und ich bleibe mit einer chaotischen Küche und einem abgegessenen Tisch zurück. Und einer Tochter, die dringend Zeit von mir braucht. Also schieben wir eine Ecke auf dem Tisch frei und bauen Lego. In Ruhe und ohne Hektik. Dann kommt eine der vielen Teilzeitmitbewohnerinnen unseres Hauses in unsere Küche. Sie sieht müde und geschafft aus. Ich lade sie ein, sich doch in unser Chaos mit dazuzugesellen. Sie setzt sich und wir reden und bauen Lego, irgendwann trinken wir zusammen noch Gin Tonic und ich stelle mich in meine Küche und sage: “Ich mag meine Küche in so einem abgefeierten Zustand. Das zeigt mir, dass hier intensiv gelebt wurde.” Dann mache ich uns noch Gulasch warm und wir schnabulieren Käse zum Rotwein und amüsieren uns über meine Tochter, die wirklich lustige Geschichten erzählt. Zwischendrin bauen wir weiter Lego. Am Ende drücken wir uns fest und ich bin sprachlos, dass mein Chaos und meine Zeit gerade Jemanden das Leben einfach leichter gemacht haben.

In diesem Sinne: Ich wünsche allen ein tolles neues Jahr!! 2019 war jetzt als nächstes dran, oder???

The last few years there has been a lot of annual reviews here. Not this year. I don’t care if we have 2018, 2019 or 2050. There is so much work here that it is completely irrelevant. And thank you for asking: The holidays were very nice, but unfortunately also quite exhausting, because my husband was completely out of health. And we are really good as a host team. So is geht´s alone, but then it’s only half as nice and twice as exhausting.

Nevertheless, there were real highlights on these days. Here are my three favourite Christmas situations:

  1. On Christmas Eve, in the hustle and bustle of the extended family, I had the little niece of six months laid in my arms and sat down in the middle of unpacking presents and preparing food and saving the Christmas tree from burning. In an armchair. And I only got up after 1.5 hours when she had slept in. The best thing you can do with the little Smurfs. Her ability to drive yourself down is always impressive.
  2. In the evening we had a shrunken dinner with the Chinese, who was somehow surprised by the holiday and the hungry people (Christmas was really early this year…). Due to boredom and waiting my son started to paint graffiti on a smear paper. He always does it in such situations. And the great-grandmother right next door: “What? You paint with your left????” All the prejudices that were implanted in this generation on the subject of left-handedness materialized and lay as fine dust on the unfortunately still empty table. I have no idea what happened then. My son obviously found a productive way to deal with the severe irritation: Next, I hear wonderfully naïve chuckling from the otherwise very controlled Urmama and hardly believe my eyes when I look across: She tries to write with links and amuses herself royally about her own inability to put a single word with the “wrong hand” halfway legibly on paper. Family at its best!
  3. The first Christmas day was long and beautiful and full of food and conversations. At the end everyone is gone and I stay behind with a chaotic kitchen and an eaten table. And a daughter who urgently needs time from me. So we push a corner on the table free and build Lego. In peace and without hectic. Then one of the many part-time residents of our house comes into our kitchen. She looks tired and exhausted. I invite her to join us in our chaos. She sits down and we talk and build Lego, sometime we drink gin and tonic together and I stand in my kitchen and say: “I like my kitchen in such a celebrated state. This shows me that there has been an intense life here.” Then I warm up some goulash and we schnabulate cheese with red wine and have fun with my daughter, who tells really funny stories. In between we continue to build Lego. At the end we press hard and I am speechless that my chaos and my time just made life easier for someone.

In this sense: I wish you all a great new year! 2019 was the next year, wasn’t it???

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Nicht Zählen – sondern Zuhören

Not counting – but listening (for an english version: scroll to the bottom)

Vor gut einem Jahr hatte ich gerade einen Film über Frauen und ihr Körperbild gesehen, ich habe mich wieder einmal über die Gewichts-Reduktions-Industrie geärgert und meine Tochter hat bei meinem Gang auf die Waage gefragt: “Mama, wieso machst Du das?” Ganz ehrlich: Warum eigentlich?

Als dann die Waage halb kaputt war und nur noch mit zahlreichen Klicks vor jedem Wiegen funktionierte, hatte ich einen Anlass und habe entschieden: Ich brauch das Ding nicht mehr und habe es kurzerhand entsorgt. Den einen Abend im Frühjahr BRAUCHTE ich dann doch plötzlich eine Waage, um das Gewicht eines Koffers zu kontrollieren. Ich bin kurzerhand zu den Schwiegereltern ein Stockwerk hoch gelaufen.

Mir ist vor kurzem bewusst geworden, dass mit dem Entsorgen der Waage ein wesentlicher Stresspunkt in meinem Leben einfach weggefallen ist. Davor bin ich sehr wohl vor fast jedem Duschen und möglichst nach dem Toilettengang und mit wenig Essen im Bauch direkt am Morgen auf die Waage gegangen und hatte dann unter der Dusche viel Zeit zum Nachdenken über die Zahl, die das Gerät ausgespuckt hatte. Woran mag es gelegen haben, dass sie sich seit dem letzten Mal nach oben bewegt hat? Waren es die Nudeln gestern Abend um acht Uhr? Oder das Eis mit Sahne vor zwei Tagen? Und wenn es trotz ausführlicher Abendessen mit Freunden und dem dazugehörigen super leckeren Wein trotzdem nach unten gegangen ist, hab ich mir nur noch den Kopf gekratzt und mich gewundert: Wie kann das jetzt sein?

Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Macht wir den Zahlen über uns geben. Es ist keine pure Analyse eines Ist-Zustandes, sondern mit jeder Menge Emotion verbunden. Was sagen die Zahlen am Ende eigentlich über mich aus? Nichts. Gar nichts. Da das Gewicht noch nicht einmal Auskunft über die Zusammensetzung des Körpers, also Wasser, Muskeln, Fett, etc. gibt, kann man aus der Zahl alleine nicht schließen, ob ich schlank oder träge oder schwerkrank bin.

Tägliches Wiegen ist genauso, als wenn wir uns jeden Abend mit dem Partner hinsetzen und bewerten, wie er sich an diesem Tag verhalten hat. War er brav gibt es ein Lob, war er aufmüpfig, schimpfen wir kräftig mit ihm. Kann man so machen. Besonders glücklich und erfüllt wird diese Beziehung wahrscheinlich nicht sein.

Der einfachste Weg, den bescheuerten sinnlosen Zahlen nicht mehr die Möglichkeit zu geben, über meinen Wert zu bestimmen, war für mich also die Waage zu entsorgen. Sie war schlicht überflüssig und hatte nichts zu einem erfüllten Leben beizutragen.

Gleichzeitig war dieser Schritt ein Akt des Widerstands für mich gegen ganze Industriezweige, die damit Geld verdienen, mir einzureden, dass mein Körper nicht in Ordnung ist und verändert werden muss. Nein, ich bin nicht bereit, Euren Lügen zu glauben! Allerdings war mir diese Form des Widerstands dann auch zu passiv. Neben dem Nicht-mehr-Wiegen melde ich inzwischen jede Werbung, die mir auf facebook oder Instagram gezeigt wird mit der Botschaft “So nimmst Du endlich ab” oder “In kurzer Zeit zum Traumkörper” postwendend als beleidigend. Ich muss nicht abnehmen. Wir kommt ihr Schweinebacken dazu, uns Frauen ständig einzureden, dass es das Normalste der Welt ist, mit dem eignen Körper unzufrieden zu sein? Am Anfang hat es sich total komisch angefühlt, inzwischen genieße ich es. Jedes Mal sage ich damit nein zu einer Lüge, die mir entgegen geschleudert wird und ja zu meinem eigenen Körper und dem wie er eben gerade ist.

Die nicht mehr vorhandene Waage hat auch noch einen anderen Prozess unterstützt, nämlich genauer auf meinen Körper zu hören. Es ist ja wirklich erstaunlich, was er alles zu erzählen hat, wenn ich nicht ständig dabei bin, ihn aufgrund von Zahlen zu bewerten und zu kritisieren. Nach meiner Erfahrung braucht es ein bißchen Übung und Ausprobieren, um zu spüren oder zu hören, was denn grundsätzlich gut tut.

Mir selbst fällt das “Zuhören” gerade in stressigen Zeiten schwer, weil dann so vieles anderes durch die Gedanken rauscht. Aber wenn ich mir ein paar Minuten Zeit nehme und mich auf mich selbst konzentriere, dann werden die Bedürfnisse meist sehr deutlich:

  • Ich habe Durst und brauche mehr Wasser.
  • Ich bin vom langen Sitzen steif und muss gestreckt werden.
  • Ich hab Sehnsucht nach Wald und Bewegung.
  • Du hattest so viele anstrengende Gedanken, es wäre super, wenn Du Dich mal austobst oder richtig doll lachst.
  • Vielleicht könntest ein bißchen Kuscheln mit Deinen Kindern und an ihnen schnuppern, auch das entspannt mich.
  • Nee, nicht schon wieder Denken und Sorgen machen, Yoga und atmen wären jetzt eine bessere Alternative.
  • Du hast in den letzten Wochen einiges an Brot und Süßigkeiten gegessen, ich brauche jetzt Vitamine, jede Menge Vitamine.
  • Sonne und Wärme und Stürme und Regen mag ich gerne spüren. Am liebsten in Kombination mit Lachen und Sprechen und langen Spaziergängen.

Ich wünsche mir so sehr, dass es mir auch gerade in den stressigen, vollen Zeiten gelingt, gut auf meinen Körper zu hören und ihn liebevoll zu versorgen.

Und vor allem wünsche ich mir, meiner Tochter ein Vorbild in Sachen Körperliebe zu sein. Möge sie mit großer Selbstverständlichkeit ihren Körper als lebenslanges zu Hause und guten Freund kennenlernen, ihn gut versorgen und sich pudelwohl mit ihm fühlen.

About a year ago I had just seen a film about women and their body image, I was once again angry about the weight reduction industry and my daughter had asked on my walk on the scales: “Mama, why are you doing this?” Honestly: Why actually?

When the scale was half broken and only worked with numerous clicks before each weighing, I had a reason and decided: I don’t need the thing any more and disposed of it without further ado. One evening in the spring I suddenly needed a scale to check the weight of a suitcase. Without further ado I ran up one floor to my parents-in-law.

Recently I became aware that with the disposal of the scales an essential stress point in my life has simply disappeared. Before that, I did go straight to the scales in the morning, before almost every shower and if possible after going to the toilet and with little food in my stomach, and then had a lot of time under the shower to think about the number the device had spat out. What might have been the reason for her moving upwards since the last time? Was it the noodles last night at eight o’clock? Or the ice cream with cream two days ago? And if it nevertheless went down despite extensive dinner with friends and the super delicious wine, I just scratched my head and wondered: How can that be now?

It’s really amazing how much power we give to the numbers about us. It’s not a pure analysis of an actual state, it’s connected with a lot of emotion. What do the numbers in the end actually say about me? Nothing. Nothing at all. Since the weight does not even give information about the composition of the body, i.e. water, muscles, fat, etc., one cannot conclude from the number alone whether I am slim or lazy or seriously ill.

Daily weighing is the same as sitting down every evening with your spouse and evaluating how he or she behaved that day. If he was good, there is praise, if he was rebellious, we scold him strongly. You can do that. This relationship will probably not be particularly happy and fulfilled.

The easiest way to stop giving the stupid senseless numbers the opportunity to determine my value was for me to dispose of the scales. It was simply superfluous and had nothing to contribute to a fulfilled life.

At the same time this step was an act of resistance for me against whole branches of industry, which earn money by persuading me that my body is not in order and has to be changed. No, I am not ready to believe your lies! However, this form of resistance was too passive for me. Beside the not-more-weighing I announce meanwhile each advertisement, which is shown to me on facebook or Instagram with the message “So you finally take off” or “In short time to the dream body” immediately as insulting. I don’t have to lose weight. How do you get your pork cheeks to constantly tell us women that it is the most normal thing in the world to be dissatisfied with your own body? In the beginning it felt totally strange, but now I enjoy it. Every time I say no to a lie that is thrown towards me and yes to my own body and that which it is just now.

The balance that no longer exists has also supported another process, namely to listen more closely to my body. It is really amazing what he has to tell, if I am not constantly evaluating and criticizing him on the basis of numbers. In my experience it takes a bit of practice and trial and error to feel or hear what is fundamentally good.

I find it difficult to “listen” to myself, especially in stressful times, because then so much else rushes through my thoughts. But when I take a few minutes and concentrate on myself, the needs usually become very clear:

  • I am thirsty and need more water.
  • I am stiff from sitting for a long time and have to be stretched.
  • I have a longing for woods and exercise.
  • You had so many exhausting thoughts, it would be great if you let off steam or laugh really hard.
  • Maybe you could snuggle up a bit with your children and sniff them, that relaxes me too.
  • No, not thinking and worrying again, yoga and breathing would be a better alternative now.
  • You have eaten a lot of bread and sweets in the last few weeks, I now need vitamins, lots of vitamins.
  • I like to feel sun and warmth and storms and rain. Preferably in combination with laughing and talking and long walks.

I wish myself so much that even in stressful, full times I succeed in listening well to my body and caring for it lovingly.

And above all I wish to be a shining example for my daughter in matters of body love. May she get to know her body as a lifelong home and good friend, take good care of it and feel very comfortable with it.

Urlaub – Zeit zum Lernen

Vaccation – Time to Learn

(for an english version: scroll to the bottom)

Wir sind frisch aus dem Urlaub zurück, und ja, es war wunderbar erholsam und sowohl mit wohlverdienter Ruhe als auch frischer Inspiration und Wissen gespickt.

Hier sind meine drei Highlights:

Unter Wasser atmen 

Das ist ja einfach mal völlig unnatürlich, was man da beim Schnorcheln machen muss: Ein- und Ausatmen während man mit dem Kopf unter Wasser ist. An der kroatischen Küste gibt es aber jede Menge wunderbarer Dinge unter Wasser zu entdecken. Also haben wir ein paar Tage vor der Abfahrt auch für die “Kleine” einen Schnorchel besorgt und sie im heimischen Mini-Pool mal probieren lassen. Die beiden Kommandos “Atmen!” und “Ruhig ins Wasser legen!” haben in der Umsetzung dann einen Moment gebraucht.

Im großen Meer, in dem sie vorher noch nie geschwommen ist und in dem es noch jede Menge Wellen und Felsen und Seeigel gab, war es noch aufregender. Trotzdem hatte sie es schon nach kurzer Zeit und ein bißchen Übung raus. Schon bald tauchte sie mit Papa los. Und ich als Mama war völlig fasziniert und begeistert, als sie dann von einem Fels zum nächsten taucht, zwischendrin gemütlich im Wasser liegt und nichts mehr tut und mein Mann sagt: “Da schwimmt gerade ein Schwarm Fische unter ihr durch”. Ich liebe es, meine Kinder beim Weltentdecken zu unterstützen und ihre Horizonte zu erweitern!

Internationaler Widerstand im verschlafenen Osor

In dem neuen Buch von Rachel Held Evans “Inspired. Slaying giants, walking on water, and loving the bible again” hatte ich morgens von verschiedenen Menschen in der Bibel gelesen, die gegen die Ägypter oder Römer Widerstand leisteten.

Mittags haben wir einen Ausflug in das überhitzte und leergefegte Osor am Übergang der beiden Inseln Cres und Losinj gemacht. Wir waren schon fast auf dem Weg zur nächsten Bucht, als ich das Schild für eine Cartoonausstellung sah. Unsere graffitibegeisterten Jungs hatten endlich etwas Interessantes zum Anschauen und ich fragte den kauzigen alten Mann mit längeren weißen Haaren im Zopf und der Kippe im Mundwinkel aus, der uns die Zettel zum Abstimmen in die Hand drückte (aha, hier geht es also um einen Wettbewerb). Er macht solche Ausstellungen schon seit vielen Jahren, es beteiligen sich Cartoonisten aus aller Welt und jeden Alters. Wie kommt es zu den ganzen Bildern von Künstlern aus China und Iran? Die Cartoonszene ist dort mit am Stärksten vertreten und alle sind übers Internet miteinander verbunden. Kunst als eine der vielen Formen des Widerstands. In einem unscheinbaren Ort in der Kvarner Bucht in Kroatien.

Pläne geändert wegen Unwissenheit

Auf dem Weg nach Kroatien sind wir unter anderem durch Slovenien gefahren. Ich sah meinen Mann an und fragte ihn: Was weißt Du über Slovenien? Und Ljubljana? Nichts? Ja, ich irgendwie auch nicht…

Wir hatten für den Schluß eigentlich einen Tag für den Klassiker einer Kroatien-Besuchs eingeplant: Die Plitvicer-Seen. Als wir den Campingplatz mit schon ein wenig Campingmüdigkeit dann kurz vor Ende buchen wollten, lasen wir noch einmal genauer im Reiseführer: “Die schlechtesten Monate für einen Besuch sind zweifellos der Juli und August – dann tröpfeln die Wasserfälle nur noch, man findet kaum einen Parkplatz, die schiere Besuchermenge macht Wanderungen zur Polonaisen, und lange Schlangen bilden sich an den Bussen und Booten, die die Besucher durch den Nationalpark befördern.” Na gut, das klingt bescheiden. Wollen wir uns nicht Ljubljana anschauen?

So landeten wir für zwei Nächte in dem wirklich sehr schön umgebauten Hostel Celica, einem ehemaligen Militärgefängnis. Das Hostel liegt auf dem Gelände der ehemaligen belgischen Kaserne an der Metalkova-Straße. Die Kaserne wurde nach der Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien 1991 von Künstlern “erobert”, in unmittelbarer Nähe sind inzwischen mehrere Museen, Skate- und Basketballplätze. Das Hostel selbst setzt sich intensiv mit der Geschichte auseinander, eine Tafel endet mit dem Satz: “Never again a prison, but rather a space of fresh, simple delights.”

Wir haben das Hostel und die Umgebung erforscht und waren ca. vier Stunden auf dem Schloß mit den Audioguides unterwegs. Die Drachen- und Tromostovje-Brücke haben wir gesehen und unsere Kleine hat in der Marijinega-Kirche gebetet.

Unter anderem haben wir folgende Dinge an dem einen Tag, den wir in Ljubljana hatten, gelernt:

  • Die Umrisse von Slovenien sehen aus wie ein Huhn.
  • Im größten Teil Sloweniens ist es im Winter ziemlich kalt und im Sommer sehr warm (die zweite Hälfte können wir bestätigen).
  • Ältestes Fundstück: Ein Holzrad, das wohl vor 5200 Jahren gebaut wurde.
  • Auch in Ljubljana wurde ein Drache besiegt (wie in so manchen anderen Städten – kennt ihr die Geschichte vom Krakauer Drachen?).

Ein Buch habe ich in mehreren Buchhandlungen gesehen und nun lerne ich gerade noch ein bißchen mehr auf unterhaltsame und kurzweilige Art über Slowenien: Noah Charney – “Slovenology. Living and Traveling in the World`s Best Country.” Es ist von einem Amerikaner geschrieben und beschreibt entsprechend einen außereuropäischen Blick auf Slovenien.

In diesem Sinne an alle Kroatien-Reisende die warme Empfehlung zu einem Zwischenstopp. Ich liebe solche Abweichungen vom Plan!

Was waren Eure Urlaubs-Highlights? Was habt Ihr gelernt?

We have just returned from our holidays, and yes, it was wonderfully relaxing and full of well-earned peace and quiet as well as fresh inspiration and knowledge.

Here are my three highlights:

Breathe underwater 

That’s just completely unnatural, what you have to do when snorkeling: Breathe in and out while your head is under water. On the Croatian coast, however, there are plenty of wonderful things to discover underwater. So a few days before the departure we got a snorkel for the “little one” and let her try in the mini pool at home.

It was even more exciting in the great sea, where she had never swum before and where there were lots of waves and rocks and sea urchins. Nevertheless, she had it out after a short time and a little practice. A short time later she started diving with daddy. And as a mother I was completely fascinated and enthusiastic when she dives from one rock to the next, lies comfortably in between and does nothing more and my husband says: “There is a swarm of fish swimming under her”. I love to support my children in discovering the world and broaden their horizons!

International resistance in sleepy Osor

In the new book by Rachel Held Evans “Inspired. Slaying giants, walking on water, and loving the bible again” I had read in the morning about the various people in the Bible who resisted the Egyptians or Romans. At noon we made a trip to the overheated and empty swept Osor at the crossing of the two islands Cres and Losinj.

We were almost on our way to the next bay when I saw the sign for a cartoon exhibition. Our graffiti-enthusiastic boys finally had something interesting to look at and I asked the odd old man with longer white hair in the plait and the cigarette in the corner of his mouth, who gave us the slips of paper to vote on (aha, this is about a competition). He has been doing such exhibitions for many years, cartoonists from all over the world and of all ages participate. How do all the pictures of artists from China and Iran come about? The cartoon scene is one of the strongest there and everyone is connected via the Internet. Art as one of the many forms of resistance. In an inconspicuous place in the Kvarner Bay in Croatia.

Plans changed due to ignorance

On the way to Croatia we drove through Slovenia, among other places. I looked at my husband and asked him: What do you know about Slovenia? And Ljubljana? Nothing? Yeah, me neither…

For the end we had actually planned a day for the classic of a visit to Croatia: Plitvice Lakes. When we wanted to book the campsite with a bit of camping fatigue just before the end, we read the travel guide: “The worst months for a visit are undoubtedly July and August – then the waterfalls only drip, you hardly find a parking place, the sheer number of visitors make hikes to the polonaises, and long queues form at the buses and boats that transport the visitors through the national park”. All right, that sounds modest. Why don’t we go and see Ljubljana?

So we landed for two nights in the really very nicely converted Hostel Celica, a former military prison. The hostel is located on the grounds of the former Belgian barracks on Metalkova Street. After the declaration of independence from Yugoslavia in 1991, the barracks was “conquered” by artists, and several museums, skating and basketball courts are now in the immediate vicinity. The hostel itself deals intensively with the story, a story board ends with the sentence: “Never again a prison, but rather a space of fresh, simple delights”.

We explored the hostel and its surroundings and spent about four hours on the castle with the audio guides. We saw the Dragon and Tromostovje Bridge and our little one prayed in the Marijinega Church.

Among other things, we learned the following things on the one day we had in Ljubljana:

  • The outlines of Slovenia look like a chicken.
  • In most of Slovenia it is quite cold in winter and very warm in summer (we can confirm the second half).
  • Oldest find: A wooden wheel, which was probably built 5200 years ago.
  • Also in Ljubljana a dragon was defeated (as in many other cities – do you know the story of the Krakow dragon?).

I have seen one book in several bookshops and am just learning a little more about Slovenia in an  entertaining way – Noah Charney: Slovenology. Living and Traveling in the World`s Best Country. It is written by an American and takes a correspondingly non-European view of Slovenia.

In this sense, all Croatian travellers are warmly recommended to make a stopover. I love such deviations from plan!

What were your holiday highlights? What have you learned?

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