The Happy Place

Der Happy Place

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Auf dem Bild ist einer meiner Happy Places in unserem neuen Apartment hier in Peking zu sehen. Im Moment habe ich häufig das Gefühl, dass dieses neue Heim eigentlich ein bisschen groß für uns ist. Auf Netflix gibt es die Sendung „Tiny House Nation“, die ich sehr gerne schaue. Das erscheinen mir eigentlich angemessen große Häuser, die dazu noch richtig gemütlich sind. Seitdem wir mit gerade einmal einem 3,5m3 großen Container und 12 großen und kleinen Koffern umgezogen sind, kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass es möglich ist, in diesen Minihäusern zurecht zu kommen. Es würde sich ein bißchen mehr nach Urlaub und zelten anfühlen: Der Weg nach draussen wäre super kurz, der Weg zu den Kindern noch viel kürzer.
Unser Apartment ist mit seinen wohl über 200m2 nun sehr weit weg von einem Tiny House entfernt und spätestens wenn irgendwo Musik läuft, können wir uns mit der Stimme gar nicht mehr erreichen. Dann müssen schon die Füsse herhalten und wir müssen uns tatsächlich in die Augen schauen, um miteinander sprechen zu können.

Insofern fühlt sich das gute Stück oft noch sehr groß an. So lange noch nicht alle Räume von dem scheußlichen Deckenlicht befreit sind (direktes Deckenlicht ist in meinen Augen übrigens immer schlimm, dafür muss es noch nicht einmal ganz unterirdisch eine Leuchtstoffröhre oder etwas ähnliches sein) und wir in jede Ecke eine kleiner (Tisch-) Lampe gestellt haben, wird es vielleicht noch einen Moment dauern, bis ich mich so richtig heimisch fühle. Ich bin voller Bewunderung für jeden, der das nicht sieht oder noch besser – nicht spürt. Ich vermute, dass ein Gendefekt bei mir hinter diesem Lichtspleen steckt.

Aber dieser Happy Place auf dem Bild – der fühlt sich schon jetzt sehr anders an: Halte ich mich an diesem Ort auf, wird zunächst einmal das Deckenlicht natürlich ausgelassen und nur wenn nötig das warme Nachttischlicht angemacht. Dann wird die Matte in die Mitte gezogen und in Ruhe die Kerze angezündet. Beim beugen merke ich, dass die Entscheidung für ein bisschen Zeit auf der Matte genau richtig war. Oft fühle ich mich dabei steif und ein bisschen ungelenk,

Die darf nur brennen, wenn ich mich tatsächlich auf der Matte aufhalte. Und die wird nicht mit einem profanen Feuerzeug angezündet. Nein, hier liegt extra eine Streichholzschachtel bereit, die das Abschiedsgeschenk von einer befreundeten Familie aus Deutschland war. Ich weiß gar nicht, ob man das im Koffer, der aufgegeben wurde, transportieren darf. Oder muss das ins Carry On laguage? Oder etwa in den Container? Ich vermute, wir haben es falsch gemacht und das gute Stück unwissentlich geschmuggelt, aber das ist egal. Diese Packung wird in jedem Fall leer sein bis wir das Land wieder verlassen und bis dahin wird sie mir wirklich schöne Momente bereitet haben.

Nachdem die Kerze angezündet ist, stelle ich mich in die Mitte der Matte und fange an, mit den Armen in alle möglichen Richtungen zu schwingen. Es ist wirklich lustig, weil es praktisch sofort anfängt, in meinem Rücken, in den Schultern, in den Armen und Beinen… zu knacken. Keine riesen Einrenkgeräusche, nur kleine Klicks, die zeigen, das irgendetwas wieder an die richtige Stelle rutscht. Und ich atme. So tief in den Bauch wie möglich. Und dann fang ich an, Danke zu sagen: Für den Tag, den Sonnenschein, den Sport, den ich schon gemacht habe… was auch immer mir einfällt. Dann bete ich kurz für eine ganz bestimmte Person, die mir wichtig ist. Ich habe gesagt, ich werde so lange immer wieder für sie beten, bis die Kerze irgendwann leer gebrannt ist. Bevor ich mich dann langsam zum Boden strecke, benenne ich eine Sache, die mich gerade traurig macht. Eine Freundschaft, die nicht mehr funktioniert, eine Schwierigkeit mit den Kindern, ein akutes Problem, ein Erlebnis, dass schon ewig zurück liegt und mir trotzdem noch weh tut oder eine Spannung in mir, die mir gerade bewusst ist und wir schwer fällt zu leben. Und dann lasse ich los und atme bewusst die Spannung aus dem Körper raus. Ein paar Kraftübungen gibt es auch zwischendrin, aber eigentlich geht es darum, weich zu werden und einfach sein zu dürfen.

Ich brauche ca. eine halbe Stunde. Nach dem letzten bewusst langsamen Aufrollen der Wirbelsäule, atme ich noch dreimal tief ein und aus, gehe zwei Schritte nach vorne und beuge mich der Kerze entgegen. Und dann ist deutlich zu spüren, dass das gut investierte Zeit war. Ich habe die Spannungen und den Schmerz an manchen Stellen gespürt und war wie jedes Mal erstaunt, wie sich ein guter Teil davon beim bewussten atmen löst und ich beweglicher werde.

Ich fühle mich entspannt, manchmal müde und bereit ins Bett zu gehen, manchmal auch einfach ausgeglichen und bereit, mich in die nächste Aufgabe zu stürzen – und puste die Kerze aus.

Ich bin unendlich dankbar, für diesen Happy Place und den Luxus von genug Platz, um die Matte nur zur Seite schieben zu können und sie nicht zusammenrollen zu müssen. Und den Luxus von Zeit und Ruhe, um dort einfach zu sein.

The Happy Place

The picture shows one of my Happy Places in our new apartment here in Beijing. At the moment I often have the feeling that this new home is actually a bit big for us. On Netflix there is the show “Tiny House Nation”, which I love to watch. These seem to me to be reasonably large houses, which are also really cozy. And since we moved with just one 3.5m3 container and 12 big and small suitcases, I can actually imagine that it is possible to get along in these mini houses. It would feel a bit more like a holiday and camping: The way outside would be super short, the way to the children even shorter.

Our apartment with its probably more than 200m2 is now very far away from a Tiny House and at the latest when music is playing somewhere, we can’t reach each other with our voices anymore. Then we have to make use of our feet and we really have to look into each other’s eyes to be able to talk to each other.

In this respect the good piece often still feels very big. As long as not all rooms are freed from the hideous ceiling light (direct ceiling light is always bad in my eyes, by the way, but it doesn’t even have to be a fluorescent tube or something similar underground) and we have put a small (table) lamp in every corner, it might take a moment until I feel really at home. I am full of admiration for everyone who doesn’t see it or even better – doesn’t feel it. I suspect that I have a genetic defect behind this light spleen.

But this Happy Place in the picture – it already feels very different: If I stay at this place, the ceiling light is left out naturally and the warm night table light is turned on only when necessary. Then the mat is pulled into the middle and the candle is lit in peace. When I bend, I notice that the decision to spend a little time on the mat was exactly right. Often I feel stiff and a bit awkward.

The candle can only burn when I’m actually on the mat. And it’s not lit with a profane lighter. No, there is an extra matchbox here, which was a farewell present from a family back in Germany. I don’t know if it’s allowed to be transported in a suitcase that has been checked in. Or does it have to be stored in the Carry On? Or into the container? I suppose we did it wrong and unwittingly smuggled the good piece, but that doesn’t matter. In any case, this package will be empty until we leave the country again and until then it will have given me really nice moments.

After the candle is lit, I stand in the middle of the mat and start swinging my arms in all possible directions. It’s really funny because it practically starts cracking in my back, shoulders, arms and legs… right away. No giant clicks, just small clicks showing that something is slipping back to the right place. And I breathe. As deep into the tummy as possible. And then I start to say thank you: for the day, the sunshine, the sport I’ve already done… whatever comes to mind. Then I briefly pray for a very specific person who is important to me. I said I would pray for her again and again until the candle burns empty. Before I slowly stretch to the ground, I name one thing that makes me sad right now. A friendship that no longer works, a difficulty with the children, an acute problem, an experience that goes back forever and still hurts me, or a tension in me that I am aware of right now and we find it difficult to live. And then I let go and consciously breathe the tension out of my body. There are also a few strength exercises in between, but it’s actually about becoming soft and being allowed to be simple.

I need about half an hour. After the last consciously slow rolling up of the spine, I breathe in and out deeply three more times, take two steps forward and bend towards the candle. And then you can clearly feel that this was well invested time. I felt the tension and the pain in some places and was amazed, as every time, how a good part of it is released when I breathe consciously and how I become more mobile.

I feel relaxed, sometimes tired and ready to go to bed, sometimes just balanced and ready to throw myself into the next task – and blow out the candle.

I am infinitely grateful for this happy place and the luxury of enough space to just push the mat aside and not have to roll it up. And the luxury of time and quiet to just be there.

The scar is speaking

Die Narbe spricht

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Vor rein paar Tagen war es wieder einmal soweit: ich stand in einem Raum mit einem weißen Bett, Beatmungsgerät, einem Monitor und einer großen Tafel an der Wand – ein Raum in einer Notaufnahmen, wie sie mir inzwischen seltsam bekannt sind.

Zum Glück war das Bett leer und es war purer Zufall, dass wir dort waren. Tatsächlich mussten wir dort nur paar Minuten warten, bis die Ärztin kam. Meine Kinder hatten verschiedene medizinische Themen, die abgeklärt oder behandelt werden mussten. Wir waren drei Stunden im Ärztezentrum, aber es war alles ausgesprochen harmlos. In den Wartezeiten zwischendrin habe ich mit den Kids lustige Puppen- und Suchspiele gemacht.

Leider gab es in den letzten Jahren mehrere Situationen, in denen ich mit meinen Lieben in genau solch einem Raum stand und die Umstände sehr anders waren. Es gab unter anderem epileptische Anfälle, heftige Platzwunden, die ohne Betäubung genäht werden mussten, eine allergische Reaktion auf ein Antibiotikum, bei der 95% der Haut reagierte und es schon zum Kratzen im Hals kam, ein Multiorganversagen. Fast alles ist am Ende sehr gut ausgegangen. Allerdings haben diese traumatischen Erlebnisse natürlich trotzdem ihre Spuren in mir hinterlassen. Die ohnmächtige Angst saß tief und die Sorge, dass jederzeit wieder etwas passieren könnte, hat mich eine Zeitlang intensiv begleitet und sich wie ein Schatten über mich gelegt. Inzwischen weiß ich, dass solche Dinge bearbeitet werden können und habe mir danach jeweils passende Hilfe gesucht. Wie schön, dass es professionelle Unterstützung gibt!

Das wirklich gut organisierte Notfallsystem in Deutschland hat wesentlich zu meiner seelischen Entspannung beigetragen: Sie hatten bewiesen, dass, sollte es drauf ankommen, sie tatsächlich sehr schnell vor Ort sind und wissen, was zu tun ist. Es gibt ÄrztInnen, Pfleger und Schwestern, die sich kümmern, es gibt eine Notfallnummer, die man anrufen kann, es gibt Krankenwagen, die einen transportieren, es gibt Martinshorn, Verkehrsregeln und sich an Regeln haltende Verkehrsteilnehmer, die dafür sorgen, dass man schnell im Krankenhaus ankommt.

Dieses Gefühl hat sich mit dem Umzug nach China geändert, weil es ein solches System hier schlicht nicht gibt. Wir haben in den fünf Monaten, die wir hier leben, vielleicht zweimal Martinshorn gehört und die Geschichten von Krankenwagen, die einfach nicht durchkommen, weil keiner zur Seite fährt, gehören zum alltäglichen Smalltalk zwischen Expats. Abgesehen davon sind diese Krankenwagen sehr… sagen wir einmal… schlicht ausgestattet. Das Einzige, was Du tun kannst, wenn es zum Notfall kommt: Dich selbst ins Krankenhaus begeben und hoffen, dass Du dort zügig ankommst. Optimal wäre natürlich ein internationals Krankenhaus, weil man sich dann auch verständigen kann.

Das hat natürlich Auswirkungen auf mich gehabt. Gerade am Anfang hat mir der Umstand, kein funktionierendes Notfallsystem im Rücken zu haben, sehr zu schaffen gemacht.

Inzwischen bin ich mir selbst in den Situationen wohl bekannt: Irgendein Umstand, eine Bemerkung, ein Unwohlsein der Kinder löst die Angst aus. Und dann ist sie einfach da.

Ein drückendes Gefühl auf der Brust, der Atem beschleunigt sich, die Schultern ziehen sich hoch. Die Angst ist wie eine alte Narbe am Körper. Sie ist manchmal spürbar und erzählt eine Geschichte über mein Leben und bisher gemachte Erfahrungen. Und manche Umstände zerren heftig an ihr, manchmal blutet es nochmal. Sie sagt: “Das ist unsicher hier! Du lebst gefährlich! Jederzeit könnte etwas passieren.” Und was besonders wichtig ist: Die Angst lügt nicht. Sie zeigt zumindest bei mir sehr eindrücklich auf potentielle Gefahren, die tatsächlich schon so passiert sind und erinnert mich an erlebte Traumata.

Zum Glück habe ich inzwischen ein bisschen Erfahrung, was ich tun kann.

Am wichtigsten für mich ist zu Benennen, was es ist: “Da kommt gerade Angst hoch.” “Ich fühle mich gerade angreifbar und verletzlich.” Oder was auch immer in der Situation richtig ist.

Atmen hilft wie bei jeder anderen Situation auch in dieser. Wehenatmen. Langsam und bewusst und in den Bauch. Sanftes Klopfen auf das Brustbein. Und mir bewusst machen: Ja, da ist gerade Angst. Aber wie alle anderen Emotionen wird auch sie wieder gehen.

Diese intensiven Situationen sind zum Glück inzwischen recht selten geworden, wahrscheinlich weil man sich auch an diese Unsicherheit gewöhnen kann.

Mir hilft es aber auch, mir den anderen möglichen Weg klar zu machen: Wenn ich die Angst nicht haben wollte, hätte ich in Deutschland in unserem halbwegs sicheren Nest bleiben müssen. Dann wäre zumindest ein vernünftiges Notfallsystem vorhanden gewesen. Aber dann könnte ich viel weniger reisen, viel weniger meinen Horizont erweitern, viel weniger meine Kinder zu weltoffnen, selbstbewussten Menschen erziehen, weil sich meine Angst höchst wahrscheinlich auf sie übertragen hätte. Außerdem sind die ganzen erlebten Notfälle genau in diesem vermeintlich so sicheren Land passiert…

Vielleicht wird irgendwann ein befürchteter Unfall kommen und ich werde bereuen, dass ich nicht die vermeintliche Sicherheit gewählt habe. Das ist eine realistische Möglichkeit. Aber ich hoffe einfach sehr, dass es so nicht kommen wird. Dass wir uns gut genug auskennen, dass das Netzwerk von Freunden greift und die Straßen frei sind und ein Krankenhaus in der Nähe. Wenn ich in Kürze einen Führerschein habe, wird das auch gut tun, weil ich im Notfall nicht noch auf ein Didi warten muss.

Bis dahin darf die Angst sich immer mal wieder zeigen. Sie kann mich auf neue Ideen bringen, was ich vielleicht noch tun kann, um vorbereitet zu sein. Wir konnten unseren geplanten Erste Hilfe Kurs in Deutschland nicht machen, vielleicht kann ich den nochmal nachholen. Wie bei Narben darf die Angst an erlebte Geschichten erinnern und die Heilung über das damals erlebte darf weitergehen. Stück fur Stück, wie so etwas eben funktioniert.

Aber sie darf nicht meinen Radius und meinen Horizont bestimmen. Das steht ihr nicht zu. Das werde ich nicht zulassen. Ich habe Unbekanntes, Abenteuer, Herausforderung, Verletzlichkeit gewählt. Damit wird sie zurecht kommen müssen.  

The scar is speaking

Just a few days ago I was standing again in a room with a white bed, a respirator, a monitor and a large blackboard on the wall – a room in an emergency room, as I know it strangely now.

Fortunately the bed was empty and it was pure coincidence that we were there. In fact, we only had to wait there for a few minutes until the doctor came. My children had various medical issues that had to be clarified or treated. We spent three hours at the medical centre, but it was all very harmless. In the meantime I played funny puppet and search games with the kids.

Unfortunately there have been several situations in the last few years in which I stood with my loved ones in exactly such a room and the circumstances were very different. There were epileptic seizures, multiorgan failure, severe lacerations that had to be sutured without anesthesia, an allergic reaction to an antibiotic in which 95% of the skin reacted and the throat was already scratched. Almost everything went very well in the end. But of course these traumatic experiences left their traces in me. The unconscious fear was deep and the worry that something could happen again at any time accompanied me intensively for a while and lay like a shadow over me. In the meantime I know that such things can be worked on and have always looked for suitable help. How nice that there is professional support!

The really well organized emergency system in Germany has contributed significantly to my mental relaxation: They had proved that, should it come down to it, they are actually very quickly on site and know what to do. There are doctors and nurses who take care of you, there is an emergency number that you can call, there are ambulances that transport you, there are Martinshorn, traffic rules and road users who follow the rules and make sure that you get to the hospital quickly.

This feeling has changed with the move to China, because such a system simply does not exist here. In the five months that we have lived here, we have perhaps heard Martinshorn twice and the stories of ambulances that simply cannot get through because no one drives to the side are part of the everyday small talk between expats. Apart from that, these ambulances are very… let’s say… simply equipped. The only thing you can do in case of an emergency is to go to the hospital yourself and hope to get there quickly. Of course, an international hospital would be ideal, because then you can also communicate with each other.

Of course that had an effect on me. Especially at the beginning, the fact that I didn’t have a functioning emergency system in my back caused me a lot of trouble.

In the meantime, I am well acquainted with myself in these situations: Some circumstance, a remark, an uneasiness of the children triggers the fear. And then it’s just there.

A pressing feeling on the chest, the breath accelerates, the shoulders pull up. The fear is like an old scar on the body. It can sometimes be felt and tells a story about my life and my experiences so far. And some circumstances pull at her violently, sometimes it bleeds again. It says: “This is unsafe here! You live dangerously! Something could happen at any time”. And what is especially important: Fear does not lie. At least for me it points out very impressively potential dangers that have actually already happened and reminds me of traumas I have experienced.

Fortunately, I now have a little bit of experience of what I can do.
The most important thing for me is to name what it is: “Fear just comes up.” “I’m feeling vulnerable right now.” Or whatever is right in the situation.

Breathing helps as in any other situation. Wave breathing. Slowly and consciously and in the abdomen. Gentle tapping on the Sternum. And make me aware: Yes, there’s fear right now. But like every other emotion it’ll go away.

Fortunately, these intense situations have become quite rare in the meantime, probably because one can get used to this uncertainty.
But it also helps me to make the other possible way clear: If I didn’t want to be afraid, I would have had to stay in our halfway safe nest in Germany. Then at least a reasonable emergency system would have been available. But then I could travel much less, expand my horizon much less, open my children much less to the world, educate self-confident people, because my fear would most probably have transferred to them. Besides, all the emergencies I’ve experienced have happened in this supposedly safe country…

Maybe at some point a feared accident will come and I’m gonna regret not choosing the supposed security I have. That’s a realistic possibility. But I just hope very much that it’s not gonna happen. That we know our way around well enough, that the network and the streets are clear and a hospital is nearby. If I’ll have a driver’s license soon, that’ll do me good, too, because in an emergency I don’t have to wait for a Didi.

Until then the fear may show itself again and again. It can give me new ideas, what else can I possibly do to be prepared. We were not able to complete our planned first aid course in Germany, maybe I can make up for it. As with Scars the fear may remind me of experienced stories and the healing about the the experience of that time may go on. Piece by piece, exactly the way these healings take place.

But it must not determine my radius and my horizon. I’s not entitled to that. I will not allow that. I have chosen the unknown, adventure, challenge, vulnerability. Fear have to cope with that.

How I start to inform myself

Mein Versuch, mich zu informieren

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Vor ein paar Wochen bin ich in den “friendship supermarket” im Botschaftsviertel hier in Peking gegangen, in der Hoffnung, dort Pulver für braune Soße und Gemüsebrühe zu finden. Wir hatten von beidem zwar einen kleinen Vorrat Anfang März mitgebracht, lange wird der aber nicht mehr reichen. Der Supermarkt hat ein beachtliches Sortiment an Nudeln, Schokoladen und anderen Soßen und eine noch viel beeindruckendere Auswahl an unterschiedlichsten Alkoholika. Neben den zahlreichen Lebensmitteln führt er auch einige internationale wöchentliche Nachrichtenmagazine, einige deutsche wie “Stern” und “Spiegel”sind auch dabei.

Da ich hier in Peking sehr viel Zeit mit einem Bildschirm vor den Augen verbringe, dachte ich, es wäre eine gute Idee, mal wieder eine richtige Zeitschrift in den Händen zu halten. Ich entschied mich für “the Economist”, weil auf der Titelseite ein Artikel über StartUps beworben wurde, so dass mein Mann auch etwas zum Schmöckern hätte.

Zu Hause habe ich zunächst das Inhaltsverzeichnis überflogen und die Artikel über China gesucht. Da mich Asien eigentlich nie tiefer interessiert hat, ist mein Wissen zu diesem Teil der Welt noch sehr gering. Ungefähr so, wie ein Grundschüler in den Herbstferien nach der Einschulung lesen kann: Ich erkenne einzelne Buchstaben wieder und versuche, den Rest von einem Wort zu raten.

Ich hatte an diesem Tag Glück, das Inhaltsverzeichnis im Economist versprach mir die folgenden Artikel zu China:

  • Immigrationsreform
  • Ärgerliche Tech Arbeiter
  • Westliche Solidarität mit Chaguan
  • China und die arabische Welt
  • Chinas Propaganda-Strategie auf Facebook

Ich ging direkt zu den Seiten und…. fand sie nicht. Nun, zumindest nicht alle. Bei der Einwanderungsreform geht es darum, es den Einwanderern einfacher zu machen ins Land zu kommen, dieser Artikel war vorhanden. Ebenfalls fand ich den Text über China und die arabische Welt, indem über die hohen Summen berichtet wurde, die China investiert. Der Artikel über die westliche Solidarität mit Chaguas und die Propaganda-Strategie Chinas auf Facebook war jedoch nicht zu finden. Der Text über die wütenden Tech Arbeiter war ebenfalls nicht vorhanden. Dieser hatte mich besonders interessiert, da mein Mann in diesem Bereich arbeitet und wir die Entwicklungen genau verfolgt hatten.

Nach einem kurzen Moment des Wunderns und hin und her Blätterns und nachdem ich noch einmal die Seitenzahlen kontrolliert hatte war klar: Die Seiten mit diesen Artikeln wurden schlicht aus dem Heft gerissen. Die letzten Spuren des herausgerissenen Papiers waren noch mit ganz kleinen Schnipseln zu sehen. Eine sehr saubere Arbeit, beim schnellen Durchblättern fiel es nicht auf.

Mein erster Gedanke war: Andere Kunden hatten die Seiten herausgerissen, weil sie die Themen so sehr interessierten. Allerdings lagen die Zeitschriften direkt neben der Kasse und wie sonst in China auch sind dort im Supermarkt überall Kameras angebracht. Das erschien dann doch eher unwahrscheinlich.

Und dann musste ich erst einmal durchatmen. Da war es wieder. Dieses ganz seltsame, schale Gefühl.

Offensichtlich gibt es Informationen, für die ich einen extra Aufwand betreiben muss, um sie zu bekommen. Hier reicht es noch nicht einmal aus, viel Geld für ein importiertes Nachrichtenmagazin auszugeben.

Auch in Deutschland hatte ich immer Interesse an Nachrichten gehabt, v.a. an politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Trotzdem war die Intensität, mit der ich Nachrichten verfolgte, sehr unterschiedlich.

Während der Hochphase des arabischen Frühlings war ich in der Vorbereitung auf meine Politikabschlussprüfung. Twitter und die Nachrichtenseiten waren kontinuierlich als Tabs geöffnet und ich vergoss ein paar Freudentränen mit den Menschen auf dem Tahrirplatz, als Mubarak endlich zurücktrat.

Zu anderen Phasen überflog ich alle paar Tage die tagesschau-Seite um noch halbwegs im Bilde zu sein. Während der klassischen Stilldemenz war ich froh, wenn ich den aktuellen hessischen Ministerpraesidenten benennen konnte.

Grundsätzlich würde ich sagen: Ich versuche immer, den Überblick über das Wichtigste zu behalten. Wenn ich über die Dinge Bescheid weiß, gibt mir das eine gewisse Sicherheit. Ich bin für den Smalltalk für die Menschen vorbereitet, die sich nur auf dieses Terrain trauen und ich kann mich mit anderen über die CSU aufregen, weil es so ein schönes Gefühl des Ueberlegen seins und der Verbundenheit bietet.

Hier in Peking ist das Gefühl anders. Wissen über Politik und Wirtschaft gibt mir keine Sicherheit. Im Gegenteil: Mit jedem Artikel nimmt zwar zunächst das Wissen zu, ich verstehe langsam besser die Zusammenhänge und wie das System tickt. Gleichzeitig habe ich nach jedem Artikel mehr Fragen, auch weil ich jetzt selbst Betroffene bin. So nimmt zumindest im Moment bei mir die Unsicherheit und manchmal auch ein Gefühl der Bedrohung eher zu.

Und noch etwas Anderes treibt mich an: Der Gedanke, ich muesste in ein paar Jahren oder Jahrzehnten bei den wirklich schwierigen Themen sagen “Ich habe es nicht gewusst”. Das fuehlt sich als Deutsche besonders undenkbar an, ich kann mir das schlicht nicht leisten. Diese Vorstellung finde ich noch schlimmer, als das immer wiederkehrende schale Gefuehl, wenn ich einen aufwuehlenden Artikel gelesen habe und nicht weiss, was ich mit der Information anfangen soll.

Also suche ich nun nach der optimalen Mischung, um mich über die Politik und Geschichte in China nach uns nach zu informieren. Zum ersten Mal in meinem Leben zahle ich für Apps mit Nachrichtenartikeln, im Moment die NewYorkTimes, die Frankfurter Allgemeine, the Economist. Eventuell werde ich noch die Sueddeutsche mit dazu nehmen.

Ich bin auch meine Twitter-Timeline durchgegangen und habe so viele chinesische Korrespondenten, chinesische Zeitungen auf Englisch und Nachrichtenmagazine wie möglich hinzugefügt. In den letzten Wochen kamen wirklich interessante Dinge über diesen Kanal rein, der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben.

Gleichzeitig führen mich meine Fragen auch weiter. Eines der ersten Dinge, die mir aufgefallen sind, als ich hier ankam: Mein Bild von China war bisher durch die Nachrichten nur sehr oberflächlich. Da ist dieses unfassbar große Land in der Ferne, dass sich erschreckend schnell entwickelt. Bis vor ein paar Jahren wurden dort Hunde gegessen und alles aus dem Westen nachgebaut, nun werden alle Bürger rund um die Uhr überwacht und sehr viel Geld wird in die Entwicklung von künstlicher Intelligenz gesteckt.

Dann bin ich hier angekommen und habe angefangen zu beobachten: Warum braucht es fünf Männer, um das Wasser im Bad zum Laufen zu bringen? Warum gibt es in Peking sowohl ein Museum für Wassermelonen als auch für tibetische Kultur? Warum spielt der hierarchische Unterschied zwischen einem Portier in viel zu großer Uniform und dem Pizzalieferanten eine so große Rolle? Warum treffen sich ältere Menschen im Park um WALZER zu tanzen? Warum werden im März in Geschäften Weihnachtslieder gespielt und in der Hotellobby regelmäßig die deutsche Nationalhymne?

Diese Fragen führen mich von dem großen, manchmal angsteinflößenden politischen System zu den Menschen. Die chinesische Bevoelkerung  hat innerhalb von wenigen Jahrzehnten unglaubliche Veraenderungen erlebt. Manchmal denke ich, sie alle waren Teil eines unfassbar gigantischen Laborversuchs mit der Frage, wieviel Umwaelzung  innerhalb eines Menschenlebens moeglich ist. Wie der Einzelne so etwas wegstecken kann, wie junge Menschen sich nun ihre Zukunft vorstellen und welche Freiheiten sie haben, ihre eigene Zukunft und die ihres Landes mit zu gestalten, das sind Fragen, die ich spannend finde.

Durch die Sprachbarriere sind direkte Gespraeche im Moment nur in englisch moeglich, das ist jedes Mal frustrierend, wenn man einen kontaktfreudigen Didi-Fahrer hat und man sich einfach nicht unterhalten kann. Also muss ich mich im Moment auf Lesen und Hoerbuecher konzentrieren (und sollte wahrscheinlich mehr Zeit aufs Chinesisch lernen verwenden…).

Weil ich selbst so gerne in Empfehlungen von anderen Bloggern stoebere, hier einige Buecher und Podcasts, die mich weitergebracht haben:

Buecher

Xifan Yang- “Als die Karpfen fliegen lernten. China am Beispiel meiner Familie” (nur in deutsch): Die in China geborene und im Alter von vier Jahren nach Deutschland gekommene junge Autorin erzählt die Geschichte ihrer Familie in den letzten hundert Jahren vor dem Hintergrund historischer Ereignisse in China. Die unbegreifliche Geschichte Chinas wird so persoenlich und nachvollziehbarer.

Das zweite Buch (“Die Einzelkinder – Wovon Chinas neue Generation traeumt” von Alec Ash) konzentriert sich auf die letzten dreißig Jahre in China. Es beschreibt das Leben von fünf verschiedenen jungen Menschen, die Orte, an denen sie aufgewachsen sind, und die Entwicklungen, die sie seitdem genommen haben.

Das dritte Buch malt das aktuelle China aus der Perspektive eines Couchsurfers, der mehr oder weniger illegal quer durch China reist. Sehr unterhaltsam, sehr pointiert. Stephan Orth: Couchsurfing in China

How I start to inform myself

A few weeks ago I went to the “friendship supermarket” in the embassy district here in Beijing, hoping to find powder for brown sauce and vegetable broth. We had brought a small supply of both at the beginning of March, but it won’t last long anymore. The supermarket has a considerable assortment of noodles, chocolates and other sauces and an even more impressive selection of different alcoholic beverages. In addition to the numerous groceries, he also carries several international weekly news magazines, some German ones such as “Stern” and “Spiegel” are also included.

Since I spend a lot of time here in Beijing with a screen in front of my eyes, I thought it would be a good idea to once again have a real magazine in my hands. I chose “the Economist” because an article about StartUps was advertised on the front page, so that my husband would have something to browse through as well.

At home I first browsed the table of contents and searched for articles about China. Since Asia has never really interested me more deeply, my knowledge about this part of the world is still very small. About as a primary school pupil can read in the autumn holidays after school enrolment: I recognize single letters and guess the rest of a word.

I was lucky on that day, the table of contents in the Economist promised me the following articles on China:

  • Immigration reform
  • suffering tech workers
  • Western solidarity with Chaguan
  • China and the Arab world
  • Chinas propaganda strategy on Facebook

I went directly to the pages and…. did not find them. Well, at least not all of them. The immigration reform is about making it easier for immigrants to come into the country, this article was there. I also found the text about China and the Arab world by reporting on the large sums China invests. However, the article on Western solidarity with Chaguas and China’s propaganda strategy on Facebook could not be found. The text about the angry tech workers was also missing. I was particularly interested in this because my husband works in this field and we had followed the developments closely.

After a short moment of wondering and leafing back and forth and after I had checked the page numbers again it was clear: The pages with these articles were simply torn from the magazine. The last traces of the torn paper were still visible with very small snippets. A very clean work, while fast scipping through you did not notice.

My first thought was: Other customers had torn out the pages because they were so interested in the topics. However, the magazines were right next to the checkout and, as usual in China, cameras were everywhere in the supermarket. That seemed rather improbable then nevertheless.

And then I had to take a deep breath. There it was again. This very strange, awful feeling.

Obviously there is information for which I have to make an extra effort to get it. Here it’s not even enough to spend a lot of money on an imported news magazine.

In Germany, too, I had always been interested in news, especially political and social developments. Nevertheless, the intensity with which I followed news was very different.

During the peak phase of the Arab Spring, I was in preparation for my final policy exam. Twitter and the news pages were continuously opened as tabs and I shed a few tears of joy with the people on Tahrirplatz when Mubarak finally resigned.

To other phases I flew over the tagesschau page every few days. During the classic nursing dementia I was glad if I could name the current Hessian Prime Minister.

In general I would say: I always try to be halfway in the picture. When I know about things, it gives me a certain security. I am prepared for small talk for the people who only dare on this terrain and I can get upset with others about the CSU because it offers such a nice feeling of superiority and connectedness.

Here in Beijing the feeling is different. Knowledge about politics and economics gives me no security. On the contrary: With every article the knowledge increases, I slowly understand the connections and how the system ticks. At the same time, I have more questions after each article, also because I myself am affected now. So at least for the moment the insecurity and sometimes also a feeling of threat is increasing.

And there’s something else that drives me: The thought of having to say “I didn’t know” in a few years or decades. That feels particularly unthinkable as a German, I simply can’t afford it. I think this idea is even worse than the recurring feeling when I have read a stirring article and don’t know what I can do against injustice.

So now I am looking for the optimal mix to inform myself about politics and history in China. For the first time in my life I pay for apps with news articles, at the moment the NewYorkTimes, the Frankfurter Allgemeine, the Economist. Maybe I’ll take the Sueddeutsche with me.

I also went through my Twitter timeline and added as many Chinese correspondents, Chinese English newspapers and news magazines as possible. In the last weeks really interesting things came in through this channel, the effort seems to have been worth it.

At the same time my questions lead me on. One of the
first things I noticed when I got here: My picture of China
was so far by the news only very superficially and in the large and
all of them prejudiced. There is this unbelievably large country in the
Distant that develops frighteningly quickly. Until a few years ago
there were eaten dogs and everything from the west was reconstructed, now all of them will be Citizens monitored around the clock and incredible amount of money will be invested in the development
of artificial intelligence.

Then I arrived here and started watching: Why does it take five men to get the water running in the bathroom? Why is there a watermelon museum and a Tibetan culture museum in Beijing? Why does the hierarchical difference between a doorman in much too large a uniform and the pizza supplier play such a big role? Why do older people meet in the park to dance WALZER? Why are Christmas carols played in shops in March and the German national anthem regularly played in the hotel lobby?

These questions lead me from the big, sometimes scary political system to the people. The Chinese population has undergone incredible changes within a few decades. Sometimes I think they were all part of an unbelievably gigantic laboratory experiment with the question of how much change is possible within a human life. How the individual can put something like this away, how young people imagine their future and what freedoms they have to help shape their own future and that of their country, these are questions that I find exciting.

Thanks to the language barrier, direct conversations are currently only possible in English, which is frustrating every time you have a sociable Didi driver and you just can’t talk. So at the moment I have to concentrate on reading and listening (and should probably spend more time learning Chinese…).

Because I myself like to jog around in recommendations from other bloggers, here are some books and podcasts that have taken me further:

Xifan Yang- “Als die Karpfen fliegen lernten” (only in German): The young author, who was born in China and came to Germany at the age of four, tells the story of her family in the last hundred years against the background of historical events in China. The incomprehensible story of China thus becomes more personal and comprehensible.

The second book (“Wish lanterns – Young Lives in New China” by Alec Ash) focuses on the last thirty years in China. It describes the lives of five different young people, the places where they grew up, and the developments they have undergone since then.

The third book paints current China from the perspective of a couchsurfer who travels more or less illegally across China. Very entertaining, very pointed. Stephan Orth: Couchsurfing in China (Until now only in german, his other books on Iran and Russia are already translated, so there is a chance…)

How did we end up in Beijing?

Deutsch weiter unten…

That’s right – since the beginning of March we are in Beijing as a family. The whole thing took its course sometime last year.

A friend asked my husband if he could recommend him for a position in Beijing with the car manufacturer he worked for. We were sure that my husband wouldn’t get the job because he quit his studies.

Then they were interested. And telephoned again and again. Nothing, nothing at all had made me look longingly into the Asian region so far. Especially not after we had already put New York and San Francisco on the list of potential next places to live in the last few years. USA, Australia, Scandinavia, Canada… I could have imagined many places spontaneously. Asia actually not at all.

But the conversations became more and more concrete and at some point I said to my husband: “I don’t want to go to Beijing.” He was very understanding in the sense of: “Ok, I see. And we will not go if you are not happy with it. But at least I want to know how far I can get and if they would make me an offer.” Yes, ok. I realized that.

So the talks went on and then he was supposed to go to Beijing to get to know the place. Before that we started researching and reading blogs and talking to people for the first time. At least we wanted to know what we were saying “no” to. Basically we noticed then: Ok, you can actually lead a relatively normal life. It also became clear to us that we always wanted to educate our children to be cosmopolitan people who could cope in really unusual circumstances and were not afraid of the “unknown”. We noticed more and more clearly: We would get angry with ourselves for the rest of our lives if we didn’t take the chance and of course we also knew that something like this would probably be offered to us exactly once in our lives.

So in the end we took it. Of course there were a lot of reasons against it: We had only rebuilt the house of the parents-in-law 1.5 years ago, had moved in and had since then the babysitters directly in the house, the little one had started school only six months ago and had just settled in beautifully, I myself had a really suitable job, with which quite many organizational things fit super well, I actually like planning and routines very much and am not really good with change and new environments. And of course: Beijing is really far away – spatially but above all culturally.

Curiosity simply won in the end. How would the children and we get along in a completely new environment? What would we really miss? What could we do without and have not yet dared to implement it? Would we manage to live our very own normality in such a foreign country?

Now we are here. After the termination of my job, the review of our entire household and the reduction to eight large suitcases and a small flight container, after numerous farewells and one or two tears. For a good month we are building now a completely new life, far away from home, surrounded by foreign culture, foreign smells, foreign language, very little known. It is an adventure every day. That’s exactly what we wanted and what we decided for.

Wie sind wir nach Peking gekommen?

Das ist richtig – wir sind seit Anfang Maerz als Familie zu viert in Peking. Seinen Lauf hat das Ganze irgendwann im letzten Jahr genommen.

Ein befreundeter Gruender fragte bei meinem Mann nach, ob er ihn bei dem Autobauer fuer den er arbeitete fuer eine Position in Peking vorschlagen kann. Wir waren uns sicher, dass mein Mann den Job gar nicht bekommen wuerde, weil er das Studium abgebrochen hatte.

Dann waren sie doch interessiert. Und telefonierten wieder und wieder. Nichts, gar nichts hatte mich bisher sehnsuechtig in den asiatischen Raum blicken lassen. Vor allem nicht, nachdem wir auch schon New York und San Francisco in den vergangenen Jahren auf der Liste der potentiellen naechsten Wohnorte stehen hatten. USA, Australien, Skandinavien, Kanada… Vieles Andere haette ich mir spontan vorstellen koennen.

Die Gespraeche wurden allerdings immer konkreter und ich sagte irgendwann zu meinem Mann: “Ich will nicht nach Peking.” Er war sehr verstaendnisvoll im Sinne von: “Das verstehe ich. Wir gehen nicht, wenn Du nicht willst. Aber ich will zumindest wissen, wie weit ich komme und ob sie mir ein Angebot machen wuerden.” Ja, ok. Das sah ich ein.

Also gingen die Gespraeche weiter und dann sollte er nach Peking zum Kennenlernen vor Ort. Davor haben wir das erste Mal angefangen, zu recherchieren und Blogs zu lesen und mit Menschen zu sprechen. Wir wollten zumindest wissen, wozu wir “nein” sagen.

Im Grunde haben wir dann gemerkt: Ok, man kann dort eigentlich ein relativ normales Leben fuehren. Uns wurde ausserdem klar, dass wir unsere Kinder immer zu weltoffenen Menschen erziehen wollten, die auch in wirklich ungewoehnlichen Umstaenden zurecht kommen und keine Angst vor dem “Unbekannten” haben. Wir merkten immer deutlicher: Wir wuerden uns den Rest unseres Lebens aergern, wenn wir die Chance nicht wahrnehmen und natuerlich wussten wir auch: So etwas wird uns wahrscheinlich genau einmal im Leben angeboten.

Also griffen wir letztlich zu.

Natuerlich gab es jede Menge Gruende, die dagegen sprachen: Wir hatten erst vor 1,5 Jahren das Haus der Schwiegereltern umgebaut, waren eingezogen und hatten seitdem die Babysitter direkt im Haus, die Kleine war erst vor sechs Monaten in die Schule gekommen und hatte sich gerade wunderbar eingelebt, ich selbst hatte einen wirklich tollen Job, bei dem ganz viele organisatorische Dinge gut gepasst haben, ich mag eigentlich Planbarkeit und Routinen und Bekanntes sehr gerne und bin nicht wirklich gut mit Veraenderung und neuen Umfeldern. Und natuerlich: Peking ist wirklich weit weg- raeumlich aber vor allem auch kulturell.

Am Ende hat schlicht die Neugierde gesiegt. Wie wuerden die Kinder und wir selbst in einem komplett neuen Umfeld zurecht kommen? Was wuerde uns tatsaechlich fehlen? Worauf koennten wir gut verzichten und haben uns bisher nur nicht getraut, es umzusetzen? Wuerden wir es schaffen, in einem so fremden Land unsere ganz eigene Normalitaet zu leben?

Nun sind wir da. Nach der Kuendigung meines Jobs, der Durchsicht unseres gesamten Haushalts und der Reduktion auf acht grosse Koffer und einem kleinen Flugcontainer, nach zahlreichen Abschieden und der ein oder anderen Traene. Seit einem guten Monat sind wir dabei, uns ein komplett neues Leben aufzubauen, fern von der Heimat, umgeben von fremder Kultur, fremdend Geruechen, fremder Sprache, sehr wenig Bekanntem. Es ist jeden Tag ein Abenteuer. Also genau das, was wir wollten und wofuer wir uns entschieden haben.

Dankbarkeit im Krankenhaus

english below

Wir hatten mal wieder eine spannende Woche. Ich will an dieser Stelle nicht “endlich” sagen, weil es generell an Spannung gerade nicht fehlt in unserem Leben. Aber die letzten drei Tage waren doch speziell.

Zur Vorgeschichte: Mein Mann lag seit kurz vor Weihnachten mit einer Nasennebenhöhlenentzündung im Bett, die einfach nicht abheilen wollte. Letzte Woche ging er dann zum Arzt, der verordnete ein Antibiotikum. Das schlug auch ganz gut an, bis es dann Mittwochmorgen war. Komischer Ausschlag und Schwellungen hatten sich an der Hand meines Mannes breit gemacht. Also ab zum Arzt: “Ok, das ist eine allergische Reaktion. Bitte das Antibiotikum absetzen und Calcium und diese Tabletten nehmen.” Mittwochabend bin ich dann langsam unruhig geworden. Der Ausschlag wurde nicht besser, der Puls meines Mannes war ungewöhnlich hoch. Donnerstag Früh hatte sich der Ausschlag auf den ganzen Körper verteilt. Beim Arzt hat der Kreislauf dann fast schlapp gemacht und der Arzt rief beim Blick auf meinen Mann und den Ausschlag nur noch: “Ach Du Scheiße!” und kabelte ihn direkt an den Tropf mit Kortison. Weil trotzdem keine Besserung eintrat, wurde er kurzerhand ins Krankenhaus verfrachtet. Dort wurde es dann ab gestern Nachmittag ganz langsam besser. Heute konnte er wieder entlassen werden.

Das war alles ein bißchen dramatisch und sicherlich nicht das, was ich mir freiwillig ausgesucht hätte.

Aber aus anderen schwierigen Situationen weiß ich: Es hilft enorm viel, sich auf das Gute zu konzentrieren. Gestern habe ich in dem Bangen und Hoffen ganz bewusst nach den guten Dingen gesucht. Hier also das Ergebnis meiner kleinen Übung “Dankbarkeit im Krankenhaus”:

  • Danke für den Arzt, der beherzt Gegenmaßnahmen eingeleitet und die Reaktion unterbrochen hat (die roten Schwellungen wären im nächsten Schritt aufgeplatzt, dann hätte akute Infektionsgefahr bestanden und mein Mann hätte isoliert werden müssen).
  • Danke, dass die Reaktion nicht auf die Atmung gegangen ist!!!
  • Danke für Krankenhäuser in Deutschland und eine Versicherung, die für alles aufkommt.
  • Danke für unsere gute finanzielle Situation, so dass wir uns die Parkkosten leisten können, ohne zweimal nachdenken zu müssen.
  • Danke für Familie, die die Kinderbetreuung an dem Tag schon hatte oder schnell noch übernommen hat, so dass ich den ganzen Tag bei meinem Mann sein konnte, ihn mit Essen und Trinken versorgen konnte und er nicht alleine die vielen Stunden auf dem Gang liegen musste, bis er endlich auf Station kam.
  • Danke für Freunde und Familie, die für uns gebetet und uns ermutigt haben.
  • Danke für Internet und WhatsApp, so dass man schnell alle informieren und auf dem Laufenden halten konnte.
  • Danke für die Schwiegermama, die mir völlig übermüdet abends noch was Warmes auf den Teller gezaubert hat.
  • Danke, dass die Rötungen und Schwellungen heute deutlich zurückgegangen und lange nicht mehr 95% der Haut betroffen sind, so wie gestern Nachmittag.
  • Heute Morgen war ich für unser warmes Auto dankbar, dass mich sicher durch den Schneeregen gebracht hat.
  • Danke für Pfleger und Apotheker, die uns halfen, alle notwendigen Medikamente zu bekommen, auch wenn der Arzt vor dem Wochenende nicht mehr erreichbar war und keine Rezepte ausstellen konnte.
  • Danke, dass die Allergie in Deutschland und nicht erst in China bekannt geworden ist (hierzu dann mehr in einem der nächsten Beiträge…)

Wir atmen jetzt noch ein bißchen und freuen uns, dass wir uns haben.

Gratitude in the hospital

We had another exciting week. I don’t want to say “finally” at this point, because there is generally no lack of tension in our lives. But the last three days were special.

About the prehistory: My husband had been lying in bed with a sinus infection shortly before Christmas, which simply didn’t want to heal. Last week he went to the doctor, who prescribed an antibiotic. That worked quite well until it was Wednesday morning. Funny rash and swelling had spread to my husband’s hand. So off to the doctor: “Ok, that’s an allergic reaction. Please stop taking the antibiotic and take calcium and these tablets.” Wednesday evening I got restless. The rash didn’t get any better, my husband’s pulse was unusually high. Thursday morning the rash had spread all over my body. At the doctor’s the circulation almost broke down and the doctor shouted at my husband and the rash: “Oh shit!” and cabled him directly to the cortisone drip. Because there was still no improvement, he was sent to the hospital without further ado. Yesterday afternoon things slowly got better there. Today he could be released again.

That was all a bit dramatic and certainly not what I would have chosen voluntarily.

But from other difficult situations I know: It helps a lot to concentrate on the good. Yesterday I consciously searched for the good things in my fears and hopes. So here’s the result of my little exercise “Gratitude in the hospital”:

  • Thank you for the doctor who courageously initiated countermeasures and interrupted the reaction (the red swellings would have burst in the next step, then there would have been an acute risk of infection and my husband would have had to be isolated).
  • Thank you for not responding to breathing!!
  • Thank you for hospitals in Germany and an insurance company that pays for everything.
  • Thanks for our good financial situation, so that we can afford the parking costs without having to think twice.
  • Thanks for the family, who already had the child care on that day or quickly took over, so that I could be with my husband all day, could provide him with food and drink and he didn’t have to lie alone the many hours in the corridor until he finally came to ward.
  • Thanks for friends and family who prayed for us and encouraged us.
  • Thank you for Internet and WhatsApp, so that you could quickly inform everyone and keep them up to date.
  • Thank you for your mother-in-law, who overtiredly put something warm on my plate in the evening.
  • Thanks to the fact that the redness and swellings today clearly decreased and for a long time no more 95% of the skin are affected, like yesterday afternoon.
  • this morning I was thankful for our warm car, which brought me safely through the snow rain.
  • Thanks for the nurses and pharmacists, who helped us to get all necessary medication, even if the doctor was not reachable before the weekend and could not give prescriptions.
  • Thanks that the allergy became known in Germany and not only in China (more about this then in one of the next contributions…)

We still breathe a little and are happy that we have each other.

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Diese drei Situationen haben mein Weihnachten gerockt

These three situations rocked my Christmas – english below

Die letzten Jahre gab es hier häufiger einen Jahresrückblick. Dieses Jahr nicht. Mir ist es gerade herzlich egal ob wir 2018, 2019 oder auch schon 2050 haben. Hier liegt soviel Arbeit vor der Brust, dass das komplett nebensächlich ist. Und danke der Nachfrage: Die Feiertage waren sehr schön, aber leider auch recht anstrengend, weil mein Mann gesundheitlich komplett ausgefallen ist. Und wir sind wirklich gut als Gastgeberteam. Alleine geht´s auch, aber dann ist es nur halb so schön und doppelt anstrengend.

Trotzdem gab es echte Highlights an diesen Tagen. Hier meine drei Lieblingssituationen vom Weihnachtsfest:

  1. Am Heiligabend habe ich mir im großen Trubel der Großfamilie, zwischen Geschenke auspacken und Essen vorbereiten und Weihnachtsbaum vorm Brennen retten die kleine Nichte von sechs Monaten in den Arm legen lassen und mich hingesetzt. In einen Sessel. Und bin erst nach 1,5 h wieder aufgestanden als sie ausgeschlafen hatte. Das Beste, was man mit den kleinen Schlümpfen machen kann. Ihre Fähigkeit, einen selbst runter zu fahren ist immer wieder eindrücklich.
  2. Abends waren wir in geschrumpfter Anzahl beim Chinesen essen, der irgendwie von dem Feiertag und den hungrigen Menschen überrascht war (Weihnachten war auch wirklich früh dieses Jahr…). Vor lauter Langeweile und Warterei hat mein Sohn auf einem Schmierpapier angefangen, Grafitti zu malen. Macht er immer in solchen Situationen. Und die Uroma direkt nebendran: “Was? Du malst mit links???” Die ganzen Vorurteile, die dieser Generation zum Thema Linkshändigkeit eingeimpft wurden, materialisierte sich und legte sich als feiner Staub auf den leider immer noch leeren Tisch. Keine Ahnung, was dann passierte. Mein Sohn hat offensichtlich einen produktiven Umgang mit der schweren Irritation gefunden: Als nächstes höre ich wunderbar naives vor sich Hinkichern von der sonst immer sehr kontrollierten Urmama und traue meinen Augen kaum, als ich rüber schaue: Sie versucht mit Links zu schreiben und amüsiert sich königlich über ihre eigene Unfähigkeit, ein einzelnes Wort mit der “falschen Hand” halbwegs leserlich zu Papier zu bringen. Family at its best!
  3. Der erste Weihnachtsfeiertag war lang und schön und mit viel Essen und vielen Gesprächen gespickt. Am Ende sind alle weg und ich bleibe mit einer chaotischen Küche und einem abgegessenen Tisch zurück. Und einer Tochter, die dringend Zeit von mir braucht. Also schieben wir eine Ecke auf dem Tisch frei und bauen Lego. In Ruhe und ohne Hektik. Dann kommt eine der vielen Teilzeitmitbewohnerinnen unseres Hauses in unsere Küche. Sie sieht müde und geschafft aus. Ich lade sie ein, sich doch in unser Chaos mit dazuzugesellen. Sie setzt sich und wir reden und bauen Lego, irgendwann trinken wir zusammen noch Gin Tonic und ich stelle mich in meine Küche und sage: “Ich mag meine Küche in so einem abgefeierten Zustand. Das zeigt mir, dass hier intensiv gelebt wurde.” Dann mache ich uns noch Gulasch warm und wir schnabulieren Käse zum Rotwein und amüsieren uns über meine Tochter, die wirklich lustige Geschichten erzählt. Zwischendrin bauen wir weiter Lego. Am Ende drücken wir uns fest und ich bin sprachlos, dass mein Chaos und meine Zeit gerade Jemanden das Leben einfach leichter gemacht haben.

In diesem Sinne: Ich wünsche allen ein tolles neues Jahr!! 2019 war jetzt als nächstes dran, oder???

The last few years there has been a lot of annual reviews here. Not this year. I don’t care if we have 2018, 2019 or 2050. There is so much work here that it is completely irrelevant. And thank you for asking: The holidays were very nice, but unfortunately also quite exhausting, because my husband was completely out of health. And we are really good as a host team. So is geht´s alone, but then it’s only half as nice and twice as exhausting.

Nevertheless, there were real highlights on these days. Here are my three favourite Christmas situations:

  1. On Christmas Eve, in the hustle and bustle of the extended family, I had the little niece of six months laid in my arms and sat down in the middle of unpacking presents and preparing food and saving the Christmas tree from burning. In an armchair. And I only got up after 1.5 hours when she had slept in. The best thing you can do with the little Smurfs. Her ability to drive yourself down is always impressive.
  2. In the evening we had a shrunken dinner with the Chinese, who was somehow surprised by the holiday and the hungry people (Christmas was really early this year…). Due to boredom and waiting my son started to paint graffiti on a smear paper. He always does it in such situations. And the great-grandmother right next door: “What? You paint with your left????” All the prejudices that were implanted in this generation on the subject of left-handedness materialized and lay as fine dust on the unfortunately still empty table. I have no idea what happened then. My son obviously found a productive way to deal with the severe irritation: Next, I hear wonderfully naïve chuckling from the otherwise very controlled Urmama and hardly believe my eyes when I look across: She tries to write with links and amuses herself royally about her own inability to put a single word with the “wrong hand” halfway legibly on paper. Family at its best!
  3. The first Christmas day was long and beautiful and full of food and conversations. At the end everyone is gone and I stay behind with a chaotic kitchen and an eaten table. And a daughter who urgently needs time from me. So we push a corner on the table free and build Lego. In peace and without hectic. Then one of the many part-time residents of our house comes into our kitchen. She looks tired and exhausted. I invite her to join us in our chaos. She sits down and we talk and build Lego, sometime we drink gin and tonic together and I stand in my kitchen and say: “I like my kitchen in such a celebrated state. This shows me that there has been an intense life here.” Then I warm up some goulash and we schnabulate cheese with red wine and have fun with my daughter, who tells really funny stories. In between we continue to build Lego. At the end we press hard and I am speechless that my chaos and my time just made life easier for someone.

In this sense: I wish you all a great new year! 2019 was the next year, wasn’t it???

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Nicht Zählen – sondern Zuhören

Not counting – but listening (for an english version: scroll to the bottom)

Vor gut einem Jahr hatte ich gerade einen Film über Frauen und ihr Körperbild gesehen, ich habe mich wieder einmal über die Gewichts-Reduktions-Industrie geärgert und meine Tochter hat bei meinem Gang auf die Waage gefragt: “Mama, wieso machst Du das?” Ganz ehrlich: Warum eigentlich?

Als dann die Waage halb kaputt war und nur noch mit zahlreichen Klicks vor jedem Wiegen funktionierte, hatte ich einen Anlass und habe entschieden: Ich brauch das Ding nicht mehr und habe es kurzerhand entsorgt. Den einen Abend im Frühjahr BRAUCHTE ich dann doch plötzlich eine Waage, um das Gewicht eines Koffers zu kontrollieren. Ich bin kurzerhand zu den Schwiegereltern ein Stockwerk hoch gelaufen.

Mir ist vor kurzem bewusst geworden, dass mit dem Entsorgen der Waage ein wesentlicher Stresspunkt in meinem Leben einfach weggefallen ist. Davor bin ich sehr wohl vor fast jedem Duschen und möglichst nach dem Toilettengang und mit wenig Essen im Bauch direkt am Morgen auf die Waage gegangen und hatte dann unter der Dusche viel Zeit zum Nachdenken über die Zahl, die das Gerät ausgespuckt hatte. Woran mag es gelegen haben, dass sie sich seit dem letzten Mal nach oben bewegt hat? Waren es die Nudeln gestern Abend um acht Uhr? Oder das Eis mit Sahne vor zwei Tagen? Und wenn es trotz ausführlicher Abendessen mit Freunden und dem dazugehörigen super leckeren Wein trotzdem nach unten gegangen ist, hab ich mir nur noch den Kopf gekratzt und mich gewundert: Wie kann das jetzt sein?

Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Macht wir den Zahlen über uns geben. Es ist keine pure Analyse eines Ist-Zustandes, sondern mit jeder Menge Emotion verbunden. Was sagen die Zahlen am Ende eigentlich über mich aus? Nichts. Gar nichts. Da das Gewicht noch nicht einmal Auskunft über die Zusammensetzung des Körpers, also Wasser, Muskeln, Fett, etc. gibt, kann man aus der Zahl alleine nicht schließen, ob ich schlank oder träge oder schwerkrank bin.

Tägliches Wiegen ist genauso, als wenn wir uns jeden Abend mit dem Partner hinsetzen und bewerten, wie er sich an diesem Tag verhalten hat. War er brav gibt es ein Lob, war er aufmüpfig, schimpfen wir kräftig mit ihm. Kann man so machen. Besonders glücklich und erfüllt wird diese Beziehung wahrscheinlich nicht sein.

Der einfachste Weg, den bescheuerten sinnlosen Zahlen nicht mehr die Möglichkeit zu geben, über meinen Wert zu bestimmen, war für mich also die Waage zu entsorgen. Sie war schlicht überflüssig und hatte nichts zu einem erfüllten Leben beizutragen.

Gleichzeitig war dieser Schritt ein Akt des Widerstands für mich gegen ganze Industriezweige, die damit Geld verdienen, mir einzureden, dass mein Körper nicht in Ordnung ist und verändert werden muss. Nein, ich bin nicht bereit, Euren Lügen zu glauben! Allerdings war mir diese Form des Widerstands dann auch zu passiv. Neben dem Nicht-mehr-Wiegen melde ich inzwischen jede Werbung, die mir auf facebook oder Instagram gezeigt wird mit der Botschaft “So nimmst Du endlich ab” oder “In kurzer Zeit zum Traumkörper” postwendend als beleidigend. Ich muss nicht abnehmen. Wir kommt ihr Schweinebacken dazu, uns Frauen ständig einzureden, dass es das Normalste der Welt ist, mit dem eignen Körper unzufrieden zu sein? Am Anfang hat es sich total komisch angefühlt, inzwischen genieße ich es. Jedes Mal sage ich damit nein zu einer Lüge, die mir entgegen geschleudert wird und ja zu meinem eigenen Körper und dem wie er eben gerade ist.

Die nicht mehr vorhandene Waage hat auch noch einen anderen Prozess unterstützt, nämlich genauer auf meinen Körper zu hören. Es ist ja wirklich erstaunlich, was er alles zu erzählen hat, wenn ich nicht ständig dabei bin, ihn aufgrund von Zahlen zu bewerten und zu kritisieren. Nach meiner Erfahrung braucht es ein bißchen Übung und Ausprobieren, um zu spüren oder zu hören, was denn grundsätzlich gut tut.

Mir selbst fällt das “Zuhören” gerade in stressigen Zeiten schwer, weil dann so vieles anderes durch die Gedanken rauscht. Aber wenn ich mir ein paar Minuten Zeit nehme und mich auf mich selbst konzentriere, dann werden die Bedürfnisse meist sehr deutlich:

  • Ich habe Durst und brauche mehr Wasser.
  • Ich bin vom langen Sitzen steif und muss gestreckt werden.
  • Ich hab Sehnsucht nach Wald und Bewegung.
  • Du hattest so viele anstrengende Gedanken, es wäre super, wenn Du Dich mal austobst oder richtig doll lachst.
  • Vielleicht könntest ein bißchen Kuscheln mit Deinen Kindern und an ihnen schnuppern, auch das entspannt mich.
  • Nee, nicht schon wieder Denken und Sorgen machen, Yoga und atmen wären jetzt eine bessere Alternative.
  • Du hast in den letzten Wochen einiges an Brot und Süßigkeiten gegessen, ich brauche jetzt Vitamine, jede Menge Vitamine.
  • Sonne und Wärme und Stürme und Regen mag ich gerne spüren. Am liebsten in Kombination mit Lachen und Sprechen und langen Spaziergängen.

Ich wünsche mir so sehr, dass es mir auch gerade in den stressigen, vollen Zeiten gelingt, gut auf meinen Körper zu hören und ihn liebevoll zu versorgen.

Und vor allem wünsche ich mir, meiner Tochter ein Vorbild in Sachen Körperliebe zu sein. Möge sie mit großer Selbstverständlichkeit ihren Körper als lebenslanges zu Hause und guten Freund kennenlernen, ihn gut versorgen und sich pudelwohl mit ihm fühlen.

About a year ago I had just seen a film about women and their body image, I was once again angry about the weight reduction industry and my daughter had asked on my walk on the scales: “Mama, why are you doing this?” Honestly: Why actually?

When the scale was half broken and only worked with numerous clicks before each weighing, I had a reason and decided: I don’t need the thing any more and disposed of it without further ado. One evening in the spring I suddenly needed a scale to check the weight of a suitcase. Without further ado I ran up one floor to my parents-in-law.

Recently I became aware that with the disposal of the scales an essential stress point in my life has simply disappeared. Before that, I did go straight to the scales in the morning, before almost every shower and if possible after going to the toilet and with little food in my stomach, and then had a lot of time under the shower to think about the number the device had spat out. What might have been the reason for her moving upwards since the last time? Was it the noodles last night at eight o’clock? Or the ice cream with cream two days ago? And if it nevertheless went down despite extensive dinner with friends and the super delicious wine, I just scratched my head and wondered: How can that be now?

It’s really amazing how much power we give to the numbers about us. It’s not a pure analysis of an actual state, it’s connected with a lot of emotion. What do the numbers in the end actually say about me? Nothing. Nothing at all. Since the weight does not even give information about the composition of the body, i.e. water, muscles, fat, etc., one cannot conclude from the number alone whether I am slim or lazy or seriously ill.

Daily weighing is the same as sitting down every evening with your spouse and evaluating how he or she behaved that day. If he was good, there is praise, if he was rebellious, we scold him strongly. You can do that. This relationship will probably not be particularly happy and fulfilled.

The easiest way to stop giving the stupid senseless numbers the opportunity to determine my value was for me to dispose of the scales. It was simply superfluous and had nothing to contribute to a fulfilled life.

At the same time this step was an act of resistance for me against whole branches of industry, which earn money by persuading me that my body is not in order and has to be changed. No, I am not ready to believe your lies! However, this form of resistance was too passive for me. Beside the not-more-weighing I announce meanwhile each advertisement, which is shown to me on facebook or Instagram with the message “So you finally take off” or “In short time to the dream body” immediately as insulting. I don’t have to lose weight. How do you get your pork cheeks to constantly tell us women that it is the most normal thing in the world to be dissatisfied with your own body? In the beginning it felt totally strange, but now I enjoy it. Every time I say no to a lie that is thrown towards me and yes to my own body and that which it is just now.

The balance that no longer exists has also supported another process, namely to listen more closely to my body. It is really amazing what he has to tell, if I am not constantly evaluating and criticizing him on the basis of numbers. In my experience it takes a bit of practice and trial and error to feel or hear what is fundamentally good.

I find it difficult to “listen” to myself, especially in stressful times, because then so much else rushes through my thoughts. But when I take a few minutes and concentrate on myself, the needs usually become very clear:

  • I am thirsty and need more water.
  • I am stiff from sitting for a long time and have to be stretched.
  • I have a longing for woods and exercise.
  • You had so many exhausting thoughts, it would be great if you let off steam or laugh really hard.
  • Maybe you could snuggle up a bit with your children and sniff them, that relaxes me too.
  • No, not thinking and worrying again, yoga and breathing would be a better alternative now.
  • You have eaten a lot of bread and sweets in the last few weeks, I now need vitamins, lots of vitamins.
  • I like to feel sun and warmth and storms and rain. Preferably in combination with laughing and talking and long walks.

I wish myself so much that even in stressful, full times I succeed in listening well to my body and caring for it lovingly.

And above all I wish to be a shining example for my daughter in matters of body love. May she get to know her body as a lifelong home and good friend, take good care of it and feel very comfortable with it.

Urlaub – Zeit zum Lernen

Vaccation – Time to Learn

(for an english version: scroll to the bottom)

Wir sind frisch aus dem Urlaub zurück, und ja, es war wunderbar erholsam und sowohl mit wohlverdienter Ruhe als auch frischer Inspiration und Wissen gespickt.

Hier sind meine drei Highlights:

Unter Wasser atmen 

Das ist ja einfach mal völlig unnatürlich, was man da beim Schnorcheln machen muss: Ein- und Ausatmen während man mit dem Kopf unter Wasser ist. An der kroatischen Küste gibt es aber jede Menge wunderbarer Dinge unter Wasser zu entdecken. Also haben wir ein paar Tage vor der Abfahrt auch für die “Kleine” einen Schnorchel besorgt und sie im heimischen Mini-Pool mal probieren lassen. Die beiden Kommandos “Atmen!” und “Ruhig ins Wasser legen!” haben in der Umsetzung dann einen Moment gebraucht.

Im großen Meer, in dem sie vorher noch nie geschwommen ist und in dem es noch jede Menge Wellen und Felsen und Seeigel gab, war es noch aufregender. Trotzdem hatte sie es schon nach kurzer Zeit und ein bißchen Übung raus. Schon bald tauchte sie mit Papa los. Und ich als Mama war völlig fasziniert und begeistert, als sie dann von einem Fels zum nächsten taucht, zwischendrin gemütlich im Wasser liegt und nichts mehr tut und mein Mann sagt: “Da schwimmt gerade ein Schwarm Fische unter ihr durch”. Ich liebe es, meine Kinder beim Weltentdecken zu unterstützen und ihre Horizonte zu erweitern!

Internationaler Widerstand im verschlafenen Osor

In dem neuen Buch von Rachel Held Evans “Inspired. Slaying giants, walking on water, and loving the bible again” hatte ich morgens von verschiedenen Menschen in der Bibel gelesen, die gegen die Ägypter oder Römer Widerstand leisteten.

Mittags haben wir einen Ausflug in das überhitzte und leergefegte Osor am Übergang der beiden Inseln Cres und Losinj gemacht. Wir waren schon fast auf dem Weg zur nächsten Bucht, als ich das Schild für eine Cartoonausstellung sah. Unsere graffitibegeisterten Jungs hatten endlich etwas Interessantes zum Anschauen und ich fragte den kauzigen alten Mann mit längeren weißen Haaren im Zopf und der Kippe im Mundwinkel aus, der uns die Zettel zum Abstimmen in die Hand drückte (aha, hier geht es also um einen Wettbewerb). Er macht solche Ausstellungen schon seit vielen Jahren, es beteiligen sich Cartoonisten aus aller Welt und jeden Alters. Wie kommt es zu den ganzen Bildern von Künstlern aus China und Iran? Die Cartoonszene ist dort mit am Stärksten vertreten und alle sind übers Internet miteinander verbunden. Kunst als eine der vielen Formen des Widerstands. In einem unscheinbaren Ort in der Kvarner Bucht in Kroatien.

Pläne geändert wegen Unwissenheit

Auf dem Weg nach Kroatien sind wir unter anderem durch Slovenien gefahren. Ich sah meinen Mann an und fragte ihn: Was weißt Du über Slovenien? Und Ljubljana? Nichts? Ja, ich irgendwie auch nicht…

Wir hatten für den Schluß eigentlich einen Tag für den Klassiker einer Kroatien-Besuchs eingeplant: Die Plitvicer-Seen. Als wir den Campingplatz mit schon ein wenig Campingmüdigkeit dann kurz vor Ende buchen wollten, lasen wir noch einmal genauer im Reiseführer: “Die schlechtesten Monate für einen Besuch sind zweifellos der Juli und August – dann tröpfeln die Wasserfälle nur noch, man findet kaum einen Parkplatz, die schiere Besuchermenge macht Wanderungen zur Polonaisen, und lange Schlangen bilden sich an den Bussen und Booten, die die Besucher durch den Nationalpark befördern.” Na gut, das klingt bescheiden. Wollen wir uns nicht Ljubljana anschauen?

So landeten wir für zwei Nächte in dem wirklich sehr schön umgebauten Hostel Celica, einem ehemaligen Militärgefängnis. Das Hostel liegt auf dem Gelände der ehemaligen belgischen Kaserne an der Metalkova-Straße. Die Kaserne wurde nach der Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien 1991 von Künstlern “erobert”, in unmittelbarer Nähe sind inzwischen mehrere Museen, Skate- und Basketballplätze. Das Hostel selbst setzt sich intensiv mit der Geschichte auseinander, eine Tafel endet mit dem Satz: “Never again a prison, but rather a space of fresh, simple delights.”

Wir haben das Hostel und die Umgebung erforscht und waren ca. vier Stunden auf dem Schloß mit den Audioguides unterwegs. Die Drachen- und Tromostovje-Brücke haben wir gesehen und unsere Kleine hat in der Marijinega-Kirche gebetet.

Unter anderem haben wir folgende Dinge an dem einen Tag, den wir in Ljubljana hatten, gelernt:

  • Die Umrisse von Slovenien sehen aus wie ein Huhn.
  • Im größten Teil Sloweniens ist es im Winter ziemlich kalt und im Sommer sehr warm (die zweite Hälfte können wir bestätigen).
  • Ältestes Fundstück: Ein Holzrad, das wohl vor 5200 Jahren gebaut wurde.
  • Auch in Ljubljana wurde ein Drache besiegt (wie in so manchen anderen Städten – kennt ihr die Geschichte vom Krakauer Drachen?).

Ein Buch habe ich in mehreren Buchhandlungen gesehen und nun lerne ich gerade noch ein bißchen mehr auf unterhaltsame und kurzweilige Art über Slowenien: Noah Charney – “Slovenology. Living and Traveling in the World`s Best Country.” Es ist von einem Amerikaner geschrieben und beschreibt entsprechend einen außereuropäischen Blick auf Slovenien.

In diesem Sinne an alle Kroatien-Reisende die warme Empfehlung zu einem Zwischenstopp. Ich liebe solche Abweichungen vom Plan!

Was waren Eure Urlaubs-Highlights? Was habt Ihr gelernt?

We have just returned from our holidays, and yes, it was wonderfully relaxing and full of well-earned peace and quiet as well as fresh inspiration and knowledge.

Here are my three highlights:

Breathe underwater 

That’s just completely unnatural, what you have to do when snorkeling: Breathe in and out while your head is under water. On the Croatian coast, however, there are plenty of wonderful things to discover underwater. So a few days before the departure we got a snorkel for the “little one” and let her try in the mini pool at home.

It was even more exciting in the great sea, where she had never swum before and where there were lots of waves and rocks and sea urchins. Nevertheless, she had it out after a short time and a little practice. A short time later she started diving with daddy. And as a mother I was completely fascinated and enthusiastic when she dives from one rock to the next, lies comfortably in between and does nothing more and my husband says: “There is a swarm of fish swimming under her”. I love to support my children in discovering the world and broaden their horizons!

International resistance in sleepy Osor

In the new book by Rachel Held Evans “Inspired. Slaying giants, walking on water, and loving the bible again” I had read in the morning about the various people in the Bible who resisted the Egyptians or Romans. At noon we made a trip to the overheated and empty swept Osor at the crossing of the two islands Cres and Losinj.

We were almost on our way to the next bay when I saw the sign for a cartoon exhibition. Our graffiti-enthusiastic boys finally had something interesting to look at and I asked the odd old man with longer white hair in the plait and the cigarette in the corner of his mouth, who gave us the slips of paper to vote on (aha, this is about a competition). He has been doing such exhibitions for many years, cartoonists from all over the world and of all ages participate. How do all the pictures of artists from China and Iran come about? The cartoon scene is one of the strongest there and everyone is connected via the Internet. Art as one of the many forms of resistance. In an inconspicuous place in the Kvarner Bay in Croatia.

Plans changed due to ignorance

On the way to Croatia we drove through Slovenia, among other places. I looked at my husband and asked him: What do you know about Slovenia? And Ljubljana? Nothing? Yeah, me neither…

For the end we had actually planned a day for the classic of a visit to Croatia: Plitvice Lakes. When we wanted to book the campsite with a bit of camping fatigue just before the end, we read the travel guide: “The worst months for a visit are undoubtedly July and August – then the waterfalls only drip, you hardly find a parking place, the sheer number of visitors make hikes to the polonaises, and long queues form at the buses and boats that transport the visitors through the national park”. All right, that sounds modest. Why don’t we go and see Ljubljana?

So we landed for two nights in the really very nicely converted Hostel Celica, a former military prison. The hostel is located on the grounds of the former Belgian barracks on Metalkova Street. After the declaration of independence from Yugoslavia in 1991, the barracks was “conquered” by artists, and several museums, skating and basketball courts are now in the immediate vicinity. The hostel itself deals intensively with the story, a story board ends with the sentence: “Never again a prison, but rather a space of fresh, simple delights”.

We explored the hostel and its surroundings and spent about four hours on the castle with the audio guides. We saw the Dragon and Tromostovje Bridge and our little one prayed in the Marijinega Church.

Among other things, we learned the following things on the one day we had in Ljubljana:

  • The outlines of Slovenia look like a chicken.
  • In most of Slovenia it is quite cold in winter and very warm in summer (we can confirm the second half).
  • Oldest find: A wooden wheel, which was probably built 5200 years ago.
  • Also in Ljubljana a dragon was defeated (as in many other cities – do you know the story of the Krakow dragon?).

I have seen one book in several bookshops and am just learning a little more about Slovenia in an  entertaining way – Noah Charney: Slovenology. Living and Traveling in the World`s Best Country. It is written by an American and takes a correspondingly non-European view of Slovenia.

In this sense, all Croatian travellers are warmly recommended to make a stopover. I love such deviations from plan!

What were your holiday highlights? What have you learned?

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Das Enneagramm – Eine Einladung

The Enneagram – an invitation
(for an english version: scroll to the bottom)

Mein persönlicher Vorläufer: Das DISG-Modell

Wer schon einen Moment länger in christlichen, bzw. freikirchlichen Kreisen unterwegs ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von DISG-Modell gehört haben, einem Verhaltensmodell mit vier Grundtypen. Ich selbst habe mit diesem Modell viele Jahre in Berufsfindungsseminaren gearbeitet. Hier fällt mir immer sofort das klassische Einstiegsbild von Tiki Küstenmacher ein: Ein Elefant, ein Affe, eine Seerobbe, eine Schnecke, ein Fisch im Glas und schließlich ein Papagei auf dem Kopf des Elefanten. Sie alle schauen mit großen Augen auf den “Lehrer” hinter seinem Pult. Daneben steht ein großer, prachtvoller Baum. Und dann der Text darunter: “Damit es gerecht zugeht, erhalten Sie alle die gleiche Prüfungsaufgabe. Klettern Sie auf diesen Baum.” Das ist auch schon für jüngere Schüler, die den Text gerade so lesen können, ein eindringliches Bild. Sie verstehen sofort: Diese Aufgabe ist nicht in erster Linie gerecht, sondern mehr oder weniger passend für die einzelnen Tiere. Der Affe freut sich einen Ast (oder sitzt schon nach kürzester Zeit auf dem selbigen), während der Fisch sich noch so sehr anstrengen kann – er hat keine Chance.

Durch die vielen Jahre der praktischen Anwendung des Modells habe ich zum einen gelernt, dass jeder Verhaltenstyp mit bestimmten Stärken aufwarten kann. Zum anderen sollten die vier Grundtypen in einem Team möglichst alle vorhanden sein. Nur wenn die sehr unterschiedlichen Stärken in einem einzelnen Team zusammen kommen, kann es langfristig erfolgreich zusammenarbeiten.

Zu der Wahrheit gehört aber auch, dass alle Verhaltenstypen mit einem bestimmten Set an Schwächen aufwarten. Meinen Blick auf Menschen hat das sehr entspannt: Es gibt nicht den einen Helden, der in allem überdurchschnittlich gut ist. Wir alle brauchen Ergänzung von Menschen, die explizit anders sind als wir.

Das Enneagramm in aller Kürze

Das Enneagramm habe ich hingegen erst vor ca. 1,5 Jahren intensiver kennengelernt. Es ist kein Modell, das auf der Verhaltensebene ansetzt, sondern sehr viel tiefer auf der Persönlichkeitsebene. Hier ein paar Besonderheiten:

  • Das Modell ist alt. Sein Ursprung scheint irgendwann zwischen dem christlichen Wüstenmönch Evagrius Pontikus (der ist 399 gestorben und nein, ich kannte den auch noch nicht) und dem Mittelalter zu liegen. Vielleicht ist das Modell nicht nur alt, sondern eher uralt.
  • Es werden insgesamt neun Grundtypen anhand von Nummern benannt. Diese Grundtypen beschreiben verkürzt gesagt die Strategien, die wir uns als Kinder angeeignet haben. Sie dienten dazu, Schwierigkeiten und Probleme in unserem direkten Umfeld möglichst unbeschadet zu überstehen und uns sicher zu fühlen. Typischerweise kommen diese Strategien bei uns auch noch im Erwachsenenalter zur Anwendung.
  • Das Modell ist in erster Linie zum Arbeiten am eigenen Ich gedacht. Es ist explizit nicht für das einsortieren anderer Menschen in Schubladen oder das Zusammensetzen von Teams geeignet (auch wenn ich zugebe, dass es mir im Verstehen von wahlweise schrecklichen bis schlicht skurilen Menschen geholfen hat – ich muss ihnen ja nicht mitteilen, in welches Kästelchen ich sie gesteckt habe…)
  • Jeder Typ wird in den Abstufungen seines Reifegrads beschrieben: unreif, normal oder gereift- wobei die Autoren hier natürlich unterschiedliche Begriffe verwenden. Das Ziel ist, das eigene Leben möglichst oft als gereifter Mensch bewusst zu gestalten.
  • Außerdem tendieren die Grundtypen unter Stress oder in Entspannung zu dem Verhalten von anderen Typen. Diese Perspektive macht das Model wunderbar dynamisch, weil sich mein Verhalten auch innerhalb eines Tages zwischen diesen Tendenzen verändern kann. Ich kann wie bei einem Thermometer mein eigenes Stresslevel ablesen.
  • Interessant sind auch die jeweiligen “Flügel” der Grundtypen. Die neun beschriebenen Typen sind in einem Kreis angeordnet, so dass jeder Typ auf der eigenen rechten und linken Seite einen “Flügelspieler” hat. Auch hier sind Tendenzen für die eigene Persönlichkeit zu erkennen, an denen gearbeitet werden kann.

Ein paar Hinweise zum Start

Da es inzwischen genug Bücher, Podcasts, etc. zum Thema gibt, werde ich hier zu der puren Theorie nicht mehr schreiben. Die folgenden Hinweise gebe ich einfach für diejenigen, die Lust haben tiefer einzusteigen.

In Deutschland wie auch den USA verweisen die meisten Menschen, die sich mit dem Enneagramm auseinandergesetzt haben, auf das Buch von Richard Rohr und Andreas Ebert. Ich kann das nicht empfehlen. Es ist für den Einstieg aus meiner Sicht schlicht zu trocken und geschichtslastig.

Ich empfehle am liebsten die Podcastfolge von TheLiturgists. Sie gibt einen guten Überblick über die neun Grundtypen und ist ausgesprochen unterhaltsam gestaltet. Mit kleinen Liedchen für jeden Typen und Originalzitate von Vertretern des Typs – dann tut die Selbsterkenntnis auch nicht so ganz weh. Die Folge war tatsächlich auch mein Einstieg ins Thema und die Identifikation meiner eigenen Nummer war damit relativ leicht. Allerdings ist sie nur zu empfehlen, wenn Englisch einigermaßen beherrscht wird.

Von den beiden Experten dieser Podcastfolge (Ian Cron & Suzanne Stabile) gibt es ein hervorragendes Buch zum Einstieg ins Thema. Anders als bei Rohr wird sich nicht lange mit der Geschichte aufgehalten, sondern es geht direkt ans Eingemachte. Es liegt inzwischen auch auf deutsch vor, ich habe es entsprechend verlinkt Die beiden Autoren sind zunächst mit einem gemeinsamen Podcast gestartet, bei dem sie jeweilige Vertreter der Verhaltenstypen interviewten. Inzwischen haben beide ihre eigenen Sendungen. Ian Cron hat dabei aus meiner Sicht die interessanteren Gesprächspartner.

Viele Enneagramm-Lehrer raten von konkreten Tests zum herausfinden des eigenen Persönlichkeitstyps ab. Ihre Strategie ist die Selbsterkenntnis während man die neun Typen einzeln kennenlernt. Das hat bei mir auch ganz gut funktioniert. Zahlreiche Tests gibt es natürlich trotzdem. Ich selbst habe den kostenlosen Test quellgrund ausprobiert und er ist zu dem gleichen Ergebnis gekommen wie ich selbst (ja, ich gebe es zu – ich war tatsächlich ein bißchen erleichtert). Bei der Auswertung waren interessante Hinweise und Vorschläge enthalten. Unter anderem, dass ich regelmäßig bloggen sollte…

Im nächsten Post werde ich die graue Theorie zum Thema verlassen. Viel spannender ist es ja immer, die Menschen vor dem Hintergrund ihrer Verhaltenstypen kennenzulernen. Ein bißchen werde ich von meiner eigenen Reise mit dem Enneagramm erzählen, von meinem Jubelruf “ich spüre meinen Ärger” und der hart erkämpften Aussage “ich bekomme langsam Routine in Konfliktgesprächen.”

Bis dahin wünsche ich viel Spaß beim Entdecken der eigenen Nummer… Sollte es am Anfang entlarvend und schmerzhaft sein – nicht wundern. Das gehört meistens mit dazu…

My personal predecessor: The DISG model

Those who have been on the road in Christian or free church circles for a while will most likely have heard of DISG-Model, a behavioral model with four basic types. I myself have worked with this model for many years in vocational training seminars. Here I always immediately remember the classic opening picture of Tiki Küstenmacher: an elephant, a monkey, a seal, a snail, a fish in a glass and finally a parrot on the elephant’s head. They all look with big eyes at the “teacher” behind his desk. Next to it stands a large, magnificent tree. And then the text underneath: “In order to be fair, you all receive the same test task. Climb that tree.” This is an impressive picture even for younger students who can read the text just like that. You understand immediately: This task is not primarily fair, but more or less suitable for the individual animals. The monkey enjoys a branch (or sits on it after only a short time) while the fish can make an effort – it has no chance.

Through the many years of practical application of the model, I have learned on the one hand that every type of behavior can show certain strengths. On the other hand, the four basic types should be available in one team. Only when the very different strengths come together in a single team can it work together successfully in the long term.

But it is also true that all behavior types come with a set of weaknesses. My view of people has been very relaxing: There is not the one hero who is above average in everything. We all need to complement people who are explicitly different from us.

The Enneagram in brief

I got to know the Enneagram more intensively about 1.5 years ago. It is not a model that starts at the behavioral level, but rather a much deeper one at the personality level. Here are some special features:

  • The model is old. Its origin seems to lie somewhere between the Christian desert monk Evagrius Pontikus (who died in 399 and no, I didn’t know him yet) and the Middle Ages. Perhaps the model is not only old, but rather very old.
  • A total of nine basic types are named by numbers. These basic types briefly describe the strategies we have adopted as children. They were used to overcome difficulties and problems in our immediate environment as unharmed as possible and to make us feel safe. Typically, these strategies are also used in adulthood.
  • The model is primarily intended for working on one’s own self. It is explicitly not suitable for sorting other people into drawers or putting together teams (although I admit that it has helped me to understand people who are either horrible or simply bizarre – I don’t have to tell them in which box I put them…).
  • Each type is described in the gradations of its degree of maturity: immature, normal or mature – although the authors use different terms here, of course. The goal is to consciously shape one’s own life as often as possible as a mature person.
  • In addition, the basic types tend to behave like other types under stress or in relaxation. This perspective makes the model wonderfully dynamic, because my behaviour can change within a day between these tendencies. I can read my own stress level like a thermometer.
  • Interesting are also the respective “wings” of the basic types. The nine described types are arranged in a circle, so that each type has a “wing player” on its own right and left side. Here too, there are tendencies for one’s own personality that can be worked on.

A few tips for the start

Since there are now enough books, podcasts, etc. on the topic, I won’t write about pure theory here any more. I give the following hints for those who want to go deeper.

In both Germany and the USA, most people who have dealt with the Enneagram refer to the book by Richard Rohr and Andreas Ebert. I can’t recommend this. From my point of view, it is simply too dry and full of history.

I recommend the podcast episode of TheLiturgists. It gives a good overview of the nine basic types and is very entertaining. With small songs for every type and original quotes from representatives of the type – then self-knowledge doesn’t hurt so much. The result was actually my introduction to the topic and the identification of my own number was relatively easy.

From the two experts of this podcast series (Ian Cron & Suzanne Stabile) there is an excellent book on the introduction to the topic. Contrary to Rohr’s book, the history does not last long, but it goes directly to the preserves. The two authors first started with a joint podcast in which they interviewed representatives of the behavioral types. Now they both have their own shows. In my opinion, Ian Cron has the more interesting interlocutors.

Many Enneagram teachers advise against concrete tests to find out your own personality type. Their strategy is self-knowledge while getting to know the nine types individually. That worked pretty well for me, too. Nevertheless, there are of course numerous tests.

In the next post I will leave the grey theory on the subject. It is always much more exciting to get to know people against the background of their behavioral types. I will tell a little bit about my own journey with the Enneagram, about my cheering “I feel my anger” and the hard-won statement “I am slowly getting routine in conflict talks”.

Until then I wish you a lot of fun discovering your own number… Should it be debunking and painful at the beginning – don’t be surprised. That’s usually part of it….

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Der Jahresrückblick 2017 (2/2)

Nach der ersten Hälfte vor zwei Wochen, kommt hier nun Teil 2 des alphabetischen Jahresrückblicks.

Minimalismus: Ein Konzept, das ich spannend finde, auch wenn ich mich selbst nicht als Minimalistin bezeichnen würde. Das Ausmisten im ersten halben Jahr und der leere Raum im neuen Heim sind aber weiterhin sehr gute Motivatoren, den Haushalt möglichst weiter zu reduzieren und nur das zu behalten, was gebraucht oder geliebt wird. FunFact: Der Minimalismus scheint sich inzwischen selbst in meinem Kunstgeschmack niederzuschlagen. Im Moment finde ich Zeichnungen mit genau einem Strich besonders ansprechend :-).

New York: Ich hatte es – das perfekte Wochenende im September mit meinem Flo in New York. Geträumt von Amerika hatte ich seit sage und schreibe 20 Jahren. Geklappt hat es aus irgendwelchen Gründen nie. Nun ist es passiert. Und es war der Hammer. Zum Glück wird durch solche Erlebnisse die Bucketlist mit Traumdestinationen ja nicht kürzer sondern länger. Und wenn es für das nächste Mal USA wieder 20 Jahre werden, dann ist das eben so. Träume sind dazu da, an ihnen fest- und uns am laufen zu halten.

Ofen: Noch so ein erfüllter Wohntraum – seit ca. fünf Wochen haben wir einen Ofen mit großem Sichtfenster im Wohnzimmer. Er war seitdem ca. drei Tage nicht im Betrieb. Vor Weihnachten war der Modus:  Ich schaue abends in die Flammen, entspanne mich, und bin nach zehn Minuten eingeschlafen. Inzwischen schaffe ich eine halbe Stunde lesen vor dem warmen Licht und der Wärme bevor ich einschlafe. 

Paragliding-Flug: Ich bin ja nicht so adrenalindurstig, dass ich von einem Sprung aus dem Flugzeug träume. Aber ein Gleitschirmflug stand auch schon länger auf der Liste. Bei unserem Urlaub im Salzburgerland hat sich dann Flo um die Verwirklichung gekümmert. Ein unfassbares Gefühl, wenn Deine Füße unter Dir in der Luft baumeln und Du denkst: “Die Spitze von dem Kirchturm hier drüben kann ich jetzt einfach mal streicheln…” Wenn die hohen Berge nur etwas näher am Rhein-Main-Gebiet wären! Aber im Taunus kann man wohl auch Gleitschirmfliegen lernen. Mal sehen.

 

Quitten, quitting, Qualle …? Na gut, mir fällt nix ein…

Recruiting: Was meinen Job so herausfordernd macht? Der “war for talents” ist in vollem Gange, die IT-Entwickler haben keine Lust auf Festanstellung, Eltville ist nicht Berlin oder München oder Hamburg. Aber ich und die Agentur können mega viel lernen und ich bin hoch motiviert, die beste Strategie zu finden und zu entwickeln.

San Francisco: Das ist die Story von einem wirklich fies geplatzten Traum in diesem Jahr. Die ersten Monate sah es so aus, dass wir als Familie ziemlich sicher für ein paar Monate nach San Francisco gehen würden (während wir das Haus umbauten usw. – aber wir sind es ja gewohnt mit Spannungen zu leben). Und dann machte es völlig überraschend “peng” – und der Traum war gestorben. Wieder einmal. Aber dann kam zumindest das NewYork-Wochenende. Ich habe gelernt: Ich darf meine Träume lose in der Hand halten, sie anschauen, aber auf keinen Fall festhalten. Hilft eh nix. Ich kann nur hoffe, dass sie irgendwann Realität werden.

Taunus Wunderland: Ok, das war kein langjähriger Traum, aber seltsam war es schon, dass ich vorher noch nie da war. Im Herbst sind wir an einem wunderschönen Sonnentag mit den Kindern dort gewesen und haben wilde, aufregende, ruhige und lustige Moment genossen. Das war dann in etwa auch unser ganzer Herbsturlaub. Den Rest haben wir ins Haus gesteckt.

Umzug nach Hochheim: Mein Mann ist in Hochheim aufgewachsen, wir haben nach unserer Hochzeit schon einmal sieben Jahre in Hochheim gewohnt. Sie gehörten nicht zu den schönsten Jahren meines bisherigen Lebens. Mir ist schlicht die Decke auf den Kopf gefallen in diesem “Dorf” und ich habe mich mega gefreut, als wir nach Wiesbaden ins Westend mit bißchen mehr Leben gezogen sind. Insofern waren engere Freunde sehr erstaunt, als sie von unserem Plänen hörten. ABER: Wir sind in einer anderen Phase, ich fahre jeden Tag aus Hochheim raus, die Familienlogistik ist soviel einfacher hier. Und Wiesbaden, Mainz und Frankfurt sind nur 20-30 Minuten entfernt. Mir geht es hier tatsächlich erstaunlich gut. Und ich habe inzwischen Strategien, sollte mir doch einmal die Decke auf den Kopf fallen. Nur den Wald vom Neroberg, den vermisse ich sehr schmerzlich.

V

WingWave: Das ist eine Methode zum Stressbewältigen und -abbauen. Kurz vor Jahresende habe ich sie durch meine Freundin Kerstin Hack kennengelernt und bin diese seitdem fleissig am anwenden und nutzen.

Ted X Women: Die Ted-Talks sind inzwischen ja ausgesprochen bekannt. Im Format der großen Ted-Konferenz gibt es auch kleinere lokale Events, die Leute vor Ort organisieren können. Ende des Jahres gab es einen Event in Frankfurt mit zum Teil wirklich spannenden Rednerinnen. Es ist immer inspirierend, tolle Frauen auf einer Bühne zu hören. Ein fast noch größeres Highlight waren die Gespräche mit Damen, die etwas gehaltvolles zu Design Thinking oder Blockchain oder ehrenamtlicher Arbeit für die UNO von zu Hause aus sagen können. Ich liebe es, wenn sich mein Horizont erweitert.

Y

Zukunft: Im letzten Jahr haben wir unglaublich viele Weichen für die nächsten Jahre gelegt und für mich ist im Vergleich zum Vorjahr unglaublich viel vorhersehbar in 2018. Ich habe schon jetzt fast meinen kompletten Jahresurlaub eingetragen (nein, Hotels und Flüge sind nur für den allerkleinsten Teil gebucht). Im Moment finde ich dieses “verplant sein” aber durchaus angenehm und es gibt mir Sicherheit. Vieles ist im Groben nun aufgesetzt, nun darf es an die Feinheiten gehen. Darauf freue ich mich schon.

Ich wünsche Euch ein tolles Jahr 2018, auf das ihr gerne und mit großer Zufriedenheit zurückschauen werdet.