Abschied nehmen von der Uni

UniEingangSo theatralisch wie es sich anhört hat es sich gestern auch angefühlt. Habe mich morgens leicht übermüdet auf den Weg gemacht und war erstaunt über die verschiedensten Emotionen, die sich mit diesem Abschied verbunden haben. Und wie normal und altbekannt sich so vieles angefühlt hat. Natürlich haben zwei langhaarige irgendwie alternativ wirkende Studenten vor dem Eingang gestanden und die neue Stuz verteilt. Natürlich hatte ich mir den einzigen Tag in drei Monaten vorlesungsfreier Zeit ausgesucht, an dem die Mitarbeiter der Zentralbibliothek einen Workshop besuchten. Und natürlich musste ich deshalb einmal über den kompletten Campus laufen, um am hintersten Ende mir bestätigen zu lassen, dass ich keine Bücher mehr ausgeliehen habe (und ja, natürlich musste ich noch ein paar Euro nachzahlen für zu spät zurückgegebene Bücher). Natürlich gabe es zwischendrin eine Latte mit Duplo. Natürlich musste ich am Ende auch vor dem verschlossenen Studierendensekretariat warten und bekam dann gesagt, dass die entsprechenden Sachbearbeiter heute nicht mehr da wären. Die Exmatrikulation wird jetzt auf dem postalischen Weg abgeschlossen.UniBib

Schön war, dass mir das eigentlich obligatorische Vergessen der Geldkarte im Getränkeautomat und der anschließende Stress mit einem Schließfach, dass sich nicht mehr öffnen lässt, dieses Mal erspart geblieben ist. Gefreut habe ich mich dafür , dass ich als EXTERNE (das bin ich im Bib-System ab sofort) weiterhin alles ausleihen darf.

Die Zeugnisübergabe war hingegen … schlicht. Wunderschön dickes schweres Papier in einer extra schön bedruckten Mappe. In einem schnöden schmucklosen Büro. Heute habe ich erst gesehen, dass das Zeugnis zum scannen schief gedruckt ist. Mist. Auch beim Anblick der Noten gab es unterschiedliche Reaktionen in mir: Stolz auf das tolle Ergebnis der mündlichen Note und das tolle Thema der Magisterarbeit. Stolz tatsächlich auch auf die nicht ganz so tolle Note in BWL. Ich habe mich durchgebissen und meine Angst vor dem Fach besiegt, obwohl ich miserabel in Mathe an der Schule abgeschlossen hatte. Auch der Frust über den plötzlichen Tod des Dozenten, bei dem ich eigentlich meine Politikprüfung machen wollte und der Abhängigkeit der kompletten Note von genau einer Prüfung kam noch einmal hoch. Egal. Ich habe es geschafft und unendlich viel gelernt.

UniHinweisschilderErinnert habe ich mich auch an das erste Mal, als ich mich auf dem Campus zurecht finden wollte. Heute gibt es aus guten Gründen mehr Hinweisschilder. Oder als ich das erste Mal mit Babybauch und dann das erste Mal mit Baby im ReWi 2 war und mir versucht habe vorzustellen, ob die anderen Studentinnen mich eher mitleidig oder eher neidisch beobachten. Inzwischen sieht man es ein bißchen häufiger: Mütter und Väter mit ihren Kindern. Die große Ausnahme ist man trotzdem.

Auf dem Weg zum Auto schien die Sonne und es wurde klar, dass der dicke Wintermantel nicht mehr zu den leicht frühlingshaften Temperaturen passt. Es ist Zeit für eine dünnere Jacke. Und eine neue Aufgabe und Herausforderung. Ich freue mich darauf mindestens so sehr wie auf die ersten Frühblüher in freier Wildbahn. Noch habe ich sie nicht entdeckt, aber ich bin mir sicher, es dauert nicht mehr lange.

Zum Nachdenken: Von was musst oder willst Du Abschied nehmen? Wie kannst Du diesen Abschied passend gestalten?

Die letzte Zeile der ersten Fussnote im ersten Absatz

Ich hatte es schon länger geahnt, inzwischen ist es Gewissheit: Zu jeder größeren wissenschaftlichen Arbeit gehört auch eine Druck-Geschichte. Meine geht so: Die letzte Zeile der ersten Fussnote in meinem ersten Absatz hat schon im Worddokument die ganze Zeit gesponnen und ist einfach immer wieder verschwunden. Nein, die Fussnote wurde nicht einfach geteilt, die Zeile war einfach nicht zu sehen. Diverse Male hatte ich es getestet: im PDF war sie immer vorhanden. Letzte Woche Montag früh, als dann endlich alle 38 Tabellen incl. Über- und Unterschriften am richtigen Ort waren, habe ich noch einen Probedruck gemacht. Auch hier war die Fusszeile sowohl im pdf als auch im Ausdruck vorhanden. Nach einigen Änderungen auf anderen Seiten habe ich dann erneut ein pdf abgespeichert und bin dann glücklich und zufrieden zum Copyshop gepilgert. Hier habe ich mich für ein Softcover entschieden, mich über einen günstigeren Preis als eingeplant gefreut und mir dann im Anschluss noch eine Massage verpassen lassen.

Als ich dann im Auto noch einmal durch die drei Exemplare durchgeblättert habe, ist mir das Herz fast stehen geblieben: Die letzte Zeile der ersten Fussnote im ersten Absatz war nicht da. Unglaublich. Wie man das wohl retten könnte? Könnte man so etwas überkleben? Mit Hand dazuschreiben? Weiter hinten hätte ich damit leben können, aber nicht an dieser prominenten Stelle. Irgendwann wusste ich, dass ich mich in Zukunft immer ärgern würde, wenn ich das so abgeben würde, so dass ich tatsächlich bereit war, noch einmal über 80 Euro in die Hand zu nehmen, um einen neuen Druck und v.a. eine erneute Bindung machen zu lassen.

Am nächsten Tag hatte ich den kurzen Gedanken die drei gedruckten Exemplare mit in den Shop zu nehmen. Vielleicht könnten sie noch irgendetwas retten, was ich für ziemlich unmöglich hielt. Die erste Mitarbeiterin machte mir keine großen Hoffnungen. Ihr Mann sah das jedoch ganz anders: Sie würden den Leim warm machen, die Seite jeweils austauschen und den Leim dann wieder abkühlen lassen. Ich habe mich gefreut wie Olle. Für einen Minibeitrag in die Kaffeetasse war meine Arbeit gerettet. Ihr lieben Wiesbadener: Die Druckerei Lang kann ich nur wärmstens empfehlen.

Inzwischen ist die Arbeit abgegeben und ich versuche nun einen eleganten Spagat zwischen „Entspannen/Auftanken“ und „liegengebliebenen Krusch wegarbeiten“ aufs Parkett zu legen. Das ist eine Herausforderung für sich. Aber immerhin saß ich heute zwei Stunden in der Sonne im Park (zehn Minuten davon stand ich ehrlich gesagt in einem Bach und habe mich vom eiskalten Wasser erfrischen lassen).

Learning the Unforced Rhythms of Grace

Die erste Hälfte des Jahres geht langsam zu Ende. It has been wild.

Die ersten vier Monate habe ich ein Vollzeitpraktikum gemacht. 40 Stunden die Woche gearbeitet, 2 Tage davon in Nürnberg. Danach habe ich versucht, innerhalb von sechs Wochen meine Magisterarbeit zu Ende zu bringen. Das hat nicht ganz gepasst und wird noch einen Moment brauchen. Ich versuche, Luft zu holen und Kraft zu sammeln für die nächste Runde.

Ein Gebet, dass mich die letzten Wochen immer wieder beschäftigt hat: Deine Gnade genügt für diesen Tag. Gestern bin ich extra auf einen Berg gestiegen (wie schön, wenn der direkt vor der Tür liegt…), um ein bißchen davon zu schnuppern und zu fühlen.

Und jetzt habe ich das hier gefunden. Einfach wunderschön und so wahr.

Prolo-Mami

Habe gerade mit dem Prüfungsamt wegen einer Verlängerung der Abgabefrist meiner Abschlussarbeit telefoniert. Das ist kein Problem. Kann gemacht werden, bis die Kinder 18 sind. Ja, super, dann kann ich hier auch noch die kleine Anekdote von gestern posten.

War mit der Süßen zur Nachkontrolle bei der Kinderärztin. Das Wartezimmer voll und stickig und alle Eltern und Kinder schlecht gelaunt. Bis auf meine Tochter. Die war nämlich wieder gesund und hat sich zufrieden mit der Spielküche beschäftigt und als wir nach zehn Minuten schon wieder gehen konnte keine Lust zum selbigen. Trotzdem stellt sie brav den Spielkorb in den Schrank zurück und läuft in Richtung Ausgang. Dabei kickt sie zweimal gegen einen am Boden liegenden Duplostein. So etwas kann ich gar nicht leiden, also die automatische Mamareaktion in klarem Tonfall und gut zu hörender Lautstärke: „Sofina, hebst Du den Stein bitte auf, anstatt dagegen zu treten?“. Und der nächste Gedanke: „Oh Mist, das hätte ich mal lieber leise gesagt, jetzt muss ich das hier vor dem versammelten Wartezimmer durchziehen und habe keine Chance, abzubiegen…“ Und spüre genau, alle Elternaugen sind interessiert, was das jetzt für einen Ausgang nehmen wird. Sofina lehnt sich natürlich gespannt an die Wand und schaut mich aus ebenso herausfordernden wie belustigten Augen an. Was sind meine Möglichkeiten? Plauderton… Und Essen… Also, verbreite ich Alles-Ist-Ganz-Wunderbar-Entspannt-Unterhaltungs-Atmosphäre: „Komm, Sofina, Du hast bestimmt auch Hunger, heb den Stein schnell auf, dann gehen wir uns etwas leckeres zu essen holen.“ Tür aufgemacht: ich-bin-schon-auf-dem-Absprung-und-der-Stein-ist-schon-fast-vergessen-Haltung. Und??? Töff Tööö. Sofina löst sich von der Wand, hebt den Stein auf, legt ihn auf einen Stuhl und nach einem kleinen Hinweis sogar auch auf den Tisch, damit sich keiner aus Versehen drauf setzt. Ich muss meinen Triumph natürlich auskosten: „Auf Wiedersehen, schönen Tag noch.“ Und spüre beim rausgehen diverse neidvolle und bewundernde Augenpaare auf mir ruhen. Ich bin definitiv die Heldin des Tages. Für diese eine Minute.

Es ist 1:48 Uhr

Mein Leben fühlt sich gerade picke-packe-vollgepackt an. Ich liebe es. Meistens. Manchmal auch gar nicht (wie am letzten Wochenende. Sprecht meinen Mann lieber nicht drauf an..)

Zu meiner eigenen Belustigung hier eine Liste der Aktivitäten des gestrigen Tages:

  • Aufgestanden!
  • Die Süße in eine Decke gepackt und auf ihren Hocker im Bad mit ein paar Pixibüchern gesetzt, um dann selbst zu duschen (sie ist natürlich zwischendrin aufgestanden und hat die Tür offen stehen lassen)
  • Einen weiteren morgendlichen Zwischenfall zu den Themen Kakao, Milch, Milchschaum, Paul und Löffel durchgestanden (dieses eine Mal bin ich gelassen geblieben, obwohl ich noch keinen Kaffee hatte)
  • Die plötzliche Halsschmerzattacke des Großen moderiert und für schulfähig befunden (verdächtig war: er hat viel länger geschlafen als sonst)
  • Tatsächlich geschafft, mir einen Salat zum Mittagessen vorzubereiten
  • Eine riesen Tasche für den Tag gepackt: Bücher für die Bücherei, Wickelzeug, Laptop und Trinkflasche für mich, Zeitungsständer für meine ganzen Texte, Karte für die Packstation, Proviant für die Kinder und die dringend benötigte umzugsfähige (oder umziehungsfähigen) Puppe (das andere Mädchen hatte eine solche Puppe und der Stoffhund der Tagesmutter hat gestern seinen Job nicht gut gemacht, weil Fell enttäuschenderweise fest vernäht)
  • Auf dem Weg zur Tagesmutter bei der Packstation vorbeigefahren. Die neue Bluetooth-Maus ersetzt die alte Kabelmaus, bei der inzwischen die Drähte zu sehen waren.
  • Ein weiterer Anlauf, mein SPSS Problem in den Griff zu bekommen: der Uni eine Mail geschrieben mit sofortiger Antwort, dass ich mich natürlich über eine Remoteverbindung einloggen könnte. Programm runtergeladen. Verbindung konnte trotzdem nicht hergestellt werden. Liegt es am MacBook? An der Verbindung? Ich zehn Tagen muss die Auswertung stehen…
  • Zwischendrin Zeit vergeudet mit dem Versuch, ein paar notwendige Dinge bei Amazon zu bestellen (um mir die vielen Wege in der Stadt zu sparen). Am Ende 5 Bestellungen von 5 Lieferanten im Warekorb, ich hätte also 5x Lieferung bezahlen müssen. Das macht dann ja auch keinen Sinn! (In der Auswahl war eine heiß ersehnte „Ich versteck mich jetzt Mütze“, die ich mir so sehnlich wünsche in dieser wilden Zeit.)
  • Dann schnell die Kinder holen, damit wir noch in die Bibliotek können. Statt eines Kinderwagens habe ich heute morgen das Laufrad für die Süße mitgenommen. Ich war sehr nervös, wieviele Leute morgen schimpfend der Kollegin den blauen Fleck von einem unfähigen Mädchen auf zwei Rädern zeigen würden, aber das ging erstaunlich gut. Es gab nur ein paar eingeschüchterte Ausweichler.
  • In der Bücherei ist dem Sohn auf einmal übel. Wir schaffen es noch, ein kleines Abendessen einzukaufen und beim aussteigen vor unserem Haus kommt es dann hoch, das Mittagessen.
  • Wir versammeln uns auf der Couch mit Wärmflasche, Decke, Checker Can, Reiswaffeln
  • Drei Telefonate, um den Tag morgen zu organisieren, eine Email um den Coachingtermin für den Abend abzusagen.
  • Am Ende lachen wir alle herzlich über diese Videos. (v.a. der Clip ab Min 4:45)
  • Ich stelle fest, dass meine Kinder ein Buch in der Bibliothek einfach in die riesen Tasche geschmissen haben, ohne dass wir es ausgeliehen haben.
  • Der Große will unbedingt neben mir einschlafen, nachdem er sich direkt vor dem Schlafen zum zweiten Mal übergeben hat. Ganz groß und erfahren alleine in die Mitte der Toilette bei geöffnetem Deckel. Ich bin stolz auf ihn.
  • Ich schlafe sofort auch ein und wache auf, als der Lieblingsmann um Mitternacht vom Businesstrip nach Hause kommt. Dann bin ich wach und suche auf Audible nach neuen Hörbüchern.
  • Am Ende ist meine Auswahl: Walter Isaacson: Steve Jobs. Die autorisierte Biographie/Roger Willemsen: Die Enden der Welt/ Cordula Startmann: Danke für meine Aufmerksamkeit

Mit Stratmann fange ich jetzt an. Gute Nacht!

 

Alte Fragen in neuer Welt: Social Media Monitoring

Eigentlich beschäftige ich mich ja gerade v.a. mit der Frage, ob denn nun weibliche Führungskräfte keine Kinder wollen oder keine Kinder bekommen, weil es nicht genug Betreuungsplätze gibt. Die letzten zwei Tage waren die große Ausnahmen.

Ich hatte die wunderbare Möglichkeit, an einem Grundlagenseminar „Social Media Monitoring“ und der Konferenz „Social Media Monitoring Forum“ teilzunehmen. In Kürze noch ein wenig mehr zu dem Warum.

Da ich ein absoluter Neuling im Bereich Social Media Monitoring bin, war die Spannung natürlich groß, wie sich dieses Thema präsentieren würde und was die aktuellen Herausforderungen sind. Ein paar Beobachtungen der letzten zwei Tage: Continue Reading →

Fokus halten – ein Update gegen die Einsamkeit

Ja, der Fokus ist noch da. Manchmal gibt es Unterbrechungen, weil der Sohn Geburtstag hat und das sage und schreibe 5x gefeiert werden muss. Das habe ich geschafft. Ebenso die super intensive Arbeitsphase meines Mannes in der ich das Familienleben quasi alleine gewuppt habe. Auch das habe ich geschafft.

Über folgende Entwicklungen habe ich mich trotzdem sehr gefreut:

  • In einem motivierenden Gespräch mit meiner Professorin haben wir kurzerhand die geplante Erhebungsmethode über den Haufen geworden. Das spart mir super viel Zeit und Geld.
  • Für die neue Erhebungsmethode muss ich mich in SPSS (ein Statisktikprogramm) einarbeiten. Das stand sowieso schon länger auf der Liste.
  • Eine sehr liebe und in diesem Fall v.a. fähige Freundin hat sich angeboten, die Arbeit mit mir durchzusprechen und aktuelle Fragen zu reflektieren. Das ist ein Traum.
  • Durch die Kommentare zu einem facebook-Post von mir habe ich erst gelernt, wieviele meiner „Friends“ Ahnung von SPSS haben. Mit einer Freundin aus alten Zeiten könnte hier eine schöne Zusammenarbeit für die heiße Rechenphase entstehen. Auch das ist ein riesen Geschenk.
  • Und weil ich so super motiviert bin, habe ich heute Abend mal meinen Lebenslauf überarbeitet und mich gefreut, was ich die letzten Jahre so alles gemacht habe. Das vergesse ich manchmal vor lauter Zukunftsplänen.
  • Außerdem habe ich die Kurse im Fitnessstudio für mich entdeckt. Vor kurzem habe ich das erste mal Zumba und Yoga gemacht. Das macht natürlich auch mehr Spaß als alleine auf dem Crosstrainer und an den Geräten zu trainieren. Und jetzt kann ich auch mit meinem Sohn OHM singen und SHANTI, SHANTI, SHANTI (er ist ein kleiner Yogafan…)
  • Letzte Woche hatte ich zwei wunderbare Gespräche mit älteren Freundinnen, die in einer völlig anderen Lebensphase sind als ich. Das ist immer so genial zu sehen, wo sich das ganze hinentwickeln kann, eine größere Perspektive auf das eigene Leben zu bekommen.

Vor einiger Zeit habe ich erst entdeckt, wie sehr es mich anstrengt, mich immer und in allem selbst organisieren und strukturieren sowie motivieren zu müssen. Ich arbeite so gerne im Team, aber das ist im Moment in den meisten Bereichen nicht möglich. Deshalb freue ich mich auf den Berufseinstieg. Aber ich freue mich auch jetzt über jedes gemeinsame Erlebnis und jede Zusammenarbeit, weil sie mich entlasten und ausgleichen. Es ist schön zu sehen, das auch für diesen Bereich gilt: Wer sucht, der findet.

Und – mit wem möchtest Du zusammenarbeiten, Dich treffen, das Leben teilen?

 

Ein sortierter Kopf – für einen kurzen Moment

Ein herzliches Dankeschön an alle, die zu meinem letzten Post schöne Rückmeldungen gegeben haben. Das hat sehr gut getan.

Die letzten drei Tage haben schon den absoluten Schalfmangel, zwei Abendtermine (also kaum Hausarbeit) und emotionale Herausforderungen mit sich gebracht. Und es hat sich gezeigt: Die selbst auferlegte Struktur gibt mir Halt; die genau definierten Zeiten des konzentrierten Arbeitens lohnen sich und werden mit jedem Tag effektiver; mein Kopf fühlt sich trotz der Müdigkeit sortiert und fokussiert an. Jetzt freue ich mich auf ein Wochenende ohne Termine.

Um euch einen kleinen Eindruck zu geben, womit ich meinen wunderbar geordneten Kopf beschäftige (und um eine ganz logische Begründung zu geben, warum es zwischen meinen beiden Kindern einen relativ großen Abstand gab), hier mein Tageshighlight an realitätsfernem Wissenschaftsgeschwafel: „So kann ein gewisser Abstand (der Zweitgeburt) zur Erstgeburt erforderlich sein, um das während der ersten Babypause teilweise entwertetes Humankapital zu restaurieren.“

Auf dem Crosstrainer im Fitnessstudio höre ich gerade das Audiobook „Half the Sky“, das sich mit dem weltweiten Frauenhandel und dessen möglicher Bekämpfung beschäftigt. Mit diesem grausamen Thema im Hinterkopf wird dann ein solcher Satz noch skuriler und unpassender. Und schon ist alle Ordnung im Kopf wieder durcheinander geschüttelt…

Fokus finden

Bis hierher war ich sehr geduldig wie ich finde. Ich möchte gar nicht laut sagen, wie lange ich schon studiere. Unterbrechungen gab es immer wieder, weil ich gearbeitet (ganz wunderbare Aufgaben als Trainerin, Coach, Projektmanagerin waren dabei…), gekotzt (wegen Schwangerschaft), gebärt, gestillt oder geurlaubt habe. Zwischendrin ging es dann mal weiter, aber immer nur in Minischritten. Dabei bin ich über jede Unterbrechung froh und glaube, dass es jeweils die richtige Entscheidung gewesen ist oder sie die Verzögerung zumindest wert war.

Seit heute nun kann ich mich offiziell Mutter eines Schulkindes nennen. Das fühlt sich schon sehr skurill an. Nachdem ich nun seit acht Wochen nicht mehr an meiner Magisterarbeit gesessen habe, merke ich aber auch, dass sich mein Geduldsfaden mit dem Studium nun tatsächlich dem Ende entgegen neigt. Um nun den Abschluss des Studiums umzusetzen und den Kopf entsprechend frei zu bekommen, werde ich einige Dinge ändern müssen. Und weil es so schön unter Druck setzt, werde ich das jetzt öffentlich machen (natürlich hoffe ich auch, dass es ein paar Leute gibt, die Lust haben, mitanzufeuern, wenn es mal kritisch wird…).

Hier also die Liste zum Fokus finden:

  1. Eine monatliche Zieleliste mit meinen Lebensbereichen ziert mein Fenster. Damit ich nicht alles andere in dieser Phase aus den Augen verliere. Meine Lebensbereiche sind im Moment: Familie; Hobby/Sport; Uni/Abschluß; Freunde; Berufseinstieg; LoI; Blog; Gemeinde. Viele der Ziele sind klein, aber so, dass es in dem Bereich weitergeht und ich klare To Dos habe.
  2. facebook/Twitter ist gestrichen. Zumindest das Lesen. Ich bin leider viel zu empathisch und nehme das alles in mich auf und trage es mit mir rum. Ausnahme ist im Moment eine wunderbare Frau, die in der Mitte Kairos mit ihrem Mann wohnt. Das ist einfach zu spannend und wichtig. Die Abstinenz wird v.a. am Anfang nötig sein, um den richtigen Drive zu bekommen.
  3. Wenn die Kinder in Betreuung sind, darf nur Magisterarbeit geschrieben werden. Kein Haushalt, keine Einkäufe, keine Besuche. Ausnahme: Sport zur frühen Stunde. Und Verabredungen für eine halbe Stunde. Und Coaching/Seminar Termine, die schon lange stehen.
  4. Wenn ich die Kinder geholt habe, stehen sie im Mittelpunkt. Der Computer bleibt aus (außer für Musik); der Haushalt liegen (bis auf Wäsche und kochen; also Sachen, die ich mit den Kindern zusammen machen kann).
  5. Das bedeutet: Der Großteil der Hausarbeit und alles andere muss abends erledigt werden. Das wird viel Kraft und Kaffee erfordern. Diese Aufteilung kommt aber meinem Biorhythmus (morgens fit) ganz wunderbar entgegen.

Soviel zur Theorie. Ich hoffe auf schlafende, gesunde Kinder. Einen Mann, der mich unterstützt habe ich in jedem Fall. Diverse Dinge werden länger dauern oder nicht möglich sein. Den Umgang damit werde ich hoffentlich lernen. Und los geht´s.

Übrigens: Die Liste mit den Monatszielen hat mir letzte Woche den furchtbaren Tag mit dem Lack gerettet. Hat sich also schon ausgezahlt, der Aufwand. Das Regal ist inzwischen fertig und wirklich schön geworden. Insgesamt werde ich wegen des guten Stückes fünfmal im Baumarkt gewesen sein. Als ich nämlich die richtige Farbe hatte, hat die eine Dose nicht gereicht. Eine große Dose hatten sie dann nicht mehr, also habe ich zwei kleine genommen. Davon ist eine nun übrig und muss noch zurück gebracht werden.

Bits & Pieces

Ich vermisse es, das bloggen. Meine Tage sind aber gerade sehr intensiv und gefüllt. Also wird es jetzt einfach mal kleine Streiflichter geben. Mal sehen, ob das für mich funktionieren wird…

Was war gut? Die Beendigung eines sechsmonatigen Projektes: Ich war für die Mitarbeiterbefragung in einem mittelständischen Unternehmen verantwortlich mit knapp 100 Mitarbeitern. Es war schön zu sehen, dass die Mitarbeiter intensiv die Chance zum Feedbackgeben genutzt haben, die Geschäftsleitung offensichtlich so viel wie möglich aufnehmen und umsetzen möchte und meine Hinweise und Tipps komplett aufgenommen und weiterverarbeitet worden sind. Es hat großen Spaß gemacht und ich habe selbst viel gelernt.

Was habe ich (diese Woche) gelernt? Zwei Tassen Kaffee am Tag machen mich tagsüber und Sofina nachts wach. Keine gute Kombination und der Beginn eines gewissen Teufelskreises. Ich hoffe auf viel Schlaf an diesem Nachmittag.

Was war blöd? Meine Professorin hat dieses Jahr zwei wichtige Artikel veröffentlicht, auf die ich eigentlich über elektronische Zeitschriften an der Uni zugreifen können sollte (die Uni hat dafür extra Abos). Die sind aber noch nicht freigeschaltet und die Leute in der Bib raten mir tatsächlich über Fernleihe die Artikel an anderen Unis zu bestellen. Dafür muss ich dann natürlich zahlen und habe noch ca. drei Wochen Wartezeit. Was für ein Schwachsinn und unnötige Zeitverzögerung!

Gute Begegnungen? Ja! Mit meiner Schwester war ich Montagabend auf dem ersten Konzert der Europatour von Rachel Sermanni. Die habe ich letztes Jahr auf einem fink Konzert das erste Mal gehört und sie macht meinen Herbst gerade zusammen mit Philipp Poisel ganz wunderbar melancholisch. Etwas trinken gehen war diese Woche auch noch drin: Am Mittwochabend mit einer lieben Freundin, mit der ich mich schon seit ca. zwei Monaten immer wieder verabredet habe und es trotzdem nicht geklappt hatte. Beides hat sehr gut getan und es war ein gutes Gefühl, dabei etwas für meine Gesundheit getan zu haben.

Was kam zu kurz? Es ist jetzt Samstagvormittag und wir haben als Familie in dieser Woche bisher ca. 1,5 gemeinsame Mahlzeiten gehabt… Ich hoffe auf baldige Besserung… Und freue mich, dass ich auch mit solchen Phasen immer gelassener umgehen kann.

Was war noch wichtig? Der Vormittag gestern im Schwimmbad mit den Kindern und der Schwiegermama hat gut getan! Wasser ist einfach wunderbar zum entspannen!!!