Zwei gute Freundinnen

Freundin A

  • Ihren Sohn bekam sie mit geplantem Kaiserschnitt und genoss es, den genauen Zeitpunkt der Geburt zu kennen und sich darauf einstellen zu können.
  • Außerhäuslich betreuen ließ sie ihn das erste Mal mit ca. sechs Wochen.
  • Um Ihre beruflichen Ambitionen umsetzen zu können, studierte sie während der kompletten Baby- und Kleinkindphase weiter.
  • Die Entscheidung für den Kindergarten traf sie v.a. wegen der Förderung von hochbegabten Kindern.
  • Nach drei Monaten Eingewöhnung ließ sie ihn dort ganztags betreuen.
  • Damit der Sohn sich nicht im Kindergarten langweilen würde, wurde er als Kannkind früher als die meisten anderen Kinder eingeschult.

 

Freundin B

  • Ihre Tochter brachte sie trotz mancher Bedenken von Ärzten mit einer natürlichen Geburt ohne Medikamente zur Welt.
  • Die ersten acht Monate wurde die Tochter von ihr voll gestillt und regelmäßig in Tragehilfen getragen, um eine enge Bindung sicherzustellen.
  • Um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kleinen eingehen zu können, achtete die Freundin darauf, einen flexiblen Kinderwagen zu nutzen, der einen weiten Blick nach vorne oder den sicherheitsgebenden Blick zur Mutter zurück ermöglichte.
  • Um einen engen Familienzusammenhalt zwischen allen Familienmitgliedern sicherzustellen, achtete die Mutter auf regelmäßige Mahlzeiten mit der ganzen Familie.
  • Bei Verzögerungen in der Entwicklung (sprachlich, motorisch, etc.) informierte sie sich umfassend, um die Tochter bestmöglich in entspannter Atmosphäre zu Hause zu fördern.
  • Weil sie bei Hausarbeiten ihrer Tochter nicht die volle Aufmerksamkeit widmen konnte, versuchte sie, diese so gut wie möglich spielerisch miteinzubeziehen, um ein gemeinsames Erleben zu schaffen.

 

Und, was denkst Du? Was ist den beiden Freundinnen jeweils wichtig? Wie würdest Du Freundin A charakterisieren? Wie Freundin B? Von welchen Werten lassen sich die beiden leiten?

 

Und ja, ich selbst bin sowohl Freundin A und Freundin B und bin traurig über die Urteile, die wir aus oberflächlichen Momentaufnahmen über andere und deren (Familien-)Leben fällen. Und ja, da greife ich mir zuerst auch an die eigene Nase und gelobe Besserung. Ist aber gar nicht so einfach, wie ich immer wieder feststelle.

Projekt „familienfreundlicher LOI Tag“ – Was ich gelernt habe

Einer der klassischen Dienste in einer Gemeinde, die ich noch nie übernommen habe, ist die Gestaltung der Kinderbetreuung oder Kindergottesdienste. In keiner Altersgruppe. Auch hatte ich mich bisher sehr wenig dafür interessiert, ob und wie Konferenzen eine Kinderbetreuung organisieren. Insofern war ich auf den „Job“, einen familienfreundlichen LOI Tag auf die Beine zu stellen, ausgesprochen schlecht vorbereitet. Was ich aber gut kann und auch schon viel gemacht habe, ist Fragen zu stellen und zu organisieren.

Beides habe ich in das Projekt eingebracht; allerdings zeitlich etwas versetzt. Erst einmal Fragen stellen: Wie machen das andere? Antwort: Sie machen es kaum. V.a. nicht mit dem Anspruch, inhaltlich an den gleichen Themen zu arbeiten wie die Erwachsenen. Das hieß, ich durfte kreative Ideen entwickeln. Und zwischendrin versuchen, meine Vision in Worte zu fassen. „Maybe we can create new learning environments for both kids and grown ups in a way that we all speak about the same topic but each group has its unique way of apprehending it. In this perspective, the LOI day could serve as an experiment for new ways of working and learning alongside kids but also together with them.“

Wunderbarerweise fand ich zwei junge Frauen, die bereit waren, sich mit mir auf diese gedankliche Reise einzulassen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie das ganze Realität werden könnte. Wir verbrachten diverse Abende mit Brianstorming via skype und trugen nach und nach das Gerüst für den Tag zusammen. Es wurde klar, bei wem wir ein gutes Konzept einkaufen könnten, wie wir das ganze finanzieren könnten (Sponsoring) und was organisatorisch notwendig sein würde, um es Familien so einfach wie möglich zu machen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Anne Bleis und Maggy Kleske, die sich hier ganz wunderbar eingebracht haben. Folgende Dinge habe ich auf dem Weg gelernt:

  • Ideen entwickeln ist alleine total ätzend und gemeinsam wunderbar! (das merke ich auch immer wieder in meinem sonstigen Arbeitsalltag: und weil die nächsten Monate mit der Magisterarbeit eher Einzelarbeit werden, gibt es Projekte, die ich einfach nur mache, um mit anderen gemeinsam etwas voran zu bringen…)
  • Organisieren kann ich auch ganz gut alleine, wenn die anderen Teammitglieder zu viele eigene Projekte haben. Erleben, wie dann am Ende alles zusammen kommt, macht dann gemeinsam trotzdem am meisten Spaß!
  • Gott will geben über „bitten und verstehen“: Als die Ideen standen und es an die Umsetzung ging, gab es so viele Baustellen, bei denen ich immer wieder dachte: Keine Ahnung, wie das funktionieren soll. Gott, ich gehe davon aus, dass Du hierfür eine Lösung hast!? Und er gab: die richtigen Mitarbeiter; ausreichend Mitarbeiter; mehr als ausreichende Finanzen; Familien, die sich mit ihren Kindern angemeldet haben, obwohl sie kaum Informationen hatten, etc.
  • Gute Leitung hilft auch mir, mutig loszuziehen und neues Land zu erobern. Es ist einfach wunderbar, mit einem Team von Menschen zusammenzuarbeiten, die (auch wenn sie nichts mit dem eigenen Aufgabenbereich zu tun haben) immer und immer wieder ihre Begeisterung ausdrücken und tatkräftig unterstützen. Ich habe mich total durchgetragen und wertgeschätzt gefühlt von meinen Leitern innerhalb der LOI Arbeit, gerade auch, wenn es schwierig war.
  • Ich will mehr erzählen: Das war echt schräg. Ca. zwei Wochen vor dem großen Wochenende wurde mir bewusst, dass kaum jemand meiner engsten Freunde oder Familymitglieder wusste, was ich da mache und wie groß und wichtig und was für ein Abenteuer das für mich war. Warum? Vielleicht weil ich Angst hatte, dass das ganze doch nicht klappt und ich viel Wind um nichts gemacht hatte? Ich bin mir nicht so sicher, aber ich weiß, dass ich genau von solchen Wackelprojekte in Zukunft mehr erzählen will. Weil sie wichtig sind… für mich…
  • Wichtige Mitarbeiter am großen Tag das erste Mal face to face kennenlernen kann auch erstaunlich gut funktionieren! Wenn man vorher intensiv kommuniziert…
  • Auch der Follow Up Prozess dauert immer länger als geplant… Ich dachte, mit diesen ganzen Posts und der Materialrückführung und den Danksagungen wäre ich nach einer Woche durch… Vergesst es…

Diese Woche bekam ich dann den xpand Teamnewsletter, indem Anne Burdenski (Vorstand bei xpand) ihre Eindrücke vom LOI Tag schilderte und dabei das Herz des ganzen Projektes ziemlich gut trifft:

Es trafen sich am 16.+17.11.12 130 LOIs, ca. 40 Mentoren, 23 Kinder und 20 zusätzliche Helfer. Vielleicht wundert ihr euch, dass ich die Kinder extra nenne – sie hatten ihr eigenes gesellschaftsrelevantes Programm: parallel zu den Erwachsenen, die sich in den verschiedenen Gesellschaftsbereichen trafen, um zu diskutieren, wie wir als Christen hier prägen können, haben sie sich gestalterisch mit diesen Themen beschäftigt. Es hat mich echt berührt, zu sehen, wie selbstverständlich die jungen Leiter, auch die Frauen, ihre Familien mit einbeziehen. Allein das ist doch schon eine gesellschaftsrelevante Spur, da gerade junge Frauen, trotz Kita- und U 3 Betreuungsangeboten, immer noch mit der Frage kämpfen, wie sie wachsende Verantwortung und Familie vereinbaren können. Hier Modelle zu bauen finde ich sehr begeisternd.

Und jetzt? Es gibt neue Projekte, die in den Startlöchern stehen. Und über die ich hoffentlich natürlich berichten werde. Aber im Moment nehme ich mir auch bewusst Zeit, Advent zu feiern mit meiner wunderbaren Familie. Deshalb die ganz wichtige Frage: Habt ihr schon einen Tannenbaum? Wir nicht, aber dafür seit letzten Sonntag einen Holzgesellen, der uns beim heimkommen adventlich begrüßt!

Projekt „familienfreundlicher LOI Tag“

Ich hatte am 15. November Geburtstag. Abgesehen von einem gemütlichen Frühstück in einem kleinen Cafe hier in Wiesbaden und einem Mittagessen im Burgerrestaurant in Frankfurt ist er nicht gefeiert worden. Klingt traurig? Hat mir aber tatsächlich nichts ausgemacht, weil ich einen Tag später nach Erkrath gefahren bin und gesehen habe, wie sich die Arbeit von über einem Jahres vor meinen Augen entfaltet hat. Das war tatsächlich Feier genug und hat großen Spaß gemacht (auch wenn es nicht soviele Geschenke gab wie sonst…)

Seit Mai 2006 bin ich Teil des LOI Programms: Ich werde von wunderbaren Frauen in meiner Entwicklung begleitet, darf dreimal im Jahr an einer regionalen Coachinggruppe und jedes zweite Jahr an einem internationalen LOI Tag teilnehmen, bei dem alle Mentoren und Mentees zusammen kommen. Was ich schön finde: Im LOI Programm kommen junge Leiter und Führungskräfte zusammen, die in allen möglichen Gesellschaftsbereichen arbeiten. Vor drei Jahren haben wir uns das erste Mal auch direkt in den Bereichen getroffen und ausgetauscht. Dass Kinder praktisch im LOI Programm nicht vorkommen und auch nicht vorgesehen sind, bemängelten wir dann vor zwei Jahren. Und fingen an, davon zu träumen, genau hier als LOIs einen Unterschied zu machen.

So entstand die Vision eines LOI Tages, bei dem sowohl die Partner der LOIs als auch deren Kinder teilnehmen können und wollen. Explizites Ziel war es, nicht nur eine Kinderbetreuung anzubieten, sondern den Kindern und Eltern Raum und Zeit zu geben, gemeinsam an den gleichen Inhalten zu arbeiten wie die Erwachsenen. Ein hochgestecktes Ziel, ich weiß. Aber man kann ja mal träumen…

Organisatorisch haben wir uns dann um folgendes gekümmert, um es den Familien vor Ort so einfach wie möglich zu machen:

  • Freitagabend: Treffen der Eltern, die bei Kindern im Hotel geblieben sind und nicht an normalem Programm teilnehmen.
  • den ganzen Tag Familienlounge als Rückzugsmöglichkeit für Eltern mit Kleinkindern und Babies (mit Sichtfenster zum Plenumssaal und akustischer Übertragung)
  • Spielteppich im Plenumssaal für Babies und Kleinkinder, die nicht zu laut sind
  • Ruheraum für Kinder, die Mittagsschlaf benötigen
  • Extra Menü für Kinder und vorbereitete Sitzmöglichkeiten mit Hochstühlen für die ganze Familie
  • Möglichkeit zum prophetischen Gebet für die ganze Familie
  • im Vorfeld gab es ein Video, dass die Eltern über alles Organisatorische informierte
  • Vormittags: klassische Kinderbetreuung mit Input, Spielen, Basteln, etc.
  • Mittags: neben ConSpire! für die Erwachsenen Angebot von ConSpire!Kids mit gleicher inhaltlicher Ausrichtung
  • Abschluss: Bewegungsspiele, damit die Kinder müde ins Auto klettern

ConSpire! für die Erwachsenen bedeutet Connect und Inspire, also netzwerken und inspiriert werden. Dafür trafen sich die Erwachsenen zu kurzen Sessions in den Gesellschaftsbereichen, um sich dort kennenzulernen und eigene Projekte vorzustellen.

ConSpire!Kids konzentrierte sich auf die Inspiration. Kinder sind die gesellschaftlichen Gestalter der Zukunft und wir haben sie darin gestärkt, sich kreativ mit dem „Heute“ und „Morgen“ innerhalb von sieben Gesellschaftsbereichen auseinanderzusetzen. Diese waren jeweils in Stationen organisiert:

  • Education: Du bist ein Erfinder, Forscher und Entdecker! (Malpapier mit angefangenen Bildern, die weiter entwickelt oder verändert werden; Hauptwörterpuzzle z.B. Luft+Auto=Luftauto)
  • Religion: Gott einbeziehen, sein Auftrag an uns; Visionen, Fantasien entwickeln! (Auseinandersetzen mit unterschiedlichen Paradiesdarstellungen; Dankeskarte an Personen, die jetzt schon Paradies in mein Leben bringen)
  • Media: Bestandsaufnahme, Wünsche und Beschwerden äußern (Klagemauer und Wünsche an PostIt Wand)
  • Government: Wir stimmen ab und verändern die Zukunft (mit Klebepunkten über Zukunftsvisionen (Bildern) abstimmen)
  • Business: Sich mit seinen Gaben investieren (die Wünsche für die Zukunft von der letzten Station bauen)
  • Family: Wünsche darstellen (Gestalte Dein Familienwunschbild)
  • Art&Entertainment: Ergebnisse festhalten, überarbeiten (gestaltet Bilder mit Nachtleucht- und Schwarzlichtfarbe „veredeln“

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an Susanne Potthast und das Team von Himbeerblau, die uns mit einem großartigen Konzept und der Bereitstellung aller benötigter Materialien untertsützten!

Ich bin überwältigt, wenn ich mir anschaue, was alles Realität geworden ist! Und unglaublich dankbar! Was ich auf dieser Reise persönlich erlebt und gelernt habe, kommt noch einmal in einem späteren Post. Jetzt habe ich erst einmal Lust zu feiern! Mal sehen, wie ich das machen werde!

Mein Mann hat wunderbarer Weise ein kurzes Video von ConSpire!Kids gemacht:

ConSpire!Kids

 

 

Bits & Pieces 2

Was war gut? Ich habe ein Fahrrad! Mit 24 Gängen (also wiesbadentauglich) und schon montierten Kindersitz für die kleine Maus. Das ist die falsche Jahreszeit? Ganz egal. Die erste Tour habe ich bei grauem Regenwetter gemacht (die Kleine in rosa roter Matschmontur hinten drauf) und wir haben beide großen Spaß gehabt.

Was habe ich gelernt? Zu wenig Kaffee lässt mich zwar schlafen, macht mich aber den ganzen Tag müde und arbeitslustlos. Auch nicht das richtige, wenn man diverse Projekte (incl. eines Vierpersonenhaushalts) am Laufen halten möchte. Ich suche noch nach einer Lösung…

Was war blöd? Schlüssel verloren. Das könnte noch teuer werden…

Gute Begegnungen? Das Treffen mit meiner Mentorin (tief, ehrlich, bewegend, nachklingend) und meiner lieben Freundin Wintermantelshoppen gehen (schön, teuer, warm… der Mantel, nicht die Freundin, die ist v.a. immer die pure Erholung für mich).

Was kam zu kurz? Wache Phasen. Das Leben kann so anstrengend sein, wenn man immer nur müde ist…

Was war noch wichtig? Die Zeit hat gerade ein interessantes Titelthema zu der „Spezies“ Hausfrau. Norbert Blüm hatte auch vor kurzem einen Onlineartikel zu dem Thema Vereinbarkeit geschrieben und seit heute Morgen ist klar: Das Betreuungsgeld kommt, dafür wird die Praxisgebühr abgeschafft. Ich bin bei diesen ganzen Themen äußerst ambivalent und wundere mich immer, wie man als Politiker oder Privatperson zu einer völlig klaren und eindeutigen Meinung kommen kann (außer: für mich selbst macht das Sinn oder eben nicht). Außerdem ist vor kurzem das neue Buch von Rachel Held Evans erschienen: A year of biblical womanhood! Darin beschreibt sie, wie sie ein Jahr lang die ganzen Vorschriften und Lebensweisen von Frauen in der Bibel eingehalten hat. Deutlich wird wohl am Ende v.a., dass es NICHT den einen richtigen Weg für Frauen gibt, um nach biblischen Maßstäben zu leben. Es kommt viel mehr darauf an, seine Berufung zu kennen und dieser entsprechend zu leben. Ähnliches dachte ich auch bei den Geschichten von Hausfrauen im Zeit Magazin: Gerade die Frau, die in meinem Alter ist und auch zwei Kinder in ähnlichem Alter hat wie ich und sich voll und ganz für die Rolle der Hausfrau entschieden hat, beeindruckt mich. Weil sie weiß, was sie will und es liebt und darin aufgeht. Gerade auch, weil es komplett nicht mein Weg ist, finde ich das toll.

Rachel Held Evans bekommt übrigens gerade richtig Gegenwind (es erinnert mich ein bißchen an den Buchrelease von Rob Bells Love wins im letzten Jahr, z.B. hier). Bei ihm habe ich ganz viel über Kommunikation in solchen Situationen gelernt und bin total gespannt, wie Evans das hinbekommen wird!

 

Bits & Pieces

Ich vermisse es, das bloggen. Meine Tage sind aber gerade sehr intensiv und gefüllt. Also wird es jetzt einfach mal kleine Streiflichter geben. Mal sehen, ob das für mich funktionieren wird…

Was war gut? Die Beendigung eines sechsmonatigen Projektes: Ich war für die Mitarbeiterbefragung in einem mittelständischen Unternehmen verantwortlich mit knapp 100 Mitarbeitern. Es war schön zu sehen, dass die Mitarbeiter intensiv die Chance zum Feedbackgeben genutzt haben, die Geschäftsleitung offensichtlich so viel wie möglich aufnehmen und umsetzen möchte und meine Hinweise und Tipps komplett aufgenommen und weiterverarbeitet worden sind. Es hat großen Spaß gemacht und ich habe selbst viel gelernt.

Was habe ich (diese Woche) gelernt? Zwei Tassen Kaffee am Tag machen mich tagsüber und Sofina nachts wach. Keine gute Kombination und der Beginn eines gewissen Teufelskreises. Ich hoffe auf viel Schlaf an diesem Nachmittag.

Was war blöd? Meine Professorin hat dieses Jahr zwei wichtige Artikel veröffentlicht, auf die ich eigentlich über elektronische Zeitschriften an der Uni zugreifen können sollte (die Uni hat dafür extra Abos). Die sind aber noch nicht freigeschaltet und die Leute in der Bib raten mir tatsächlich über Fernleihe die Artikel an anderen Unis zu bestellen. Dafür muss ich dann natürlich zahlen und habe noch ca. drei Wochen Wartezeit. Was für ein Schwachsinn und unnötige Zeitverzögerung!

Gute Begegnungen? Ja! Mit meiner Schwester war ich Montagabend auf dem ersten Konzert der Europatour von Rachel Sermanni. Die habe ich letztes Jahr auf einem fink Konzert das erste Mal gehört und sie macht meinen Herbst gerade zusammen mit Philipp Poisel ganz wunderbar melancholisch. Etwas trinken gehen war diese Woche auch noch drin: Am Mittwochabend mit einer lieben Freundin, mit der ich mich schon seit ca. zwei Monaten immer wieder verabredet habe und es trotzdem nicht geklappt hatte. Beides hat sehr gut getan und es war ein gutes Gefühl, dabei etwas für meine Gesundheit getan zu haben.

Was kam zu kurz? Es ist jetzt Samstagvormittag und wir haben als Familie in dieser Woche bisher ca. 1,5 gemeinsame Mahlzeiten gehabt… Ich hoffe auf baldige Besserung… Und freue mich, dass ich auch mit solchen Phasen immer gelassener umgehen kann.

Was war noch wichtig? Der Vormittag gestern im Schwimmbad mit den Kindern und der Schwiegermama hat gut getan! Wasser ist einfach wunderbar zum entspannen!!!

 

Freude große Freude

Juchuh! Der Schwangerschaftsbegleiter ist da!!!

Ich bin so stolz und glücklich und finde, er ist wunderschön geworden. Hier könnt ihr euch selbst davon überzeugen.

Nun wollt ihr bestimmt auch ganz schnell einen haben, richtig? Bestellen könnt ihr ihn im Moment entweder direkt bei down-to-earth (am besten gleich noch ein bißchen weiter stöbern; wir haben zahlreiche inspirierende Artikel im Angebot) oder einfach bei mir (4Euro/Stück). Weil ich mich als Autorin über den Auftrag gefreut habe, gehen zehn Prozent des Gewinns der Begleiter, die ihr direkt bei mir bestellt an die online Schwangerenberatung pro femina e.v.

Der Begleiter eignet sich auch ganz hervorragend als Geschenk für Schwangere. Deshalb habe ich noch folgendes Angebot für Euch: Für fünf bestellte Begleiter bekommt ihr einen kostenlos dazu. Dann seid ihr auf ein paar freudige Neuigkeiten in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis gut vorbereitet. Also, meldet euch einfach bei mir, ich freue mich!

Außerdem suche ich noch schwangere Frauen, die das gute Stück kostenlos bekommen, ausprobieren und dann eine Rezension drüber schreiben würden. Also, wer hat gerade ein Baby im Bauch und stellt sich für diesen Test zur Verfügung?

 

Betreuungsgeld: Ich hab da ein paar Fragen

Seit ein paar Wochen geht es ja rund mit dem Betreuungsgeld… Weil ich zu diesem Thema noch immer keine feste Position habe, hier ein paar Fragen, die mich im Moment beschäftigen:

  1. Findet es irgendjemand außer mir seltsam, sich als Mutter oder Vater dafür bezahlen zu lassen, seine Kinder zu betreuen?  Ist es nicht das absolut selbstverständlichste der Welt? (das meine ich jetzt einmal völlig unabhängig davon, ob ich nur zu Hause „betreue“ oder noch Teilzeit/ Vollzeit arbeite)
  2. Was sagt die Forderung nach dem Betreuungsgeld über den Selbstwert von uns Eltern aus? Oder geht es hier im Kern nur um die oft viel zu leere Familienkasse?
  3. Und was drücken 100 oder 150 Euro für einen Wert aus? Ein angemessener Lohn für die Verantwortung, den Fortbildungs- und Zeitaufwand sowie den Verzicht auf Karrierefortschritt? Oder soll ich mich als Elternteil mit diesem Geld anerkannter in der Gesellschaft fühlen? Dann ist meine Leistung der Gesellschaft weniger als einen Euro die Stunde wert?
  4. daran anschließend: Macht es Sinn, den Wert von oder Anerkennung für Eltern in Form von einfachen Geldtransferleistungen auszudrücken?
  5. Welche bisher „ehrenamtlichen“ Leistungen müssten dann noch vom Staat belohnt werden?
  6. Kann sich der „Staat“ das Betreuungsgeld überhaupt leisten? oder anders: Wollen wir unseren Kindern noch mehr Schulden hinterlassen?
  7. wenn man nicht für neue Schulden verantwortlich sein will: Wieviel müsste ein Elternteil arbeiten, um aus staatlicher Sicht die Unkosten von ca. 1000 Euro für den Krippenplatz über die Lohnsteuer wieder rein zu holen? Wieviel müsste ein Elternteil für die Lohnsteuer bei 150 Euro Betreuungsgeld arbeiten?
  8. Wenn der Staat die Betreuung der Kinder durch die Eltern mit Geld belohnen möchte, macht es dann nicht auch Sinn, zumindest eine kleine Qualitätssicherung zu versuchen und die Auszahlung an den Besuch von z.B. Elternkurse zu knüpfen?
  9. Und mal ganz allgemein: Wieviel Geld stecken wir im Moment nochmal in die Rettung aus der Finanzkrise? Und wieviel Geld würde das Betreuungsgeld kosten?

Und welche Fragen fallen euch zu dem Thema ein?

 

 

Project Simplify week#1

Seit ca. drei Wochen bin ich fleissig dabei, unsere Sachen auszusortieren, weil wir Zimmer tauschen und umbauen wollen… Bisher habe ich unter unserem Bett ausgeräumt und eine riesen Kiste Altpaper zusammengestellt. Ist es nicht schön, dass es das Internet gibt und man zahlreiche Studienunterlagen einfach nicht mehr aufheben muss?

Dann habe ich mit einer lieben Freundin unseren Keller ausgeräumt und danach einen VW Touran voll geladen und bin damit zu einem Sozialkaufhaus hier in Wiesbaden und zur Deponie gefahren. Es hat so gut getan!

Außerdem habe ich meine Schwangerschaftsklamotten und Babysachen in Größe 50/56 teilweise verkauft, weitergegeben und für einen Basar an diesem Wochenende vorbereitet. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Zwischendrin ist mir dieses Projekt vor die Füße gefallen. Warum nicht mit anderen zusammen arbeiten, wenn ich sowieso schon dabei bin:

Hier sind meine vorher/nachher Fotos für diese Woche (kids stuff). Es war nicht wirklich neu sortieren, weil es v.a. aufgeräumt werden musste. Aber die Lösung ist für unseren Sohnemann so cool, weil er so gerne Legomännchen baut und so alles auf Anhieb findet…

Eigentlich gibt es auch noch eine andere Ecke in seinem Zimmer an die ich gerne ran würde… Mal sehen, ob wir das noch schaffen diese Woche…

Und, was macht der Frühjahrsputz bei Euch gerade so?

 

Kompetenzentwicklung und Charakterschulung

„Familienarbeit“… Ich mag dieses Wort. Viel besser als „Hausfrau.“ Er drückt aus, dass dieser Job tatsächlich viel mit Arbeit zu tun hat. Außerdem kann dieser Job sowohl von Frau als auch von Mann erledigt werden. Auch nicht schlecht.

Über einen schönen „Nebeneffekt“ dieser Aufgaben habe ich vor kurzem bei meinen Recherchen für die Magisterarbeit gelesen: Familienarbeit kann dazu führen, dass sich wichtige Kompetenzen für Erfolg im klassischen Karrieremillieu weiterentwickeln. Typische Fähigkeiten, die sich durch Familienarbeit verbessern können: Organisationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Selbstorganisation, Verantwortungsbewußtsein, Belastbarkeit, Kooperationsfähigkeit.

Für mich persönlich ist gerade die Flexibiliät ein Lernfeld. Meine Süße schläft super in der Nacht, dafür am Tag oft nur zwanzig Minuten am Stück. Dann frage ich mich ständig: Was ist jetzt gerade das wichtigste? Wieviel Zeit habe ich bis sie wieder etwas braucht? Lieber mit ihr spielen und kuscheln oder die Küche aufräumen oder eine wichtige Email schreiben? Ich lerne dazu und das tut gut. Gerade eben schläft sie und ich habe mir vorgenommen, diesen Post in den nächsten zwanzig Minuten fertig zu bekommen. Zum einen, weil ich wahrscheinlich nur die Zeit habe, zum anderen, weil ich nicht mehr Zeit dafür verwenden will. Es warten genug andere Aufgaben… Mir bleiben noch zehn Minuten…

Nun ist es natürlich schön, dass die Forschung inzwischen immer mehr auf den Trichter kommt, dass „Familienarbeit“ vielleicht auch nicht nur verlorene Zeit für die Wirtschaft ist. Die Frage für uns „Arbeiter“ ist ja auch, wie wir es nach einer Phase der ausschließlichen Familienarbeit verkaufen können. Jetzt bin ich sehr gespannt, weil unsere Uni im April dazu ein Seminar anbietet „Berufseinstieg für Eltern“ und ich hoffentlich danach genau erklären kann, warum ich mindestens so geeignet bin für die Stelle, wie meine fünf Jahre jüngere Mitbewerberin. Ach nein, ich bin ja schon höher qualifiziert, weil ich eigentlich schon fünf Jahre Berufserfahrung mitbringe…

Noch sieben Minuten…

Eigentlich geht das ganz aber auch über den Ausbau von Kompetenzen hinaus: Ich habe mich dazu entschieden, diese Phase als wunderbares Traingszeit für meinen Charakter zu sehen. Familienarbeit und Muttersein bringt so viele Herausforderungen mit sich und bedeutet immer und immer wieder sich selbst zurück zu stellen und zuerst zu schauen, dass es den Kindern gut geht und ihren Bedürfnissen nachzukommen. Immer wieder sträubt sich alles in mir, aber ich habe mich entschieden, meinen Kindern und meinem Mann, meiner Familie und meinen Freunden zu dienen im allerbesten Sinne des Wortes. Gerade mit Babies und Kleinkindern hat frau ein hervorragendes Übungsfeld. Die Kunst ist, die Dinge, die sowieso gemacht werden müssen, mit Ruhe, Gelassenheit und vielleicht sogar Leidenschaft zu machen. Vor meinem Fenster sehe ich ganz häufig eine Mutter mit drei kleinen Kindern und Hund vorbeispazieren. Und sie hat IMMER ein Handy am Ohr. Finde ich auf der einen Seite bewundernswert (Multitasking und so…), aber ich habe sie noch nie mit ihren Kindern reden sehen. Mein Mann sagt: klassisches Fluchtverhalten. Das ist die Herausforderung… Nicht innerlich zu flüchten, sondern sich den Herausforderungen zu stellen und an ihnen zu wachsen. Dann gibt es nicht nur Kompetenz- sondern auch Charakterentwicklung. Wir werden geduldiger, liebevoller, gelassener… hoffentlich…

Mist, drei Minuten drüber…

Schöne Woche Euch allen!

Liebe Sofina!

Vor gut sechs Wochen hatte ich die große Ehre, Dich zur Welt bringen zu dürfen. Dieses Erlebnis war beeindruckend und verwirrend und wunderschön und ja, es hat auch mächtig weh getan, aber hinterher war ich einfach nur stolz (und bin es immer noch). Jetzt bin ich also tatsächlich Mama einer kleinen Tochter und gebe zu: Mich beschäftigt das sehr! Ganz anders als bei Deinem Bruder. Da bin ich einfach nur Mama. Bei Dir mache ich mir viel mehr Gedanken, weil ich weiß: ich bin Dein erstes Vorbild. Bei mir siehst Du das erste Mal, was es heißt, Frau, Ehefrau, Freundin und Mutter zu sein. Ich wünsche mir so sehr ein gutes Beispiel zu sein, bin aber selbst noch auf der Suche nach den Dingen, die ich Dir mitgeben will. Immer wieder lese ich, dass wir Frauen „mixed messages“ erhalten, also Erwartungen an uns unklar und widersprüchlich sind. Ich hoffe, mir gelingt es, Dir ein „eindeutiges“ Vorbild zu sein und Dir gleichzeitig den größtmöglichen Freiraum zur Entwicklung zu lassen.

Mir sind z.B. diese Dinge gerade wichtig:

NICHT: „Du kannst alles erreichen!“ SONDERN: „Komm, wir entdecken Deine Begabungen und überlegen gemeinsam, wie und wo Du sie einsetzen möchtest.“

NICHT: „Aussehen ist das Wichtigste!“ SONDERN: „Mit einem gepflegten Äußeren kannst Du Respekt Dir selbst und anderen gegenüber ausdrücken!“

Ich kann nur hoffen, dass Du am Ende sagen wirst, dass mir die Nachrichtenübermittlung gelungen ist.

Aber weißt Du was? Es gibt neben diesen herausfordernden Gedanken auch zahlreiche Dinge, auf die ich mich jetzt schon einfach nur freue:

  • Haare flechten und Nägel lackieren
  • schöne Kleider und Röcke und Haarspangen aussuchen
  • Dir scrappen und stricken beibringen
  • zusammen Schnulzfilme schauen
  • Dein Zimmer gemeinsam einrichten
  • mich über Deine Klamotten mit 13 Jahren aufregen
  • gemeinsame Abenteuer erleben und sportliche Herausforderungen meistern (auf meiner Wunschliste steht noch eine Alpenüberquerung. Was denkst Du: Sollen wir das gemeinsam angehen, wenn Du 15 bist?)
  • Zu Deinem 20. Geburtstag würde mir auch ein Wellnesswochenende gefallen.
  • Zusammen mit den Männern die höchsten Felsen beklettern.
  • miterleben, wie Du Freundschaften schließt.

Sofina, ich bin so gespannt auf Dich und Deine Entwicklung! Und im Moment? Freue ich mich an Deiner guten Laune und dem vielen lächeln! Du bist ein großes Geschenk für mich!