Betreuungsgeld: Ich hab da ein paar Fragen
Seit ein paar Wochen geht es ja rund mit dem Betreuungsgeld… Weil ich zu diesem Thema noch immer keine feste Position habe, hier ein paar Fragen, die mich im Moment beschäftigen:
- Findet es irgendjemand außer mir seltsam, sich als Mutter oder Vater dafür bezahlen zu lassen, seine Kinder zu betreuen? Ist es nicht das absolut selbstverständlichste der Welt? (das meine ich jetzt einmal völlig unabhängig davon, ob ich nur zu Hause “betreue” oder noch Teilzeit/ Vollzeit arbeite)
- Was sagt die Forderung nach dem Betreuungsgeld über den Selbstwert von uns Eltern aus? Oder geht es hier im Kern nur um die oft viel zu leere Familienkasse?
- Und was drücken 100 oder 150 Euro für einen Wert aus? Ein angemessener Lohn für die Verantwortung, den Fortbildungs- und Zeitaufwand sowie den Verzicht auf Karrierefortschritt? Oder soll ich mich als Elternteil mit diesem Geld anerkannter in der Gesellschaft fühlen? Dann ist meine Leistung der Gesellschaft weniger als einen Euro die Stunde wert?
- daran anschließend: Macht es Sinn, den Wert von oder Anerkennung für Eltern in Form von einfachen Geldtransferleistungen auszudrücken?
- Welche bisher “ehrenamtlichen” Leistungen müssten dann noch vom Staat belohnt werden?
- Kann sich der “Staat” das Betreuungsgeld überhaupt leisten? oder anders: Wollen wir unseren Kindern noch mehr Schulden hinterlassen?
- wenn man nicht für neue Schulden verantwortlich sein will: Wieviel müsste ein Elternteil arbeiten, um aus staatlicher Sicht die Unkosten von ca. 1000 Euro für den Krippenplatz über die Lohnsteuer wieder rein zu holen? Wieviel müsste ein Elternteil für die Lohnsteuer bei 150 Euro Betreuungsgeld arbeiten?
- Wenn der Staat die Betreuung der Kinder durch die Eltern mit Geld belohnen möchte, macht es dann nicht auch Sinn, zumindest eine kleine Qualitätssicherung zu versuchen und die Auszahlung an den Besuch von z.B. Elternkurse zu knüpfen?
- Und mal ganz allgemein: Wieviel Geld stecken wir im Moment nochmal in die Rettung aus der Finanzkrise? Und wieviel Geld würde das Betreuungsgeld kosten?
Und welche Fragen fallen euch zu dem Thema ein?
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Kompetenzentwicklung und Charakterschulung
“Familienarbeit”… Ich mag dieses Wort. Viel besser als “Hausfrau.” Er drückt aus, dass dieser Job tatsächlich viel mit Arbeit zu tun hat. Außerdem kann dieser Job sowohl von Frau als auch von Mann erledigt werden. Auch nicht schlecht.
Über einen schönen “Nebeneffekt” dieser Aufgaben habe ich vor kurzem bei meinen Recherchen für die Magisterarbeit gelesen: Familienarbeit kann dazu führen, dass sich wichtige Kompetenzen für Erfolg im klassischen Karrieremillieu weiterentwickeln. Typische Fähigkeiten, die sich durch Familienarbeit verbessern können: Organisationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Selbstorganisation, Verantwortungsbewußtsein, Belastbarkeit, Kooperationsfähigkeit.
Für mich persönlich ist gerade die Flexibiliät ein Lernfeld. Meine Süße schläft super in der Nacht, dafür am Tag oft nur zwanzig Minuten am Stück. Dann frage ich mich ständig: Was ist jetzt gerade das wichtigste? Wieviel Zeit habe ich bis sie wieder etwas braucht? Lieber mit ihr spielen und kuscheln oder die Küche aufräumen oder eine wichtige Email schreiben? Ich lerne dazu und das tut gut. Gerade eben schläft sie und ich habe mir vorgenommen, diesen Post in den nächsten zwanzig Minuten fertig zu bekommen. Zum einen, weil ich wahrscheinlich nur die Zeit habe, zum anderen, weil ich nicht mehr Zeit dafür verwenden will. Es warten genug andere Aufgaben… Mir bleiben noch zehn Minuten…
Nun ist es natürlich schön, dass die Forschung inzwischen immer mehr auf den Trichter kommt, dass “Familienarbeit” vielleicht auch nicht nur verlorene Zeit für die Wirtschaft ist. Die Frage für uns “Arbeiter” ist ja auch, wie wir es nach einer Phase der ausschließlichen Familienarbeit verkaufen können. Jetzt bin ich sehr gespannt, weil unsere Uni im April dazu ein Seminar anbietet “Berufseinstieg für Eltern” und ich hoffentlich danach genau erklären kann, warum ich mindestens so geeignet bin für die Stelle, wie meine fünf Jahre jüngere Mitbewerberin. Ach nein, ich bin ja schon höher qualifiziert, weil ich eigentlich schon fünf Jahre Berufserfahrung mitbringe…
Noch sieben Minuten…
Eigentlich geht das ganz aber auch über den Ausbau von Kompetenzen hinaus: Ich habe mich dazu entschieden, diese Phase als wunderbares Traingszeit für meinen Charakter zu sehen. Familienarbeit und Muttersein bringt so viele Herausforderungen mit sich und bedeutet immer und immer wieder sich selbst zurück zu stellen und zuerst zu schauen, dass es den Kindern gut geht und ihren Bedürfnissen nachzukommen. Immer wieder sträubt sich alles in mir, aber ich habe mich entschieden, meinen Kindern und meinem Mann, meiner Familie und meinen Freunden zu dienen im allerbesten Sinne des Wortes. Gerade mit Babies und Kleinkindern hat frau ein hervorragendes Übungsfeld. Die Kunst ist, die Dinge, die sowieso gemacht werden müssen, mit Ruhe, Gelassenheit und vielleicht sogar Leidenschaft zu machen. Vor meinem Fenster sehe ich ganz häufig eine Mutter mit drei kleinen Kindern und Hund vorbeispazieren. Und sie hat IMMER ein Handy am Ohr. Finde ich auf der einen Seite bewundernswert (Multitasking und so…), aber ich habe sie noch nie mit ihren Kindern reden sehen. Mein Mann sagt: klassisches Fluchtverhalten. Das ist die Herausforderung… Nicht innerlich zu flüchten, sondern sich den Herausforderungen zu stellen und an ihnen zu wachsen. Dann gibt es nicht nur Kompetenz- sondern auch Charakterentwicklung. Wir werden geduldiger, liebevoller, gelassener… hoffentlich…
Mist, drei Minuten drüber…
Schöne Woche Euch allen!
Allgemein | Comments (0)eine Schwangerschaft und so…
(Das Foto hat mein Mann gemacht und die liebe Bini hat es wundervoll bearbeitet… Dankeschön!)
Dies ist ja meine 2. Schwangerschaft und ich stelle fest, dass so einiges anders ist, als beim letzten Mal:
- die Übelkeit war definitiv schlimmer, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe… Dafür weiß ich jetzt über Ketone und zuviel Magensäure bescheid.
- nach den zehn Wochen liegen musste mein Körper erstmal wieder mit viel Überredungskunst zu ein bißchen Leistung motiviert werden; das hat inzwischen mit einigermaßen vernünftiger Ernährung und leichtem Sportprogramm auch Erfolge gezeigt, worüber ich ausgesprochen froh bin.
- mein Blutzucker ist diesmal offensichtlich entspannter als beim letzten Mal… finde ich auch gut.
- seitdem wir wissen, dass wir wohl ein Mädchen bekommen werden, meinten alle: oh PINK und GLITZER und ich habe ein bißchen Panik bekommen… Aber nach der Menge der Bewegungen zu urteilen (definitiv mehr als bei Benico), werden wir weniger eine Prinzessin auf der Erbse als viel mehr einen kleinen Wildfang bekommen… Wobei wir einfach von der optimalen Mischung ausgehen.
- und das hier ist genauso wie beim letzten Mal, wird aber nur geflüstert: ich finde diesen Sommer spitze (also jetzt nicht diese Woche unbedingt, aber die vielen Wochen davor mit höchstens 25 Grad und so)… ist genau das richtige für uns Schwangere…
Es gibt auch Sachen, die mich genauso amüsieren, wie beim letzten Mal:
- alle Welt fühlt sich herausgefordert, die Größe es Bauches zu kommentieren: Boah ist der noch klein, Boah ist der schon groß; Sind Sie sicher, dass es nur eins ist? Endlich sieht man mal was! Inspiriert von meiner Schwägerin denke ich: Vielleicht sollten wir Schwangeren einfach mal anfangen, die Brustgröße unserer Gesprächspartners zu kommentieren… Wäre bestimmt unterhaltsam… Aber nein, dafür bin ich ja viel zu nett… Am Ende sollen die Kommentare wahrscheinlich einfach teilnehmende Freude ausdrücken… hoffe ich zumindest…
- unterhaltsam ist auch langsam mein Schlafbedürfnis: manchmal entscheidet mein Körper von jetzt auf gleich: “ich bin müde, leg mich gefälligst hin.” So wie diese Woche an drei Vormittagen: Ich stehe hoch motiviert auf, mache mich pünktlich fertig und bringe den Sohnemann in den Kindergarten. Auf dem Heimweg scheint schon alle Energie aufgebraucht zu sein und ich kann nur noch pennen… zwischen einer und vier Stunden… obwohl ich die Nächte super geschlafen habe…
- und ich finde: ich sehe super aus! Klar, es gibt zahlreiche Beschwerden und Unbequemlichkeiten, aber die Gewichtsabnahme durch den schwierigen Anfang der Schwangerschaft hat zumindest der Figur gut getan… Jetzt hoffe ich feste, dass nicht wie beim letzten Mal die Stillzeit alles wieder ruiniert. Wir werden es sehen. Und nein, auch das dürft ihr nicht kommentieren (auch wenn das jetzt hier die Steilvorlage ist… hihi)
Ansonsten haben wir schon jede Menge umgebaut, ich habe Klamotten durchgeschaut und gewaschen und Bücher zum Thema Geburt gelesen.
Das war strategisch hoffentlich sehr geschickt, weil wir schon sehr weit sind und ich mich jetzt nochmal auf meine Magisterarbeit konzentrieren kann. Bücher lesen geht mit dickem Bauch einfacher als Kisten schleppen, dachte ich… Und habe mich diese Woche an forcierter Modernisierung, gendertheoretische Ansätze und situativer Lebensführung erfreut. Und weil ich mich in letzterer so gut wiedergefunden habe, hier zwei Zitate:
“Es wird versucht, eine Alltagslogik zu praktizieren, mit der man die meisten Dinge des Alltags auf sich zukommen läßt, bei Bedarf ad-hoc und intuitiv entscheidet und ein mehr oder weniger raffiniertes Lavieren pflegt. … Auch eine solche situative Lebensführung braucht, wie jede Lebensführung, Stabilität und Sicherheit; diese beruhen hier aber nicht auf selbstverständlichen Strukturen und Normen (wie in der traditionalen Lebensführung) oder strikter Ordnung und Planung (wie in der strategischen Variante), sondern auf Kräften und Fähigkeiten der Person selbst: auf ihrem Selbstvertrauen und ihren Kompetenzen, situativ richtig reagieren zu können.”
Ich denke, oft bleibt uns Mamas eh nichts anderes übrig, als raffiniert zu lavieren… Dazu hat bei mir gestern auch gehört, nochmal schnell einen Trip nach Innsbruck und Wien mit einzuplanen, worüber ich mich riesig freue und wir sicherstellen, dass der Flo mit dem Sohnemann seinen Geburtstag feiern kann… Auch schön würde ich sagen!!!
Wünsche heute allen Mamas viel Selbstvertrauen bei der situativen Alltagsbewältigung!!!
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Leidenschaft vs. Gelassenheit
Ich lerne gerade ganz viel über weibliche Führungskräfte mit Kindern, weil sie Thema meiner Magisterarbeit sein werden. In diesem Zusammenhang habe ich mir angefangen über den scheinbaren Widerspruch von Leidenschaft und Gelassenheit nachzudenken. Beides eigentlich gute Eigenschaften, die ein Leben auf ganz unterschiedliche Weise bereichern können. Ich finde Personen, die leidenschaftlich für etwas leben, total anziehend. Das passiert, wenn sie ein konkretes Ziel haben, das sie verfolgen und bereit sind, einen Preis zu zahlen und Unwägbarkeiten zu überwinden. ABER zuviel Leidenschaft kann auch dazu führen, dass man sich verrennt oder vereinsamt, weil keiner die Leidenschaft teilt. Am Anfang dachte ich, dass Gelassenheit zum Rückgang von Leidenschaft führen würde. Für mich hat Gelassenheit viel damit zu tun, Umstände so zu nehmen wie sie sind, mich auf etwas einzustellen und nicht dagegen anzukämpfen. Klingt wie das genaue Gegenteil von Leidenschaft und ich dachte, Gelassenheit würde uns vielleicht davon abhalten, leidenschaftlich für etwas einzustehen, weil es scheinbar soviel einfacher ist, die Dinge so zu lassen wie sie sind.
Wenn ich dann aber über den Alltag von den am Anfang erwähnten weiblichen Führungskräften lese und auch mein eigenes Leben anschaue, dann stimmt das überhaupt nicht. Wenn sie keine Leidenschaft hätten sowohl für ihre Arbeit als auch für ihr Muttersein, wären sie alle nicht so weit gekommen. Die Rahmenbedingungen machen es für viele Frauen unglaublich stressig, diese beiden Rollen zu leben, so dass es nahe liegt, entweder im Job kürzer zu treten oder kein Kind zu bekommen. Diese Frauen scheinen aber genug Leidenschaft für beide Bereiche zu haben, um den schwierigen Spagat über einen langen Zeitraum durchzuhalten. Gleichzeitig berichten sie, dass sie enorm an Gelassenheit und Pragmatismus dazu gewonnen haben. Nur diese Eigenschaften führen dazu, einen solch stressigen Alltag bewältigen zu können.
Inzwischen glaube ich, dass beides (Leidenschaft und Gelassenheit) ganz wichtige Seiten einer Medaille sind: Unser Leben bekommt Bedeutung, wenn wir uns leidenschaftlich für etwas einsetzen. Gleichzeitig bedeutet es eine unglaubliche Erfüllung, wenn wir genau das ausleben können, was uns wichtig ist und unserer Persönlichkeit entspricht. Aber immer, wenn wir für etwas kämpfen und einstehen, gibt es auch Widerstände und Schwierigkeiten. Und gerade in den Situationen, in denen wir uns diesen Widerständen stellen und uns mit ihnen auseinandersetzen müssen, hilft Gelassenheit enorm, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden: Weil mir mein Abschluss und meine berufliche Zukunft wichtig sind, gehe ich mit Mittelohrentzündung in eine Vorlesung oder ziehe das Seminar trotz Magen-Darm-Grippe durch. Deshalb ist es mir inzwischen aber auch immer unwichtiger, die interessanten Filme im Kino zu sehen oder alle meine Freunde mind. einmal in der Woche zu sehen. Das ist einfach nicht möglich, wenn ich neben dem großziehen eines Kindes noch etwas anderes mache will. Meine Prioritäten klären sich schnell mit klaren Zielen, die ich leidenschaftlich verfolgen will. Von solchen Zielen kann ich auch nicht 25 gleichzeitig verfolgen. Das geht vielleicht mit zwei oder drei. Und dem großen Rest des Alltags tut Routine, Gelassenheit und ein bisschen Kreativität gut, so dass man Energie für die nächste Runde „leidenschaftlichen Kämpfens“ tanken kann.
Die Fragen sind also: Was ist Deine Leidenschaft? Wofür setzt Du Dich mit Haut und Haaren ein? Und welche Schwierigkeiten bringt das mit sich? Wie könnte Dir Gelassenheit in solchen Situationen weiterhelfen?
Allgemein | Comments (2)Was wir Eltern alles “sollten”…
Habe gerade gelesen, was wir Eltern alles unterstützen und sicherstellen sollen: “kognitive, soziale, emotionale und sprachliche Förderung, Sexualerziehung, Medienerziehung, Förderung der Erkundungsfreude, der motorischen Fähigkeiten, der Wahrnehmungsfähigkeit, des Gedächtnisses, des Spiels, der Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit, eines bestimmten Umgangs mit der Geschlechterfrage und der Entwicklung stabiler Beziehungen zu den Eltern.”
Ich freue mich gerade, dass es in der Soziologie dieses wunderbare Wort “Erziehungsarbeit” gibt… Macht vor diesem Hintergrund viel Sinn wie ich finde… Und nein, ich fühle mich gerade nicht überfordert, sondern grinse GELASSEN vor mich hin… Manchmal einfach die beste Strategie…
Meconomy und die Frauen: Wo will ich leben? oder ein Traum von den Philippinen
Die These dieses Meconomy-Kapitels lässt sich einfach zusammenfassen: Die neue Technologie ermöglicht es den modernen Wissensarbeitern von jedem Ort der Welt aus zu arbeiten, so lange dort schnelle und günstige Internetzugänge vorhanden sind.
Es lädt zum träumen ein, dieses Kapitel. Jeder, der noch kein Fernweh hatte, wird es spätestens nach dieser Lektüre sehr drängend verspühren. Für mich als Mutter in einer glücklichen Beziehung spielen natürlich ein paar mehr Faktoren in eine solche Frage mit hinein als lediglich die Geschwindigkeit des Internetanschlusses.
Lange Zeit war auch ich davon ausgegangen, dass man mit kleinen Kindern höchstens innerhalb von Europa reisen kann. Seitdem es Nido gibt und ich einige Ausgaben mitsamt der regelmäßigen Fernreiseberichte von Familien mit mind. zwei (Klein-)kindern genossen habe, scheint auch das kein Problem mehr zu sein. Das Elterngeld trägt ebenfalls einen Teil dazu bei, dass anscheinend immer mehr der besserverdienenden Elternpaare sich auf Weltreise begeben. Ich persönlich werde dann immer etwas wehmütig und habe die Großelternpaare meines Kurzen vor Augen, die jedem Treffen mit dem Kleinen entgegen fiebern und gar nicht genug von ihm bekommen können. Gerade im Kleinkindalter ist die Entwicklung ja so rasant, dass man schon manchmal nach zwei Wochen das Kind kaum wiedererkennt. Und dann denke ich: Vielleicht gibt ja die technische Entwicklung nicht nur die Möglichkeit der großen weiten Welt frei, sondern auch den Rückzug in die viel kleinere familiäre Welt, die aufgrund der bisherigen unmobilen Arbeitsplätze oft gegen den Willen der Beteiligten verlassen werden musste. Vielleicht haben junge Familien die Möglichkeit, mit den Kleinkindern zurück in die Nähe der Großeltern aufs Land zu ziehen um sie dort in guten Händen zu wissen, während man ein paar Stunden konzentriert arbeitet, anstatt die Kurzen in der Stadt bei der Tagesmutter um die Ecke abgeben zu müssen und den Großeltern höchstens übers Telefon von den neusten unglaublichen Entwicklungsschritten berichten zu können.
Gleichzeitig denke ich begeistert an die sechs Monate zurück als mein Schwager mit seiner Frau nach NewYork gegangen ist und unser acht Monate alter Knirps skype entdeckte. Die Kombination von Bild und Ton hat erstaunlich gut für ihn funktioniert (auch wenn er immer wieder hinter dem Labtop nach den beiden gesucht hat…). Auf der anderen Seite geht eine solche Rechnung auch nur soweit auf, wie das restliche Umfeld online ist. Als wir nach einer Woche Allgäu (in der wir nur Internet und keinen Handyempfang hatten) den verzweifelten Hilferuf einer Freundin auf dem Anrufbeantworter gehört haben, die es in dem Trubel einfach nicht an den Computer geschafft hat, kamen mir doch Zweifel, inwiefern ich mich auf die schöne neue Technik verlassen kann, wenn nicht alle anderen so selbstverständlich und v.a. kontinuierlich online sind wie ich.
Ich habe eine Freundin auf den Philippinen, zu der die Beziehung seit Jahren hauptsächlich auf Email basiert und bei der ich über die Ankunft des neuen Babys innerhalb von Minuten bescheid wusste. Dieses Kapitel von Meconomy macht mir Hoffnung, dass mein Traum verwirklicht werden kann: Vielleicht ist es ja wirklich möglich, mit meinem Mann und unserem Kurzen für ein paar Wochen in ihre Welt einzutauchen; ihm (dem kleinen Mann) zu zeigen und selbst mal wieder aus erster Hand zu erleben: Nicht jedem geht es so gut wie uns; mithelfen, die Straßenkinder mit Essen zu versorgen; möglicherweise eine Kooperation mit der Papierfabrik vor Ort auszuhandeln, um ihre wunderschönen Produkte hier zu vertreiben; und dann noch ein, zwei Wochen Urlaub an einem der weißen Sandstrände anzuhängen… Und ganz nebenbei für meine Klienten hier in Deutschland nicht unerreichbar zu sein. Ich denke da an eine Agentur, für die ich schon einige Mal einen Fragebogen für ihre Marktforschungsprojekte entwickelt und in der Auswertung beraten habe. Auch wenn sie nur ca. 50km von Wiesbaden ihren Sitz haben: Der Kontakt und die Aufträge kamen bisher nur per Telefon und Email zustande. Und da ist es dann tatsächlich egal, ob ich in Wiesbaden oder auf den Philippinen arbeite.
Allgemein | Comments (0)Frauen und Meconomy: Wie werde ich arbeiten? oder: ein Status Quo
Hier geht es nun endlich weiter mit der kleinen Meconomy-Reihe:
Vor einigen Monaten habe ich dieses Kapitel das erste Mal gelesen und es war interessant, es sich jetzt noch einmal genauer anzuschauen. Mir ist jetzt erst klar geworden, wieviel sich bei mir selbst in dieser Zeit entwickelt hat.
Als ich es das erste Mal gelesen hatte, sah ich meinen Abschluss incl. Magisterarbeit immer näher kommen und damit die große Frage, die zahlreiche Studenten am Ende der Studienzeit umtreibt: Was will ich eigentlich machen???
Bisher hatte ich immer gesagt: Personalentwicklung in einem größeren Unternehmen. Aber ich wollte auch ein zweites Kind und das nicht sofort abgeben. Also kam diese Option ersteinmal nicht infrage.
Dann kam der denkwürdige Abend, als ich mit meinem Mann zusammen saß und er mir sein Geschäftsmodell für meine Magisterarbeit erklärt hat. Für ihn war schon seit langer Zeit klar, wie man mit einem solchen Projekt Geld verdienen kann.
Da war dann also eine Idee geboren, diese Phase der Arbeit als Start in eine Selbständigkeit zu sehen… Damit kamen die Themen dieses Kapitels zum richtigen Moment:
Zunächst wird die Frage gestellt: Was macht mich glücklich? Womit möchte ich meine Zeit verbringen?
Alles andere als eine leichte Frage, aber zum Glück hatte ich sie mir nicht zum ersten Mal gestellt: Ein Thema, das mich schon seit langer Zeit beschäftigt sind Frauen… Ok, das muss erklärt werden: Ich schaue mich um und sehe: Es gibt tolle Frauen mit erstaunlichen Fähigkeiten, die ihr Leben in aller Fülle auskosten und gestalten. Aber fast alle Frauen (und da schließe ich mich selbst natürlich mit ein) haben auch zahlreiche Fragen, machen sich Sorgen (denkt an den Film „was Frauen wirklich wollen“) und wünschen sich ihr Leben an der einen oder anderen Stelle zu verbessern. Das ist die Mikroperspektive. Auf der Makroebene macht es mich traurig, dass Frauen immer noch viel zu selten die Möglichkeit haben, in unserem Land an die wirklich entscheidenden Positionen zu kommen und mitzugestalten und es häfuig einfach auch gar nicht wollen, weil sie wissen, welchen Preis eine solche „Stelle“ für sie und ihre Beziehungen bedeuten würde. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir als Frauen einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung unserer Gesellschaft leisten können und sollten. Also habe ich schon früh angefangen, an verschiedenen Punkten Unterstützerarbeit zu leisten: habe Mädelscamps und –tage mit Freundinnen organisiert und später Frauenfreizeiten mitgestaltet. Eigentlich wünsche ich mir, diese Arbeit auf anderer Ebene weiterzuführen. Deshalb will ich mich in meiner Magisterarbeit mit der Frage beschäftigen, wie mehr Frauen in Führungspositionen kommen können und deshalb möchte ich andere Mütter darin unterstützen, einen Weg für sich zu finden, wie sie ihre Rolle erfüllend leben können. Das ist also meine Leidenschaft. Puh, am Ende war es doch harte Arbeit, diese Gedanken so auf den Punkt zu bringen…
„Brand Me“ war dann die nächste Herausforderung des Kapitels: Es wird beschrieben, wie wichtig es ist, sich selbst als Marke im Internet zu positionieren. Mh, keine Ahnung, wie man das macht. Und v.a. was heisst in diesem Zusammenhang für mich „stimmig“? Also habe ich mich mit meinem Bruder hingesetzt und ihn zu facebook und twitter interviewt. Dieses Blog gibt es ja schon seit einer ganzen Weile, aber die Frage war: Was ist für den Moment die passende Mischung? Macht es Sinn, das Private und Berufliche zu trennen? Das war für mich am Ende die entscheidende Frage, weil mir irgendwann klar geworden ist: Ich kann mich selbst nicht aufteilen in beruflich und privat, das ist jetzt schon viel zu verwoben. Und v.a.: Für ev zukünftige Kunden wird es mehr Sinn machen, wenn sie eine vollständige Debora Hofmann präsentiert bekommen. Also blieb es bei nur einem Blog, in dem sich die Dinge vermischen und dadurch hoffentlich auch ein bisschen interessanter werden. Bei facebook dachte ich irgendwann: Welche Ding sprechen mich denn bei anderen an? Es sind nicht die typischen Updates a la „bin jetzt auf der Arbeit“, sondern die kleinen unterhaltsamen Anekdoten, Erzählungen aus dem Alltag mit einem kleinen Augenzwinkern; interessante Links und wenn man Zeit hat auch Fotos… Also versuche ich alle paar Tage eine Kleinigkeit zu erzählen und lerne dabei, worauf meine „friends“ regieren. Was immer super ankommt: Die Sprüche des Kurzen und Entweder/ Oder-Fragen. Ein Twitter-Account ist auch schon eingerichtet, aber so ganz ist mir gerade noch nicht klar, wie ich ihn nutzen will. Kann mir vorstellen, dass das mit dem Einstieg in die Magisterarbeit deutlicher wird, weil ich dann auf noch mehr Inhalte im Netzt treffe, die spannend sind und ich als verbreitungsnötig erachte. Insgesamt habe ich das Gefühl, noch in den Kinderschuhen zu stecken mit social media. Aber das macht ja nichts. Schön ist doch, dass ich schon ein ganzes Stück weiter bin als vor drei Monaten. Mich haben in der Zeit übrigens auch zwei Frauen im Netz inspiriert, bei denen ich das Gefühl hatte: Die wissen, was sie tun und ich kann mir über das Netz ein ziemlich realistisches Bild von ihrer Arbeit, ihrer Persönlichkeit und ihren Interessen machen: Michelle Ward und Gwen Bell.
Im weiteren Verlauf des Kapitels wird der Frage nachgegangen, welche Eigenschaften die modernen Gründer mitbringen sollten und die These aufgestellt, dass es noch nie so einfach war wie jetzt, ein eigenes weltweit agierendes Unternehmen auf die Beine zu stellen, weil man über das Internet nie dagewesene Möglichkeiten hat. Das Thema finde ich total spannend und auch hoch relevant für mich, aber noch nicht so aktuell, dass ich es an dieser Stelle vertiefen will.
Dafür hatte es der nächste Abschnitt umso mehr in sich: Coworking-Spaces – Ein Begriff, den ich das erste Mal bei meinem Bruder Johannes mitbekommen habe. Nach einigem Recherchieren gefiel mir die Idee immer besser. Albers definiert Coworking ganz allgemein als „Orte (…), an denen sich wildfremde Menschen treffen, um gemeinsam zu arbeiten“. Wer mehr wissen will, kann sich hier weiter informieren. Zunächst dachte ich, dass solche Ort doch gerade für Mütter mit sehr kleinen Kindern und Babys hervorragend geeignet sein könnten, weil sie nicht alleine zu Hause sind, auf der anderen Seite die Atmosphäre aber auch so ungezwungen ist, dass keiner schief guckt, wenn neben dem Schreibtisch eine Grabbeldecke liegt oder in der Toilette ein Wickeltisch steht. Nach ein bisschen Recherche stellte ich aber fest, dass Kinder in vielen Coworking Spaces noch genauso fremd sind wie in vielen anderen Büros. Bin gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird…
Für mich war in der Zwischenzeit aber klar geworden, dass ich meine Magisterarbeit nicht alleine zu Hause an meinem Schreibtisch schreiben will (auch wenn der Kurze jetzt in den Kindergarten kommt und die Betreuung nicht mehr das Problem ist). Ich habe einfach keine Lust soviel Zeit am Tag alleine zu Hause zu verbringen und mit keinem zu reden. Ich brauche zumindest ab und zu ein paar Menschen um mich herum. Erfreulicherweise haben sich ein paar sehr enge Freunde (domiundbini, Oli und Sophia sowie der Abi) Anfang des Jahres in einem Hinterhaus in der Hallgarterstraße eingemietet, zu dem neben den Mietswohnungen auch ein paar Gemeinschaftsräume gehören. Also werden wir in Kürze einfach mal den Versuch starten. Im Moment ist noch völlig unklar wer wie wann die Räume wofür nutzen wird und mir ist selber noch sehr unklar, ob ich am Ende nicht doch die meiste Zeit alleine wuseln werde. Aber weil die Anfangskosten so extrem klein sind und so vieles von der Infrastruktur schon vorhanden ist (selbst kostenlose Schreibtische, die bei einer Amtsauflösung ergattert werden konnten, stehen schon bereit) liegt es nahe, einfach mal den Test zu machen. Ich bin riesig gespannt und freue mich schon und bin einfach auch ein bisschen nervös. Am kommenden Montag ist es soweit: Mein Sohn kommt in den Kindergarten und ich werde einen Schreibtisch schön weiß streichen, vielleicht noch das Fenster dazu und eine Blume kaufen und dann kann das Abenteuer beginnen… Insofern hat dieses Meconomy-Kapitel einen großen Anteil an meiner ganz persönlichen Entwicklung der letzten Monate gehabt und ich bin riesig gespannt, wie alles in einem Jahr aussehen wird…
Allgemein | Comments (6)weil ich gerade zwei Minuten Zeit habe…
gibt es ein paar Bilder aus England. Benico und ich waren zum feiern rübergeflogen: den 30. Geburtstag meiner Freudin Jessica. Passend, dass sie auch einen Kurzen hat, der genau ein Jahr jünger ist als Benico.
Der war übrigens teilweise frustriert, weil er kein Englisch kann und sich dementsprechend ausschließlich mit mir verständigen konnte. Ist aber inzwischen auch deshalb hoch motiviert, die Sprache ein bißchen mitzulernen. Also lesen wir gerade englische Bücher vor und er darf den englischen Caillou anschauen…
Jetzt aber Bilder:
vom Ausflug in den Zoo
vom super gemütlichen Cafe in Leicester (sehr zu empfehlen diese Stadt!!!)
(das obere Bild hat übrigens Benico gemacht…)
and some other nice bits and pieces:
Ansonsten ist hier gerade ein bißchen wenig los, weil ich
- zum einen viel zu viele Kleinigkeiten zu tun hatte, wie Fussball gucken, Essen vorbereiten, Blumen gießen (artet ja schon fast in einen Vollzeitjob aus bei dem Wetter), meine Schwester zum Flughafen fahren usw.
- v.a. aber mitten in der Vorbereitung für meine letzte Scheinklausur bin (nein, das ist nicht nur schein, sondern auch viel sein!!!) Die wird am 20. Juli geschrieben und danach bin ich schwer mit feiern beschäftigt: Hochzeiten und 30. Geburtstage stehen ins Haus.
Aber ich habe große Hoffnung, dass ich dann meine kleine Meconomy Serie fertig machen kann und andere Ideen gibt es sowieso noch viel mehr.
Wünsche aber jetzt erstmal einen wunderbaren Wochenendeinstieg!!!
PS: Für alle, die etwas regelmäßiger von mir lesen wollen: Habe seit kurzem einen Twitter-Account (siehe rechte Spalte)…
Allgemein | Comments (0)Frauen und Meconomy: Was kann ich können?
“Fast alles” könnte die Antwort nach der Lektüre dieses Kapitels lauten. Albers beschreibt, wie sich Bildung verändert: Sie wird günstiger und durch das Internet für mehr Menschen (egal an welchem Ort der Welt) zugänglich. Aber sie verfällt auch schneller und reguläre Abschlüsse werden immer weniger wert sein. Unter anderem setzt sich das Kapitel mit der Frage auseinander, wie Schulen und Universitäten auf diese Entwicklungen reagieren können.
Mich persönlich hat die Frage beschäftigt: Was bedeutet das für mich als Mutter? Bisher habe ich mir kaum Gedanken über das Thema gemacht. Ich nehme zwar mit einem amüsanten Lächeln wahr, dass mein zweijähriger sich an den Laptop setzt und unseren Freunden eine sms schreiben will, ansonsten hat sich die Medienerziehung bisher darauf beschränkt, den Fernsehkonsum (bzw. DVD- und you tube Videos) zu minimieren und mich mit anderen Müttern über die verantwortungslosen Eltern aufzuregen, die ihren achtjährigen Kindern schon die Fernseher ins Zimmer stellen.
Ok, das mit dem Fernseher brauche ich nicht mehr zu diskutieren, weil wir eh keinen haben.
Aber was ist mit Computern? Selbst um eine mögliche Spielsucht mache ich mir bei dem kurzen noch keine Sorgen, die Gene dafür sind väterlicher- und mütterlicherseits nach meiner Beobachtung nicht vorhanden…
Folgendes Zitat hat mich aber sehr nachdenklich gemacht (es stammt aus einem Brief, den ein Lehrer an seine Kinder geschrieben hat): “Statt eines Stücks Papier, auf dem steht, dass Ihr Experten seid, werdet ihr eine Ansammlung von Produkten, Erfahrungen, Reflexionen und Konversationen vorweisen können, die Euer Expertentum belegen, die transparent machen, was Ihr wisst. Dies wird aus Eurem Portfolio bestehen und einem Netzwerk anderer Lernender, an das Ihr Euch im Lauf der Zeit immer wieder wendet, das sich gemeinsam mit Euch entwickelt und das Eure Erkenntnisse widerspiegelt.”
Nachdem ich mich nun schon ein bißchen mit den Trends im Arbeitsleben und zunehmenden Digitalisierung auseinandergesetzt habe, kann ich mir vorstellen, was das für mich heisst. Wenn es aber darum geht, diese neue Welt meinem Sohn angemessen nahe zu bringen, dann kommen zahlreiche Fragen auf, z.B.:
- Was soll mein Sohn tatsächlich lernen? Wozu soll ich ihn ermutigen?
- Wie gehe ich mit dem Wissen um, dass die Schulen und Universitäten nicht die in Zukunft entscheidenden Fähigkeiten vermitteln, ich aber verpflichtet bin, meinen Sohn in genau diese Institutionen zu stecken?
- Reicht es aus, selbst am Ball zu bleiben, was die technologische Entwicklung und digitalen Möglichkeiten angeht und ihm lebenslanges lernen “einfach” vorzuleben?
- Könnte bitte irgendwer ein Ratgeberbuch für uns Eltern schreiben??? Ach so, heute geht man ja ins Netz und tauscht sich mit anderen verunsicherten Eltern aus… Ich bin auch gerade am lernen…

Und wo wir gerade beim lernen sind: Produktivität ist das andere große Thema des Kapitels. Da bin ich auch im Moment am nachlesen und hoffentlich demnächst entscheiden, wie ich die zahlreichen unterschiedlichen Bereiche in meinem Kopf und Leben schön säuberlich sortiert, durchlebt und teilweise einfach nur abgearbeitet bekomme…
Schön, dass ich nicht schon jetzt alles können muss (auch wenn ich es theoretisch können könnte)!!!
Allgemein | Comments (0)Rob Bell und der alltägliche Wahnsinn
Gestern Abend habe ich ein schon etwas älteres Interview mit Rob Bell gehört. Seine Predigten schätze ich ja schon seit längerer Zeit und finde es immer ganz spannend, wenn er dann in einem Gespräch mal ein bißchen mehr aus dem privaten Nähkästchen plaudert…
In dem Interview wurde er gefragt, was er denn so aktuell machen würde (die klassische Aufforderung, von den aktuellen Projekten, Ideen, etc zu erzählen). Der erste Teil seiner Antwort war dann einfach nur sehr schlicht: Ganz alltägliche Sachen, ich bin zu Hause, kümmer mich um die Kinder, wechsel Windeln, kümmer mich um die Pausenbrote von den Großen, wasche Wäsche. Und dann habe ich auch noch das ein oder andere Projekt am laufen. Aber diese Dinge werden nur in enger Abstimmung mit meiner Frau und guten Freunden gemacht, die mit aufpassen, dass ich nicht zuviel mache.
Von den Projekten hat er dann auch ein bißchen erzählt, aber mich hat das echt agesprochen: Mein Alltag sieht so wie bei zahlreichen anderen auch aus… Ich finde das so angenehm die Vorstellung, dass dieser Mann, der mit einer Predigt mehrere zehntausend Menschen erreicht, genauso wie ich jeden Tag (oder fast jeden Tag) in der Küche steht und sich das Hirn über ein leckeres Abendessen zermatert. Und ich will mir etwas von seinem gelassenem Umgang damit abschneiden und dazu stehen, wofür ein großer Teil meiner Zeit drauf geht, nämlich mit den völlig unspekatkulären, aber lebensnotwendigen Kleinigkeiten, die ein Familienleben erst ermöglichen…
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Ich bin Debora Hofmann (29 Jahre) - unter anderem Studentin und Mama. Mein Traumjob: Als "work scientist" junge Frauen bei der Definition ihrer ureigensten Karriere- und Lebensziele zu unterstützen. Gleichzeitig will ich Unternehmen herausfordern, für diese neue Art von workforce die attraktivsten Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit sie auch in Zukunft erfolgreich sein können.