„Wir atmen uns da durch“

„Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.“ (Victor Hugo)

Mit allen drei hier beschriebenen Personengruppen kann ich mich im Moment hervorragend identifizieren. In meiner und unserer Zukunft als Familie ist im Moment unfassbar viel Bewegung drin. Das äußert sich am allerwenigsten im gelebten Alltag sondern v.a. in den höchst unterschiedlichen Optionen die in den letzten Wochen in Gedanken durchgespielt wurden. Und es betrifft die ganz nahe Zukunft. Mit dem Bestehen meiner mündlichen Prüfung und dem damit verbundenen Studienabschluss sind weitere Optionen dazu gekommen. Wir leben gerade mit soviel Spannung im Hirn, dass mich das Nachdenken darüber alleine schon müde macht. An vielen Stellen habe ich das Gefühl, ich kann nur abwarten und kaum einen aktiven Beitrag zur Klärung beitragen. So sind mir im Sinne des Zitates von Hugo Gefühle sowohl von Schwachheit und Furcht aber auch Mut gerade sehr vertraut und ich erlebe alles im schönen kurzweiligen Wechsel miteinander. Wenn ich gefragt werde, wie wir das gerade aushalten, sage ich immer: „Wir atmen uns da durch.“ Weil es das einzige ist, was man in solchen Situationen machen kann und weil es gleichzeitig so unfassbar effektiv ist.

Spätestens mit dem Kennenlernen, Einüben und Einsetzen von Atemübungen vor und während der Geburt unserer Tochter bin ich völlig begeistert von dieser Form der bewussten Entspannung. Es hat mich begeistert, zu spüren, wie durch richtiges atmen Schmerzen besser zu ertragen sind und das Baby mit Sauerstoff versorgt werden kann. Wie sich letzte Woche auf dem Crosstrainer mit tiefer bewusster Atmung der Puls sofort abgesenkt hat. Wie richtiges Atmen im Stehen in einer „Powerhaltung“ vor der mündlichen Prüfung zur Konzentration und positiven Einstellung beitragen konnte. (wenn nicht bekannt siehe dazu folgenden TedTalk)

Nicht zuletzt beginnen auch mit bewusster Atmung die Achtsamkeitsmediationen von headspace, einer über eine App ganz wunderbar leicht in den Alltag zu integrierenden Übung, die ich inzwischen sehr schätze.

Insofern spielt bewusstes atmen tatsächlich eine große Rolle darin, diese aktuelle Spannung auszuhalten und gut zu gestalten. Dazu gehört auch, sich immer wieder bewusst zu machen, dass alleine diese Situation auszuhalten schon enorm viel Kraft kostet (mein Mittagsschlafbedürfnis ist enorm erhöht) und entsprechend gut für mich zu sorgen.Das beinhaltet z.B.:

  1. Ich mache mir bewusst, dass diese Situation in erster Linie v.a. ganz viele Möglichkeiten und eher überschaubare Risiken enthält.
  2. Ich entscheide so bewusst wie möglich, was im Moment möglich und strategisch sinnvoll ist. Die anderen Dinge müssen warten.
  3. Ich versuche immer wieder neu, jeden Tag mit seinen schönen Seiten zu genießen: Die Zeit mit den Kindern; die Freiheiten, die ich gerade habe; neue Nichten und Neffen begrüßen; Ordnung an Orte in unserer Wohnung bringen, die schon länger darauf warten; Plätzchen backen mit der Großfamilie am gestrigen Nachmittag.
  4. Ich nehme Möglichkeiten wahr (z.B. zu ein paar kostenlosen Stunden Coachingweiterbildung) und gehe die Dinge, die umgesetzt werden können aktiv an. Das beinhaltet auch so klar und eindeutig wie möglich zu analysieren und zu kommunizieren. Das trägt sehr zu dem Gefühl bei, der Gesamtsituation nicht machtlos ausgeliefert zu sein.

Es ist schön zu wissen, dass diese Phase nicht unendlich lange anhalten wird und dass erste Klärungen am Horizont sichtbar werden.

In diesem Sinne atme ich und wir als Paar weiter und sind (meistens) freudig gespannt.

Wo atmet ihr euch gerade durch?

 

Fokus finden

Bis hierher war ich sehr geduldig wie ich finde. Ich möchte gar nicht laut sagen, wie lange ich schon studiere. Unterbrechungen gab es immer wieder, weil ich gearbeitet (ganz wunderbare Aufgaben als Trainerin, Coach, Projektmanagerin waren dabei…), gekotzt (wegen Schwangerschaft), gebärt, gestillt oder geurlaubt habe. Zwischendrin ging es dann mal weiter, aber immer nur in Minischritten. Dabei bin ich über jede Unterbrechung froh und glaube, dass es jeweils die richtige Entscheidung gewesen ist oder sie die Verzögerung zumindest wert war.

Seit heute nun kann ich mich offiziell Mutter eines Schulkindes nennen. Das fühlt sich schon sehr skurill an. Nachdem ich nun seit acht Wochen nicht mehr an meiner Magisterarbeit gesessen habe, merke ich aber auch, dass sich mein Geduldsfaden mit dem Studium nun tatsächlich dem Ende entgegen neigt. Um nun den Abschluss des Studiums umzusetzen und den Kopf entsprechend frei zu bekommen, werde ich einige Dinge ändern müssen. Und weil es so schön unter Druck setzt, werde ich das jetzt öffentlich machen (natürlich hoffe ich auch, dass es ein paar Leute gibt, die Lust haben, mitanzufeuern, wenn es mal kritisch wird…).

Hier also die Liste zum Fokus finden:

  1. Eine monatliche Zieleliste mit meinen Lebensbereichen ziert mein Fenster. Damit ich nicht alles andere in dieser Phase aus den Augen verliere. Meine Lebensbereiche sind im Moment: Familie; Hobby/Sport; Uni/Abschluß; Freunde; Berufseinstieg; LoI; Blog; Gemeinde. Viele der Ziele sind klein, aber so, dass es in dem Bereich weitergeht und ich klare To Dos habe.
  2. facebook/Twitter ist gestrichen. Zumindest das Lesen. Ich bin leider viel zu empathisch und nehme das alles in mich auf und trage es mit mir rum. Ausnahme ist im Moment eine wunderbare Frau, die in der Mitte Kairos mit ihrem Mann wohnt. Das ist einfach zu spannend und wichtig. Die Abstinenz wird v.a. am Anfang nötig sein, um den richtigen Drive zu bekommen.
  3. Wenn die Kinder in Betreuung sind, darf nur Magisterarbeit geschrieben werden. Kein Haushalt, keine Einkäufe, keine Besuche. Ausnahme: Sport zur frühen Stunde. Und Verabredungen für eine halbe Stunde. Und Coaching/Seminar Termine, die schon lange stehen.
  4. Wenn ich die Kinder geholt habe, stehen sie im Mittelpunkt. Der Computer bleibt aus (außer für Musik); der Haushalt liegen (bis auf Wäsche und kochen; also Sachen, die ich mit den Kindern zusammen machen kann).
  5. Das bedeutet: Der Großteil der Hausarbeit und alles andere muss abends erledigt werden. Das wird viel Kraft und Kaffee erfordern. Diese Aufteilung kommt aber meinem Biorhythmus (morgens fit) ganz wunderbar entgegen.

Soviel zur Theorie. Ich hoffe auf schlafende, gesunde Kinder. Einen Mann, der mich unterstützt habe ich in jedem Fall. Diverse Dinge werden länger dauern oder nicht möglich sein. Den Umgang damit werde ich hoffentlich lernen. Und los geht´s.

Übrigens: Die Liste mit den Monatszielen hat mir letzte Woche den furchtbaren Tag mit dem Lack gerettet. Hat sich also schon ausgezahlt, der Aufwand. Das Regal ist inzwischen fertig und wirklich schön geworden. Insgesamt werde ich wegen des guten Stückes fünfmal im Baumarkt gewesen sein. Als ich nämlich die richtige Farbe hatte, hat die eine Dose nicht gereicht. Eine große Dose hatten sie dann nicht mehr, also habe ich zwei kleine genommen. Davon ist eine nun übrig und muss noch zurück gebracht werden.

Kompetenzentwicklung und Charakterschulung

„Familienarbeit“… Ich mag dieses Wort. Viel besser als „Hausfrau.“ Er drückt aus, dass dieser Job tatsächlich viel mit Arbeit zu tun hat. Außerdem kann dieser Job sowohl von Frau als auch von Mann erledigt werden. Auch nicht schlecht.

Über einen schönen „Nebeneffekt“ dieser Aufgaben habe ich vor kurzem bei meinen Recherchen für die Magisterarbeit gelesen: Familienarbeit kann dazu führen, dass sich wichtige Kompetenzen für Erfolg im klassischen Karrieremillieu weiterentwickeln. Typische Fähigkeiten, die sich durch Familienarbeit verbessern können: Organisationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Selbstorganisation, Verantwortungsbewußtsein, Belastbarkeit, Kooperationsfähigkeit.

Für mich persönlich ist gerade die Flexibiliät ein Lernfeld. Meine Süße schläft super in der Nacht, dafür am Tag oft nur zwanzig Minuten am Stück. Dann frage ich mich ständig: Was ist jetzt gerade das wichtigste? Wieviel Zeit habe ich bis sie wieder etwas braucht? Lieber mit ihr spielen und kuscheln oder die Küche aufräumen oder eine wichtige Email schreiben? Ich lerne dazu und das tut gut. Gerade eben schläft sie und ich habe mir vorgenommen, diesen Post in den nächsten zwanzig Minuten fertig zu bekommen. Zum einen, weil ich wahrscheinlich nur die Zeit habe, zum anderen, weil ich nicht mehr Zeit dafür verwenden will. Es warten genug andere Aufgaben… Mir bleiben noch zehn Minuten…

Nun ist es natürlich schön, dass die Forschung inzwischen immer mehr auf den Trichter kommt, dass „Familienarbeit“ vielleicht auch nicht nur verlorene Zeit für die Wirtschaft ist. Die Frage für uns „Arbeiter“ ist ja auch, wie wir es nach einer Phase der ausschließlichen Familienarbeit verkaufen können. Jetzt bin ich sehr gespannt, weil unsere Uni im April dazu ein Seminar anbietet „Berufseinstieg für Eltern“ und ich hoffentlich danach genau erklären kann, warum ich mindestens so geeignet bin für die Stelle, wie meine fünf Jahre jüngere Mitbewerberin. Ach nein, ich bin ja schon höher qualifiziert, weil ich eigentlich schon fünf Jahre Berufserfahrung mitbringe…

Noch sieben Minuten…

Eigentlich geht das ganz aber auch über den Ausbau von Kompetenzen hinaus: Ich habe mich dazu entschieden, diese Phase als wunderbares Traingszeit für meinen Charakter zu sehen. Familienarbeit und Muttersein bringt so viele Herausforderungen mit sich und bedeutet immer und immer wieder sich selbst zurück zu stellen und zuerst zu schauen, dass es den Kindern gut geht und ihren Bedürfnissen nachzukommen. Immer wieder sträubt sich alles in mir, aber ich habe mich entschieden, meinen Kindern und meinem Mann, meiner Familie und meinen Freunden zu dienen im allerbesten Sinne des Wortes. Gerade mit Babies und Kleinkindern hat frau ein hervorragendes Übungsfeld. Die Kunst ist, die Dinge, die sowieso gemacht werden müssen, mit Ruhe, Gelassenheit und vielleicht sogar Leidenschaft zu machen. Vor meinem Fenster sehe ich ganz häufig eine Mutter mit drei kleinen Kindern und Hund vorbeispazieren. Und sie hat IMMER ein Handy am Ohr. Finde ich auf der einen Seite bewundernswert (Multitasking und so…), aber ich habe sie noch nie mit ihren Kindern reden sehen. Mein Mann sagt: klassisches Fluchtverhalten. Das ist die Herausforderung… Nicht innerlich zu flüchten, sondern sich den Herausforderungen zu stellen und an ihnen zu wachsen. Dann gibt es nicht nur Kompetenz- sondern auch Charakterentwicklung. Wir werden geduldiger, liebevoller, gelassener… hoffentlich…

Mist, drei Minuten drüber…

Schöne Woche Euch allen!

Lob und Komplimente

Gestern Abend bin ich von der LOI Mentorenschule zurückgekommen, bei der es zwei Tage darum ging, den LOI Coachingprozess kennenzulernen und Werkzeuge für die Mentorenbeziehung kennenzulernen. Nun habe ich ja in den letzten Jahren schon einige solcher Seminare bei xpand besucht, so dass es inhaltlich nicht überwältigend viel Neues für mich gab, was genau richtig war: endlich hatte ich wieder einmal Zeit, mir über eigene Prozesse und Entwicklungen Gedanken zu machen. Das ist den letzten Monaten natürlich viel zu kurz gekommen (für die Leser, die mich nicht persönlich kennen: Ich bin wieder schwanger und habe die letzten Monate eine viel zu enge Beziehung mit dem Spuckeimer gehabt und sogar ein paar Tage im Krankenhaus verbracht, weil so gar nichts mehr ging. Im Moment bin ich immer noch dabei, mich zu erholen und neu zu sortieren…). Nun habe ich das Gefühl, geordnet und zielgerichtet durchstarten zu können, was Energie und Lebenslust freisetzt. I love it!

Ein Thema, was uns gestern alle wieder begeistert hat, war die Wirkung von Lob: Wir haben eine kleine Übung mit unserem Tischnachbarn gemacht: Schreibe innerhalb von zwei Minuten zehn positive Eigenschaften Deines Tischnachbarn auf. In meinem Fall hatte ich zwei kurze Übungen mit ihm gemacht und minimalen Smalltalk, so dass ich ihn wirklich kaum kannte. Und trotzdem fiel es mir relativ leicht, zehn Eigenschaften für ihn zu benennen. Und hier sind die Sachen, die er in mir gesehen hat und über die ich mich sehr gefreut habe:

  • sympathisch
  • interessiert
  • hilfsbereit
  • musikalisch
  • unterstützend
  • angenehm
  • vielseitig
  • energievoll
  • humorvoll
  • kontaktfreudig

Das Tolle an der Übung ist die Atmosphäre im Raum: Zuerst intensives Nachdenken; dann Menschen, die sich sehr ineressiert austauschen und nach der Übung sitzen alle mit einem breiten Grinsen vor dem Referenten…

Ich liebe die Wirkung von Lob und Komplimenten und habe irgendwann entschieden: Ich werde die positiven und coolen Sachen bei Menschen immer ansprechen, wenn sie mir auffallen. Einfach, weil ich keinen kenne, der sich nicht freuen würde und dem es gut tut. Also übe ich:

  • den richtigen Filter auf zu haben: ich will mich auf die positiven Dinge konzentrieren; dann habe ich auch etwas zum loben und Komplimente machen.
  • so schnell wie möglich die Sachen zu sagen; je spontaner umso besser.
  • so konkret wie möglich, womit ich ausdrücken will: Ich habe Dich wahrgenommen und mir ist das hier… aufgefallen.

Also: Wen kannst Du heute loben oder wem kannst Du ein Kompliment machen?

Frauen und Meconomy: Wie werde ich arbeiten? oder: ein Status Quo

Hier geht es nun endlich weiter mit der kleinen Meconomy-Reihe:

Vor einigen Monaten habe ich dieses Kapitel das erste Mal gelesen und es war interessant, es sich jetzt noch einmal genauer anzuschauen. Mir ist jetzt erst klar geworden, wieviel sich bei mir selbst in dieser Zeit entwickelt hat.

Als ich es das erste Mal gelesen hatte, sah ich meinen Abschluss incl. Magisterarbeit immer näher kommen und damit die große Frage, die zahlreiche Studenten am Ende der Studienzeit umtreibt: Was will ich eigentlich machen???

Bisher hatte ich immer gesagt: Personalentwicklung in einem größeren Unternehmen. Aber ich wollte auch ein zweites Kind und das nicht sofort abgeben. Also kam diese Option ersteinmal nicht infrage.

Dann kam der denkwürdige Abend, als ich mit meinem Mann zusammen saß und er mir sein Geschäftsmodell für meine Magisterarbeit erklärt hat. Für ihn war schon seit langer Zeit klar, wie man mit einem solchen Projekt Geld verdienen kann.

Da war dann also eine Idee geboren, diese Phase der Arbeit als Start in eine Selbständigkeit zu sehen… Damit kamen die Themen dieses Kapitels zum richtigen Moment:

Zunächst wird die Frage gestellt: Was macht mich glücklich? Womit möchte ich meine Zeit verbringen?

Alles andere als eine leichte Frage, aber zum Glück hatte ich sie mir nicht zum ersten Mal gestellt: Ein Thema, das mich schon seit langer Zeit beschäftigt sind Frauen… Ok, das muss erklärt werden: Ich schaue mich um und sehe: Es gibt tolle Frauen mit erstaunlichen Fähigkeiten, die ihr Leben in aller Fülle auskosten und gestalten. Aber fast alle Frauen (und da schließe ich mich selbst natürlich mit ein) haben auch zahlreiche Fragen, machen sich Sorgen (denkt an den Film „was Frauen wirklich wollen“) und wünschen sich ihr Leben an der einen oder anderen Stelle zu verbessern. Das ist die Mikroperspektive. Auf der Makroebene macht es mich traurig, dass Frauen immer noch viel zu selten die Möglichkeit haben, in unserem Land an die wirklich entscheidenden Positionen zu kommen und mitzugestalten und es häfuig einfach auch gar nicht wollen, weil sie wissen, welchen Preis eine solche „Stelle“ für sie und ihre Beziehungen bedeuten würde. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir als Frauen einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung unserer Gesellschaft leisten können und sollten. Also habe ich schon früh angefangen, an verschiedenen Punkten Unterstützerarbeit zu leisten: habe Mädelscamps und –tage mit Freundinnen organisiert und später Frauenfreizeiten mitgestaltet. Eigentlich wünsche ich mir, diese Arbeit auf anderer Ebene weiterzuführen. Deshalb will ich mich in meiner Magisterarbeit mit der Frage beschäftigen, wie mehr Frauen in Führungspositionen kommen können und deshalb möchte ich andere Mütter darin unterstützen, einen Weg für sich zu finden, wie sie ihre Rolle erfüllend leben können. Das ist also meine Leidenschaft. Puh, am Ende war es doch harte Arbeit, diese Gedanken so auf den Punkt zu bringen…

„Brand Me“ war dann die nächste Herausforderung des Kapitels: Es wird beschrieben, wie wichtig es ist, sich selbst als Marke im Internet zu positionieren. Mh, keine Ahnung, wie man das macht. Und v.a. was heisst in diesem Zusammenhang für mich „stimmig“? Also habe ich mich mit meinem Bruder hingesetzt und ihn zu facebook und twitter interviewt. Dieses Blog gibt es ja schon seit einer ganzen Weile, aber die Frage war: Was ist für den Moment die passende Mischung? Macht es Sinn, das Private und Berufliche zu trennen? Das war für mich am Ende die entscheidende Frage, weil mir irgendwann klar geworden ist: Ich kann mich selbst nicht aufteilen in beruflich und privat, das ist jetzt schon viel zu verwoben. Und v.a.: Für ev zukünftige Kunden wird es mehr Sinn machen, wenn sie eine vollständige Debora Hofmann präsentiert bekommen. Also blieb es bei nur einem Blog, in dem sich die Dinge vermischen und dadurch hoffentlich auch ein bisschen interessanter werden. Bei facebook dachte ich irgendwann: Welche Ding sprechen mich denn bei anderen an? Es sind nicht die typischen Updates a la „bin jetzt auf der Arbeit“, sondern die kleinen unterhaltsamen Anekdoten, Erzählungen aus dem Alltag mit einem kleinen Augenzwinkern; interessante Links und wenn man Zeit hat auch Fotos… Also versuche ich alle paar Tage eine Kleinigkeit zu erzählen und lerne dabei, worauf meine „friends“ regieren. Was immer super ankommt: Die Sprüche des Kurzen und Entweder/ Oder-Fragen. Ein Twitter-Account ist auch schon eingerichtet, aber so ganz ist mir gerade noch nicht klar, wie ich ihn nutzen will. Kann mir vorstellen, dass das mit dem Einstieg in die Magisterarbeit deutlicher wird, weil ich dann auf noch mehr Inhalte im Netzt treffe, die spannend sind und ich als verbreitungsnötig erachte. Insgesamt habe ich das Gefühl, noch in den Kinderschuhen zu stecken mit social media. Aber das macht ja nichts. Schön ist doch, dass ich schon ein ganzes Stück weiter bin als vor drei Monaten. Mich haben in der Zeit übrigens auch zwei Frauen im Netz inspiriert, bei denen ich das Gefühl hatte: Die wissen, was sie tun und ich kann mir über das Netz ein ziemlich realistisches Bild von ihrer Arbeit, ihrer Persönlichkeit und ihren Interessen machen: Michelle Ward und Gwen Bell.

Im weiteren Verlauf des Kapitels wird der Frage nachgegangen, welche Eigenschaften die modernen Gründer mitbringen sollten und die These aufgestellt, dass es noch nie so einfach war wie jetzt, ein eigenes weltweit agierendes Unternehmen auf die Beine zu stellen, weil man über das Internet nie dagewesene Möglichkeiten hat. Das Thema finde ich total spannend und auch hoch relevant für mich, aber noch nicht so aktuell, dass ich es an dieser Stelle vertiefen will.

Dafür hatte es der nächste Abschnitt umso mehr in sich: Coworking-Spaces – Ein Begriff, den ich das erste Mal bei meinem Bruder Johannes mitbekommen habe. Nach einigem Recherchieren gefiel mir die Idee immer besser. Albers definiert Coworking ganz allgemein als „Orte (…), an denen sich wildfremde Menschen treffen, um gemeinsam zu arbeiten“. Wer mehr wissen will, kann sich hier weiter informieren. Zunächst dachte ich, dass solche Ort doch gerade für Mütter mit sehr kleinen Kindern und Babys hervorragend geeignet sein könnten, weil sie nicht alleine zu Hause sind, auf der anderen Seite die Atmosphäre aber auch so ungezwungen ist, dass keiner schief guckt, wenn neben dem Schreibtisch eine Grabbeldecke liegt oder in der Toilette ein Wickeltisch steht. Nach ein bisschen Recherche stellte ich aber fest, dass Kinder in vielen Coworking Spaces noch genauso fremd sind wie in vielen anderen Büros. Bin gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird…

Für mich war in der Zwischenzeit aber klar geworden, dass ich meine Magisterarbeit nicht alleine zu Hause an meinem Schreibtisch schreiben will (auch wenn der Kurze jetzt in den Kindergarten kommt und die Betreuung nicht mehr das Problem ist). Ich habe einfach keine Lust soviel Zeit am Tag alleine zu Hause zu verbringen und mit keinem zu reden. Ich brauche zumindest ab und zu ein paar Menschen um mich herum. Erfreulicherweise haben sich ein paar sehr enge Freunde (domiundbini, Oli und Sophia sowie der Abi) Anfang des Jahres in einem Hinterhaus in der Hallgarterstraße eingemietet, zu dem neben den Mietswohnungen auch ein paar Gemeinschaftsräume gehören. Also werden wir in Kürze einfach mal den Versuch starten. Im Moment ist noch völlig unklar wer wie wann die Räume wofür nutzen wird und mir ist selber noch sehr unklar, ob ich am Ende nicht doch die meiste Zeit alleine wuseln werde. Aber weil die Anfangskosten so extrem klein sind und so vieles von der Infrastruktur schon vorhanden ist (selbst kostenlose Schreibtische, die bei einer Amtsauflösung ergattert werden konnten, stehen schon bereit) liegt es nahe, einfach mal den Test zu machen. Ich bin riesig gespannt und freue mich schon und bin einfach auch ein bisschen nervös. Am kommenden Montag ist es soweit: Mein Sohn kommt in den Kindergarten und ich werde einen Schreibtisch schön weiß streichen, vielleicht noch das Fenster dazu und eine Blume kaufen und dann kann das Abenteuer beginnen… Insofern hat dieses Meconomy-Kapitel einen großen Anteil an meiner ganz persönlichen Entwicklung der letzten Monate gehabt und ich bin riesig gespannt, wie alles in einem Jahr aussehen wird…

eigentlich sollte ich gerade in Stuttgart sein…

aber mein Mann musste ja mal wieder Fussballspielen gehen. Und wie es sich laut unseres Sohnes für ein richtiges Spiel gehört, gab es auch eine Verletzung gestern Abend. Wegen Schmerzen im Knie, die so heftig waren, das Flo übel geworden und er angefangen hat zu zittern, ist er letzte Nacht dann auch im Krankenhaus gewesen. Ich stand dann heute Morgen um 5.30 Uhr (nach insgesamt gerade einmal zwei Stunden Schlaf)  vor der Wahl, meinen lang geplanten und noch länger ersehnten Trip nach Stuttgart zur LOI Mentorenschulung durchzuziehen oder bei meinen Männern zu bleiben. Die Entscheidung fiel unglaublich schwer, aber doch sehr eindeutig aus: Ich konnte die beiden nicht guten Gewissens sich selbst überlassen. Also habe ich das nahe liegende getan und für zwanzig Minuten meinen Frust und die Enttäuschung und diverse andere Emotionen rausgeheult und mich dann pragmatisch wie ich bin, dem neuen Tag gestellt. Der ist jetzt trotz der großen Müdigkeit auch ganz gut gelungen und ich bin sehr zufrieden mit meinem Krisenmanagement…

Flo war heute Morgen nochmal beim Arzt, weil die im Krankenhaus zu verpennt waren. Der Doc hat ihm eine Spritze eines Abfallprodukts von der Herstellung eines anderen Medikaments ins Knie gejagt, auf das einzig und allein die Neurologen schwören. Vorher musste es noch auf allergische Reaktionen mit einem Spritzer ins Auge getestet werden… So spannend sich das anhört: Meinem Mann scheint es tatsächlich langsam besser zu gehen mit dem Knie… Wir hoffen, dass die Genesung anhält.

Und weil wir heute auch viel Spaß hatten, eine kleine Geschichte von dem Kurzen: Der hatte sich den Geldbeutel vom Papa geschnappt und erklärt: Das ist eine Kassette, hier sind Knöpfe, ich mache ein „Wettlennen“ mit einem Mann, der in ein Loch fällt und DELLWARZEN… Und wer weiß, was er gespielt hat?

Richtig: Gameboy mit dem Spiel Diana Sisters, bei dem kann man in manchen Löchern jede Menge Punkte (das war unsere Bezeichnung für Benicos Dellwarzen) einsammeln kann…

Wünsche Euch ein sonniges Wochenende!

Das Leben ohne Fernseher!

Wir leben gerade ohne ein Fernsehgerät im Haus. Das haben wir mit dem Tag unseres Umzugs abgeschafft. Wie lebt es sich seitdem?

  • in der ersten Woche habe ich viel mehr Zeit für Körperpflege eingesetzt als vorher. Das hat sich aber nur eine Woche gehalten und hatte vielleicht mehr mit dem Umzugsdreck als dem Fernseher zu tun…
  • ich lese mehr! (habe jetzt schon in den paar Wochen mehr Bücher gelesen als im kompletten letzten Jahr)
  • ich habe habe wieder angefangen zu stricken. Das geht besonders gut, weil…
  • wir wieder mehr Filme auf dem Computer schauen, die wir typischerweise auch schon kennen.
  • wir gehen früher ins Bett!
  • ich schaue tagesschau im Internet.
  • Mittagsmagazin kann ich auch im Internet schauen, wenn auch mit ca. einem Tag Verspätung.
  • Wir nutzen gerade kaum unser Wohnzimmer. Damit habe ich komplett nicht gerechnet…

Ich schätze, dass sich unsere Ausgaben für DVDs in absehbarer Zeit erhöhen werden, weil wir dann wirklich alle interessanten (und auch die uninteressanten) Filme mind. 3x gesehen haben, aber das ist es mir definitv wert.

Zusammenfassend kann ich sagen: Uns tut es sehr gut. Im Grunde vermisse ich nichts und verbringe eindeutig mehr Zeit mit sinnvollen Aufgaben. Eine gute Entscheidung!